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Gesundheit in der Schwangerschaft



Gesundheit in der Schwangerschaft

Zunächst sei gesagt: Schwangerschaft ist keine Krankheit! Da man als Mutter aber nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich ist, möchte man immer sicher gehen, dass alles gut ist. Natürlich sollte man während der Schwangerschaft besonders auf sich und seinen Nachwuchs achten. Damit dies in einem gesunden Maß passiert, haben wir dir alle wichtigen Untersuchungen und Tipps zusammengestellt.

 

Beginn der Schwangerschaft

Die ersten 12 Wochen sind wohl die sensibelsten innerhalb der Schwangerschaft. Dein Nachwuchs entwickelt sich jetzt von der befruchteten Eizelle bis zu einem fünf Zentimeter großem Baby. Neben dem Ausbleiben der Periode kämpfen Schwangere zum Beginn der Schwangerschaft häufig mit Übelkeit. Besonders morgens ist es oftmals sehr schlimm und kann bis zum Erbrechen führen. Dies ist aber keineswegs ein krankheitsbedingter Aspekt. Hauptsächlich wird die Übelkeit durch die Hormonumstellung ausgelöst. Viele betroffene Frauen haben dabei einen erhöhten HCG-Wert im Blut und leiden besonders stark.

Aber Kopf hoch: Nach der 12. Schwangerschaftswoche hat sich der Wert meist eingependelt und Besserung ist in Sicht! Nun hat sich bereits alles beim Baby angelegt. Jedes Organ ist entwickelt, Augen, Ohren, Nase, Mund und sogar die Zahnknospen im Kiefer sind schon zu erkennen. Auch Arme, Hände, Finger, Beine und Zehen haben sich gebildet. Du kannst sogar schon den Herzschlag sehen.

Wenn dir dann die Mediziner sagen, dass alles gesund entwickelt ist, hat sich die morgendliche Übelkeit doch gelohnt – oder?

 

Gründe der Übelkeit

Dass die Natur über ein ausgefuchstes System verwaltet, wissen wir schon lang. Auch hier hat sie sich etwas Besonderes ausgedacht. Meist wird Schwangeren übel von Stoffen wie Nikotin, Koffein, Alkohol oder Lebensmittel mit rohem Fleisch, Fisch oder Eiern. Dies dient besonders vor schädlichen Außeneinflüssen. Diese Lebensmittel sollten während der gesamten Schwangerschaft vermieden werden, lies dazu alles hier.

 

Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft

Auch wenn Du noch nicht weißt, dass Du schwanger bist, schützt dich dein Körper bereits vor möglichen Gefahren für das Baby. Um Morgenübelkeit entgegen zu wirken, empfiehlt sich morgens vor dem Aufstehen schon einen kleinen Snack zu knabbern: etwas Zwieback, Salzbrezeln oder getrocknete Früchte eignen sich besonders. Auch Melisse, Kamille oder Pfefferminztee helfen zusätzlich. Meide am besten fettige Speisen. Diese liegen schwer und lang im Magen.

 

Untersuchungen während der Schwangerschaft

Die Blutuntersuchung gehört zur Routine bei Arztbesuchen. Die Tests sind kostenlos und sehr wichtig. Erreger, Mangelerscheinungen oder andere Auffälligkeiten werden hier regelmäßig überprüft. Falls ein Wert auffällig erscheint, kann der Arzt direkt weitere Untersuchungen veranlassen oder dir Tipps geben, wie Du die Unregelmäßigkeit wieder ausgleichst.

Auch gehören gynäkologische Untersuchungen zum Standartprozedere während der Schwangerschaft. In der Regel sollten diese alle 4 Wochen stattfinden. Neben der vaginalen Untersuchung werden auch Gewicht, Herztöne, Blutdruck und der Urin überprüft.

Bei der Ultraschalluntersuchung steht die Entwicklung des Kindes im Vordergrund. Wachstum und Bildung der Extremitäten werden geprüft und ein gesunder Fortschritt beobachtet.

Solltest Du das Gefühl zwischendurch haben, dass etwas nicht stimmt, gehe bitte direkt zum Gynäkologen und lasse es abklären. Dies kann beispielsweise bei starker, hellroter Blutung der Fall sein. Auch wenn die Übelkeit oder das Erbrechen in Verbindung mit Sehstörungen oder Kopfweh auftritt, kontaktiere einen Arzt und lasse dich untersuchen. Bei heftigen Schmerzen oder stundenlange Bewegungslosigkeit im Bauch sollte auch schnell jemand hinzugezogen werden. Auch wenn unterhalb der Rippen Schmerzen auftreten, besonders in der Nacht, gehe unverzüglich zum Arzt.

Neben den Routineuntersuchungen können noch HIV-, Toxoplasmose- und Schwangerschaftsdiabetes-tests vorgenommen werden. Die Nackentransparenzmessung oder eine Fruchtwasseruntersuchung sind nicht kostenlos und müssen selbst übernommen werden.

95% aller Kinder sind bei der Geburt gesund! Führe dir diesen Wert immer wieder vor Augen, wenn Du dich für eine weitere Untersuchung entscheidest. Denn die Fruchtwasseruntersuchung oder auch die Nabelschnurpunktion erhöhen das Risiko auf Verletzungen oder Fehlgeburten.

 

Wasser in den Beinen

Neben der Übelkeit kann sich auch Wasser in deinem Körper ablagern. In der Schwangerschaft passiert dies verstärkt. Besonders betroffen sind dabei Ödeme in den Beinen. Am Ende des Tages oder bei sehr warmen Wetter wird dies meist stark bemerkbar. Bei Frauen, die Bürojobs haben und viel sitzen kommt die Ablagerung sehr häufig vor. Unterschenkel, Knöchel und Füße können dann anschwellen. Auch Unterarme, Gesicht und Hände können betroffen sein. Auch dies hat meist keinen Krankheits-Faktor – nur selten besteht Grund zur Besorgnis. Allerdings ist dieses Gefühl sehr unangenehm.

Vermeide also am besten langes Stehen und Sitzen. Wenn Du viel trinkst, die Beine ab und an hochlegst und immer mal einen Spaziergang machst, sinkt das Risiko auf Ödeme enorm.

Treten die Ödeme in Verbindung mit Bluthochdruck, eiweißhaltigem Urin, Kopfschmerzen, Schwindelattacken, Augenflimmern oder Ohrensausen auf, besteht die Gefahr auf Gestose, einer Schwangerschaftsvergiftung oder Präeklampsie. Hier sollte direkt ein Gynäkologe oder die Hebamme hinzugezogen werden, damit ernsthafte Gefahren ausgeschlossen werden können.

 

Erkältung während der Schwangerschaft

Zunächst sei gesagt, dass eine Erkältung zunächst nicht das Baby beeinträchtigt. Besonders mit der Medikation sollte man aufpassen und eher zu natürlichen Heilpflanzen als zu pharmazeutischen Produkten greifen.

So können Meersalzlösungen gegen die verstopfte Nase, selbstgemachten Sirup gegen Halsschmerzen und Salbeitee gegen den rauen Hals helfen. Bei Fieber allerdings, sollte man direkt zum Arzt gehen.

Sehr wichtig ist Ruhe! Gönne Deinem Körper Entspannung, sodass er sich rundum von der Erkältung erholen kann.

 

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Zentimeter um Zentimeter wächst dein Bauch und eine große Kugel hat sich bald vor deinem Körper gebildet. Auch hier hat sich die Natur wieder etwas Besonderes ausgedacht. Die S-Kurve der Wirbelsäule ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei ihren männlichen Kollegen. Da fällt ein ordentliches Hohlkreuz wesentlich leichter und der Körperschwerpunkt kann nach hinten verlagert werden, um das Gleichgewicht zu halten.
Auch wenn die Natur dies wieder einmal gut durchgeplant hat, führt es bei Frauen häufig zu Muskeln und Bändern, die ganz schön gefordert werden. Die Folgen sind unangenehme Rückenschmerzen. Als besonders wirksam ist hier Gymnastik. Speziell Übungen mit einem Luftball können die Schmerzen lindern und eine gesunde Haltung trainieren. In Schwangerschaftskursen zeigt dir eine ausgebildete Fachkraft oder auch die Hebamme für dich ausgelegte Übungen.

 

Die Hebamme

Ein Tipp: Suche dir recht früh eine Hebamme. Sie weiß wesentlich mehr als der Gynäkologe über die persönlichen Bedürfnisse der Frauen. Meist hat sie jedes Problem schon mal erlebt und bestimmt schon gelöst. Sie weiß sicher, was zu tun ist, wenn es dir einmal nicht gut geht – sei es physisch oder psychisch.

Außer Ultraschalluntersuchungen kann die Hebamme ebenfalls Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Bald kennt sie deinen Körper und weiß, wie sie dich rundum versorgen kann. Meist wird sie dir auch natürliche Schwangerschaftstipps geben und im Gegensatz zu Ärzten nicht gleich spezielle Medikamente verschreiben.

Der Wert einer Vertrauten vor, während und nach der Schwangerschaft ist zudem unermesslich. Da es nicht mehr viele Hebammen in Deutschland gibt, empfiehlt sich eine frühe Suche nach der passenden. So kannst Du sie mit genügend Zeit kennenlernen und sie stets um Rat fragen.

 

Auszeiten nehmen

Die Schwangerschaft ist zwar keine Krankheit, bedeutet für Körper und Seele aber eine Herausforderung. So ist es ratsam, sich in der Schwangerschaft kleine Auszeiten zu gönnen. Dies fördert das allgemeine Wohlbefinden und Du kannst dich in aller Ruhe auf die Geburt vorbereiten, Freundschaften pflegen oder dich verwöhnen lassen. Dies ist nicht nur für die Mutter, auch für das Baby sehr wichtig. Stress kann es nämlich gar nicht ertragen.

Daher schalte bewusst auf eine ruhige Art um. Das kannst Du erreichen, indem Du die Ansprüche an dich selbst hinunterschraubst. Kümmerst Du dich um Haushalt, Beruf, Partnerschaft oder vielleicht schon ältere Geschwisterkinder? Wenn es dir zu viel wird, sprich mit deinem Partner darüber und findet gemeinsam eine Lösung. Dies kann schon damit anfangen, Freunde oder Verwandte um Hilfe zu bitten, damit Du dir Pausen in den Alltag einplanen kannst. So kannst Du deine Schwangerschaft besser genießen, Luft holen und Kraft tanken. Denn der anstrengendste Part kommt noch nach der Schwangerschaft.

Ein Verwöhnprogramm gehört zu jeder Schwangerschaft. Sei es Sport wie Schwimmen, Radfahren, Yoga oder Gymnastik, regelmäßige Mittagsschläfchen, Besuche bei Kosmetikern oder Friseuren oder einfach mal einen Erholungstag ganz ohne Verpflichtungen: Nimm dir ohne schlechtes Gewissen Zeit dafür. Dein Baby, Körper und deine Seele werden es dir sehr danken!

Die Gesundheit in der Schwangerschaft ist enorm wichtig. Nicht nur für den Mutterkörper ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen. Auch die Entwicklung und das Wohlergehen des Babys ist maßgeblich vom Mutterzustand abhängig. Damit Du weißt, wie man während der Schwangerschaft am besten auf sich achtet, haben wir dir hier viele Artikel zusammengestellt. Es erwarten Dich je nach Bedarf Tipps gegen Übelkeit und Rückenschmerzen, Infos über anfallende Untersuchungen, Risiken beim Zuführen von Nikotin in der Schwangerschaft und viele weitere Themen.

Denkst Du über einen Urlaub nach, lies dazu was du beim Fliegen beachten solltest.

 

 

Quellen

www.gesundheit.de/familie/schwangerschaft
www.focus.de/gesundheit/baby/schwangerschaft/