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Rechte für Kinder

Darf ich mir ein Haustier kaufen?

Sie sind wie Bienen und Honig, wie Schokosauce mit Eis oder Spaghetti mit Käse: Kinder und Tiere sind zwei Dinge, […]

Darf ich mir ein Haustier kaufen?

Sie sind wie Bienen und Honig, wie Schokosauce mit Eis oder Spaghetti mit Käse: Kinder und Tiere sind zwei Dinge, die einander anziehen und irgendwie zusammen gehören. Alle Kids fühlen sich von Tieren wie Katzen, Hunden und kleinen Nagern magisch angezogen. Kein Wunder: Mit ihrem weichen Fell und ihren Gewohnheiten, die lustig anzusehen sind, bieten Haustiere reichlich Grund, sie liebzuhaben.

Fast jedes Kind möchte einmal im Laufe seiner Kindheit ein Haustier bei sich Zuhause aufnehmen. Fällt sein Blick auf die tapsigen Pfötchen eines streunenden Kätzchens, ist die Versuchung groß, den Vierbeiner einfach mit nach Hause zu nehmen.

Viele Mamas und Papas haben damit aber keine Freude. Sie sagen Dinge wie: „Ach, das macht doch nur Arbeit.“, „Hunde stinken.“ oder „Das können wir uns nicht leisten.“ Warum sind Erwachsene solche Spaßverderber? Nunja, zum einen, weil ein Haustier eine Menge Verantwortung mit sich bringt. Zum anderen kommen mitunter hohe Kosten zusammen, wenn das Tier spezielles Futter braucht, zum Tierarzt muss oder sogar eine Operation ansteht. Denn anders als bei uns Menschen, gibt es keine Krankenkasse für Tiere, die solche Kosten übernimmt.

Unvorhergesehene Tierarztkosten – das ist einer der häufigsten Gründe für Menschen, ihr Haustier auszusetzen. Kaum zu glauben, dass Menschen dazu in der Lage sind, ihren ehemals geliebten Haustieren so etwas anzutun.

Genau deshalb solltest du dir wirklich gut überlegen, ob du ein Haustier willst und die Kosten dafür tragen kannst.

Die rechtliche Seite

Solltest du dich mit dem Gedanken beschäftigen, dir ein Haustier zuzulegen, dann bedenke bitte folgendes:

  • Hat jemand in deiner Familie eine Allergie gegen eine bestimmte Tierart?
  • Wirst du genug Zeit haben, um dich darum zu kümmern?
  • Was passiert mit dem Tier, wenn deine Familie in Urlaub fährt?
  • Gibt es in eurer Wohnung bzw. eurem Haus genügend Platz, damit sich das Tier wirklich wohl fühlen kann?

Zwar spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass sich Kinder Haustiere zulegen. Ganz im Gegenteil: Das Übernehmen von Aufgaben und die Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen ist eine wichtige Erfahrung im Prozess des Erwachsenwerdens.

Darf ich ein Haustier kaufen?

Allerdings darfst du nicht alleine darüber entscheiden, ob nun ein Tier bei dir wohnen wird oder nicht. Denn das letzte Wort haben immer deine Eltern. Deshalb darfst du streng genommen kein Tier im Zoofachgeschäft oder per Anzeige kaufen, wenn deine Eltern dem nicht zustimmen.

Rechne auch damit, dass dir der Händler im Zoofachgeschäft kein Tier aushändigen wird, wenn deine Eltern nicht dabei sind oder du eine unterschriebene Einverständniserklärung mitbringst.

Im Tierheim ist das ganz genauso. Hier muss man heutzutage sogar einen Vertrag unterschreiben, mit dem sich das Tierheim dagegen absichert, dass das Tier nicht bald wieder abgeliefert und allein gelassen wird. Zu diesem Zweck muss man außerdem eine „Schutzgebühr“ bezahlen. Diese liegt normalerweise bei über 200€.

Was ist, wenn ich ein Haustier geschenkt bekomme?

In lokalen Zeitungen gibt es oft Anzeigen wie: „Verschenke Kätzchen.“. Dabei handelt es sich meist um Bauernhoftiere. Das sind Mischlinkskatzen und -Hunde die keinesfalls „schlechter“ sind als Zuchttiere.

Trotzdem solltest du davon Abstand nehmen, dir ein Haustier aufgrund so einer Anzeige abzuholen, ohne vorher mit deinen Eltern darüber zu sprechen und deren Erlaubnis einzuholen.

Denn für das Annehmen von Geschenken gilt: Du darfst Geschenke bekommen. Allerdings nur, solange diese keine Folgekosten mit sich bringen. In diesem Fall müsstest du dich mit deinen Eltern absprechen.

Da Tiere immer (!) Folgekosten mit sich bringen, gilt das natürlich auch für sie.

Das braucht ein Tier

Ebenso wie ein Menschenkind, braucht auch ein Welpe vieles, um rundum zufrieden sein. Streicheleinheiten mach ihn zwar glücklich, reichen aber leider nicht aus, um ihn artgerecht zu halten. Dein Hund wünscht sich einen Platz auf Lebenszeit. Er möchte dich als Besitzer haben und nicht beim örtlichen Tierheim abgegeben werden, wenn dir die Arbeit mit ihm zu viel wird.

Daher ist es wichtig, dass du dich mit deinen Eltern gut absprichst. Wer wird welche Kosten tragen? Welche Aufgaben übernimmst du, wo unterstützen dich deine Eltern? Wirst du auch noch am Tier interessiert sein, wenn es doppelt oder dreimal so groß geworden ist und nicht mehr ganz so süß aussieht wie zuvor?

Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir dir im Folgenden alles zusammen gefasst, was du bei der Anschaffung eines Haustiers bedenken solltest. Sei dir auch im Klaren darüber, dass Hunde und Ponys besonders viel Zuneigung brauchen und in der Haltung viel teurer sind, als beispielsweise ein Hamster. Solltest du noch gar keine Erfahrung mit der Haltung eines Haustiers haben, dann ist es möglicherweise besser, wenn du es erst einmal mit einem Kleintier probierst. Dazu zählen alle Arten von Mäusen, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Degus und Chinchillas. Auch Reptilien sind klein, brauchen aber ein ganz bestimmtes Klima in ihrem Terrarium und sind daher nichts für Anfänger. Griechische Landschildkröten sind aufgrund ihrer Größe vielleicht süß. Damit sie keine Krankheiten bekommen, braucht man aber einen großen Fundus an Hintergrundwissen über die artgerechte Haltung.

Das braucht jedes Haustier:

Zeit, Zuneigung und Liebe

Jedes Tier braucht Zeit, um gepflegt zu werden. Ein Meerschweinchen ist schon damit zufrieden, wenn du seinen Stall regelmäßig ausmistest und für ausreichend Wasser sowie Futter sorgst. Katzen, Hunde und Pferde sind da schon anspruchsvoller.

Sie möchten gestreichelt und unterhalten werden. Katzen sind zwar recht zurückhaltend, brauchen aber trotzdem manchmal Spiel und Spaß. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter. So kann es sein, dass sich ein süßes Kätzchen zu einem aufgeweckten Racker entwickelt, der ständig auf dir herumspaziert, wenn er sich vernachlässigt fühlt. Gehe also bitte nicht davon aus, dass alle Katzen pflegeleicht sind und wenig Aufmerksamkeit brauchen!

Die meisten Kids unterschätzen den Aufwand, den ein Hund mit sich bringt. Denn anders als die Katze geht er nicht von selbst auf’s Klo. Alle paar Stunden muss man mit ihm raus, damit er sich erleichtern kann. Außerdem braucht der Hund mindestens einen ausgiebigen Spaziergang pro Tag, damit er seinen Bewegungstrieb ausleben kann. Das heißt, dass du jeden Tag etwa eine Stunde zum Spazierengehen mit deinem Hund einplanen solltest. Bedenke auch, dass das Tier mit zunehmendem Alter immer stärker werden wird. Mischlinge bergen das Risiko, dass man nicht einschätzen kann, wie groß und stark sie tatsächlich werden, wenn sie ausgewachsen sind. Frage dich, ob du mit einem großen Hund zurechtkommst und ihn so erziehen kannst, dass er keine Gefahr für andere Menschen darstellt.

Hunde und Pferde brauchen eine „Schule“. Sie müssen lernen, ihre Kraft unter Kontrolle zu bekommen. Nur so hält man es auch auf Dauer mit ihnen aus. Denn: Stell dir vor, dein Hund tut und lässt, was er will. Er knabbert die Möbel deiner Eltern an, springt dir vor’s Fahrrad und legt Hundehaufen vor dein Bett. Das ist bei einem kleinen Welpen noch süß und wird verziehen. Später kann so etwas aber an den Nerven zehren. Darum müssen Hunde in eine Hundeschule gebracht werden, wo man gemeinsam mit anderen Hundebesitzern und Trainern wichtige Kommandos und Verhaltensweisen trainieren kann.

Die Hundeschule bietet deinem Schützling außerdem die Möglichkeit, sich reichlich zu bewegen. Das bringt ihn in Schwung und sorgt für Abwechslung.

Langhaarige Hunde sowie Katzen brauchen besondere Fellpflege. Kämme sie regelmäßig durch, um die Menge der Haare, die in ihrem Verdauungstrakt landen, zu reduzieren. Damit beugst du Probleme beim koten vor und tust deinem Tier etwas Gutes. Hunde, die kaum Auslauf haben, brauchen regelmäßige Nagelpflege. Verwende eine Krallenzange, um die Krallen zu kürzen. Versuche aber, die Blutgefäße dabei nicht zu verletzen.

Futter und Medikamente

Egal, ob Dosen- oder Trockenfutter: qualitativ hochwertige Produkte kosten ziemlich viel Geld. Um die Kosten für dein Tier besser einschätzen zu können, solltest du dich vor dem Kauf einmal im Zoofachhandel deines Vertrauens umsehen, um ein Gefühl für die laufenden Kosten zu bekommen. Was kostet das Futter für dein Tier? Wie lange kommst du mit einer Packung aus? Stelle dir diese Fragen und sprich anschließend mit deinen Eltern darüber, um ihnen zu zeigen, dass du dich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt.

Katzen und Hunde müssen regelmäßig entwurmt werden. Außerdem brauchen sie Mittel gegen Flöhe, um eure Wohnung vor einer Flohepidemie zu schützen. Ab und zu wird dein Tier krank werden, dann gilt: ab damit zum Tierarzt! Weil Tiere nicht sprechen können, sind Tierkrankheiten für uns recht schwer einschätzbar. Du kannst nicht wissen, ob es sich um etwas Ernstes handelt oder ob die Beschwerden von selbst verschwinden werden. Daher gehe bitte immer so schnell wie möglich mit dem Tier zum Tierarzt. Bekommt dein Tier Medikamente verschrieben, so musst du nicht nur die Tierarzt- sondern auch die Medikamentenkosten tragen.

Junge Tiere sind meist nicht kastriert bzw. sterilisiert. Nachwuchs ist zwar süß, bringt aber jede Menge Probleme mit sich. Damit du keinen Nachwuchs riskierst, der im Tierheim landet, solltest du dein Kätzchen oder deinen Welpen unbedingt kastrieren. Auch das kostet nicht wenig. Je nach Art des Eingriffs musst du mit 100 bis 300 € rechnen.

Tiere aus dem Tierheim haben den Vorteil, dass sie geimpft, gechipt, entwurmt und kastriert sind. Die Schutzgebühr, die man für ein Tier aus dem Tierheim zahlen muss, beträgt in der Regel um die 200 €. Das ist weit weniger, als bisher für das Tier ausgegeben wurde. Ist das Budget für das Haustier gering, solltest du dir also überlegen, ob ein Tier aus dem Tierheim für dich infrage kommt. Vergiss nicht, dass du damit einen Heimplatz für ein weiteres heimatloses Tier schaffst.

Spielzeug und anderes Zubehör

Tiere brauchen Anregung, Abwechslung und Spielgelegenheiten. Vieles davon kann man selbst herstellen. Wenn du möchtest, kannst du dich darüber im Internet schlau machen. Für viele Hunde- und Katzenspielzeuge braucht man lediglich Dinge, die man ohnehin Zuhause herumliegen hat.

Manche Dinge wie Bürsten oder Krallenzange wirst du aber kaufen müssen. Hunde brauchen ein Geschirr, Halsband und eine Leine. Bedenke, dass Stachelhalsbänder (mit innenliegenden, stachelförmigen Dornen) und Würgehalsbänder verboten sind und dem Hund nicht nur Leid, sondern auch erhebliche Gesundheitsschäden zufügen. Mitunter wird ein Maulkorb fällig. Für das Auto braucht man ein Hundeschutzgitter oder eine spezielle Angurtvorrichtung für Hunde.

Katzen brauchen eine Transportbox, um sicher zum Tierarzt gebracht werden zu können.

Kurse, Ausbildungen und Co.

Wie bereits erwähnt, musst du für einen Hund viel Zeit einplanen, die du mit ihm in der Hundeschule verbringen wirst. Der Beitritt zu einem Hundeklub ist nicht kostenlos, dafür muss man eine Jahresgebühr zahlen. Die einzelnen Trainings kosten ebenfalls Geld. Informiere dich bei einem Hundeabrichteplatz in der Nähe über die Kosten, welche auf dich zukommen würden, bevor du dir einen Hund zulegst.

Nicht nur der Hund braucht eine Ausbildung. Hast du noch nie einen Hund oder eine Katze gehabt, dann lohnt es sich, ein paar Bücher anzuschaffen. Darin findest du tolle Insidertipps, die es dir erleichtern, deinen Vierbeiner zu verstehen und ihm unangenehme Angewohnheiten auszutreiben. In solchen Ratgebern steht außerdem vieles zu rechtlichen Angelegenheiten rund um Hund und Katze.

Tierärztliche Behandlungen

Hunde und Katzen haben normalerweise einen Impfpass, in dem ganz genau festgehalten wird, welche Behandlung das Tier wann bekommen hat. Trage auch ein, wann du das Tier entwurmt hast. Vergiss nicht, regelmäßige Auffrischungstermine beim Tierarzt zu vereinbaren, um schwere Krankheiten und unangenehmes Ungeziefer zu vermeiden.

Du hast noch keinen Impfpass für dein Tier? Frag‘ beim Tierarzt nach, um kostenlos ein Impfdokument zu erhalten.

Arbeitsblatt zum Text

1) Darfst du dir ohne die Zustimmung deiner Eltern ein Haustier kaufen oder eines aus dem Tierheim holen? Erkläre deine Antwort ausführlich.

2) Du würdest von einer Freundin einen kleinen Welpen geschenkt bekommen. Darfst du ihn annehmen? Erkläre, warum das so ist.

3) Egal ob Nagetier, Katze oder Hund: Sie alle brauchen Pflege. Was ist alles nötig, um das Tier glücklich und gesund zu erhalten?

 

Foto: pressmaster/bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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