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Tod und Trauer

Das Leben ist eine Reise

Menschen kommen als Babys auf die Welt. Ein Leben lang begeben sie sich mit ihrem Körper auf eine aufregende Reise. […]

Das Leben ist eine Reise

Menschen kommen als Babys auf die Welt. Ein Leben lang begeben sie sich mit ihrem Körper auf eine aufregende Reise. Dabei erleben sie glückliche Phasen und unangenehme Zeiten gleichermaßen. Die meisten Menschen machen einen Schulabschluss, beginnen zu arbeiten, gründen eine Familie, gehen nach einigen Jahrzehnten in Rente und verbringen ihren Lebensabend im Kreis ihrer Liebsten. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt gekommen, an dem sie sterben. Kein Mensch lebt ewig – jeder muss irgendwann sterben.

Das gilt nicht nur für uns Menschen, sondern für alle Lebewesen. Pflanzen können zwar sehr alt werden, sterben aber auch irgendwann ab. Mit Tieren verhält es sich ebenso. Manche Tiere werden älter, als Menschen. Andere leben nur ein paar Tage lang.

Der Tod ist für viele Leute ein gruseliges Thema. Denn wir Menschen wissen zwar vieles. Was den Tod betrifft, haben wir aber wenig bis keine Ahnung. Keiner weiß wirklich, was nach dem Tod mit uns passiert.

Weil dieses Thema viele Kids beschäftigt, möchten wir dir heute einige Informationen zum Thema Sterben, Tod und Trauer mitgeben.

Warum sterben Lebewesen?

Wenn ein Lebewesen aufhört, zu existieren, dann stirbt es. Das ist das Ende seines Lebens. Den Übergang vom Leben zum Tod nennt man sterben. Nicht nur auf der Erde ist das so. Im gesamten Universum entstehen Dinge, während andere zerfallen. Planeten formen sich, andere werden von einem Asteroiden zerstört oder zerfallen einfach.

Es ist also ein Naturgesetz, dass alles irgendwann einmal ein Ende hat. Demnach wäre kein Leben möglich, wenn es nicht auch einen Tod gäbe.

Denn der Tod eines Lebewesens ist die Bedingung für ein neues Leben. Stell dir vor, nichts auf unserem Planeten würde sterben. Innerhalb weniger Jahre wäre unser Planet überbevölkert. Das würde dazu führen, dass irgendwann gar kein Leben mehr auf dem Planeten möglich ist, weil alle Ressourcen aufgebraucht und alle Wälder verschwunden sind.

Es macht uns traurig, wenn ein Lebewesen stirbt. Das ist völlig in Ordnung so. Denn Trauer ist ein wichtiger Prozess im Leben eines Menschen, der einfach dazu gehört. Man darf die Trauer nicht verdrängen, denn auch sie hat ihre Berechtigung im Leben.

Trotzdem ist es so, dass der Tod Platz für ein neues Leben schafft. Und mit diesem neuen Leben können neue Ideen und Konzepte entstehen. Weil sich das Leben immer weiterentwickelt, ermöglicht der Tod dem Neuen, sich auf der Welt zu behaupten. Um besser mit den Bedingungen auf der Erde zurechtzukommen, entwickeln sich die neuen Lebewesen immer weiter. Wir Menschen leben heute beispielsweise länger und sind gesünder, als das früher der Fall war.

Entstehen und Vergehen ist ein Kreislauf, auf den wir keinen Einfluss haben. Zwar versuchen Menschen heute, ihr Leben möglichst lange aufrecht zu erhalten, indem sie Krankheiten behandeln und sich gut ernähren. Auf ihre Sterblichkeit haben sie aber letztenendes keinen Einfluss.

Was bleibt nach dem Tod?

Viele Geschichten und Vermutungen ranken sich um das, was nach dem Tod kommt. Diese Sache ist Inhalt vieler Religionen. So gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Vermutungen und Meinungen zu diesem Thema. Während manche Menschen davon ausgehen, dass nach dem Tod nichts weiter passiert und man einfach nur aufhört, zu existieren, glauben viele andere an ein Leben nach dem Tod. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Und jeder hat seine Art und Weise, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Im Folgenden möchten wir dir einige Sichtweisen vorstellen.

Reinkarnation

Bei zwei östlichen Religionen (Buddhismus und Hinduismus) ist es so, dass man an die Reinkarnation nach dem Tod glaubt. Reinkarnation bedeutet so viel wie Wiedergeburt. Je nachdem, wie wir unser Leben geführt haben, kommen wir als Menschen oder Tiere wieder auf die Welt. Wie unser nächstes Leben aussieht, hängt von unserem Karma ab. Karma ist sozusagen die Balance zwischen guten und schlechten Taten, die wir begangen haben. So wird das Gleichgewicht im Universum wiederhergestellt und jeder bekommt das, was ihm zusteht.

Ob dieser Glaube nun der Wahrheit entspricht, wissen wir nicht. Sehr viele Menschen glauben aber daran, wiedergeboren zu werden. Ihr Glaube hat damit die gleiche Berechtigung, wie das ewige Leben bei den Christen.

Ewiges Leben

Die meisten Europäer sind Christen. Sie glauben daran, dass Jesus Christus als Sohn Gottes auf die Welt kam, um uns von unseren Sünden zu erlösen. Außerdem glauben Christen, dass sie (wenn sie sich an die Gebote Gottes halten) nach dem Tod das ewige Leben im Himmel führen. Eigentlich ist dieser Glaube den östlichen Reinkarnationstheorien gar nicht so unähnlich. Nur dass Christen nicht an eine Wiedergeburt, sondern das Weiterleben im Himmel glauben.

Das Leben selbst genießen

Es gibt nicht nur Menschen auf der Welt, die an einen Gott oder ein Leben nach dem Tod glauben. Manche gehen davon aus, dass es beides nicht gibt. Sie genießen das Leben in vollen Zügen und machen das Beste daraus. Menschen, die nicht an Gott glauben, nennt man Atheisten. Sie verlassen sich auf das, was die Wissenschaft bisher herausfinden konnte und halten sich an das, was sie selbst sehen, fühlen und erleben. Natürlich haben manche Atheisten Angst vor dem Tod, weil sie nicht an ein Leben danach glauben. Viele sind aber trotzdem mit sich selbst im Reinen und können das Leben auch ohne Glaube genießen.

Ich weiß, dass ich nichts weiß

Als Menschen können wir nichts alles wissen. Wir sind nicht fähig, uns die unendliche Größe des Universums oder seine Entstehung vorzustellen. Was nach dem Tod passiert, entzieht sich ebenfalls unserer Vorstellungskraft. Darum verzichten manche Menschen darauf, sich auf eine bestimmte Glaubensrichtung zu beschränken. Diese Gruppe nennt man Agnostiker. Sie gestehen sich ein, dass sie nicht wissen können, was uns nach dem Leben erwartet oder ob es tatsächlich einen Gott gibt. Im Gegensatz zu den Atheisten gehen sie nicht davon aus, dass wir nur ein Leben haben. Sie beantworten diese Frage niemals für sich selbst, sondern lassen sie einfach offen. Ganz frei nach dem Motto: Man muss nicht alles wissen.

Ebenso wie die Atheisten genießen die Agnostiker ihr Leben, ohne sich von einer Religion in ihrer Lebensführung beeinflussen zu lassen. Manche übernehmen Teile von Naturreligionen oder östlichen Religionen in ihr Leben und leben ihre Spiritualität so auf ganz individuelle Art und Weise aus.

Was wir wissen

Weiter oben hast du über einige Theorien zum Thema Tod gelesen. All diese Geschichten konnten noch nicht bewiesen werden. Denn Menschen, die gestorben sind, können nicht zurück kommen, um uns zu erzählen, was danach kommt. Vieles ist ungewiss. Ein paar Dinge stehen in dieser Hinsicht jedoch fest.

Menschen hinterlassen Spuren

Jeder Mensch hinterlässt seine Fußabdrücke auf der Erde. Unsere Liebsten behalten uns in Erinnerung und erzählen Geschichten über uns weiter, wenn wir nicht mehr auf der Welt sind. Künstler, Musiker, Architekten und Wissenschaftler beeinflussen ihre Nachwelt, auch wenn sie schon lange verstorben sind. Teilweise überdauert das Andenken an die wichtigsten Menschen unserer Geschichte über tausende von Jahren an, ohne dass es in Vergessenheit gerät.

Auf diese Weise bleibt ein Teil von uns auch nach dem Tod erhalten.

Weiterleben in den Nachkommen

Die meisten Menschen gründen irgendwann im Laufe ihres Lebens eine eigene Familie. Sie geben ihre Gene und Erfahrungen an ihre Nachkommen weiter. Denn von Generation zu Generation werden Gene und Wissen an die Jüngsten übertragen Damit leben die Menschen gewissermaßen durch ihre Nachfahren weiter.

Doch auch jene, die keine Kinder gezeugt haben, leben in Form von Erinnerungen in ihrer Nachwelt weiter.

Gedenken im Rahmen von Festen und Bräuchen

Speziell in religiösen Kreisen gedenkt man den Verstorbenen regelmäßig. Gemeinsam werden Gebräuche und Feste zelebriert, die ausschließlich den Verstorbenen gewidmet sind. Wusstest du beispielsweise, dass Halloween deshalb mit gruseligen Dingen in Verbindung gebracht wird, weil es sich dabei um ein Gedenkfest handelt, an dem man die Ahnen ehrt? Das ist ganz ähnlich, wie beim mitteleuropäischen Allerheiligen-Fest. An diesem Tag gehen die Menschen zum Friedhof und denken an ihre Liebsten, die bereits von ihnen gegangen sind. Manchmal werden Gebete gesprochen und mitunter ein paar Tränen vergossen. Denn auch, wenn wir den Verlust dieser Menschen bereits überwunden haben, fehlen sie uns manchmal.

Diese Feste und Bräuche sind ein guter Weg, um mit der Trauer umzugehen. Denn damit schaffen wir einen Platz und eine Zeit für das Gedenken an die Toten. Es ist nur natürlich, dass wir verstorbene Mitmenschen und Haustiere vermissen. Darum brauchen wir Zeit und Raum, um unsere Trauer auszuleben. Das gilt auch dann, wenn der Tod desjenigen schon lange her ist.

Was passiert, wenn man stirbt?

Menschen sterben aus verschiedensten Gründen und auf unterschiedliche Art. Leute, die bereits ein hohes Alter erreicht haben, sterben irgendwann, weil sie zu schwach werden und der Körper seine Funktionen irgendwann nicht mehr aufrechterhalten kann.

Andere sterben, weil sie krank sind. Wenn die Organe nicht mehr richtig funktionieren, kann der Körper auch nicht länger mit allem versorgt werden, was er braucht. Steht das Herz still, kann zum Beispiel kein Blut mehr durch den Körper gepumpt werden.

Unfälle oder übermäßiger Drogenkonsum ziehen ebenfalls viele Todesfälle nach sich. Diese Fälle sind besonders tragisch, weil sie meist unerwartet geschehen.

Nicht immer gehen Menschen unfreiwillig aus dem Leben. Manche nehmen sich selbst das Leben, weil sie so verzweifelt sind, dass sie es nicht länger aushalten. Das geschieht meist nach jahrelanger Depression oder anderen psychischen Erkrankungen. Nicht selten sind diese Menschen einsam und traurig. Sie denken dann, keinen Grund mehr zum Leben zu haben. Sollte dich dieses Thema beschäftigen, so kannst du auch gerne unseren Artikel zum Thema Selbstmord durchlesen.

Wenn wir sterben, hört der Körper auf zu arbeiten. Das, was den Menschen ausmacht, scheint den Körper zu verlassen. Die „Seele“ ist nicht mehr da. Wohin sie geht, das wissen wir nicht. Was wir wissen, ist, dass der Körper als leere Hülle zurückbleibt. Er bewegt sich nicht mehr und ist leblos. Mit der Zeit beginnt er zu zerfallen, um schließlich wieder zu dem zu werden, aus dem er gebaut wird. Irgendwann sind unsere sterblichen Überreste wieder zu Erde geworden und dienen neuem Leben als Grundlage. Auch hier siehst du: Der Tod ist die Bedingung für die Entstehung neuen Lebens.

Je nachdem, welcher Religion du angehörst, hat der menschliche Körper eine andere Bedeutung für dich. Die meisten Menschen sehen ihn nur als Hülle für die Seele an. Sie gehen davon aus, dass die Seele unsterblich ist und möglicherweise sogar in Form eines neuen Menschen wieder auf die Erde kommt.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.

Was bedeutet…

Reinkarnation

Karma

Atheisten

Agnostiker

2) Warum ist der Tod ein Teil des Lebens? Schreibe oder male alle Gedanken, die dir dazu einfallen hier hin.

3) Was denkst du: Wie wird es nach dem Tod weitergehen? Wie stellst du dir das Leben dort vor? Welche Personen, die du einmal gekannt hast, wirst du treffen? Male ein Bild oder schreibe einen Text darüber.

 

Foto: inarik / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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