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Kinder im Kindergarten

Funktionsorienter Ansatz in der Kindertagesstätte

Die KiTa-Suche verlangt Eltern eine Menge ab. Nicht nur erwarten die LeiterInnen, dass Eltern sich regelmäßig melden, um ihr weiter […]

Funktionsorienter Ansatz in der Kindertagesstätte

Die KiTa-Suche verlangt Eltern eine Menge ab. Nicht nur erwarten die LeiterInnen, dass Eltern sich regelmäßig melden, um ihr weiter bestehendes Interesse wieder und wieder zu bekunden – den Gedanken daran, dass man mit den dauernden Anrufen bei der Arbeit mit den Kindern vielleicht stören könnte, muss man dabei bewusst unterdrücken. Auch die Erziehungsansätze verwirren mit einem Fachvokabular, das der normal Eltern gewordene Mensch nicht einfach versteht. Hier versuche ich deshalb in Kürze zu erklären, was ein funktionsorientierter Ansatz ist.

Funktionsorientierter oder Funktionsansatz – was sind “Funktionen”?

Der funktionsorientierte Ansatz der Kleinkindpädagogik geht von bestimmten „Funktionen“ aus, wie z.B. Wahrnehmen, Denken, Kreativität oder Sprache. Der Grundgedanke dabei ist der, dass, wer diese Funktionen sich angeeignet hat, in allen Lebenssituationen erfolgreich bestehen kann. Im funktions-orientierten Lernen werden vorgegebene “Trainingsprogramme” absolviert, d.h. es wird nach Plan gelernt, um die “Funktionen” bei den Kindern bestmöglich zur Entwicklung zu bringen.

 

Woher kommt der funktionsorientierte Ansatz?

Zum Entstehen der drei Ansätze der funktionsorientierten, der situationsorientierten und der wissenschaftsorientierten Pädagogik in den Kitas kam es durch die Überlegung der Legitimation von Erziehung überhaupt. Genannt werden die drei sich ähnelnden Konzepte “didaktische oder curriculare Ansätze”, von dem Lateinischen “Curriculum”, das  “Lauf”, “Wettlauf” oder auch “Lehrplan” bedeutet und 1967 vom Erziehungswissenschaftler Saul B. Robinson in die Kleinkind-Pädagogik eingeführt wurde. Das Hauptaugenmerk des funktionsorientierten Ansatzes liegt also in bestimmten Lernzielen, Lerninhalten und ihrer Organisation und der Überprüfung des Gelernten zur Verbesserung einzelner psychischer und physischer Fertigkeiten, der “Funktionen“.

 

Wie sieht der funktionsorientierte Ansatz in der Praxis aus?

In der funktionsorientierten Praxis wird nach Plan, zum Beispiel einem Wochenplan gearbeitet. Natürlich findet sich auch freie Zeit zum Spielen auf dem Plan. Trotzdem wird der funktionsorientierten Förderung viel Zeit gewidmet und die Wünsche der Kinder dem Lernziel untergeordnet. Wollen die Kinder lieber malen anstatt ein an einem Arbeitsblatt zu sitzen, beweist sich die Erzieherin als Autoritätsperson.

 

Welche Kritik gibt es am funktionsorientierten Lernen?

Das funktionsorientierte Konzept sieht vor, Kinder zu fähigen Erwachsenen nach unserem Vorbild zu machen, obwohl nicht einmal feststeht, dass es nicht besser ginge. Dabei wird der Entwicklung des Ich eines Kindes immer wieder ein Riegel vorgeschoben. Kinder lernen im funktionsorientierten Ansatz nicht ihre Bedürfnisse kennenzulernen, sondern bekommen allein funktionsorientiertes, also häufig “träges” Wissen vermittelt. Wenn sie das nicht interessiert, lernen sie es auch nicht gut. Weil sie nicht in größere Zusammenhänge eingebaut sind, wie bei Projekten, können sie mit den ausgebildeten “Funktionen” eventuell sogar gar nichts im Leben anfangen. Aber der Funktionsansatz vermittelt, dass Autoritätshörigkeit erwünscht sei.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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