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Infos zum Thema Mobbing

10 Tipps gegen Mobbing

Weltweit leiden sehr viele Kinder daran, dass sie von Schulkollegen, Nachbarn oder ehemaligen Freunden gemobbt werden. Mit Mobbing sind übrigens […]

Weniger Gewalt aber mehr Mobbing an Schulen

Weniger Gewalt aber mehr Mobbing an Schulen

Weltweit leiden sehr viele Kinder daran, dass sie von Schulkollegen, Nachbarn oder ehemaligen Freunden gemobbt werden. Mit Mobbing sind übrigens Hänseleien und gemeine Beschimpfungen durch gleichaltrige gemeint. Das kann auch über’s Internet passieren. Wenn man zum Beispiel auf Facebook Dinge über dich erzählt, die nicht wahr sind, dann ist das Cybermobbing. In unserer Rubrik „Rund um Mobbing“ findest du einige Texte mit allgemeinen Infos über Mobbing und Cybermobbing.

Was kann man tun, wenn man gemobbt wird? Schnelle Hilfe ist hier besonders wichtig. Deshalb möchten wir dir heute 10 Tipps geben, die in Fällen von Mobbing als Erste Hilfe dienen sollen.

1. Wehr‘ dich

Spezielle Selbstverteidigungskurse für Kids haben es sich zum Ziel gesetzt, Kindern wie dir mehr Selbstvertrauen zu geben. An der Seite trainierter Kampfsportexperten lernst du, dich aus kritischen Situationen selbst zu befreien. Der Schwerpunkt bei Selbstverteidigungskursen liegt darin, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Du lernst dabei, wie man Konflikten aus dem Weg geht und seinem Gegenüber klar macht, dass man sich nichts gefallen lassen wird.

Das allein kann schon vor Angriffen durch Gleichaltrige schützen. Denn meistens suchen sich Kids möglichst schwache, unsichere Kids aus, um sie zu schikanieren. Mit einem starken Auftreten, einer selbstsicheren Körperhaltung und entsprechenden Verteidigungstechniken in Petto, wirst du nicht mehr so leicht zur Zielscheibe.

2. Mache dir Notizen

Schreibe dir auf, wann du belästigt wurdest. In deinen Notizen solltest du aufschreiben, wer aller dabei war und wann genau die Hänseleien passiert sind. Halte auch fest, welche Schimpfwörter oder gemeinen Sprüche man gegen dich verwendet hat.

Im Fall von Cybermobbing kannst du Postings und Nachrichten, die nicht angebracht sind, per Screenshot abspeichern. Das ist ein Abbild dessen, was auf deinem Bildschirm zu sehen ist. Dazu drückst du einfach die Taste „Druck“ auf deiner Tastatur. Anschließend kannst du das Bild in einer Datei abspeichern. Wenn du dich damit nicht auskennst, bitte einen Erwachsenen oder ein älteres Kind um Hilfe.

Solche Aufzeichnungen und Screenshots helfen später, wenn die Täter oder deren Eltern abstreiten, dass es zu Mobbing gekommen ist. Damit hast du schlagkräftige Argumente in der Hand.

3. Manchmal braucht man Hilfe

Abhängig davon, wie und warum man gemobbt wird, schämt man sich vielleicht dafür. Betroffene möchten nicht schwach wirken und behalten ihre Probleme deshalb leider viel zu lange für sich.

Es ist aber in Ordnung, sich Hilfe zu holen. In schlimmen Fällen bewahrt rechtzeitige Hilfe sogar vor schlimmeren Konsequenzen und ernsthaften gesundheitlichen Folgen. Denn Mobbing kann sich, wenn man sich alleine damit herumschlägt, drastisch auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirken.

Darum möchten wir dir an dieser Stelle ans Herz legen: Bleib‘ nicht alleine mit deinem Kummer! Im Internet gibt es Foren und Gruppen gleichgesinnter, die unter Mobbing leiden oder ehemalige Mobbing-Opfer sind. Sie können dir wertvolle Ratschläge geben. Außerdem hilft es, seinen Kummer bei Kids zu deponieren, denen es genauso geht wie dir. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.

Neben den zahlreichen Internet-Communitys gibt es psychosoziale Dienste an einigen Schulen. Speziell ausgebildete Coaches sind Ansprechpartner für alle Arten von Kummer. Mit ihnen kann man darüber sprechen, wo der Schuh drückt. Dann bekommt man Adressen und Telefonnummern weiterer Stellen, die bei Mobbing weiterhelfen können.

Liest du gerne? Mittlerweile gibt es einige gute Mobbing-Bücher, die lösungsorientiert über das Problem informieren. Frag‘ am besten in einem gut sortierten Buchladen nach oder recherchiere im Internet.

In jedem Fall solltest du auch mit deinen Eltern darüber sprechen, dass du gemobbt wirst. Wenn du keinen guten Draht zu ihnen hast, dann vertraue dich doch einem anderen Familienmitglied (zum Beispiel Tante, Onkel, Oma) an.

4. Ein Schulwechsel sollte der allerletzte Ausweg sein

Wir alle sind verschieden. So geht jeder anders mit schwierigen Situationen um. Manche unter uns würden am liebsten einfach davon laufen, wenn’s schwierig wird. Wenn man das Gefühl hat, nicht stark genug zu sein, bekommt man vielleicht sogar Angst davor, in die Schule zu gehen.

Ein Schulwechsel löst das Problem meistens nur für kurze Zeit. Als „Neuer“ in einer Klasse, die bereits einen gewissen Zusammenhalt entwickelt hat, fällt es schwer, Anschluss zu finden. Früher oder später kann es erneut zu Ausgrenzungen und Streitereien kommen.

Grundsätzlich solltest du dein Auftreten ändern und dafür sorgen, dass du nicht mehr so leicht zur Zielscheibe wirst. Dazu brauchst du ein starkes Selbstbewusstsein. Mit der Zeit wirst du lernen, gemeine Kids auflaufen zu lassen, indem du ihre dummen Kommentare nicht ernst nimmst. Langfristig gesehen, hilft das besser, als ein Schul- oder Klassenwechsel.

5. Einzeln sind sie schwach

Mobbing in der Gruppe fällt nicht schwer. Meistens finden sich einige Mitläufer, die lauthals über die Hänseleien lachen. Konfrontiert man die Rädelsführer, wenn sie alleine sind, haben sie plötzlich nicht mehr so viel zu sagen.

Solltest du von einer Gruppe tyrannisiert werden, halte entgegen, dass sie sich einzeln nie trauen würden, dir solche Dinge an den Kopf zu werfen.

Manchmal hilft es, wenn Lehrer oder Eltern die Täter einzeln darüber aufklären, dass Mobbing weder erlaubt noch in Ordnung ist.

6. Verbaltraining

Suche im „Trockentraining“ mit deinen Eltern nach lustigen Sprüchen, mit denen du die Täter entwaffnen kannst. Solche Situtationen zuhause nachzustellen, macht dich mutiger.

So hast du beim nächsten Mal eine schlagkräftige Antwort parat, wenn jemand versucht, dich dumm aussehen zu lassen. Darüber hinaus ist es die Pflicht deiner Lehrer, sich der Sache anzunehmen. Mobbing sollte während einer Schulstunde zum Thema gemacht werden. Manche Lehrer trainieren mit ihren Schülern, wie man sich verbal (also sprachlich) gegen Mobbing wehren kann.

Sprich daher auch mit deinem Klassenlehrer darüber! An den meisten Schulen wird Mobbing seitens der Leitung sowie des Lehrerkollegiums nicht toleriert. Normalerweise wird recht schnell und erbarmungslos mit den Tätern verfahren, sobald ihr Verhalten zu den Erwachsenen durchgedrungen ist.

7. Distanziere dich von Beleidigungen

Es hilft nichts, sich auf dieselbe Ebene wie die Täter zu begeben. Die meisten Kinder reagieren intuitiv, indem sie zurück schimpfen. Daraus entstehen lediglich unnötige Streitereien. Später ist es schwer, herauszufinden, wer damit angefangen hat.

Darum ist es über kurz oder lang besser für dich, wenn du dich konsequent von Streitsituationen und Hänseleien distanzierst. Kontere mit einem flotten Spruch, der nicht beleidigt. Oder verlasse den Raum wortlos, um Hilfe zu holen.

Es ist übrigens wesentlich Nerven schonender, sich nach außen hin nicht von Mobbing beeinflussen zu lassen. Versuche, dich nicht ärgern zu lassen. Denn dann wird das Hänseln uninteressant für die Unruhestifter.

8. Mobbing durch Lehrer? Das kannst du tun

Leider gibt es Lehrer, die einzelne Schüler vor der Klasse bloß stellen. Das ist nicht in Ordnung und kann für den Lehrer ernste berufliche Konsequenzen nach sich ziehen. Denn die Aufgabe des Lehrers ist es, dich zu unterstützen und vor Mobbing zu schützen.

Mache deinen Lehrer darauf aufmerksam, wenn er dir zu nahe getreten ist. Äußere deine Gefühle, ohne zu schimpfen. Sollte er dich wieder vor der ganzen Klasse bloßstellen, dann erwidere vor der ganzen Klasse etwas wie: „Ich finde es nicht fair, wie sie mich behandeln. Denn ich fühle mich herabgesetzt durch Ihre Bemerkungen. Ich bitte Sie, nicht mehr so mit mir zu sprechen.“

Unterhalte dich auch mit deinen Mitschülern darüber und frage nach, wie sie das Verhalten des Lehrers empfinden. Zusammen seid ihr stark! So eine Situation kann den Zusammenhalt der Klasse enorm stärken und euch als Gruppe zugute kommen. Dazu müsst ihr euch allerdings gegenseitig unterstützen und als Einheit auftreten. Wendet euch auch an die Direktion, wenn ihr die Situation als untragbar empfindet. Wenn mehrere Schüler oder gar eine ganze Klasse mit einer Bitte an die Direktion herantreten, werden sie normalerweise ernst genommen.

9. Schütze dich vor Cyber-Mobbing

Mobbing war noch nie leichter als heute. Denn mittlerweile muss man dem Opfer nicht mehr direkt ins Gesicht sehen, wenn man es schikanieren möchte. Man geht einfach auf Facebook und schreibt alle Gemeinheiten auf die Chronik des Kindes, die einem einfallen. Das ist nicht nur unfair, sondern äußerst feige!

Weil Cybermobbing leicht und schnell geht, sind Hänseleien heute ein größeres Problem als jemals zuvor. Besonders Feige Kids schaffen es sogar, als Täter anonym zu bleiben. Sie schreiben einfach unter falschem Namen, um den Konsequenzen ihrer Handlungen zu entrinnen. Damit erhoffen sie sich, nicht erwischt oder gar bestraft zu werden.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, solltest du alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dich vor Cybermobbing zu schützen. Facebook und Whatsapp ermöglichen es dir, die Sicherheitseinstellungen für dein Profil anzupassen. Mehr darüber erfährst du in unseren Texten zum Thema Cybermobbing.

10. Konzentriere dich auf die schönen Seiten des Lebens

In schwierigen Zeiten verliert man recht schnell den Blick für’s wesentliche. Es bringt nichts, sich ständig nur über die alltäglichen Gemeinheiten deiner Mitschüler zu ärgern. Versuche stattdessen lieber, dich auf andere Dinge zu konzentrieren. Denn als Opfer von Mobbing braucht man immer wieder Ablenkung von den eigenen Sorgen. Nur so kann man es schaffen, genügend Kraft für den Kampf gegen Mobbing aufzubringen.

Gehe deinen Hobbys nach, triff dich mit (wahren) Freunden und freue dich deines Lebens, wo du nur kannst. Besuche bei lieben Familienmitgliedern geben Sicherheit und stärken dir den Rücken. Vielleicht kannst du dich dabei sogar jemandem anvertrauen und einen Verbündeten an deiner Seite finden, der über dein Problem bescheid weiß.

Speziell sportliche Aktivitäten helfen deinem Körper, den angestauten Stress gut abbauen zu können. Genieße eine Radtour in der Natur oder gehe ins Fitnesscenter, um dir etwas Gutes zu tun. Du wirst sehen: man fühlt sich viel freier, wenn man sich ordentlich ausgepowert hat.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.
Was bedeutet…

  • Mobbing
  • Cybermobbing
  • Screenshot
  • verbal

2) Was kann man tun, wenn man vom Lehrer schlecht behandelt oder bloßgestellt wird?

3) Welche Tipps sind dir besonders gut in Erinnerung geblieben? Schreibe mindestens drei davon auf und beschreibe sie so genau, wie möglich.

Foto: Twin design / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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