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Politik und Gesellschaft

Darf man Witze auf Kosten anderer machen?

Lachen ist gesund! Tatsächlich wirkt Humor gesundheitsfördernd und anregend auf den menschlichen Körper. Erwachsene, Omas & Opas aber auch kleine […]

Clowns arbeiten im Krankenhaus

Lachen ist gesund! Tatsächlich wirkt Humor gesundheitsfördernd und anregend auf den menschlichen Körper. Erwachsene, Omas & Opas aber auch kleine Babys lieben es, nach Herzenslust zu lachen. Es wirkt erleichternd, wenn uns jemand etwas Lustiges erzählt und wir darüber lachen können.

Allerdings finden die Menschen nicht immer dieselben Dinge lustig. Während manche immer wieder über ein und denselben Witz kichern können, braucht es bei anderen schon deutlich mehr, um sie aus der Reserve zu locken.

Überhaupt sind Witze ein einfacher aber überaus effektiver Weg, um neue Freundschaften zu knüpfen und Sympathie zu wecken. Wer gemeinsam lacht, den verbindet ein angenehmes, inniges Gefühl. Deshalb mögen wir es, wenn andere uns mit ihrer humorvollen Art zum Lachen bringen können.

Damit man ein Gespür dafür entwickeln kann, was denn nun gemeinhin als lustig gilt und was nicht, braucht man Feingefühl und Erfahrung. Natürlich hängt es auch von individuellen Charaktereigenschaften ab, ob man gut im Witze erzählen ist oder eben nicht.

So verschieden unsere Geschmäcker in Sachen Humor und unsere Fähigkeiten in diesem Bereich auch sind: Manches gilt für alle. Keiner möchte, dass man auf seine Kosten einen Witz macht.

Das ist nicht nur beschämend, sondern kann ganz schön am Selbstbewusstsein knabbern. Weil dieses Thema mit so vielen intensiven Gefühlen verbunden ist und uns immer wieder bewegt, präsentieren wir dir heute unseren Witze-Knigge für Anfänger.

Der Witze Knigge

Humor kann heilsame Kräfte entwickeln. Denk nur an die Clowns, die schwerkranken Menschen in Krankenhäusern zu Abwechslung und schönen Momenten verhelfen.

Andererseits können uns peinliche Bemerkungen tief verletzen. Der Ton macht die Musik. Und so kommt es auch immer darauf an, wer den Witz erzählt. Steht man in einem guten Verhältnis zueinander, dann wird eher gelacht, als wenn man einander eigentlich nicht leiden kann.

Im Folgenden schneiden wir einige Arten von Witzen an und geben dir Tipps im Umgang mit Humor.

Doppeldeutigkeiten und klassischer Witz

Die harmlosesten Witze sind meist jene, in denen man über Doppeldeutigkeiten oder lustige Begebenheiten lacht. Wortwitze und Fragewitze sind meist unmissverständlich und kommen immer gut an. Mit dem klassischen Witz tust du niemandem weh – im Idealfall brichst du damit sogar das Eis, wenn in einer Gruppe eine unangenehme Stimmung herrscht.

Witz ohne Pointe

Kennst du Anti-Witze? Das sind Sprüche, die irgendwie keinen Sinn ergeben. Eigentlich gibt es keine Pointe und trotzdem muss man lachen. Eine Pointe ist übrigens der Wendepunkt oder Höhepunkt im Witz. Das ist der Zeitpunkt, an dem man normalerweise zu lachen beginnt.

Witze ohne Pointe sind deshalb so lustig, weil sie keinen Sinn ergeben. Auch bei diesen Witzen kann man sich kringelig lachen.

Anti-Witze tun ebenfalls niemandem weh. Allerdings versteht sie nicht jeder. Wundere dich also nicht, wenn in einer Runde keiner versteht, was du an dem Anti-Witz so lustig findest.

Diskriminierende, rassistische und sexistische Witze

Leider gibt es sehr viele Witze, die bestimmte Gruppen diskriminieren. Dazu benutzt man Klischees, übertreibt maßlos und stellt andere Leute bloß.

Manche Fälle von Mobbing sind aus jenen Witzen entstanden, die auf Kosten einer ganz bestimmten Person gemacht wurden. Schnell wird daraus mehr, als eine lustige Runde.

Zu den diskriminierenden Witzen zählen Sprüche über Leute aus bestimmten (Bundes-)Ländern, mit bestimmter Haarfarbe (Blondinenwitze), bestimmten Geschlechts (Sexismus) oder bestimmter Hautfarbe (Rassismus).

Es gibt so viele andere Arten von Witzen. Daher kannst du getrost darauf verzichten, doofe, diskriminierende Witze zu erzählen.

Außerdem sind jene Witze, über die man ein wenig nachdenken muss, viel lustiger als plumpe Sprüche, die ohnehin jeder kennt.

In der Schule, bei der Ausbildung oder im Job kann es passieren, dass einem die Kollegen oder Chefs solche Witze übel nehmen. Diese unangebrachte Art des Humors kann also ganz schön ins Auge gehen.

Selbstironie – über sich selbst lachen

Kennst du das, wenn einem etwas total Peinliches passiert, und das mitten in einer Gruppe von Leuten, die man gut kennt? Solche Situationen sind echt unangenehm. Meistens kommt dann noch mindestens ein dummer Spruch von einem der Anwesenden und man möchte endgültig im Erdboden versinken.

Man kann solche Peinlichkeiten entschärfen, indem man lernt, über sich selbst zu lachen. Am besten funktioniert das, wenn man sich dabei selbst noch ein wenig mehr auf die Schippe nimmt. Diese Art des Humors nennt man Selbstironie.

Das ist einerseits toll, weil man dann selbst lachen muss und gar keine Zeit mehr hat, sich peinlich berührt zu fühlen. Andererseits ist es sehr wahrscheinlich, dass auch der Rest der Gruppe nach Herzenslust über deine selbstironischen Bemerkungen lachen kann.

Selbstironie tut niemandem weh und hilft, das Selbstbewusstsein zu stärken. Immer einen flotten Spruch parat zu haben und sich über sich selbst amüsieren zu können, erleichtert das Leben. Denn das hilft dabei, das Leben selbst nicht immer so bitterernst zu nehmen. Dann fällt manches plötzlich viel leichter.

Witze erzählen üben

Witze erzählen will gelernt sein. Es ist keine Schande, es zu üben, wenn man gerade alleine und ungestört ist.

So fühlt man sich sicherer, wenn sich eine Situation ergibt, einen Witz zu erzählen.

Besonders schüchterne Kids können so über ihren Schatten springen und machen dabei Sympathiepunkte bei ihren (neuen) Freunden gut.

Je öfter du humorvoll mit peinlichen Situationen umgehst, Witze erzählst und dich schlagfertig gibst, umso leichter wird es dir fallen, ganz locker mit Leuten zu sprechen, die du eigentlich noch nicht so gut kennst.

Nicht über alle Witze lachen

Selbst dann, wenn ein Lehrer oder ein Chef Witze erzählt, ist man nicht verpflichtet, zu lachen. Sollte jemand einen Witz erzählen, der auf Kosten anderer geht, dann steh‘ ruhig dazu, dass du das nicht Okay findest.

Teile deine Meinung mit, indem du absichtlich nicht lachst, wenn du einen diskriminierenden Witz hörst. Manche Leute brauchen genau solche Reaktionen, damit sie bemerken, wie peinlich ihr Verhalten ist. Indem du Courage zeigst, gibst du ihnen einen Denkzettel.

Manche Leute erzählen aber auch einfach unlustige Witze oder sind im Witze erzählen gänzlich untalentiert. Auch in diesem Fall bist du nicht verpflichtet, aus Höflichkeit zu lachen. Bleib‘ lieber ehrlich und steh‘ zu deiner Meinung.

Kettenmail und Co.

Mittlerweile gibt es Unmengen humorvoller Kettenmails. Sie sind gespickt mit Tierfotos, witzigen Filmchen oder erfundenen Geschichten. Jeder kennt sie, jeder schickt sie weiter.

Tu das bitte nicht! Denn Kettenmails enthalten meist viele E-Mail-Adressen von den Leuten, welche die Mails vor dir bekommen haben. Schickst du sie weiter, dann kannst du nicht sicher sein, dass deine E-Mail-Adresse irgendwann missbraucht wird. Im Internet geht es recht schnell, dass man massenweise Werbemails oder unangemessene Inhalte per Mail bekommt.

Hass-Mails, die das Ziel haben, eine bestimmte Person zu mobben, indem Unwahrheiten über sie verbreitet werden, können sogar ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Denn es ist verboten, andere Personen über das Internet zu mobben, indem man Hassmails schreibt.

Erkläre deinen Freunden, dass dir das zu riskant ist und verzichte auf das Weiterleiten dieser E-Mails.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.

Was bedeutet…

  • Pointe

  • Selbstironie

2) Warum sollte man keine Witze auf Kosten anderer machen?

3) Sollte man lustige Kettenmails weiterleiten oder lieber doch nicht? Erkläre deine Antwort.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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