Dein Baby schreit abends? Das könnte dahinter stecken

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Das Leben mit einem Baby ist voller Überraschungen und Herausforderungen. Trotz der riesigen Freude, nun ein neues Familienmitglied unter Euch zählen zu können, ist der Alltag mit einem Baby nicht immer nur rosig.

Über den Wachstumsschub bei Babys informiert zu sein, hilft Dir, Dein Baby besser zu verstehen. Außerdem kannst Du Euch beiden, Mutter und Kind, leichter über diese herausfordernden Zeiten hinweghelfen.

In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du in Sachen Wachstumsschub bei Babys wissen solltest.

Was versteht man eigentlich unter einem Wachstumsschub beim Baby?

Ein Wachstumsschub beim Baby ist ein begrenzter Zeitraum, über welchen die Entwicklungsgeschwindigkeit Deines Babys deutlich zunimmt. Natürlich entwickelt sich Dein Baby jeden Tag weiter, aber während dieser Phase geschieht dieser Prozess sehr viel schneller.

Die Bezeichnung Wachstumsschub kann irreführend sein, denn auch wenn Dein Baby etwas an Körpergröße und Kopfumfang gewinnt, macht besonders die geistige und motorische Entwicklung in diesem Zeitraum immense Sprünge.

Wann erfolgt ein Wachstumsschub bei Babys und wie lange dauert er?

Babys erleben mehrere Wachstums- bzw. Entwicklungsschübe in den ersten Lebensmonaten. Jedes Kind ist anders, aber in der Regel dauern diese Schübe ein bis zwei Wochen. Wir listen Dir hier nachfolgend die wichtigsten Phasen und neuen Fähigkeiten Deines Babys nach solchen Schüben auf. Bei Früh- oder Spätgeborenen kann sich der Kalender etwas verschieben.

1. Wachsstumsschub um die 5. Woche

Dein Baby ist plötzlich aufmerksamer und interagiert direkter mit seiner Umgebung. Es lächelt, gluckst vor Freude und reagiert auf neue Gegenstände und Lebewesen. Körperlich kannst Du ebenfalls neue Fertigkeiten feststellen. Die Atmung wird regelmäßiger und Dein Baby verschluckt sich nicht mehr so oft. Auch das Bäuerchen gelingt schneller.

2. Wachsstumsschub um die 8. Woche

Mit zwei Monaten beginnt so maches Baby, laut zu lachen. Gegenstände und Lebewesen verfolgt es nun sogar mit dem Blick. Dein Baby spielt mit seinen Händchen und versucht, nach Dingen zu greifen.

Hört es ein unbekanntes Geräusch, dann dreht es den Kopf und sucht nach der Geräuschquelle. Wenn Dein Baby auf dem Bauch liegt, kann es den Kopf einige Sekunden aufrecht halten.

3. Wachsstumsschub um die 12. Woche

Die zwölfte Woche ist wahrscheinlich der Beginn intensiver Kommunikation zwischen Dir und Deinem Baby. Es zeigt offen seine Begeisterung, strampelt vor Freude, reagiert auf Begrüßungen und interessiert sich verstärkt für alles Neue in seiner Umgebung.

In Bauchlage ist es nun fähig, sein Köpfchen zu tragen, und seine Händchen sind stark genug, um Gegenstände kurzzeitig festzuhalten.

4. Wachsstumsschub um die 19. Woche

Um die 19. Woche wirst Du feststellen können, dass dieser Wachstumsschub dem Baby sehr viele neue mentale und körperliche Fähigkeiten gibt.

Es konzentriert sich jetzt sehr viel länger auf Dinge, Tiere und Menschen, kann anderen über eine größere Zeitspanne hinweg fasziniert bei ihren Aktivitäten zusehen, sucht nach Gegenständen, die sich außerhalb seines Blickfeldes befinden und reagiert auf sein Spiegelbild.

In Bauchlage kann es jetzt sogar die Arme nach vorne strecken. Es versteht einfache, immer wiederkehrende Fragen und Sätze.

5. Wachstumsschub um die 26. Woche

Der 5. Wachstumsschub ist für viele Babys ein regelrechter Meilenstein in ihrer sozialen Entwicklung. Sie reagieren nun auf ihren Namen und lenken bewusst die Aufmerksamkeit ihres Umfelds auf sich, zum Beispiel indem sie Babyspielzeug zu Boden werfen oder durch absichtliches Husten.

Die Motorik hat sich ebenfalls deutlich verbessert. Sie können einen zweiten Gegenstand in die andere Hand nehmen, ohne den ersten dabei fallen zu lassen. In Bauchlage heben Babys gleichzeitig Arme, Beine und Kopf.

6. Wachstumsschub um die 37. Woche

Nach dem sechsten Wachstumsschub kann das Baby durch die Wohnung krabbeln, kennt die Bedeutung des Wortes ‚Nein‘ und präsentiert seinen erstaunten Eltern die ersten Wutausbrüche, wenn es frustriert wird.

In diesem Alter ist es fähig, aus Fehlern zu lernen. Verbrennt es sich beispielsweise an einem Kerzendocht, wird es danach respektvoll einen großen Bogen um alle Kerzen im Haus machen.

7. Wachstumsschub um die 46. Woche

Nach diesem Wachstumsschub können Babys im Schnitt fünf verschiedene Wörter sagen, auch wenn die Eltern die einzigen sind, die sie verstehen. Zum Krabbeln kommt nun die Fähigkeit des Kletterns hinzu.

Nicht selten findet man sein Baby in dieser Phase am Morgen außerhalb seines Babybetts. Um Unfälle zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, ihm den Weg aus dem Bett zu ebnen und zwei oder drei Gitterstäbe zu entfernen.

8. Wachstumsschub um die 55. Woche

Der letzte Wachstumsschub für Babys geschieht um die 55. Woche, etwas nach dem 1. Geburtstag. Dieser Wachstumsschub befördert Dein Baby langsam aber sicher ins Kleinkindalter.

Die Kinder lernen nun Laufen, interessieren sich für Bilderbücher, ahmen die Erwachsenen nach und machen alle möglichen Experimente, welche für ihre Entwicklung unentbehrlich sind – beispielsweise Apfelmus von der Tischdecke essen! Solche Experimente können für die Eltern im Alltag allerdings nervenraubend sein.

Vermehrtes Weinen und andere unangenehme Symptome bei Wachsstumsschüben

Du siehst, Wachstumsschübe sind für Dein Kind unentbehrlich. Sie gehören zu seiner normalen Entwicklung. Doch, wie bereits erwähnt, werden diese sehr positiven Entwicklungsschübe von mehr oder weniger angenehmen Begleiterscheinungen gekürt:

Dein Baby schreit abends mehr, es scheint nervös und ständig unzufrieden, hat Probleme einzuschlafen, wacht nachts häufiger auf, möchte öfter an die Brust oder braucht ein Fläschchen mehr, um satt zu werden.

Es klammert sich an Dir fest, erschrickt vor scheinbar normalen Gegenständen und beim Anblick neuer Gesichter. Diese Symptome sind völlig normal und erklären sich leicht: Dein Kind ist körperlich müde und hat mehr Hunger, denn die neuen motorischen Fertigkeiten, die es an den Tag legt, kosten viel Kraft.

Außerdem muss es alle neuen Eindrücke, die es aufgrund seiner geistigen Reife erlangt, nun erst einmal verarbeiten. Dein Kind spürt genau wie Du, dass sich die Dinge in seiner Wahrnehmung ändern. Dieses neue Bewusstsein macht es nervös und unsicher. Es braucht nun verstärkt Deine Aufmerksamkeit und Zuneigung.

Beim Wachstumsschub dem Baby und sich selbst helfen

Wie kannst Du nun Deinem Baby helfen, wenn es abends nicht einschlafen möchte oder ständig schreit? Das Allerwichtigste ist ohne jeden Zweifel Dein Verständnis für seinen ungewohnten Zustand.

Denn natürlich weißt Du, dass Dein Baby Dich nicht absichtlich seinen Stimmungsschwankungen aussetzt. Ein quengelndes Baby ist entweder müde, überfordert, krank, hat Hunger, Durst, irgendwo Schmerzen oder eine volle Windel.

Und beim Wachstumsschub sind Babys eben meist müde, geistig überfordert und haben Hunger. Je ruhiger und gelassener Du selbst mit dem quengeligen Verhalten Deines Babys umgehst, desto schneller wird es sich wieder entspannen.

Denn Dein KInd ist eng mit Dir verbunden und saugt all Deine negativen Emotionen wie ein Schwamm auf. Deshalb solltest auch Du in dieser Zeitspanne besonders auf Dich achten und Dir die nötige Entspannung gönnen.

Hier findest Du ein paar einfache Tipps und Tricks, wie Du Dein Mutter-Kind-Schiff souverän durch die Wogen der Wachstumsschübe manövrierst:

  • Körpernähe
  • Aufmerksamkeit
  • Nahrung
  • Auszeit für die Mutter

Körpernähe

Beim Wachstumsschub ist jedes Baby anhänglicher. Seine neuen Entdeckungen und Wahrnehmungen verunsichern es, und Dein Baby verlangt nun Körpernähe. Nimm es so oft wie möglich in den Arm und trage es durch die Wohnung.

Ein Tragetuch ist in Schubphasen besonders praktisch, so kannst Du gleichzeitig Deinen gewohnten Aktivitäten nachgehen. Auch unterwegs fühlt sich Dein Kind so geborgener. Lass den Kinderwagen über diese Zeitspanne ganz zu Hause oder nutze ihn seltener, nur dann, wenn Dir Dein Kind zu schwer wird.

Ein Wachstumsschub beim Baby ist auch die richtige Zeit, mal eine Ausnahme zu machen. Vielleicht schläft Dein Kind normalerweise in seinem eigenen Zimmer. Nun wacht es aber nachts ständig auf und schreit nach Dir.

Dann ist es weder eine Schande, noch ein Erziehungsfehler, ein paar Tage lang ein Beistellbett ins Schlafzimmer zu stellen. So spürt es nachts Deine Nähe und wacht nicht mehr so oft auf. Es schläft auch schneller wieder ein, was für alle Familienmitglieder von Nutzen ist.

Aufmerksamkeit

Wie Du bereits weißt, ist ein Wachstumsschub für Babys eine Zeit der Unsicherheit. Ihre Wahrnehmung der Welt ändert sich und somit auch ihr Verhältnis zur Umwelt. Gerade jetzt ist es für Dein Baby wichtig, zu spüren, dass es noch immer seinen Platz hat, dass es in Deinem Bewusstsein existiert.

Deshalb wird es nun öfter Deine Aufmersamkeit auf sich lenken wollen. Reagiere positiv auf dieses Bedürfnis und Du wirst sehen, Dein Kind wird den Tag über ruhiger und ausgeglichener sein.

Manchmal genügt schon ein sanfter Blick, ein wohlwollendes Lächeln oder ein liebes Wort, damit sich Dein Baby wieder wohl fühlen kann. Auch ein paar einfache Fingerspiele funktionieren prima.

Nahrung

Damit der Wachstumsschub des Babys so entspannt wie möglich verlaufen kann, solltest Du auch daran denken, dass es nun mehr Nahrung braucht. Für stillende Mütter kann das häufigere Anlegen am Anfang etwas schmerzhaft und energieraubend sein.

Viele Mütter haben auch das Gefühl, nicht genug Milch zu haben. Der Körper passt sich aber meist schnell an die neuen Bedürfnisse des Babys an. Durch das öftere Anlegen steigt die Milchproduktion ganz von selbst.

Für Babys, die Milchpulver oder schon festere Nahrung zu sich nehmen, sollte man ebenso auf den Appetit des Babys vertrauen. Ist es nach der gewohnten Menge unzufrieden und verlangt nach mehr, kommt das höchstwahrscheinlich vom Wachstumsschub. Denn ein Baby isst nie mehr als es benötigt.

Auszeit für die Mutter

In dieser anstrengenden Zeit ist es überaus wichtig, dass Du Deine eigenen Batterien regelmäßig auflädst. Auch die noch so geduldige Mutter wird durch das viele Weinen, Quengeln und Unzufriedensein ihres Babys irgendwann so zermürbt, dass sie eine Auszeit braucht.

Übergib Dein Kind abends mal dem Papa oder der Oma und geh mit Freundinnen ins Kino oder Essen. Du brauchst deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben. Eine gute Mutter sein, bedeutet auch, ab und zu für sich selbst zu sorgen, um wieder mit frischen Kräften fürs Kind da sein zu können.

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Stillkissen

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Wickeltaschen

Eine Wickeltasche bietet Dir viel Stauraum, damit Du auch unterwegs alles Dabei hast, was Du für Dein Baby brauchst – von der Wickelauflage bis hin zum Fläschchen.

Pucksack

Ein Pucksack gibt Deinem Baby das Gefühl von Geborgenheit, wie im Mutterleib, und unterstützt so einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

Fahrradanhänger

Fahrradanhänger können in Kombination mit einer Babyschale schon kurze Zeit nach der Geburt benutzt werden. Sie sind nicht nur sicherer als Kindersitze sondern auch komfortabler.

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Das erste Bett begleitet dein Kind Jahre lang. Zum Glück gibt es Betten, die mit deinem Kind mitwachsen. Ich habe mich für Dich auf die Suche nach den 5 besten Babybetten gemacht.

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Beistellbetten sind sehr praktisch und bieten sowohl Mutter als auch Baby jede Menge Vorteile, denn für Babys ist es vor allem in den ersten Lebensmonaten beruhigend neben den Eltern schlafen zu können.

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