Affektkrampf beim Kind: die wichtigsten Dinge, die Du wissen solltest

Hört Dein Kind plötzlich auf zu atmen, kann das im ersten Moment Panik auslösen – insbesondere, wenn es dann noch das Bewusstsein verliert. In Ohnmacht zu fallen, kann eine Vielzahl von Ursachen besitzen – zum Beispiel einen Affektkrampf. Sollte Dein Kind aufgrund dessen umkippen, können wir Dich beruhigen: Das ist in der Regel ungefährlich.

Doch wie reagiert man am besten? Um das herauszufinden, musst Du vorher wissen, was ein Affektkrampf überhaupt ist. Welche Ursachen und Symptome er hat und was man im Falle eines Affektkrampfes tun kann, erklären wir Dir in diesem Beitrag.

Affektkrampf: Was ist das?

Im Fall von Kindern spricht man bei einem Affektkrampf von einem plötzlichen, krampfartigen Anfall, der durch entweder übermäßige emotionale Erregung oder durch physisch schmerzhafte Ereignisse ausgelöst wird. Er drückt sich durch ein plötzliches, unkontrollierbares Anspannen der Gesichtsmuskeln, oft begleitet von einem Aufstoßen der Luft aus der Lunge, aus.

Hierbei wird die Atmung des Kindes schneller und oberflächlicher, was zu einer Erhöhung des Herzschlags und einer Blutdruckabnahme führt. Bewusstlosigkeit ist häufig die Folge.

Man spricht auch von einem respiratorischen Affektkrampf. Der Begriff respiratorisch meint im medizinischen Bereich „die Atmung betreffend“.

Ursachen und Symptome eines Affektkrampfes

Ursachen eines Affektkrampfes

Die Ursachen eines Affektkrampfes sind noch nicht vollständig verstanden, aber sie scheinen mit einer überaktiven Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz zusammenzuhängen. Hierbei kann es sich um externe und interne Reize handeln.

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Zu den möglichen externen Reizen gehören: Geräusche, Gerüche, Lichter und plötzliche Bewegungen.

In einigen Fällen können sie durch interne Reize wie Stress, Angst, Aufregung, Trauer oder Wut ausgelöst werden.

Respiratorische Affektkrämpfe sind in der Regel harmlos. Sie treten oftmals spontan auf und dauern nur wenige Sekunden bis einige Minuten an.

Doch aufgepasst: In seltenen Fällen können sie auch länger anhalten und zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen – zum Beispiel einen Herzstillstand. Dies kann eine schwere Hirnverletzung oder sogar den Tod zur Folge haben.

Symptome eines Affektkrampfes

Ein respiratorischer Affektkrampf ist ein Zustand, der auftritt, wenn eine Person nicht in der Lage ist, ausreichend Sauerstoff zu atmen. Symptomatisch kann sich das bei Kindern wie folgt zeigen:

  • Aussetzung der Atmung
  • Krampfanfälle
  • Blässe
  • Ohnmacht

Manchmal kann es sein, dass Dein Kind einen Affektkrampf im Zuge eines Trotzanfalles bekommt.

Weiterhin können bei Kindern zwei verschiedene Varianten eines Affektkrampfes auftreten: Entweder, Dein Kind läuft blau an – man spricht von einem zyanotischen Affektkrampf. Oder es erbleicht – man spricht von einem palliden Affektkrampf.

In beiden Fällen reagiert der Körper des Kindes automatisch auf den überwältigenden Reizeinfluss; Dein Kind verhält sich also nicht mit Absicht trotzig oder dramatisch.

Welche Kinder sind von einem Affektkrampf betroffen?

Respiratorische Affektkrämpfe treten bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren am häufigsten auf. Wirklich betroffen ist davon jedoch nur ein geringer Prozentsatz, lediglich bis zu fünf Prozent aller Kinder. Zudem verschwinden die Affektkrämpfe in der Regel im Alter von knapp vier, spätestens im Alter von acht Jahren komplett. Wenige Ausnahmen erleiden Affektkrämpfe auch noch als Erwachsene.

Ein zyanotischer respiratorischer Affektkrampf ist die häufigere der beiden Varianten. Meist tritt sie in Form eines dem Kind oftmals unbewussten Schreikrampfes auf – das heißt, infolge übermäßiger interner Reize. Das Kind reagiert hierbei entweder mit Wut oder infolge auf ein unangenehmes Ereignis, zum Beispiel, wenn es ausgeschimpft worden ist.

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Der Verlauf dieser Variante baut sich wie folgt auf: das Kind schreit, es hört auf zu atmen, die Haut des Kindes färbt sich blau und es verliert das Bewusstsein. Manchmal treten zusätzliche Zuckungen auf. Wie zuvor bereits angesprochen, normalisiert sich dieser Zustand in der Regel nach wenigen Sekunden von selbst wieder.

Im Alter von zwei Jahren ist ein zyanotischer Affektkrampf typisch. Kinder legen diese Variante meistens ab, wenn sie fünf Jahre (und älter) sind.

Ein pallider respiratorischer Affektkrampf tritt infolge übermäßiger externer Reize auf, also als Resultat körperlich schmerzhafter Ereignisse. Das passiert zum Beispiel, wenn das Kind beim Spielen gestürzt ist. Oftmals hängt dies auch mit einem Schockmoment zusammen. Das Nervensystem verlangsamt dabei den Herzschlag des Kindes. Daraufhin setzt sein Atem als natürliche Folge dessen aus, es wird ohnmächtig, erblasst und erschlafft.

Auch in diesem Fall können Zuckungen auftreten. Gleiches gilt für Inkontinenz. Ähnlich wie bei einem zyanotischen Affektrampf löst sich dieser Anfall aber wieder von selbst.

Verhalten und Vorsorge bei Affektkrämpfen

Was kann man als Elternteil bei einem Affektkrampf tun?

Im Allgemeinen sollten Eltern darauf achten, den Affektkrampf abzumildern. Dies kann zum Beispiel durch Ablenkung oder Beruhigung geschehen: So kannst Du beispielsweise versuchen, die Aufmerksamkeit Deines Kindes umzulenken – oder es mit einer Umarmung und liebevollen Worten besänftigen.

Vor diesem Hintergrund solltest Du weiterhin vermeiden, zusätzliche reizauslösende Momente hervorzurufen, zum Beispiel, in dem Du Dein Kind rügst oder ausschimpfst. Auch ein autoritärer Erziehungsstil fällt in diese Kategorie. Dieses Verhalten wird einen Affektkrampf lediglich verstärken.

Sollte sich Dein Kind in einem Anfall befinden, kann es in manchen Fällen außerdem hilfreich sein, ihm anfangs ein kaltes Tuch aufs Gesicht zu legen.

Ein Kind vor einer triggernden Situation zu beschützen, wird nicht immer möglich sein. Daher ist es wichtig, dass Du Deinem Kind weiterhin Strukturen und Regeln vorgibst, nach denen es sich richten kann. So wird Dein Kind lernen, für sich mit den Situationen, die einen Affektrampf auslösen können, umzugehen.

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Alternativ kannst Du ebenfalls versuchen, den Stress bei Deinem Kind mit einfachen Anti-Stress-Spielzeugen vorzubeugen. Weiterhin können Tiere dazu beitragen, Stress bei Deinem Kind zu vermeiden. Ein familienfreundlicher Hund kann Deinem Kind zum Beispiel dabei helfen.

Sollte Dein Kind bereits das Bewusstsein verloren haben, ist es wichtig, es für die Dauer des Affektkrampfes in eine stabile Seitenlage zu bringen. Da sich der Anfall von selbst löst, solltest Du es NICHT beatmen. Im Rahmen eines Affektrampfes reicht die Erste Hilfe in Form der stabilen Seitenlage aus.

Kann man einen Affektkrampf verhindern?

Einen Affektkrampf bei Kindern kann man nur schlecht verhindern. Hier solltest Du am besten auf situative Auslöser achten – das heißt, Du solltest Dich fragen: Aus welchem Grund reagiert mein Kind nun so?

Dies ist wichtig, denn insbesondere bei zyanotischen Affektkrämpfen muss man schauen, ob es sich um einen Wut- bzw. Trotzanfall oder einen tatsächlichen Affektkrampf handelt. Kinder merken in der Regel schnell, wie sie etwas bekommen. Benimmt sich Dein Kind trotzig, weil es etwas haben möchte, das im Moment nicht verfügbar ist? Oder gibt es erste symptomatische Anzeichen eines Affektkrampfes?

Wichtig ist vor diesem Hintergrund eine einfühlsame Erziehung. Indem Du auf die Anzeichen achtest, kannst Du durch ein verständnisvolles, einfühlsames Entgegenkommen ein Verschlimmern etwaiger emotionaler Reaktionen Deines Kindes mildern. Dadurch sinkt auch das Risiko eines tatsächlichen respiratorischen Affektkrampfes. Eine gesunde und stabile Eltern-Kind-Bindung ist also wichtig.

Sollte man bei einem Affektkrampf einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen sind Affektkrämpfe harmlos und verschwinden von selbst wieder. Wenn sie jedoch häufiger auftreten oder länger anhalten sollten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies könnten dann nämlich auch Anzeichen für ernsthafte Erkrankungen sein.

Zusammenfassend

Obwohl sie beunruhigend wirken, sind Affektkrämpfe bei Kindern bis ungefähr vier, fünf Jahren üblich und völlig harmlos. In der Regel verschwinden sie von selbst wieder. Sollten sie sich häufen, ist ein Arztbesuch ratsam. Wenn Dein Kind einen Affektkrampf erleidet, solltest Du es beruhigen und/oder ablenken, um eine Verstärkung des Anfalles zu vermeiden.

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FAQ: Affektkrämpfe bei Kindern

Was kann ich bei einem Affektkrampf tun?

Idealerweise solltest Du Deinem Kind Sicherheit geben. Bring es am besten in einer sichere Umgebung und/oder entferne den triggernden Reiz. Weiterhin wichtig: Beruhige Dein Kind. Sollte Dein Kind bereits das Bewusstsein verloren haben, solltest Du es für die Dauer des Affektkrampfes in eine stabile Seitenlage zu bringen, aber NICHT beatmen.

Woher kommt ein Affektkrampf?

Ein Affektkrampf wird durch interne oder externe Reize verursacht. Zu den internen Reizen gehören: Stress, Angst, Wut, Trauer oder Aufregung. Zu den externen Reizen gehören: Geräusche, Gerüche, Lichter und plötzliche Bewegungen. Ein Affektrampf wird als körperliche Reaktion auf diesen Reizüberflüss verstanden.

Wie lange dauert er?

In der Regel kann ein Affektrampf zwischen wenigen Sekunden und ein paar Minuten dauern.

Was kann ich tun, wenn mein Kind keine Luft bekommt?

Für besorgte Elternteile wichtig: Ruhe bewahren. Auch, wenn es schweirig ist. Bring Dein Kind in die stabile Seitenlage und warte ab, bis es nach wenigen Minuten von selbst wieder zu sich kommt.

Welche Kinder haben Affektkrämpfe?

Unter Affektkrämpfen leiden vor allem Kleinkinder im Alter bis vier, fünf Jahren. Davon betroffen sind allerdings nur ein bis fünf Prozent der Bevölkerung. Die Häufigkeit von Affektkrämpfen verringert sich mit dem Alter der betroffenen Kinder und verschwindet bei den meisten schließlich völlig.

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