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Kinder im Kindergarten



Kinder im Kindergarten

Ob Kindertagesstätte, Kinderkrippe oder Montessori Kindergarten: ab einem bestimmten Alter ist es für Kinder Zeit in eine betreute Gruppe mit anderen Kindern zu gehen. Die Zeit für Kinder im Kindergarten beginnt meist ab einem Alter von drei Jahren. Wenn die Kleinen das erste Mal mit ihrem voll gepackten Kinderrucksack an Mamas Hand in Richtung Kindergarten spazieren, mischt sich Stolz mit einer großen Portion Angst und Aufregung.

Gefühle von Kindern vor dem Kindergarten

"Was ist, wenn die anderen Kinder im Kindergarten mich nicht mögen?" "Habe ich auch wirklich alles in meinen Kindergartenrucksack gepackt?" Solche Gedanken quälen die Kleinen am ersten Tag im Kindergarten. Der Kindergartenbesuch ist für viele Kinder mit sehr viel Aufregung und Ängsten verbunden.

Nach einem erfolgreichen Tag ohne Mama sind die Kleinen aber meist stolz und haben ein kleines Stück Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein gewonnen. Um den Kindern die Angst im Vorhinein zu nehmen, gibt es ein paar Möglichkeiten sie auf den Kindergartenbesuch vorzubereiten. Natürlich ticken alle Kinder anders: Manche fühlen sich schon am ersten Tag im Kindergarten pudelwohl, andere Kinder kämpfen wochenlang mit Heimweh. Entscheiden Sie also selbst, welches für ihr Kind persönlich der beste Weg ist.

Vorbereitung auf den Kindergarten: Erzählen

Eltern sollten ihren Kindern vorher von dem Kindergarten erzählen und ihnen genau erklären, was sie erwartet. Hierbei können Eltern erwähnen, dass die Kinder im Kindergarten neue Freunde finden können und erste Kontakte knüpfen werden. Mit diesen Freunden können die Kinder dann gemeinsam spielen und Spaß haben, deswegen ist es auch nicht so schlimm, dass die Mama nicht dabei ist.

Sprechen Sie mit den Kindern auch über deren Gefühle. Eltern sollten ihre Kinder fragen, was die Kinder vom Kindergarten erwarten und, ob sie sich darauf freuen. Gemeinsam mit den Eltern über ihre Gefühle zu sprechen, nimmt den Kleinen oft die Angst.

Erste Erfahrung: Tag der offenen Tür

Damit sich die Kinder akklimatisieren können, bieten viele Kindergärten Schnuppertage oder einen Tag der offenen Tür an. Hier können die Kinder sich schon mal mit den Eltern gemeinsam mit der neuen Umgebung vertraut machen und entwickeln möglicherweise sogar Vorfreude auf den Kindergarten. Vielleicht können die Kids ja sogar Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen und knüpfen so erste Freundschaften.

Realistische Schilderungen vom KiGa

Wichtig ist auch, dass Eltern den Kindergarten nicht idyllisieren, sondern den Kleinen einen realistischen Einblick geben. Erklären Sie den Kindern zum Beispiel, dass im KiGa auch kleine Aufgaben und Verantwortung auf sie warten.

Dazu gehört auch, dass die Kinder von Anfang an wissen, dass sie im Kindergarten ohne ihre Familie sind. Erzählen Sie den Kindern wie selbstständig und groß sie schon sein, dass sie den Vormittag ohne Geschwister und Mama und Papa verbringen könnten. Das macht die Kleinen stolz und gibt ihnen Mut.

Vorher Kontakte knüpfen

Vielleicht kennen Sie ja Kinder in Ihrer Straße, die im selben Alter wie ihre Kinder sind und auch bald in den Kindergarten kommen. Machen Sie die beiden Kinder doch mal miteinander bekannt. Es hilft den Kleinen schon vorher Kontakte zu knüpfen, dann fällt es leichter im Kindergarten weitere Freunde zu finden.

Kinder mit Gruppen vertraut machen

Viele Kinder finden es hilfreich vor dem Kindergarten schon einmal Zeit in einer größeren Gruppe oder sogar ohne ihre Mama verbracht zu haben. So werden die Kinder nicht direkt "ins kalte Wasser geschmissen", sondern lernen vorher, wie man sich in einer Gruppe verhält und, dass man auch ohne die Mama Spaß haben kann.

Ideen hierfür sind eine Kindergrippe, die Krabbelgruppe, Treffen mit Freunden der Eltern oder eine Spielgruppe für jüngere Kinder. Auch hier sollten aber alle Eltern individuell entscheiden, ob das für ihre Kinder und sie der richtige Weg ist. Viele Kinder und Eltern genießen die gemeinsame Zeit der Familie vor dem Kindergarten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Besuch des Kindergartens?

Genau kann man diese Frage nicht beantworten, das muss jede Familie individuelll entscheiden. Allerdings gibt es ein paar Kriterien anhand derer man entscheiden kann, ob das Kind bereit für den Kindergarten ist.

Sprachfähigkeit

Ist Ihr Kind in der Lage einigermaßen sinnvolle Sätze zu bilden und kann formulieren, was es will? Dann ist es wahrscheinlicher, dass das Kind sich traut im Kindergarten mit anderen Kindern zu kommunizieren und neue Kontakte zu knüpfen. Perfekte grammatikalische Sätze bilden, können allerdings die meisten Kinder im Alter von 4 Jahren noch nicht.

Selbstständigkeit

Im Kindergarten ist das Kind zum ersten Mal auf sich allein gestellt. Zwar ist da noch die Erzieherin oder der Erzieher, die genau Acht geben und sich um Ihr Kind kümmern. Allerdings sind die Erzieherinnen und Erzieher nicht nur für ein einzelnes Kind verantwortlich. Im Kindergarten ist es deswegen von Vorteil, wenn Ihr Kind sich alleine schon gut  zurechtfinden kann und sich möglicherweise sogar traut, selbst auf neue Leute zu zugehen.

Diese Selbstständigkeit können Kinder lernen, indem sie die Freizeit nicht nur mit der Familie bringen, sondern sich auch mal alleine beschäftigen und etwas alleine schaffen, zum Beispiel ein eigenes Bild malen.

Natürlich ist der Kindergarten auch ein guter Ort, um diese Selbstständigkeit überhaupt erst zu entwickeln. Mit drei oder vier Jahren hat ihr Kind noch genug Zeit Selbstständigkeit zu entwickeln. Machen Sie sich als Eltern also keine Sorgen, wenn dem vor dem Kindergarten noch nicht so sein sollte.

Neugier

Außerdem ist es von Vorteil, wenn Ihr Kind neugierig ist und Lust hat neue Dinge und Spiele zu entdecken. So ist alles Unbekannte, wie auch der Kindergarten, erstmal etwas Aufregendes und Spannendes, was es zu entdecken gilt. Ihr Kind freut sich so, die Erzieher, die neuen Spiele und die anderen Kinder kennenzulernen.

Muss mein Kind trocken sein?

Keine Windeln sind ein Wunsch, aber kein Muss. Für beinahe jedes Kind ist es jedoch unangenehm von einem Erzieher oder einer Erzieherin gewickelt zu werden, vor allem, weil die meisten Kindergärten keinen extra Raum zum Wickeln haben, und Ihr Kind so vor allen anderen Kindern von der Erzieherin oder dem Erzieher gewickelt werden muss.

Dies kann aber auch eine tolle Möglichkeit sein, einen kleinen Toilettenverweigerer endlich von den Windeln zu befreien. Sie sollten also nicht darauf hinarbeiten, Ihr Kind erst in den Kindergarten zu geben, wenn es keine Windeln mehr benötigt.

Was gehört in den Kindergartenrucksack?

Kindergartenrucksack packen als Vorbereitung für Ihr Kind

Der erste Tag im Kindergarten und die Tage vor dem Besuch sind oft mit viel Aufregung erfunden. Eine gute Möglichkeit einem Kind diese Anspannung zu nehmen, ist mit dem Kleinen gemeinsam den Kindergartenrucksack zu packen. Die Eltern können es ihrem Kind zur Aufgabe machen, sich zu überlegen, was alles im Kindergarten benötigt wird. So gewinnt das Kind Selbstbewusstsein und weiß, ich bin jetzt kein Baby mehr und kann eigenständig meinen Kindergartenrucksack packen.

Sinnvoll ist es, wenn die Eltern vorher Rücksprache mit dem Erzieher oder der Erzieherin halten, um zu erfahren, was ihr Kind im Kindergarten alles benötigt. Viele Kindergärten bieten jedem Kind ein kleines Fach, indem es Sachen wie Matschhose oder Stofftiere verstauen kann. So müssen nicht alle Sachen jeden Tag aufs Neue mitgebracht werden.

Den richtigen Kindergartenrucksack kaufen

Wenn die Eltern mit ihrem Kind einen Kindergartenrucksack aussuchen, sollten sie beachten, dass der Kindergartenrucksack mehrer Fächer bietet. So kann das Kind die Sachen ordentlich und sortiert verstauen. Außerdem ist es wichtig, dass der Kindergartenrucksack nicht zu groß ist und sein Gewicht nicht mehr als 10 % des Körpergewichtes des Kleinen beträgt. Möglicherweise haben Sie der Erzieher oder die Erzieherin auch schon darüber informiert.

Packliste für den Kindergartenrucksack

In einen Kindergartenrucksack gehören auf jeden Fall eine Brotdose und etwas zu Trinken. Meist benötigen die Kinder auch Wechselkleidung, da sie draußen spielen oder sich beim Malen oder Essen bekleckern. Regensachen und Ersatzkleidung können aber meist im Kindergarten aufbewahrt werden und müssen deshalb nur am ersten Tag mitgenommen werden. Auch Hausschuhe dürfen am ersten Tag im Kindergarten nicht fehlen. Informieren Sie sich bei der Erzieherin oder dem Erzieher, ob diese ebenfalls im Kindergarten bleiben können.

Ist jetzt noch Platz im Kindergartenrucksack, kann Ihr Kind noch das Lieblingsstofftier oder das Kuschelkissen verstauen. Mit dem Teddy an der Seite kann schließlich am ersten Tag gar nichts schief gehen. Und wenn man das Plüschtier den anderen Kindern oder dem Erzieher oder der Erzieherin vorstellt, hat man sofort etwas zu spielen oder zu reden.

Kindergarten: Eine neue Situation für die Eltern

Nicht nur für die Kinder ist der erste Kindergartenbesuch mit viel Aufregung verbunden, auch für die Eltern beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt. Nun ist das Kind kein Baby mehr, sondern gewinnt ein Stück Eigenständigkeit. Das bedeutet für die Eltern, dass sich ihr kleines Baby ein Stück von ihnen entfernt und nicht mehr nur auf sie, die Eltern, fokussiert ist. Für viele Eltern bedeutet das ein erstes Mal Loslassen. Viele haben zudem Angst ihr Kind in fremde Hände zu geben. Diese Gefühle sind ganz normal, doch machen Sie sich bewusst, das ihr Baby sich nun zu einem selbstständigen Kind entwickelt, das fest im Leben steht und eigene Kontakte knüpfen kann. Sein Sie stolz auf ihr Kind, anstatt zu klammern.

Sollte es sich tatsächlich bewahrheiten, dass Sie mit dem Verhalten der Erzieherin oder des Erziehers nicht zufrieden sind, sprechen Sie das auf keinen Fall vor Ihrem Kind an. Ihr Kind ist nun dabei eine eigene Meinung zu entwickeln und sich selbstständig in der Welt zurechtzufinden. Wenn Eltern über die Erzieher oder die Erzieherin lästern, überträgt sich diese Meinung, aufgrund Ihrer Vorbildfunktion, auf das Kind. Somit erschweren Sie ihrem Kind den Kindergartenaufenthalt.

Erzieher/Erzieherin als neue Vorbildfunktion

Oft kann der Grund für den Ärger der Eltern über die Erzieherin oder den Erzieher Eifersucht sein. Das Kind hat nun im Kindergarten eine neue Bezugsperson gefunden, die als Vorbild dient und bewundert wird. Das ist für viele Eltern eine ungewohnte Situation. In der Elternzeit haben sich die Kinder nur an der Mutter und dem Vater orientiert und waren vollkommen auf sie fokussiert. Nun müssen sich die Eltern diesen Platz mit der Erzieherin oder dem Erzieher teilen.

Auch wenn diese Eifersucht natürlich ist, sollte sie nicht in Wut auf das Kind oder den Erzieher oder die Erzieherin umschlagen. Die Eltern sollten stolz darauf sein, dass ihr Kind sich nun zu einer individuellen Persönlichkeit entwickelt. Schließlich formt sich die Persönlichkeit aus dem Einfluss verschiedener Bezugspersonen und Umgebungen. Kinder brauchen mehrer Vorbilder und Einflüsse, um zu einem individuellen, selbstbewussten Glied der Gesellschaft zu werden.

Außerdem: Auch wenn die Erzieherin wunderschöne Haare hat oder der Erzieher super Gitarre spielen kann, ein Kind liebt seine Eltern immer noch am meisten. Bestimmt hat Ihr Kind der Erzieherin oder dem Erzieher schon viel von Ihnen erzählt.

Der Kindergarten verändert Ihr Kind

Nach ein paar Tagen Eingewöhnung im Kindergarten erscheint Ihnen Ihr Kind ein anderer Mensch zu sein? Das tägliche Spiel mit vielen Kindern verändert Ihr Kind und seine Fähigkeiten. Auch wenn Sie in der Erziehung so manches Schimpfwort unterbunden haben, schleicht sich durch den Kindergarten schnell ein "scheiße" in den Wortschatz.

Sprachförderung?

Der Kindergarten erweitert den Sprachschatz eines Kindes enorm. Schon innerhalb weniger Tage scheint das Kind tausend neue Wörter zu kennen, allerdings nicht immer nur gute. Viele Kinder lernen, trotz guter Erziehung, im Kindergarten ihre ersten Schimpfwörter. Trotzdem sollten Sie als Eltern nicht sauer sein oder Ihrem Kind die neuen Wörter direkt verbieten. Sätze wie "Solche Wörter sind nicht nett, die möchte ich in unserem Haus nicht hören" sind meist ausreichend.

Im Kindergarten findet trotzdem auch eine Sprachförderung statt. Ihr Kind lernt mit verschiedenen Menschen zu sprechen und sich respektvoll gegenüber seinen Mitmenschen auszudrücken. Sprachförderung findet oft auch explizit durch den Erzieher oder die Erzieherin statt.

Die Sprachförderung war wahrscheinlich auch ein wichtiger Teil Ihrer Erziehung. Im Kindergarten kann das Kind diesen Teil der Erziehung nun anwenden und seinen Wortschatz zusätzlich erweitern.

Der Lautstärkepegel steigt

Studien haben gezeigt, dass ein Tag im Kindergarten auf Kinder eine ähnliche Wirkung hat wie ein Discobesuch. Beim Spielen mit vielen Kindern geht es oft laut und wild zu, und die Kinder passen Ihre Lautsärke der Umgebung an. Abgesehen davon, dass Kinder beim Spielen sowieso gerne schreien, müssen sie dies im Kindergarten auch oft tun, um neben den vielen redenden Kindern überhaupt verstanden zu werden.

Wundern Sie sich also nicht, wenn es nach der Eingewöhnung im Kindergarten in Ihrem Haus zunehmend lauter wird. Weisen Sie Ihr Kind einfach freundlich daraufhin, die Stimme manchmal ein bisschen runterzuschrauben.

Basteln als neues Hobby

Wenn Sie sich bisher erfolgreich vorm Basteln gedrückt haben, ist jetzt Schluss damit. Um die vielen schreienden Kinder im Kindergarten zu beschäftigen, greifen die Erzieher und Erzieherinnen oft aufs Basteln zurück. Kaufen Sie also ruhig schonmal Utensilien zum Basteln wie Stifte, buntes Papier, Schere und Kleber. Falls Sie keine kreative Ader haben, finden Sie im Internet oder in speziellen Büchern viele tolle Vorlagen und Anregungen zum Basteln. Vergessen Sie außerdem nicht, dass Ihr Kind zwischen drei und sechs Jahren alt ist und Basteln als lustige Freizeitbeschäftigung ansieht. Die Kunstwerke, die Sie erschaffen, müssen also nicht perfekt sein, sondern bunt und mit viel Liebe zum Basteln entstanden.

Quellen:

www.baby-und-familie.de

www.netmoms.de