Borreliose – Symptome erkennen, behandeln und vorbeugen

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Du und Dein Kind seid vom Ausflug in den Wald zurückgekommen. Du hast eine Zecke entdeckt und weißt nicht genau worauf du jetzt achten musst? Wir können Dir helfen und haben hier die Antwort auf Deine Fragen: Wie erkennst Du eine Borreliose? Wie lässt Du sie behandeln? Wie kannst Du Dein Kind schützen?

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Zecken übertragen wird. Das eindeutigste Anzeichen einer Borreliose ist die Wanderröte. Sie dient als Frühzeichen der Erkennung. Wird sie beobachtet, ist es nötig, sich ärztlich behandeln zu lassen. Bemerkst Du bei Deinem Kind eine Zecke, ist es jedoch kein Grund zur Panik. Nicht jede Übertragung bedeutet auch eine Ansteckung.

Was ist Borreliose?

Der Begriff Borreliose ist ein Überbegriff einer Gruppe bakterieller Krankheiten. Ausgelöst wird sie von spiralförmigen Bakterien – den Borrelien. Überträger dieser Bakterien sind im Allgemeinen blutsaugende Insekten. In unserer Region bedeutet das, dass die häufigste Übertragung durch eine Zecke stattfindet. Deshalb ist es wichtig, Dein Kind nach dem Spielen im Freien gründlich nach ihnen abzusuchen.

Welche Symptome entstehen bei Erkrankten?

Die Symptome einer Erkrankung an Borreliose sind vielfältig und je nach Stadium der Ausbreitung unterschiedlich. Viele Infektionen einer Borreliose werden nicht bemerkt, weil keinerlei Symptome auftreten.

In circa 90 % der Fälle ist es so, dass sich die Stelle des Einstichs der Zecke rötet und langsam größer wird. In der Medizin wird in diesem Fall von einer Wanderröte oder auch vom Erythema migrans gesprochen. Sie ist ein Frühzeichen der Erkrankung. Diese entwickelt sich zwischen drei und dreißig Tagen nach dem Stich im Bereich des Zeckenstichs. Sie kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten wie beispielsweise den Beinen oder im Bereich des Kopfes.

Häufig wird die Wanderröte von grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen begleitet. In einzelnen Fällen, aber dann überwiegend bei Kindern entstehen Hautveränderungen in Form von knötchenartigen bläulich-roten Schwellungen. Diese treten häufig an den Brustwarzen, am Ohr oder im Genitalbereich auf.

Die häufigste Art der Borreliose beim Menschen ist die Lyme-Borreliose. Sie wird auch Lyme-Krankheit genannt. Die Krankheit kann verschiedene Organe betreffen. Beispielsweise die Haut, die Gelenke oder das Nervensystem.

Breiten sich die Borreliose-Bakterien auf das Hirn oder die Nerven aus, spricht man von einer Neuroborreliose. Dies geschieht bei etwa drei von 100 erkrankten Personen. Beschwerden dieser Art von Borreliose zeigen sich meistens wenige Wochen bis Monate nach dem Stich einer Zecke. Mögliche Symptome sind brennende Nervenschmerzen und Lähmungen im Bereich des Gesichts. Bei Kindern kommt es möglicherweise zu einer nicht eitrigen Hirnhautentzündung, die von Kopfschmerzen oder Gesichtslähmungen begleitet sein kann.

Wie wird Borreliose diagnostiziert und behandelt?

Beobachtest Du Tage oder Wochen nach dem Stich einer Zecke eine Rötung der Einstichstelle oder grippeähnliche Symptome, solltest Du mit Deinem Schatz zum Arzt gehen. Ein Borreliose-Schnelltest ist nicht zu empfehlen, weil er nicht zuverlässig eine Infektion bestätigt.

Am leichtesten lässt sich eine Borreliose durch die Wanderröte diagnostizieren. Lässt sich diese beobachten und erinnerst Du Dich an die Einstichstelle, kann diese vom Arzt mit Antibiotika behandelt werden. Ein Bluttest im Labor ist dann nicht erforderlich, weil sich eine Infektion in einem frühen Stadium damit nicht sicher nachweisen lässt.

Die frühe Behandlung mit Antibiotika sorgt in den meisten Fällen dafür, dass der Patient sich schnell und vollständig von der Borreliose erholt. Die Therapie kann schwerere Verläufe der Krankheit verhindern. Um sicherzugehen, dass die Borrelien wirklich vollständig unschädlich gemacht werden, ist es nötig die vom Arzt verschriebenen Antibiotika bis zum Ende einzunehmen.

Theoretisch können frühe Formen der Borreliose auch ohne Antibiotika auskuriert werden. Es entsteht jedoch ein höheres Risiko schwerer Folgeerkrankungen. Ohne eine Behandlung wäre es möglich, dass die Bakterien lange im Körper überleben und Monate oder Jahre später für Beschwerden sorgen.

 Je nach Erkrankung und verschriebenen Antibiotika kann eine 10- bis 30-tägige Behandlung auch bei später Borreliose eine Heilung erzielen. Von längeren Therapien raten Experten allerdings ab.

 Eine vorbeugende Einnahme von Antibiotika nach einem Zeckenstich wird nicht empfohlen. Nach einer überstandenen Borreliose ist man nicht immun gegen eine erneute Infektion. Während es bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis einen Impfstoff zur Vorbeugung gibt, ist dies bei der Borreliose nicht der Fall

Wie kannst du dein Kind schützen?

Jetzt bleibt die Frage, wie Du Deine Familie und Dich am besten vor Borreliose schützen kannst. Am sichersten ist es, Zeckenstiche komplett zu vermeiden. Am besten ist es daher bei Spaziergängen und Abenteuern im Wald und auf Wiesen geschlossene Schuhe und lange Hosen und Shirts zu tragen, wenn das die Temperaturen zulassen. Auch helle Kleidung ist sinnvoll, weil krabbelnde Zecken darauf am besten zu erkennen sind.

Zeckenabweisende Mittel sind eine weitere Möglichkeit der Vorbeugung. Wichtig ist es jedoch, die Angaben der Hersteller zu beachten. Außerdem ist die Wirkung auf eine gewisse Zeit begrenzt und kein Mittel kann einen vollständigen Schutz garantieren.

Vorbeugung ist natürlich gut und wichtig. Dennoch solltest Du nach jedem Ausflug in die Natur den Körper Deines Kindes und natürlich auch den eigenen sorgfältig nach Zecken absuchen. Besonders gerne setzen sich Zecken an warme und weiche Regionen auf der Haut. Deshalb solltest Du besonderes auf die Bereiche der Kniekehlen, den Leisten, unterhalb der Achseln, an den Ohren, am Kopf und im Bereich der Haare achten.

Solltest Du eine Zecke entdecken, ist es kein Grund in Panik zu verfallen. Bis zu einem Drittel der in Deutschland vorkommenden Zecken tragen Borrelien in sich. Doch nicht jeder Stich einer befallenen Zecke sorgt für eine Ansteckung.

Wichtig ist, dass die Zecke so früh wie möglich entdeckt und entfernt wird. Denn je länger eine Zecke saugt, desto größer ist das Risiko einer Übertragung. Das Risiko eine Infektion zu bekommen steigt nach circa 12 Stunden. In Deutschland führt nur ein Stich von 100 dazu, dass eine Borreliose entsteht. Erkrankte Personen sind nicht ansteckend.

Die Entfernung der Zecke geschieht am besten mit einer Pinzette oder einem speziellen Werkzeug wie einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Sollte kein Hilfsmittel vorhanden sein, ist es trotzdem am besten die Zecke möglichst schnell zu entfernen. Dann können zum Beispiel die Fingernägel verwendet werden. Wichtig ist es, die Zecke an der Hautoberfläche und an ihren Mundwerkzeugen zu greifen. Nicht vollgesogenen Körper! Am besten wird sie langsam und möglichst gerade aus der Haut gezogen.

Natürlich kann Borreliose eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit Deines Kindes sein. Die Folge sollte aber nicht sein, dass Du Angst davor bekommst, Dein Kind in der Natur die Welt entdecken zu lassen. Passende Kleidung, sorgfältiges Suchen nach Zecken nach dem Abenteuer auf Wiesen und im Wald und im Zweifel ein frühzeitiger Besuch beim Arzt sind eine gute Kombination, um Abenteuer auch weiterhin zu ermöglichen.  

FAQ zur Borreliose

Quellen

Amelung, C. R. (2009). Kleine Zecken – große Beschwerden! Borreliose in der Praxis beim Landarzt: Erfahrungen, Fallbeispiele, Perspektiven. Amelung Verlag.

https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/borreliose.html

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