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Liebe und Beziehung

Alternativen zu Pille und Co. – Hormonfreie Verhütungsmittel für Teens

Die meisten jungen Mädels greifen auf die Pille als Verhütungsmittel zurück. Leider wissen viele gar nicht, dass es eine Reihe […]

Alternativen zu Pille und Co. - Hormonfreie Verhütungsmittel für Teens

Alternativen zu Pille und Co. – Hormonfreie Verhütungsmittel für Teens

Die meisten jungen Mädels greifen auf die Pille als Verhütungsmittel zurück. Leider wissen viele gar nicht, dass es eine Reihe guter Alternativen gibt, die völlig ohne Hormone auskommen.

Damit sind sie meist völlig frei von unangenehmen Nebenwirkungen oder Risiken. Speziell Raucherinnen können damit das Risiko ernsthafter Folgen durch Hormoneinnahme vermeiden.

Manche Mädels interessieren sich nicht für die Alternativen zu Pille und Co., weil sie denken, alles andere sei zu kompliziert. In Wahrheit ist es aber viel praktischer, zum Beispiel eine Kupferspirale zu tragen. Im Gegensatz zur Pille kommt es dabei nämlich nicht zu Anwendungsfehlern (Vergessen der Pille, falsche Einnahme,…).

Genug der einleitenden Worte. Nun möchten wir dir die Vor- und Nachteile der hormonfreien Verhütungsmethoden ganz genau vorstellen.

Mechanische Verhütungsmittel

Mechanische Verhütungsmittel verhindern das Eindringen von Samenzellen in die Gebärmutter durch verschiedenste Arten von Barrieren. Das bekannteste mechanische Verhütungsmittel ist das Kondom. Dieses ist auch deshalb so beliebt, weil es (neben dem Femidom) als einziges Verhütungsmittel vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.

Daher sollte die zusätzliche Verwendung eines Kondoms auch dann selbstverständlich sein, wenn man eine Spirale oder andere Verhütungsmittel verwendet. Das gilt speziell für frisch verliebte Pärchen und neue Partner, die man noch nicht so gut kennt. Denn der Partner bzw. die Partnerin können Überträger von Krankheiten sein, ohne selbst etwas davon zu bemerken.

Diaphragma

In unseren Breiten verwenden nur sehr wenige Frauen ein Diaphragma. Dabei ist es bei richtiger Anpassung ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Bei richtiger Anwendung gilt hier ein Pearl-Index von 1-20. Der Pearl-Index gibt an, wie viele Frauen bei Verwendung des Verhütungsmittels innerhalb eines Jahres schwanger werden würden – rein statistisch gesehen, versteht sich.

Das Diaphragma sieht aus wie eine Halbkugel, die mit Gummi überzogen wurde. Es ist weich und dehnbar. Es ist in verschiedenen Größen erhältlich und muss vom Frauenarzt angepasst werden. Denn jedes Mädchen bringt andere körperliche Voraussetzungen mit.

Das Diaphragma wird kurz vor dem Sex am Muttermund angebracht. Mit etwas Übung geht das ganz leicht. Es versperrt den Weg in die Gebärmutter und macht das Zusammentreffen von Samen- und Eizelle so unmöglich.

Durch das Auftragen eines samenabtötenden Gels (Spermizid) auf der Oberfläche des Diaphragmas, wird es noch sicherer. Das Einsetzen muss man sich vom Gynäkologen ganz genau erklären und zeigen lassen, um keinen Fehler dabei zu machen.

Als Begleiter während der nächsten Jahre, sollte das Diaphragma entsprechend gehegt und gepflegt werden. Streicheleinheiten oder guten Zuspruch braucht es zwar nicht, aber folgende Maßnahmen sollten eingehalten werden:

  • Nach dem Geschlechtsverkehr: Reinigung mit lauwarmem Wasser
  • Danach abtrocknen
  • Aufbewahrung in einem dafür gemachten, speziellen Behälter
  • Ab und zu gegen das Licht halten oder mit Wasser befüllen (Checken, ob es auch keine Löcher hat)

Die Kosten für das Diaphragma sind sehr gering. Man bezahlt einmal ca. 50 € und kann es bei guter Pflege ein paar Jahre lang verwenden.

Lea

Das Lea ist quasi mit dem Diaphragma verwandt. Genauer gesagt ist es eine Weiterentwicklung dieser Verhütungsmethode. Im Unterschied zum Diaphragma muss das Lea aber nicht angepasst werden. Denn Form und Größe des Muttermunds spielen für dieses Verhütungsmittel keine Rolle.

Ebenso wie das Diaphragma wird es vor dem Muttermund eingesetzt, nachdem es mit einer Spermizidcreme versehen wurde. Das Lea kann auch während dem Sex nicht verrutschen.

Aufgrund des Abflussventils kann das Lea bis zu 48 Stunden lang in der Scheide bleiben. Das macht es äußerst praktisch. Somit muss man es nicht erst kurz vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen. Das Liebesspiel wird nicht unterbrochen, sondern kann (wie bei Verwendung der Pille) ungestört fortgesetzt werden. Das Lea ist also speziell für spontane Paare geeignet.

Wie alle mechanischen Verhütungsmittel, greift auch das Lea nicht in den Hormonspiegel seiner Trägerin ein. Damit ist es quasi Nebenwirkungsfrei.

Allerdings hält das Lea nur sechs bis neun Monate lang. Für Damen, die häufig unter Harnwegsinfekten leiden, ist das Lea nur bedingt empfehlenswert. Was die Sicherheit betrifft, ist es dem Diaphragma ebenbürtig.

Kondom

Das Kondom ist wahrlich ein Kassenschlager. Es kann in jeder Drogerie gekauft werden, ohne dass man dafür ein Rezept bräuchte. Jeder hat Zugriff darauf – und das ist auch gut so!

Denn Kondom und Femidom sind die einzigen Verhütungsmittel, die einen wirksamen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten darstellen. Schütze dich und deinen Partner bzw. deine Partnerin, indem du nicht auf die Verwendung eines Kondoms verzichtest. Geschützten Verkehr mit Kondom nennt man übrigens Safer Sex. Das bedeutet so viel wie geschützter, sicherer Sex.

Das Kondom ist hinsichtlich seiner Verhütungsfunktion aber nur dann sicher, wenn man es richtig verwendet. Je nachdem ergibt sich dann ein Pearl-Index, der zwischen 2 und 12 liegt. Tipps zum richtigen Umgang damit findest du in unserem ausführlichen Artikel „20 Facts über die Verhütung mit Kondom“.

Femidom

Das Femidom ist sozusagen das Kondom für die Frau. Leider ist es etwas schwierig in der Anwendung und derzeit auch noch nicht überall erhältlich.

Im Prinzip wirkt es genauso wie das Kondom. So hält es nicht nur Samenzellen, sondern auch Krankheitserreger davon ab, in die Scheide der Frau einzudringen. Wie das „normale“ Kondom, darf auch das Femidom nur einmal verwendet werden. Man muss also jedes Mal ein neues nehmen.

Solltest du an der Verwendung des Femidoms interessiert sein, dann sprich bitte mit deinem Gynäkologen oder Hausarzt darüber. Sie können dir erklären, wie man es richtig anwendet.

Die Sicherheit dieses Verhütungsmittels entspricht der des Kondoms für Männer und liegt damit bei 2-12 (Pearl-Index-Wert).

Andere Verhütungsmittel

Die hormonellen und mechanischen Verhütungsmittel gehören zu den gängigsten in unseren Breiten. Darüber hinaus gibt es noch einige Methoden, die ebenfalls zur Verwendung kommen. Manche davon werden allgemein hin unterschätzt und stellen gute Alternativen zu Pille und Co. Dar. Deshalb möchten wir dir ihre Vor- und Nachteile an dieser Stelle nicht vorenthalten.

Kupferspirale und Kupferkette

In ihrer Form sieht die Kupferspirale einer Hormonspirale sehr ähnlich. Statt mit einem Zylinder, der Hormone abgibt, ist ihr unteres Ende mit einem Kupferdraht versehen, der nach und nach Kupferionen an seine Umgebung abgibt.

Dadurch werden Spermien in ihrer Beweglichkeit gehemmt und überleben nicht mehr so lange in der Scheide. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut derart verändert, dass sich ein bereits befruchtetes Ei darin nicht mehr einnisten kann.

Die Kupferspirale wirkt also doppelt. Einerseits wird die Befruchtung der Eizelle verhindert. Andererseits wird die Einnistung in der Gebärmutter verhindert, falls es doch zu einer Befruchtung gekommen sein sollte.

Das Einsetzen der Kupferspirale verläuft ebenso wie das Einsetzen einer Hormonspirale und kann kurzzeitig recht schmerzhaft sein. Normalerweise bekommt man im Vorhinein ein Medikament, das den Gebärmutterhals etwas öffnet. Dadurch kann die Spirale leichter eingesetzt werden.

Kupferspiralen mit Goldzusatz sollen Infektionen in der Gebärmutter verhindern. Bisher gibt es aber noch keine eindeutigen Nachweise dafür.

Weil die Kupferspirale mit einem Pearl-Index von 0,3 – 3 sehr sicher ist, eignet sie sich hervorragend für junge Mädchen. Sollte sich ein Kinderwunsch beim Pärchen entwickeln, kann dieser direkt nach der Entfernung der Spirale umgesetzt werden. Die Gebärmutterschleimhaut normalisiert sich normalerweise recht rasch.

Eine Kupferspirale kostet zwar mindestens 300 Euro, kann dafür aber auch bis zu 5 Jahre lang in der Gebärmutter bleiben. Hinzu kommen evtl. noch Kosten für laufende Kontrolluntersuchungen (alle 12 Monate), sofern man zu einem privaten Gynäkologen geht. Ansonsten übernimmt die Krankenkasse diese Folgekosten.

Seit nicht allzu langer Zeit gibt es auch die Kupferkette (Gynefix). Sie besteht aus einigen Kupferzylindern, die auf einem Nylonfaden hängen. Dieser wird mit einem Knoten in der Gebärmutterwand verankert. Daher ist auch das Einsetzen der Kupferkette etwas schmerzhaft. Nach einigen Sekunden ist der Spuk aber auch schon wieder vorbei.

Manche Mädchen berichten davon, dass sie ihre Kupferkette verloren haben. Es kann passieren, dass sie in der Toilette landet, wenn sie sich von der Gebärmutterwand gelöst hat. Normalerweise kann man sich dann ohne Aufpreis eine neue Kette vom Frauenarzt einsetzen lassen.

Gegenüber der Kupferspirale hat die Kupferkette den Vorteil, dass sie nicht verrutschen kann. Sofern sie die erste Periode heil in der Gebärmutter übersteht, ist sie also noch ein wenig sicherer als die Kupferspirale. Allerdings ist sie auch etwas teurer (rund 400 €). Nicht jeder Frauenarzt setzt Kupferketten ein. Frag‘ am besten einfach nach.

Symptothermale Methode

Die symptothermale Methode (auch NFP genannt) wird weithin stark unterschätzt. Leider verwechseln manche Leute sie nach wie vor mit dem relativ unsicheren Temperaturmessen oder der Kalendermethode.

NFP muss man erlernen. Dazu sollte man am besten jemanden kennen, der bereits erfolgreich NFP macht. Es gibt Kurse, Bücher und Online Foren, die ebenfalls dabei unterstützen können.

Kurz und prägnant erklärt funktioniert das Ganze so: Mit einem speziellen, empfindlichen Thermometer misst man jeden Tag zur selben Zeit die Temperatur in der Scheide. Diese Temperatur wird dann in einer Art Tagebuch aufgezeichnet. Dadurch ergibt sich über den Verlauf eines Monats eine Art Diagramm, das Schwankungen in der Temperatur aufweist. Je nach Zyklusphase variiert diese Temperatur nämlich. So hat man beispielsweise während des Eisprungs eine andere Temperatur, als während der Periode.

Neben dem Temperaturmessen bezieht sich diese Methode auch auf weitere Körperanzeichen wie Symptome der Brust oder Beobachtung des Zervixschleims (Scheidensekret).

Der größte Vorteil dieser Verhütungsmethode liegt nicht nur in seiner Sicherheit (Pearl-Index unter 1,0 – ähnlich zur Pille), sondern auch darin, dass man den eigenen Zyklus kennen lernt. Somit lernen Mädchen, sich ein Stück weit selbst zu verstehen und auch die Periode als Teil des monatlichen Kreislaufs zu akzeptieren.

Anders als hormonelle Verhütungsmittel, greift diese Methode nicht in den Organismus ein. Außerdem verzichtet sie auf das Einsetzen von Fremdkörpern, wie das zum Beispiel bei Spiralen der Fall ist.

Da man mit NFP den Eisprung recht genau bestimmen kann, eignet es sich hervorragend für Paare mit Kinderwunsch. So kann man leichter schwanger werden, wenn man es möchte.

Umgekehrt weiß man mit NFP, an welchen Tagen man zu anderen Verhütungsmitteln wie Kondomen greifen sollte. Außerhalb dieser fruchtbaren Tage können NFP-Anwenderinnen völlig ungestört Sex haben, ohne verhüten zu müssen.

Zyklus-Computer

Die sogenannten Verhütungscomputer sind kleine Geräte, die fruchtbare und unfruchtbare Tage anzeigen sollen.

Im Vergleich zum oben beschriebenen NFP sind sie aber sehr unsicher. Viele Mädchen, die damit verhütet haben, sind ungewollt schwanger geworden. Das spiegelt sich auch im relativ hohen Pearl-Index von 6 wider. (Mit NFP wird allerhöchstens eine Frau von 100 innerhalb eines Jahres schwanger. Mit Verhütungscomputer sind es 6. Damit ist diese Methode unsicherer als die Verwendung von Kondomen)

Grundsätzlich gibt es Temperaturcomputer und Hormoncomputer. So können die fruchtbaren Tage (ungefähr) mittels Temperatur- oder Hormonmessung (im Urin) ermittelt werden.

Solche Computer gibt es in der Apotheke zu kaufen. Die günstigeren Modelle kosten um die 90 €.

Unserer Meinung nach eignen sich Verhütungscomputer eher für Frauen, die ihre fruchtbaren Tage herausfinden möchten, um schwanger zu werden, als zur Verhütung.

Spermizid

Gele und Zäpfchen, die Spermizid enthalten, werden als chemische Verhütungsmittel bezeichnet. Sie können rezeptfrei in einer Apotheke gekauft werden und kosten rund 10 € pro Tube bzw. Packung.

Sie enthalten eine Substanz, die Samenzellen wirkungsvoll abtötet. Um ihre Wirkung vollständig entfalten zu können, müssen sie mindestens 10 Minuten vor dem Sex eingeführt bzw. aufgetragen werden.

Die Zuverlässigkeit dieser Methode hängt sehr stark vom jeweiligen Produkt ab. Daher schwankt der Pearl-Index zwischen 3 und 21. Das ist eine sehr dramatische Schwankungsbreite, finden wir. Für junge Mädchen, die noch nicht Mutter werden möchten, ist diese Art der Verhütung deshalb wohl nicht die beste Wahl.

Normalerweise wird Spermizid nur in Kombination mit mechanischen Verhütungsmethoden wie dem Diaphragma verwendet.

Was Kondome in gemeinsamer Verwendung mit Spermizid betrifft, muss man sehr vorsichtig sein. Nicht alle Kondomsorten halten dem Spermizid stand. Lies am besten die Packungsbeilage des jeweiligen Kondomherstellers aufmerksam durch.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.
Was bedeutet…

  • Safer-Sex
  • Pearl-Index

2) Welche Vorteile haben mechanische und andere Verhütungsmittel gegenüber hormonellen Methoden?

3) Was ist die symptothermale Methode? Schreibe hier auf, was du dir gemerkt hast.

4) Was sind mechanische Verhütungsmittel?

 

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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