Ausschabung: Gründe, Ablauf und Risiken

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Zu den Quellangaben

Vor zwanzig Jahren galt der Routineeingriff noch als Tabuthema: Heute ist eine Ausschabung etwas, worüber Du Dich als Frau gut informieren kannst. Die Gründe für eine Ausschabung der Gebärmutter können vielfältig sein, die Operation selbst ist unkompliziert.

Hier erfährst Du, welche Gründe für eine solche Operation vorliegen können. Es wird erklärt, wie der Eingriff abläuft und wie Du Dich am besten darauf vorbereitest. Eine Abrasio bedeutet nicht, dass Ärzte die Gebärmutter entfernen.

Vielleicht weißt Du auch nicht genau, wie Du über eine Ausschabung reden sollst? Hier bekommst Du Hintergrundinformationen, die Dir den Umgang mit dem Thema erleichtern.

Kleines Lexikon: Ausschabung, Abrasio, Zervix : Was ist was?

Zum besseren Verständnis Deiner Arztbriefe oder Praxisinformationen sind hier die wichtigsten Begriffe kurz erklärt:

Ausschabung

Die umgangssprachliche Bezeichnung beschreibt einfach das, was geschieht: ein Ausschaben der Gebärmutter. Du kannst das mit dem Auskratzen eines Joghurtbechers vergleichen: Der Becher bleibt danach ja auch intakt.

Abrasio uteri

Der lateinische Begriff kommt von dem Wort abradere, auskratzen. Uteri ist der Name der Gebärmutter.

Kürettage

Dieser etwas veraltete Begriff stammt von der französischen Version curetage, ausschaben, auskratzen.

Zervix uteri

Damit wird der Gebärmutterhals bezeichnet.

Abtreibung

Ein medizinisch durchgeführter Schwangerschaftsabbruch ist eine Ausschabung.

Abort

Dieser Begriff bezeichnet eine Fehlgeburt.

Endometritis

Entzündung der Gebärmutterschleimhaut

Myome

Gutartige Tumore in der Gebärmutter.

Kürette

Löffelartiges Instrument mit scharfen Kanten, dass zur Ausschabung genutzt wird.

Mögliche Ursachen für eine Ausschabung

Auch wenn es ein harmloser Routineeingriff ist – kein Arzt empfiehlt Dir einfach so eine Ausschabung. Es ist ein oft wichtiger Eingriff, um Schlimmeres zu verhindern, oder um eine klare Diagnose zu ermöglichen.

Fehlgeburten oder Absterben des Embryos

Kommt es zu einer Fehlgeburt oder wird bereits in der Frühschwangerschaft der Tod des Embryos festgestellt, muss oft eine Ausschabung erfolgen. In beiden Fällen bleiben Gewebereste in der Gebärmutter zurück, die sich schlimmstenfalls entzünden und zu einer Blutvergiftung führen können.

Diese Reste können Komplikationen verursachen, bei denen es notwendig wird, die Gebärmutter zu entfernen. Manchmal kann eine Ausschabung aber auch durch Medikamentengabe vermieden werden.

Ausschabung nach der Geburt

Wenn Du ein Baby bekommen hast, bleiben oft noch Teile der Plazenta oder der Fruchthülle in der Gebärmutter zurück. Meistens zieht sich die Gebärmutter zusammen und stößt diese Gewebereste aus.

Das Zusammenziehen kann auch durch Medikamente unterstützt werden. In manchen Fällen ist es aber notwendig, eine Abrasio durchzuführen, um die Blutungen zu stoppen. Bei sehr schweren Fällen müssen Ärzte dann eventuell die Gebärmutter entfernen.

Unregelmäßige Regel

Wenn Deine Regelblutung sehr unregelmäßig ist oder Deine Wechseljahre große Komplikationen machen, kann eine Endometritis vorliegen. Bei dieser Entzündung der Gebärmutter kann eine Ausschabung davor schützen, die Gebärmutter zu entfernen.

Myome oder Zyste in der Gebärmutter

Wenn Du eine kleine Zyste in der Gebärmutter hast, ist das meistens vollkommen unbedenklich. Dein Gynäkologe wird sie notieren, ausmessen und beobachten. Verschwindet sie nicht von selbst oder nimmt an Umfang zu, wird eine Ausschabung nötig.

Auch Myome können bei einer Ausschabung entfernt werden. Das sind gutartige Tumore aus den Muskelzellen des Gebärmuttergewebes.

Schwangerschaftsabbruch

Wenn Du eine Schwangerschaft ohne medizinische Indikation beenden möchtest, kannst Du in Deutschland bis zur zwölften Schwangerschaftswoche eine Ausschabung durchführen lassen.

Wie läuft eine Ausschabung ab?

Eine Ausschabung wird unter Vollnarkose durchgeführt – entweder in einer Praxisklinik oder einem Krankenhaus. Der Eingriff erfolgt ambulant, also kannst Du am selben Tag wieder nach Hause.

Vorbereitung

Am Vortag

Lies Dir noch einmal die Informationen durch, die Du zur Anästhesie bekommen hast. Da steht drin, wie lange Du vor dem Eingriff nüchtern sein musst. Meistens ist es so, dass Du am Abend noch etwas essen darfst.

Falls Du Medikamente nimmst, musst Du das Deinem Arzt im Vorgespräch sagen. Manchmal ist es nötig, dass Du am Abend vor der Ausschabung noch ein Medikament nimmst, dass Deine Gebärmutter auf den Eingriff vorbereitet.

Am Morgen vor der OP

Falls Du Raucherin bist – bitte heute nicht rauchen. Alles, was die Narkose beeinflusst, also auch Kaffee oder Beruhigungstropfen, darfst Du jetzt nicht mehr zu Dir nehmen.
Falls Du ein Medikament zur Vorbereitung bekommen hast, blutest Du jetzt vielleicht etwas aus der Scheide.

Das ist normal und nicht schlimm. Bitte benutze dann keinen Tampon, sondern eine Binde. Wenn Du magst, rasiere Dir den Schambereich – andernfalls tun das auch die OP-Assistentinnen für Dich.

Direkt vor dem Eingriff

Hab keine Angst – das ist ein Routineeingriff. Du bekommst ein OP-Hemd an und setzt Dich in den gynäkologischen Stuhl. Deine Beine werden eventuell fixiert – das ist wichtig für Deine Sicherheit.

Der Anästhesist wird Dir eine Blutdruckmanschette anlegen und Deine Sauerstoffsättigung überprüfen. Außerdem bekommst Du einen Zugang gelegt, durch den dann das Narkosemittel injiziert wird. Wenn Du Angst hast, dass Dir man Dir eventuell die Gebärmutter entfernen muss, sag das den Ärzten. Sie können Dir genau erklären, was sie tun möchten.

Die OP

Die Operation selbst dauert nur wenige Minuten – sofern keine Ergebnisse eine weitere OP nötig machen. Ein Spekulum öffnet den Muttermund, damit Dein Gynäkologe bequem arbeiten kann.

Durch die Scheide wird dann mit der Kürette die Gebärmutterschleimhaut von der Gebärmutterwand abgekratzt. Eine Sogschlinge, ähnlich wie der Absauger beim Zahnarzt, saugt das gelöste Gewebe direkt ab.

Hast Du eine Zyste in der Gebärmutter, kann die ebenso entfernt werden. Falls bei einer Ausschabung Tumore in der Gebärmutterwand entdeckt werden, kann es nötig sein, die Gebärmutter zu entfernen, damit der Tumor nicht streut.

Direkt nach der Ausschabung

Du wirst langsam aus der Narkose aufwachen, meistens bist Du dann in einem ruhigen Raum untergebracht und wirst von Arzthelferinnen oder Krankenschwestern überwacht. Vermutlich bist Du durstig und fühlst Dich benommen – das gehört einfach zum Aufwachen dazu.

Viele Frauen fangen nach einer Abrasio an zu weinen oder zittern – auch das ist normal. Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf eine Vollnarkose. Es muss Dir nicht peinlich sein. Du bekommst in den meisten Fällen sofort etwas zu trinken und auch zu essen.

Viele Praxen bieten Kakao und süße Brötchen an – der Zucker gibt Deinem Körper jetzt schnell Energie zurück. Du wirst noch keine Schmerzen haben, weil die Narkose nachwirkt. Wenn Du richtig wach bist, etwas getrunken hast und aufstehen kannst, darfst Du nach einer kurzen Rücksprache mit dem Arzt nach Hause.

Verhalten nach der Ausschabung

Begleitung

Dein Partner, Deine beste Freundin oder ein anderer Lieblingsmensch holen Dich aus der Praxis ab. Du darfst 24 Stunden nach einer Vollnarkose aus Sicherheitsgründen nicht allein sein.

Schmerzen

Viele Frauen beschreiben den Schmerz als starken Regelschmerz. Am Abend nach der Abrasio wirst Du sicher noch eine Schmerztablette nehmen. Sei da keine Heldin – Dein Körper braucht Ruhe, und Schmerzen verhindern, dass Du Dich auf Deine Genesung konzentrieren kannst.

Schonung

Kuschel Dich in Dein Bett oder auf die Couch. Sicherlich blutest Du ab und an noch etwas aus der Scheide – solange das nicht sehr stark ist, ist das kein Grund zur Sorge. Geh sorgsam mit Dir um und behandle Dich gut. Du musst jetzt weder Wäsche waschen noch lange Stehen.

Sport und Sex?

Die erste Woche nach der Ausschabung solltest Du auf beides verzichten.

Nachsorge

Falls bei der Abrasio Komplikationen festgestellt wurden, muss man schlimmstenfalls in einer weiteren OP die Gebärmutter entfernen. Die Art der Weiterbehandlung wird Dein Arzt Dir bei dem Nachsorgetermin erklären.

Risiken und Nebenwirkungen einer Ausschabung

Jede Operation birgt Risiken, auch ein so kleiner Eingriff wie eine Abrasio. Ob Ausschabung oder Gebärmutter entfernen – ein Vollnarkose ist nie risikofrei. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du dem Anästhesisten genau sagst, wie groß und wie schwer Du bist, und welche Medikamente Du regelmäßig einnimmst.

Frauen schummeln ja gerne mal beim Gewicht – hier darf man das nicht tun. Aus den Angaben errechnet der Anästhesist die Dosierung der Narkosemittel. Abgesehen von dem Narkoserisiko bei einer Ausschabung gibt es natürlich noch andere mögliche Komplikationen:

Blutungen

Sie können manchmal eine zweite Ausschabung nötig machen.

Perforation

Durch die Kürette können umliegende Organe verletzt werden.

Infektionen

Manchmal kommt es im Heilungsprozess zu Infektionen – Fieber ist ein Hinweis darauf.

Gebärmutterhalsschwäche

Während einer Abrasio kann das Bindegewebe des Gebärmutterhalses beschädigt werden. Das kann bei späteren Schwangerschaften zu Fehlgeburten führen oder zu Komplikationen während der Geburt.

Veränderte Regelblutung

In seltenen Fällen vernarbt das Gewebe der Gebärmutter nach einer Ausschabung. Diese Vernarbung beeinträchtigt dann den Aufbau neuer Gebärmutterschleimhaut. Ein unregelmäßiger Zyklus bis hin zur Unfruchtbarkeit können die Folge davon sein.

Gebärmutter entfernen

Wenn bei der Ausschabung Myome entfernt wurden, werden die im Labor untersucht. Stellt sich dabei heraus, dass ein gefährlicher Tumor vorliegt, kann eine erneute Kürettage nötig sein. Wenn Du keine Kinder mehr bekommen möchtest, können die Ärzte auch prophylaktisch die Gebärmutter entfernen.

Ausschabung – ein Tabuthema?

Eine Abrasio war vor zwanzig Jahren noch kein alltägliches Gesprächsthema. Auch deshalb wurde der Begriff Kürettage gerne verwendet – das klingt so vornehm-harmlos. Mittlerweile sind die Frauen selbstbewusster geworden – eine Ausschabung ist nichts Ungewöhnliches.

Es ist auch nichts, wofür Du Dich schämen musst. Egal, aus welchem Grund bei Dir eine Ausschabung vorgenommen wird – es ist Deine Privatsache, und es ist nichts, wofür Du Dich rechtfertigen musst.

Es gibt gute Literatur von Frauen, die eine Ausschabung im Rahmen ihrer Kinderwunschzeit machen mussten. Du bist also mit dem Thema nicht allein. Wenn Du Deinem Arbeitgeber erklären möchtest, warum Du 3-7 Tage krankgeschrieben wirst, dann kannst Du „So ein Frauenthema“ sagen.

Oder Du sagst, dass Du eine Ausschabung machen lassen musst, damit man Dir nicht irgendwann die Gebärmutter entfernen muss. Es ist kein Smalltalk-Thema – aber frag mal Deine Freundinnen danach! Du bist bestimmt nicht die Einzige, die sich mit dem Thema auseinandersetzen muss.

Wenn Du Dir unsicher bist, hole Dir ruhig von einem zweiten Gynäkologen eine weitere Meinung. Es ist Dein Körper! Eine Ausschabung ist ein risikoarmer Eingriff, trotzdem hast Du die Angst vor Komplikationen oder dem Schreckgespenst Unfruchtbarkeit. Diese Angst ist natürlich, also sprich ruhig mit Ärzten oder frage andere Frauen nach ihren Erfahrungen.

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