Babyzeichensprache: So kannst Du Dich mit Deinem Baby unterhalten

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Babyzeichensprache ist der Schlüssel zur Kommunikation mit Deinem Kind. Babys brauchen ziemlich lange, bis sie die Mundmotorik wirklich beherrschen. Mit ihren kleinen Händen können sie dagegen schon sehr früh gut umgehen.

Mit etwa vier Monaten greifen sie gezielt, mit sechs Monaten können sie Dinge willentlich bewegen. Warum sollten sich Babys also nicht mit Handzeichen verständigen können? Natürlich solltest Du die Zeichensprache auch lernen.

Denn immerhin willst DuDein Kind verstehen und Dich mit Deinem Kind ausführlich unterhalten.

Neugierig geworden? Wir erklären Dir, was es mit der Zeichensprache auf sich hat, wie Du Babyzeichensprache lernen kannst und warum das Deinem Kind gut tut.

Babyzeichensprache: Was ist das eigentlich?

Dein Kind quietscht, schaut Dich an und streckt seine kleine Faust hoch. Der Daumen zeigt nach oben, die Finger öffnen und schließen sich. Immer wieder.

Langsam kippt der Gesichtsausdruck ins Ungeduldige, Dein Kind fängt an zu schmatzen und zappelt immer mehr. Die Mundwinkel zeigen schon ein bisschen nach unten. Und Du verstehst: Dein Baby hat Hunger, es verlangt nach Milch.

Warum wusstest Du das so schnell? Ganz einfach: Dein Baby hat es Dir in der Babyzeichensprache gesagt.

Babyzeichensprache kannst Du selbst leicht erlernen. Die Handzeichen der Sprache basieren auf der Zeichensprache, die auch stumme und taube Personen nutzen, um sich zu verständigen.

Du ersetzt natürlich nicht alles, was Du sagst, einfach durch die Zeichen. Babyzeichensprache funktioniert parallel zu gesprochener Sprache: Du sagst etwas zu Deinem Kind, und die wichtigsten Wörter zeigst Du auch in der Babyzeichensprache.

Dein Kind wird ab einem Alter von etwa sechs Monaten in der Lage sein, die Zeichen nachzumachen und langsam immer mehr lernen. Täglich wird es seinen „Wortschatz“ erweitern und bald richtige Unterhaltungen mit Dir führen.

Babyzeichensprache ersetzt gesprochene Sprache nicht, sondern ergänzt sie

Du kannst die Babyzeichensprache schon von Geburt an mit Deinem Kind verwenden. Es spricht nichts dagegen, die Zeichen schon so früh einzusetzen. Allerdings solltest Du alle Deine sprachlichen Äußerungen auch wieder mit der Stimme tätigen.

Denn Dein Kind will schließlich irgendwann sprechen lernen. Gesprochene Sprache gehört einfach dazu. Die Babyzeichensprache besteht aus vielen Hauptwörtern, also Substantiven, einigen Wiewörtern (Adjektiven) und vielen Tunwörtern (Verben).

All die kleinen Wörter dazwischen, die Sprache ausmachen, werden in der Regel nicht berücksichtigt.

Damit ist klar: Die Babyzeichensprache kann die gesprochene Sprache nicht ersetzen, weil sie einfach nicht genug Ausdrucksmöglichkeiten bietet.

Babyzeichensprache kann nicht alles ausdrücken, aber viel

Die Zeichensprache wird in Deiner Kommunikation mit Deinem Kind immer nur einzelne Wörter ergänzen. Wie genau die Handzeichen funktionieren, macht ein Beispiel deutlich.

Stell Dir vor, Dein Kind fühlt sich unwohl, strampelt, gibt Laute des Unmuts von sich. Noch bevor es wirklich anfängt zu weinen, willst Du wissen, w as los ist. Du fragst: Willst Du Milch? Dabei schaust Du Dein Kind direkt an und stehst so da, dass es Dein Gesicht und Deine Hände sehen kann.

Das Wort „Milch“ zeigst Du beim Sprechen auch mit Babyzeichensprache: Du hältst Deine Faust geschlossen vor Dein Gesicht, der Daumen zeigt nach oben. Dann öffnest Du die Finger und schließt sie wieder, mehrmals hintereinander.

Das ist das Handzeichen für Milch. Wenn Dein Baby tatsächlich gestillt werden oder eine Flasche trinken will, wird es begeistert zappeln und die Geste mit seinen kleinen Händchen wiederholen.

Zeigt es diese Zustimmung nicht, hat der Unmut andere Gründe.

Du kannst weiter fragen: Willst Du eine frische Windel? Beim Wort „Windel“ schlägst Du erst die geöffnete rechte, dann die linke Hand flach auf Deinen Schritt und lässt die Hände da liegen.

Dein Kind wird Dir nun entweder mit der Wiederholung der Geste bekunden, dass es gewickelt werden will, oder Du fragst weiter.

Ganze Unterhaltungen mit Deinem Kind

Die Babyzeichensprache ist aber nicht nur für die wichtigen hygienischen Bedürfnisse da. Tatsächlich kann die Sprache sehr viel mehr leisten. Viele Dinge, die im Alltag Deines Kindes eine Rolle spielen, kannst Du mit den Zeichen benennen.

Es gibt Handzeichen für „Haus“, für „Buch“, für „Puppe“, für „Auto“, „Baum“, „Regenbogen“, „Fisch“, „Hund“ und mehr.

Dein Kind wird bei einem Spaziergang durch die Stadt gerne mit Dir über die Dinge „sprechen“, die es sieht – die Zeichensprache gibt ihm die Möglichkeit dazu, noch bevor es sprechen kann.

Sprache ist schwer – mit Babyzeichensprache wird es einfacher

Man geht heute davon aus, dass schon Neugeborene aus dem Tonfall einer Stimme Tendenzen ablesen können. Sie entnehmen der Stimmlage Informationen wie die Gemütslage des Sprechers oder der Sprecherin.

Und sie lernen schnell. Schon mit vier Monaten verstehen die Kinder vieles, was ihre Bezugspersonen zu ihnen sagen. Sie bringen die gesprochene Sprache mit ihrer Erlebniswelt in Verbindung.

Dabei verstehen die Kinder noch nicht jedes Wort. Denn wenn wir sprechen, machen wir keine klaren Wortgrenzen. Kinder müssen dem „Sprachbrei“ also die wenigen für sie wirklich relevanten Informationen entnehmen.

Dass die Kinder schon so früh Sprache verstehen, konnte in Verhaltensstudien nachgewiesen werden.

Sprache verstehen und selbst sprechen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Mit dem Verständnis von Sprache sind erst einmal nur die Gehirnregionen beschäftigt, die für das Hören und das Verständnis des Gehörten zuständig sind.

Will man selbst sprechen muss man seine Gedanken in Laute umsetzen, diese Laute über die Sprechmotorik bilden und sich über das Gehör rückversichern, dass auch alles so klang, wie man es wollte.

Das ist sehr viel komplexer, und vor allem die Sprechmotorik ist es. Denn am Sprechen sind die Lungen beteiligt, die Luft in genau der richtigen Menge in den Kehlkopf entlassen müssen.

Die Stimmritze ist beteiligt, der gesamte Mundraum, die Lippen, die Zunge und sogar die Zähne werden benötigt. Das sind sehr, sehr viele Muskeln, die nicht nur selbst etwas tun, sondern sich auch untereinander koordinieren müssen.

Die Muskulatur wird über Nervenbahnen gesteuert, die nicht von Geburt an angelegt sind. Die Nervenzellen wachsen erst in den ersten Lebensjahren Deines Babys.

Die Verbindungen zwischen jedem einzelnen kleinen Muskel bis ins Gehirn und dort zwischen den verschiedenen Regionen werden langsam aufgebaut. Und wenn die Nerven erst einmal da sind, kann man sie nun auch nicht automatisch gleich bewusst steuern.

Das muss ebenfalls erst gelernt werden. Daher ist völlig klar, dass Kinder im Alter von einem Jahr vielleicht zaghaft die ersten Wörter formen, aber eben noch nicht wirklich sprechen können.

Die Handmotorik ist dagegen schon früh angelegt: Ab einem Alter von vier Monaten greift Dein Kind, mit sechs Monaten kann es gezielt Dinge anfassen und bewegen. Dann ist es bereit, die Zeichensprache zu erlernen.

Ein Handzeichen nach dem anderen

Auch wenn Dein Kind vielleicht schon seit einigen Monaten von Dir Zeichensprache gezeigt bekommt, wird es nicht plötzlich wild gestikulieren. Dein Kind lernt ein Zeichen nach dem anderen.

Und welches Zeichen ihm am wichtigsten ist, entscheidet es selbst. Lass Deinem Kind Zeit. Wenn Du es unterstützen willst, ein neues Handzeichen zu lernen, benutzt Du selbst es für ein paar Tage besonders oft.

Du kannst davon ausgehen, dass sich Dein Kind auf jeden Fall für die Babyzeichensprache interessiert. Denn die Zeichensprache gibt ihm ein wichtiges Werkzeug, sich verständlich zu machen.

Und natürlich werden Großeltern, Babysitter und das Personal der Kindertagesstätten auch für die zusätzlichen Verständigungsmöglichkeiten dankbar sein.

Übrigens helfen praktische Apps und Bücher dabei, die Zeichensprache für Zwerge, Zwergensprache oder Babyzeichensprache zu erlernen.

Begründet wurde die Bewegung von Vivian König, die inzwischen einige deutschsprachige Bücher zum Thema zusammengestellt hat.

Vivian König erklärt in der Literatur, warum Kinder schon so früh Babyzeichensprache lernen können (auch wenn sie noch nicht wirklich sprechen), wie Eltern die Zeichen im Alltag anwenden und wofür das alles gut ist.

Die App regt mit Videos, Bildern und Spielen dazu an, sich ausgiebig mit dem Kind und den Handzeichen zu beschäftigen. Einzelne „Wörter“ in Zeichensprache können über einen QR-Code aufgerufen und so sehr schnell genutzt werden.

Das funktioniert auch, wenn Du irgendwann mal feststellst, dass Du Dich mit Deinem Kind unterhalten willst, aber das passende Handzeichen gerade nicht kennst.

Babyzeichensprache: Die Kritik

So praktisch die Babyzeichensprache auf den ersten Blick erscheint, so sehr wird sie seit einigen Jahren kritisiert. Was die Verständigung zwischen Eltern und Kindern fördern soll, die Beziehung stärken soll, ist nicht wirklich durch Studien belegt.

Wenn Du auf die positiven Effekte der Babyzeichensprache baust, bist Du auf Erfahrungswerte angewiesen. Die Babyzeichensprache kommt aus den USA und wird dort in Kursen für Eltern und Kind über Baby-Singing vermittelt.

Die Kurse sind mit Kosten, Terminen und Leistungsdruck für die Eltern verbunden. Als Frühförden-Konzept wird es in Deutschland genauso kritisch wahrgenommen wie Early-English-Kurse für Babys ab Drei Monate oder Mathestunden für Kleinkinder.

Tatsächlich sind die Baby-Singing-Kurse also nur ein weiteres Angebot neben Babyturnen, PEKiP, Babyschwimmen, Babymassage und anderem. Es geht darum, das Kind möglichst früh umfassend zu fördern und damit wettbewerbsreif zu machen, so die Kritik.

Aber sind Babyzeichensprache und Handzeichen für die einfachere Kommunikation wirklich nur eine Masche, um Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen? Ganz einig sind sich die Experten nicht.

Sicher ist aber: Gehst Du mit Deinem Baby zu so einem Kurs und wendest die Zeichen ansonsten nicht an, werdet Ihr beide wenig lernen und im Alltag auch wenig Nutzen davon haben.

Auch wenn es noch keine gesicherten Forschungsergebnisse gibt, sind sich Experten einig: Das spielerische Erlernen einer Zeichensprache im Alltag fördert die Gehirnentwicklung der Kinder und sorgt für mehr Zufriedenheit.

Die Zeichensprache kann eingesetzt werden, um Handeln und Sprache zu verknüpfen und so Deinem Kind bei der Sprachentwicklung zu helfen. Insbesondere Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, profitieren von den Handzeichen.

Denn die verbinden sozusagen die Sprachen: Der „Hase“ wird genauso mit zwei Händen als Hasenohren hinter dem Kopf dargestellt wie „rabbit“, „konijn“ und „lièvre“. Hinweise darauf hat man bereits gefunden, umfassende wissenschaftliche Studien fehlen.

Es gibt also auch keine Studien, die negative Effekte oder komplette Sinnlosigkeit der Babyzeichensprache nachweisen würden.

Quellen:

https://www.hebammenblog.de/babyzeichensprache/

https://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/babyzeichensprache-zwischen-foerderwahn-und-elternglueck-3745740.html

https://www.baby-handzeichen.de

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