Dein Baby spuckt viel? Das könnte dahinter stecken

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Baby spuckt viel – das findet manche junge Mutter alarmierend. Vor allem dann, wenn es häufiger vorkommt. Wir erklären, wie Du merkst, wann ständiges Aufstoßen auf ernsthafte Probleme hindeutet. Aber was ist normal und ab welchem Zeitpunkt sollte man sich Gedanken machen?

Außerdem erfährst Du alles über die Ursachen des Phänomens Speikind und wie Du damit am besten umgehst.

Baby spuckt viel – vor allem nach dem Stillen

Es ist ein häufiges Phänomen der ersten Monate: Dein Baby spuckt viel nach dem Stillen. Scheinbar gibt es dabei die gesamte Nahrung wieder von sich. Das kann mit dem berühmten Bäuerchen geschehen oder auch völlig unvermittelt.

Junge Mütter erschrecken dann, weil sie sich zu Recht um ihr Kind sorgen. Denn wer die Nahrung immer wieder ausspuckt, bekommt vielleicht nicht genug davon. Zunächst solltest Du darum klären, was Dein Kind überhaupt ausspuckt – und wie viel davon.

Gibt es begleitende Anzeichen für eine Krankheit? Oder hast Du vielleicht ein sogenanntes Speikind? Letzteres spuckt sein Essen wieder aus, ohne damit größere Probleme zu haben. Keine Angst: Dann bekommt Dein Kind auf jeden Fall genug zu essen! Auch ständiges Aufstoßen muss kein Anzeichen für eine Krankheit sein.

Baby spuckt viel bei Aufstoßen und Husten

Läuft dem Neugeborenen nach dem Stillen etwas Nahrung aus dem Mund, dann ist das ganz normal: Das betrifft über die Hälfte aller Neugeborenen! Sie haben einfach noch nicht die Anatomie, welche den Rückfluss der Nahrung verhindert.

Nicht alle davon werden zu sogenannten Speikindern, aber immer noch gut 40 Prozent. Die sind es dann, welche unerfahrene Eltern regelmäßig in Angst versetzen. Dabei gibt es einen uralten Spruch: Speikinder sind Gedeihkinder! Das heißt, dass diese Kinder extra gut gedeihen sollen.

Besonders bei Frühchen heißt es oft: Dieses Baby spuckt viel! Jedoch verliert sich das Phänomen, wenn die Kinder auf festere Nahrung umsteigen. Mit etwa sechs Monaten schwindet die Erscheinung rapide.

Im Alter von 10-12 Monaten sind aber nur noch 5 % aller Kinder echte Speikinder. Nur sehr selten bleibt die Erscheinung ohne krankhafte Ursache länger erhalten.

Baby spuckt viel in diesen Situationen

  • Während oder nach dem Füttern
  • Beim Husten
  • Beim Schreien
  • Beim Aufstoßen (Bäuerchen)

Tipp: Kippe einmal 100 ml Wasser auf einen Tisch. Dann bekommst Du ein Gefühl dafür, welche Mengen Dein Kind tatsächlich spuckt! Es hilft Dir somit, normales von krankhaftem Spucken zu unterscheiden. Normal sind wenige Milliliter, häufig nur etwa ein Löffel voll Milch.

Das sind die Ursachen dafür, dass Dein Baby viel spuckt

Besonders in den ersten Monaten entwickelt sich Dein Kind in raschem Tempo. Dann wächst auch der Magen, was klar ist, denn er muss verhältnismäßig viel Nahrung aufnehmen. Hat er kurz nach der Geburt noch die Größe einer Haselnuss, wächst er in den kommenden Wochen zur Größe eines Hühnereis heran.

Erst mit ungefähr 15 Monaten ist der Magen groß genug, um wirklich immer die ganze Nahrung aufzunehmen. Das erklärt, warum die meisten Spuckkinder jünger als 15 Monate sind. Die Speiseröhre verfügt über einen eigenen Schließmuskel, welcher sie vom Magen trennt.

Wissenschaftlich korrekt heißt er Ösophagussphinkter. Voll ausgebildet sorgt er dafür, dass die Nahrung nicht wieder dahin zurückfließt, wo sie herkommt. Dieser Muskel funktioniert anfangs noch nicht gut, deshalb kann es zum Spucken kommen. Häufig kommt beim Aufstoßen ein Teil der Nahrung einfach wieder heraus.

Baby spuckt viel Milch nach Stillen – die Ursachen im Überblick

  • Zu kleiner Magen
  • Schließmuskel an Speiseröhre funktioniert noch nicht richtig
  • Zu viel und zu hastig getrunken – Luft verschluckt
  • Krankheitsbedingter Reflux

Reflux heißt Rückfluss. Der Magen kann das nur schwer verhindern, wenn er noch klein und zu wenig entwickelt ist. Dann ist Spucken sogar ein Zeichen dafür, dass Dein Kind gut getrunken hat.

Ärzte trennen hier zwei Arten von Reflux: den funktionellen Reflux, also den normalen bei Speikindern. Außerdem gibt es den sekundären Reflux, der eine andere Ursache hat: Dahinter steckt immer eine andere Erkrankung.

Aufstoßen und Spucken: Baby spuckt geronnene Milch

Besonders bei sehr kleinen Babys musst Du Dir aber im Normalfall wenig Sorgen machen. Bekommen Babys noch keine Beikost, spucken sie bis zu zwei Stunden nach dem Füttern nur geronnene Milch. D

ie ist nahezu ph-neutral und greift somit die Speiseröhre nicht an. Unangenehme Säuren bekommt der Mageninhalt erst später, wenn also nicht mehr ausschließlich Muttermilch oder Pulvermilch gefüttert wird.

Aufstoßen oder Reflux: Wann wird es gefährlich?

Erst später wird die Magensäure aggressiv. Das ist genau der Grund, weshalb sie auch beim Aufstoßen nicht in die Speiseröhre hochsteigen sollte. Deshalb besitzen wir überhaupt dort einen Schließmuskel. Funktioniert der nicht richtig, kommt es zur Reizung der Speiseröhre. Der Fachausdruck dafür lautet gastroösophagealer Reflux.

Die Folge: Rötungen, Schwellungen, die zu Schmerzen führen. Das kann auch beim frühkindlichen Aufstoßen passieren. Dein Kind äußert dann sein Unbehagen, indem es vermehrt schreit. Zudem wird es die Nahrung verweigern oder deutliche Probleme beim Schlucken haben.

Dann hilft erneut der Arzt: Nach Klärung der Ursachen verschreibt er Deinem Kind Medikamente, welche die angegriffenen Schleimhäute beruhigen. Der Arzt wird auch feststellen, ob Dein Kind nicht doch an einem therapiebedürftigen Reflux leidet. Er untersucht auch, ob ständiges Aufstoßen krankhaft ist.

Dein Baby spuckt viel? Nur selten ist es die Refluxkrankheit

Reflux hat also immer einen Grund. Im Normalfall ist er entwicklungsbedingt und vergeht mit der Zeit. Doch es gibt Fälle, die eine andere Erkrankung anzeigen. Zum Beispiel kann Reflux Anzeichen für Entwicklungsprobleme im Magen-Darm-Trakt sein.

Oder Dein Kind verträgt bestimmte Nahrungsmittel nicht. Baby spuckt nach Pre-Nahrung kann deshalb ebenso vorkommen wie bei bestimmter Beikost für ältere Babys. Selbst Erkrankungen der Lunge können den Reflux auslösen. Hier gilt ebenfalls: Geh mit Deinem Kind zum Arzt und lass es untersuchen!

Baby spuckt: Ständiges Aufstoßen noch normal?

Aufstoßen ist nur dann normal, wenn es nicht permanent erfolgt. Das Bäuerchen kommt ja beim Essen oder danach – später muss es aber aufhören. Unterscheide zudem auch ständiges Aufstoßen vom Erbrechen! Kommt es vermehrt zu schwallartigem Erbrechen, ist das kein ständiges Aufstoßen mehr und erfordert einen Arzt!

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Wann hört das Spucken auf?

Es kann bis zu fünfzehn Monate dauern, in wenigen Fällen auch bis nach dem zweiten Geburtstag. Es braucht also ein bisschen Geduld. Zur Beruhigung: Meistens hat sich das Problem dann erledigt, wenn Dein Kind aufrecht sitzen kann. Viele Kinder lassen auch mit Beginn der Beikost vom Spucken ab.

Aktive Kids können später noch einmal in eine zweite Spuckphase verfallen. Nämlich dann, wenn sie zu krabbeln beginnen und sich oft auf dem Bauch bewegen: Das sorgt für verstärkten Druck auch auf den Magen, was kurz nach dem Essen zum altbekannten Spucken führen kann.

Baby spuckt viel Wasser beim Aufstoßen: Aus mehreren Gründen kann die Flüssigkeit, welche Dein Kind spuckt, wässrig sein. Fruchtwasser erbrechen einige Neugeborene, auch das ist kein Grund zur Sorge. Ist Dein Kind schon älter, kann es einfach viel Speichel geschluckt haben, der nun wieder rauskommt.

Du hast ein Speikind? Das kannst Du tun

Was viele junge Mütter vergessen: Achte auch auf Dich! Weniger Wäsche bedeutet mehr Gelassenheit und auch mehr Zeit für Dein Kind. Plane darum stets Folgendes mit ein:

  • Lege ein extra Tuch im Bettchen unter den Babykopf, dann schützt Du die Bettwäsche.
  • Ein weiteres extra Tuch über Deiner Schulter schützt Deine Kleidung, falls beim Bäuerchen was mitkommt.
  • Nimm dem Baby nicht gleich nach der Mahlzeit das Lätzchen ab!

Wie Du Dein Kind richtig fütterst

Mache eine Pause nach spätestens zehn Minuten. Wechsele dabei die Brust und gib dem Baby so eine Chance, eventuell verschluckte Luft loszuwerden. Fördere also die Chance, ein Bäuerchen zu machen, auch während des Stillens. Ständiges Aufstoßen kann auch ein Zeichen dafür sein, dass Baby einfach zu viel Luft im Bauch hat.

Wie Du ganz entspannt stillst, erfährst Du hier: Stillkissen Test für ein entspannteres Stillen

So kann es zu vermehrtem Spucken kommen

  • Wenn Dein Kind zu hastig trinkt und Luft mit aufnimmt.
  • Wenn Dein Kind durch hektische Umgebung beunruhigt ist. Sorge immer für Ruhe beim Stillen!
  • Wenn zu viel Milch auf einmal fließt. Streiche die Brust etwas aus vor dem Stillen! Fütterst Du mit dem Fläschchen, achte auf ein nicht zu großes Saugloch.
  • Wenn die Position nicht stimmt. Liegt das Baby zu tief, kommt es vermehrt zum Spucken. Halte es aufrechter und richte es zwischendurch immer mal wieder ganz auf!

Clusterfeeding kann helfen

Clusterfeeding ist der häufigere Wechsel zwischen den verschiedenen Stillpositionen. Das führt dazu, dass Dein Kind in jeder Position weniger lange gefüttert wird. Der Vorteil: Durch vermehrte Pausen bekommt der kleine Magen Gelegenheit, die ganze Menge an Nahrung zu fassen und in den Pausen zu verdauen. Eine bewährte Methode besonders für den Abend!

Braucht mein Kind Anti-Reflux-Nahrung?

Anti-Reflux-Nahrung wird abgekürzt AR-Nahrung. Dabei handelt es sich um Spezialnahrung, welche Dein Kind normalerweise nicht braucht. Auch dann nicht, wenn es vermehrt spuckt! Sollte das doch der Fall sein, wird der Kinderarzt Dir das sagen.

AR-Nahrung ist besonders angedickt. Die sämige Konsistenz soll den Reflux verhindern, daher auch der Name. Bindemittel sind etwa Stärke oder Johannisbrotkernmehl. Deshalb kann es bei dieser Ar Nahrung vermehrt zu Verstopfung kommen – ebenso wie zu unerwünschter übermäßiger Gewichtszunahme.

Dein Baby spuckt viel? Achte auf diese Tipps und Hausmittel

  • Wickle Dein Kind vor dem Stillen.
  • Unterlasse direkt nach dem Stillen sportliche Spiele wie etwa „Hoppe, hoppe Reiter“.
  • Gönne Deinem Baby auch danach Ruhe und sorge dafür, dass die Verdauung richtig funktionieren kann.
  • Ständiges Aufstoßen? Probier einmal ein warmes Kirschkernkissen: Das hilft, den Babybauch zu entspannen.
  • Achte auf ausreichend Flüssigkeit, etwa mit verdünntem Apfelsaft oder Kamillentee!

Dein Baby spuckt viel und nimmt nicht zu

Es gibt ein ganz einfaches Mittel, um zu erkennen, ob der Vorgang noch normal ist: das Gewicht. Nimmt Dein Kind normal zu, dann ist es auch unbedenklich, obwohl Du vielleicht denkst, Dein Baby spuckt viel.

Faustregel für eine gesunde Gewichtszunahme: Im ersten Lebenshalbjahr sollte Dein Kind pro Woche zwischen 140 und 170 g zulegen. Beunruhige Dich nicht, wenn in den allerersten Tagen nach der Geburt ein minimaler Rückgang im Gewicht stattfindet, dies ist nur vorübergehend!

Bist Du der Meinung, Dein Baby spuckt viel und nimmt nicht zu, konsultiere bitte einen Arzt. Vor allem dann, wenn zusätzlich folgende Phänomene auftreten.

Baby spuckt schwallartig: Dann solltest Du zum Arzt

Dein Baby spuckt viel, das kann auch schwallartiges Erbrechen sein: Hier kommt alles wieder hoch, was vorher getrunken wurde. Achte dann auf weitere Anzeichen davon, dass etwas nicht stimmt. Hat es Fieber? Kommt wenig Urin? Wirkt es benommen oder schreit es im Gegenteil permanent? Einzeln oder zusammen kann all das auf eine Erkrankung hinweisen!

  • Schwallartiges Erbrechen der ganzen Mahlzeit
  • Fieber
  • Wenig Ausscheidung
  • Keine Gewichtszunahme oder gar -abnahme
  • Apathie oder ständiges Schreien

Achte auch auf die Konsistenz dessen, was Dein Baby spuckt. Galle oder Blut muss umgehend ärztlich abgeklärt werden. Mit Galle sieht es grün aus, mit Blut eher rötlich-braun.

Fazit

Ein Baby spuckt viel? Es gibt viele Babys, bei denen das so ist, der Volksmund kennt sogar einen eigenen Namen dafür. Als sogenanntes Speikind erbricht das Baby einen Teil der Nahrung, weil sein Magen noch klein ist. Auch die Muskulatur oberhalb des Magens ist noch nicht kräftig genug, um einen Speiserückfluss zu verhindern.

Mit der Zeit gibt sich das, weshalb Du Dir darum keine Sorgen machen musst. Auch ständiges Aufstoßen muss nicht krankhaft sein. Wiegen ist ein wichtiges Mittel, um herauszufinden, ob alles in Ordnung ist.

Dein Baby spuckt viel und nimmt nicht normal zu: Dann solltest Du einen Arzt aufsuchen. Denn es kann sich auch um Erbrechen handeln oder um krankheitsbedingten Rückfluss. Dies alles kann nur der Fachmann feststellen, wenn er Dein Kind gründlich untersucht.

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