Dein Baby hat Fieber beim Zahnen? Das solltest Du jetzt tun

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Dein Baby hat gerötetes Zahnfleisch, sabbert auffällig viel, kaut ständig auf irgendetwas herum. Die Wangen sind rot, die Stirn ist warm. Fieber beim Zahnen ist ganz normal, klarer Fall. Denkst Du. Kinderärzte sind inzwischen sicher, dass Fieber für Kinder nicht mit den Zähnen zusammenhängt, sondern grundsätzlich auf eine Infektion hindeutet.

Kommt dann noch Durchfall beim Baby dazu, kannst Du Dir sicher sein: Das liegt nicht an den Zähnen. Trotzdem sind Kinder beim Zahndurchbruch anfälliger und Fieber oft. Aber warum ist das so?

Fieber beim Zahnen? Kommen die Zähne beim Baby durch, kann es für die Eltern ungemütlich werden

Zahnen ist für Dein Baby so unangenehm wie für Dich. Dein Kind ist unruhig, quengelig, weint viel – wenn mit sechs Monaten bis ein Jahr die ersten Zähne durchbrechen, ist das der Normalzustand. Denn die Zähnchen drücken im Kiefer, das Zahnfleisch tut weh, die Schleimhaut im Mund fühlt sich einfach doof an.

Dein Baby versteht natürlich noch nicht, was da genau vor sich geht. Der Mund ist einfach gerade schmerzhaft, und das muss kundgetan werden. Wissenschaftlerinnen der Universität Santa Catarina in Brasilien haben sich Daten in einer Metaanalyse angesehen.

Zehn große Studien wurden verglichen, alle beschäftigen sich mit dem Zahnen beim Baby. Für Fieber beim Zahnen konnten die Wissenschaftlerinnen keine Belege finden. Allerdings geht der Durchbruch der ersten Zähne (meist die Schneidezähne) immer mit gereiztem Zahnfleisch einher.

Es kommt auch zu kleinen Blutungen im Mund, Dein Kind leidet unter stärkerem Speichelfluss. Die Körpertemperatur erhöht sich leicht, aber sie bleibt bei maximal 38° C. Das ist noch kein Fieber.

Symptome sind beim Durchbruch der Vorderzähne stärker

Die Zähne sind beim Baby schon vor der Geburt im Kiefer angelegt. Und zwar sowohl die Milchzähne als auch die bleibenden Zähne. Wann genau die Zähne bei Deinem Baby anfangen zu wachsen, um schließlich durch das Zahnfleisch nach außen zu brechen, ist individuell verschieden.

Der Zeitpunkt des ersten Zahns hat mit der Intensität der Symptome auch nicht nichts zu tun. Allerdings scheinen die Vorderzähne, also die Schneidezähne und Eckzähne, Deinem Kind mehr Probleme zu bereiten als die Backenzähne. Und tatsächlich stellen viele Eltern fest, dass die neuen Zähne beim Baby oft mit Infekten verbunden sind.

Die Wissenschaftlerinnen in Brasilien stellten allerdings auch fest, dass das Fieber beim Zahnen tatsächlich nicht von den Zähnen ausgelöst wird, sondern von der meist von Viren verursachten Infektion.

Dabei kann es sich um einen Durchfall beim Baby handeln, kann aber auch die Atemwege betreffen. Einige Viren können sowohl Erkältungskrankheiten als auch Durchfall beim Baby auslösen, gegebenenfalls sogar beides gleichzeitig.

Veränderte Lebenssituation ab etwa 6 Monaten beim Baby

Wenn später die Backenzähne Deines Babys durchbrechen, nimmt Dein Kind das vermutlich recht locker. Fieber haben die Kinder nun nicht mehr, aber sie sind manchmal etwas übellaunig und wirken gestresst. Infektionen sind selten.

Man erklärt sich das mit dem Alter. Die ersten Zähne sind beim Baby mit etwa sechs bis acht Monaten da. Das ist die Zeit, in der der Nestschutz langsam nachlässt. Das Immunsystem des Kindes lernt, alleine mit den gängigen Erregern klar zu kommen.

Weil Du mit Deinem Baby ab diesem Alter häufiger ausgehst, kommt es mit einer Vielzahl vorher unbekannter Erreger in Kontakt. Das Immunsystem lernt den Umgang mit Erregern, indem es sie bekämpft – Fieber, leichter Durchfall und eine nasse Nase, Husten und tränende Augen sind normal.

Sie sind ein Zeichen, dass das Immunsystem seine Arbeit verrichtet. Hilfe braucht das Immunsystem dabei erst, wenn das Fieber (beim Zahnen wie auch zu anderen Zeitpunkten) auf über 39° C steigt oder Dein Kind über mehrere Tage Durchfall hat. Durchfall ist für das Baby gefährlich, denn der kleine Körper dehydriert sehr schnell.

Im Alter von zwölf bis sechzehn Monaten ist der Zauber dann vorbei: Dein Baby hat ein starkes eigenes Immunsystem aufgebaut, es hat die gängigsten Erreger kennengelernt und besiegt. Und die Vorderzähne sind auch da.

Wenn jetzt die Backenzähne wachsen, kommt es nicht mehr zu Fieber beim Zahnen. Die Temperatur kann noch etwas erhöht sein, aber viel mehr bemerken die meisten Kinder nicht. Übrigens ist statistisch gesehen immer genau einen Tag vor dem sichtbaren Durchbruch eines neuen Zahns die Körpertemperatur erhöht!

Fieber ist beim Zahnen nicht zu erwarten, aber andere Symptome

Es gibt ein paar Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Dein Kind Zähne bekommt. Allerdings zeigen nicht alle Kinder diese Symptome, und sie sind auch nicht bei jedem Kind (und jedem Zähnchen) gleich stark ausgeprägt. Wenn Dein Kind sehr viel sabbert, ständig Speichelfluss hat, dann kann das am Zahnen liegen.

Denn der neue Zahn drückt auf die Schleimhaut und das Zahnfleisch. Das regt (wie Nahrungsmittel, die im Mund gefühlt werden) den Speichelfluss an. Möglicherweise regt dieser vermehrte Speichelfluss auch die Produktion von Magensäure an, die vermehrt in den unteren Verdauungstrakt gelangt.

Das wiederum kann zu einem etwas verdünnten Stuhlgang sorgen. Die Haut mag die Säure im Stuhl nicht und reagiert gegebenenfalls mit Rötungen. Stehen Zähne beim Baby knapp vor dem Durchbruch, dann ist das Zahnfleisch sehr empfindlich.

Essen kann schwierig sein, Dein Kind will häufig auf Dingen herumreißen. Warme Speisen verweigert es vielleicht und steckt lieber seine eiskalten Finger in den Mund. Das kühlt das geschwollene und gereizte Zahnfleisch, das oft auch leicht wund oder entzündet ist. Ein gekühlter Beißring verschafft Deinem Kind jetzt Erleichterung.

Übellaunigkeit ist normal

Auch ohne Fieber beim Zahnen sind die meisten Kinder jetzt sehr quengelig. Sie sind gereizt, weinen viel und wachen nachts oft auf. Eine generelle Unleidlichkeit ist normal, wenn die Zähne beim Baby durchbrechen.

Die Übellaunigkeit ist auf die Schmerzen im Mund zurückzuführen, vielleicht auch auf den arg grummelnden Verdauungstrakt, der mit zu viel Speichel und vielleicht wenig Nahrung nicht so gut klarkommt. Dein Baby wirkt beim Zahnen nicht glücklich, das ist normal.

Wenn das Zahnfleisch wund und geschwollen ist, massiert Dein Kind es gerne beim Kauen. Früher hat man den Kindern ein Stück hartes, altes Brot zum Weichkauen gegeben, heute verschaffen gekühlte, genoppte Beißringe Linderung.

Wenn Dein Baby sehr unleidlich ist, immer bei Dir sein will und Körperkontakt braucht, kannst Du auch Deinen Finger reinigen und Dein Baby darauf herumkauen und nuckeln lassen. Aber Vorsicht: Kinder haben viel Kraft im Kiefer, und Dein Baby will Dir nicht weh tun.

Unruhiger Schlaf gehört dazu

Weil das Zahnen für das Baby so eine anstrengende Zeit ist und es kaum entspannen kann, hat es vermutlich auch Durchschlafprobleme. Viele Kinder wachen alle halbe Stunde oder Stunde auf, träumen schlecht und sind im Schlaf unruhig. Gleichzeitig werden die Essgewohnheiten umgestellt, denn jetzt muss ständig gekaut und gebissen werden.

Im Alter von sechs bis zwölf Monaten, wenn die ersten Zähne beim Baby durchbrechen, macht es auch massive geistige Entwicklungen durch. Es wird neugieriger, will vielleicht Dein Essen probieren.

Die erste Beikost in größeren Mengen kann auch zu Durchfall beim Baby führen, denn der Verdauungstrakt muss mit den ungewohnten Mengen neuer Nahrungsmittel erst einmal zurecht kommen.

Das solltest Du zum Thema Zähne und Baby wissen

  • Fieber beim Zahnen hängt nicht mit dem Zahnen zusammen, sondern mit Infektionen.
  • Wenn die ersten Zähne beim Baby durchbrechen, lässt der Nestschutz langsam nach. Dein Kind wird anfälliger für Infektionen, und die gehen mit Fieber einher.
  • 1/3 aller Babys zeigt beim Durchbrechen der Zähne keine Symptome, 2/3 der Kinder haben eine erhöhte Temperatur.
  • Bei einer Körpertemperatur von bis zu 38,9° C spricht man von erhöhter Temperatur. sTeigt die Körpertemperatur darüber, handelt es sich um Fieber.
  • Durchfall beim Baby wird nicht von den Zähnen ausgelöst. Hat Dein Kind Durchfall, kann das auf eine Infektion oder eine Allergie zurückzuführen sein. Ein Kinderarzt sollte sich das ansehen.
  • Hat Dein Baby eine erhöhte Körpertemperatur von bis zu 38,5° C, musst Du nichts tun. Erst darüber solltest Du einen Kinderarzt um Rat fragen und gegebenenfalls das Fieber senken. Achte darauf, dass Dein Baby genug trinkt!
  • Beim Zahnen ist das Baby ganz versessen darauf, sich alles mögliche in den Mund zu stecken und darauf zu beißen. Nicht alles ist sauber – Infekte des Verdauungstrakts können jetzt sehr leicht entstehen. Hilf Deinem Baby und biete ihm einen desinfizierten Beißring an. Ist der Po wund, weil Dein Baby Durchfall hat, kannst Du die Haut mit Lanolin behandeln.

Beim Zahnen kannst Du das Baby unterstützen: Tipps, wie Du Deinem Baby hilfst

Wie kannst Du Deinem Baby die Zeit des Zahndurchbruchs erleichtern? Zahnen macht beim Baby Kaulust. Das darfst Du unterstützen. Früher war der erste durchbrechende Zahn das Zeichen, dass die Kinder nicht mehr ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden mussten, sondern auch vorsichtig die erste „feste“ Nahrung probieren durften.

Heute geht die Tendenz dahin, den ersten Brei schon im Alter von vier Monaten zu füttern. Warum eigentlich? Wenn Dein Kind zahnt und dabei viel kauen und beißen will, darf es gut verträgliche und ungewürzte Lebensmittel der Erwachsenen bekommen.

Beobachte Dein Kind, damit Du bei einem Verschlucken und Hustenanfall sofort helfen kannst. Weichgekochte Nudeln und Kartoffeln (ungewürzt und ungesalzen) kann Dein Kind genauso essen wie ein ohne Zusätze gebackenes Brot.

Wenn Dein Kind gerne auf harte Sachen beißt, darfst Du das Brot auch ein paar Tage liegen und hart werden lassen. Du solltest Deinem Kind aber keine Lebensmittel wie Möhren oder Äpfel geben, von denen beim Daraufbeißen Stücke abbrechen. Dein Baby könnte sich daran verschlucken.

Viele Kinder mögen jetzt auch Beißringe, die im Kühlschrank gelegen haben. Das ist ein bisschen stressig, weil der Ring schnell wieder warm wird und Dein Baby dann vermutlich einen weiteren, gekühlten Ring fordert – die kalte Massage auf dem Zahnfleisch tut dem Kind aber gut.

Das Wichtigste ist Deine Nähe

Sei in dieser anstrengenden Zeit für Dein Baby da. Dein Kind braucht Dich jetzt. Du kannst ihm die Schmerzen zwar nicht nehmen, aber Dein Baby fühlt sich wohler, wenn es Körperkontakt zu Dir haben darf. Ein Tragetuch oder eine Komforttrage sind jetzt hilfreich.

Durchfall beim Baby solltest Du ernst nehmen: Sorge immer für ausreichend Trinken. Ist der Po wund, darf Dein Baby beim Wickeln auch gerne mal eine halbe Stunde ohne Windel auf einem Handtuch in der warmen Wohnung strampeln.

Denn ohne Windel kann die Haut an der Luft trocknen, sie heilt dann besser. Heilwolle in der Windel und Lanolin helfen, die Haut vor dem scharfen Urin und dem aggressiven Stuhl zu schützen.

Wenn die Haut nicht verheilen will, kannst Du Dein Baby beim Wickeln auch mit kühlem Schwarztee abtupfen anstelle eines Feuchttuchs. Die Gerbstoffe im grünen und schwarzen Tee helfen der Haut, widerstandsfähiger zu werden und lassen sie abheilen.

Dauert der Durchfall beim Baby an oder will Dein Kind nicht trinken, solltest Du einen Kinderarzt konsultieren. Erhöhte Temperatur muss nicht behandelt werden, aber Fieber beim Zahnen ist ein Grund, Deinen Kinderarzt aufzusuchen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn das Fieber beim Zahnen mit anderen Beschwerden wie Durchfall beim Baby, Husten oder Schnupfen einhergeht.

Fazit

Das Durchbrechen der ersten Zähne ist für Dein Baby eine unangenehme Zeit. Deshalb ist es gestresst, schläft schlecht und sucht Deine Nähe. Einen Tag, bevor der Zahn durchbricht, ist die Körpertemperatur Deines Babys etwas erhöht – Fieber hat es beim Zahnen aber nicht.

Fiebert Dein Baby oder hat es Durchfall, leidet es an einem Infekt. Dann solltest Du den Kinderarzt aufsuchen.

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