Bonding: Tipps für eine gute Eltern-Kind-Beziehung

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Die Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind ist sehr eng. Sie hat sich bereits während der Schwangerschaft entwickelt. Aber ganz wichtig ist eine Intensivierung des Verhältnisses zwischen Dir und Deinem Baby direkt nach der Geburt. In diesen ersten Stunden nach der Geburt wird über das sogenannte Bonding Eure künftige Beziehung festgelegt.

Aber was genau passiert in dieser Situation eigentlich?

Was ist Bonding und warum ist Baby Bonding so wichtig?

Wenn nach der Geburt das Baby nackt auf Deine Brust gelegt wird und erst einmal dort bleiben darf, soll das dem Bonding dienen. Bis zu zwei Stunden dürft Ihr beiden diese Nähe genießen, und das solltest Du nach der Geburt auch im Krankenhaus oder im Geburtshaus einfordern, sagen Fachleute.

Warum ist Baby Bonding so wichtig? Warum hat Bonding eine solche Bedeutung? Bonding passiert eigentlich über einen langen Zeitraum und nicht nur in den ersten Stunden nach der Geburt. Bonding ist ein englischer Begriff, ins Deutsche könnte man ihn etwa mit Verbindung oder Bindung übersetzen.

In den meisten Krankenhäusern weiß man heute, wie wichtig das Baby Bonding ist. Das wird nach der Geburt unterstützt: Das Kind wird Dir auf die nackte Haut gelegt. Das passiert in der Regel direkt nach der Geburt.

So kann Dein Baby Deine Herztöne hören, Deinen Geruch wahrnehmen und Deine Stimme hören. Deine Stimme wird es erkennen, denn die hat es schon in Deinem Bauch gehört. Dein Baby wird gleich seinen Mund bewegen und saugende Bewegungen machen. Es sucht Deine Brust.

Die meisten Kinder sind dann recht zielstrebig und bewegen sich instinktiv in die richtige Richtung. Auf das Stillen wirkt es sich positiv aus, wenn Du Dein Kind jetzt gleich anlegst und natürlich auch auf das Bonding. Allerdings wollen die meisten Kinder so schnell nach der Geburt gar nicht trinken.

Wenn ihre Lippen die Brustwarzen der Mutter berühren, reicht das. Erst nach einer halben Stunde oder etwas mehr trinken die Kinder wirklich. Davor ist etwas anderes wichtiger: Dein Kind sucht Dein Gesicht.

Es versucht, Deine Augen wahrzunehmen. Es wird seine Hände an Deine Haut drücken und darüber streichen. Und es wird versuchen, Deinen Geruch mit dem Mund wahrzunehmen.

Baby Bonding ist wichtig – für Vater und Mutter gleichermaßen

Übrigens schaffen es viele Neugeborene tatsächlich, sich vom Bauch der Mutter aus nach oben zur Brust zu bewegen. Sie machen Bewegungen, die an eine Mischung aus Robben und Liegestütz erinnern. Das ist anstrengend, und die Kinder müssen viele Pausen einlegen. Aber sie kommen so tatsächlich voran.

Die Bedeutung des Bonding ist aber nicht nur zwischen Mutter und Kind so groß – auch der Vater sollte einbezogen werden. In den meisten Geburtssälen werden die Eltern daher für einige Zeit mit ihrem Kind alleine gelassen. Sie haben dann Zeit, ihr Kind zu bestaunen und sich kennen zu lernen.

Denn Baden, Anziehen und vielleicht sogar Nähen von Geburtsverletzungen sind erst einmal nicht so wichtig. Das kann alles später passieren. Für Eltern und Kind sind diese ersten Minuten und Stunden kostbar, sie werden sich an diese Zeit später immer erinnern.

Bonding passiert nicht nur in den ersten Stunden

So wichtig das Baby Bonding in den ersten Stunden nach der Geburt ist – es passiert nicht nur dann. Bonding kann auch zwischen Adoptiveltern und ihrem Kind passieren. Dabei sind Adoptiveltern bei der Geburt des Kindes grundsätzlich nicht dabei. Was ist Bonding also, wenn es nichts allein mit der Biologie zu tun hat? Allgemein kann man Bonding mit einer Verliebtheit beschreiben.

Die unbedingte Nähe zwischen Mutter und Kind, das bedingungslose Vertrauen der beiden zueinander und das Gefühl, einander nahe sein zu müssen, umschreibt Bonding ganz gut. Und damit ist auch die Bonding Bedeutung klar: Diese Menschen gehören zusammen und sind füreinander da.

Bei einer termingerechten und natürlichen Geburt steht dem Bonding nach der Geburt nichts im Weg. Aber was ist mit Babys, die zu früh geboren wurden und in den Inkubator müssen? Was ist mit Kindern, die mit einem Kaiserschnitt geboren wurden, mit adoptierten Kindern oder mit Babys, die gleich auf die Intensivstation gebracht werden müssen?

Auch in diesen Fällen ist Baby Bonding möglich. Denn Frühchen beispielsweise werden beim Känguruhen mehrere Stunden täglich auf die Brust von Vater oder Mutter gelegt und können dort eine intensive Beziehung über die Nähe aufbauen.

Auch bei intensivmedizinisch behandelten Kindern achtet man heutzutage in den Krankenhäusern darauf, dass die Nähe zu den Eltern oder zumindest zur Mutter möglich ist. Bei einem Kaiserschnitt wird Dir Dein Baby auch gleich auf die Brust gelegt. Du kannst es im Arm halten und liebkosen, noch bevor Deine Wunden vernäht sind.

Was haben Kängurus mit Baby Bonding zu tun?

Als Känguruhen bezeichnet man es, wenn frühgeborene Kinder in einer entspannten Umgebung auf der nackten Brust von Vater oder Mutter gelegt werden. Die Kinder nehmen dort die Atmung und den Herzschlag ihrer Eltern wahr. Sie spüren die Körperwärme der Erwachsenen und riechen deren Körpergeruch. Diese Nähe erzeugt positive Gefühle.

Und diese wiederum wirken sich positiv auf den Gesundheitszustand frühgeborener Babys aus. Was ist Bonding? Diese Frage ist letzten Endes nicht geklärt. Denn niemand weiß bis heute so genau, warum Frühchen, die Känguruhen dürfen, schneller an Gewicht zunehmen. Auch die Atmung der Kinder entwickelt sich besser.

Intensive Muttergefühle entwickeln sich nicht immer sofort

Die meisten Mütter entwickeln direkt nach der Geburt sehr intensive Gefühle für ihr Baby. Bonding ist dann überhaupt kein Problem: Es passiert in den ersten Stunden nach der Geburt automatisch.

Es kann aber auch sein, dass Frauen nach der Geburt sehr erschöpft sind. Dann benötigen sie etwas Zeit, um diese intensive Nähe zu ihrem Kind aufzubauen. Bonding ist ein Prozess, der sich im Laufe der Zeit abspielt.

Es ist nie richtig abgeschlossen. Und damit ist klar: Jedesmal, wenn Du Dein Baby beruhigst, wenn es Dich anlächelt, wenn Ihr Euch nahe seid, passiert Bonding. Und das passiert auch noch, wenn Dein Kind schon im Kindergarten oder in der Grundschule ist.

Die Beziehung zu Deinem Kind wird sich immer wieder verändern, sie wird wachsen und mit der Zeit intensiver werden. Aber im Grunde genommen beginnt Bonding mit der Geburt.

Eine Ausnahme sind Mütter, die nach der Geburt von einer postnatalen Depression betroffen sind. Das ist eine Krankheit, die Bonding sehr erschwert und unbedingt behandelt werden muss. Je früher die Depression erkannt wird, desto besser ist das für Dich und für Dein Baby. Denn eine enge Verbindung zu Deinem Kind kannst Du nur aufbauen, wenn Du die Depression überwindest.

Bonding hat eine große Bedeutung für Babys

Wie wichtig diese frühe Bindung zwischen Mutter und Kind ist, zeigt der Vergleich zwischen Kindern, die intensives Bonding genießen konnten und solchen, die dieses Glück nicht hatten. Babys, die den engen Hautkontakt zu ihrer Mutter nach der Geburt hatten, weinen in den ersten 90 Minuten nach der Geburt nur sehr, sehr wenig. Erst dann, wenn sie warm eingepackt ein Bett gelegt werden, weinen die Kinder.

Laut Kinderärzten tun sie das etwa alle fünf Minuten, und zwar jeweils für etwa 20 Sekunden bis 40 Sekunden. Kinder, die eine Bindung zu ihren Eltern oder Bezugspersonen schon früh im Leben aufbauen konnten, ruhen eher in sich und sind ruhiger.

Diese Kinder können mit anderen Menschen später eine sehr gute Beziehung aufbauen und sind mit sich selbst zufrieden. Denn diese Bindung zwischen Deinem Baby und Dir ist der sichere Hafen, von dem aus Dein Kind die Welt selbständig erkunden kann. Was ist Bonding?

Es ist die wichtigste Voraussetzung für das Urvertrauen, das Vertrauen in das Gute in der Welt. Sicher gebundene Babys erkennt man daran, dass sie ein größeres Selbstbewusst sein haben und ihre Umgebung ohne größere Ängste erkunden. Neugier dominiert gegenüber der Angst vor Neuem.

Manche Kinder haben bei der Geburt nicht die Chance, sich fest zu binden. Die Schweizer Hebamme Brigitte Meissner hat eine Idee entwickelt, die auch später noch für Bonding sorgen kann.

Wenn Mutter und Kind eine traumatische Geburt hinter sich haben, kann das sogenannte Bondingbad noch nach Wochen die Verbindung zwischen Mutter und Kind herstellen. Für das Bondingbad wird das Baby in warmem Wasser gebadet. Anschließend wird es der Mutter nackt und noch feucht auf die nackte Brust gelegt. Das soll die Situation direkt nach der Geburt nachstellen.

Warme Decken sorgen dafür, dass Mutter und Kind in dieser Situation viel Zeit für sich haben und auf keinen Fall frieren. Bei Bedarf können Badezusätze Bachblüten (sogenannte Resche-Tropfen) und/oder Wildrosenöl dem Baby gut tun dabei helfen, die seelischen Verletzungen von der Geburt aufzulösen.

Viele Mütter weinen beim Bondingbad, wurde festgestellt. Das ist offenbar ein sehr emotionaler Moment. Daher empfiehlt die Hebamme auch, dass eine Vertrauensperson anwesend ist. Auch manche Babys weinen in dieser Situation.

In der Regel beruhigen sie sich an der Brust. Andere Kinder schlafen jedoch einfach selig ein. Das Bondingbad wird auch bei Stillproblemen empfohlen, denn durch den dabei auftretenden Brustsuch-Reflex können die Kinder das richtige Saugen noch einmal üben.

Was ist der Brusttuch-Reflex? So wird der Reflex bezeichnet, der Neugeborene direkt nach der Geburt automatisch nach der Brust der Mutter suchen lässt. Das Bondingbad wird mehrmals wiederholt.

Quellen

https://www.familienleben.ch/schwangerschaft/geburt/bonding-nach-der-geburt-so-gelingt-ein-guter-start-2850

https://www.eltern-kind-bindung.net/eltern/nach-der-geburt/bonding/

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