Der Storchenbiss – ein ganz besonderes Feuermal

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Vielleicht hast Du schon einmal davon gehört, es auf Bildern gesehen oder selbst erlebt: Bei einigen Neugeborenen befindet sich im Nackenbereich ein großer roter Fleck.

Ärzte bezeichnen ihn als Nävus Unna. Hierbei handelt es sich um eine besondere Form von einem Feuermal. Hebammen und Geburtshelfer sprechen vom sogenannten Storchenbiss.

Was es mit dieser Wortschöpfung auf sich hat, woher die markante Zeichnung stammt und ob sie für Dein Baby gefährlich ist, erfährst Du hier:

Wie der Storchenbiss zu seinem Namen kam

Der Begriff Storchenbiss stammt aus einer Zeit, in der Kinder keine sexuelle Aufklärung erfuhren.

Anders als heute ließen Eltern ihre Sprösslinge so lange wie möglich in dem Glauben, der Säugling reife in einem Teich heran, werde nach gewisser Zeit herausgeholt und von einem Storch ins Haus gebracht.

An der Stelle, an der der Vogel das Kleine packe, um es aus dem Wasser zu heben, entstünde ein unverkennbares Mal – der Storchenbiss.

Eine niedliche, wenn auch unhaltbare Vorstellung. Denn der Europäische Weißstorch, auf dem die Legende beruht, wiegt als ausgewachsenes Tier etwa so viel wie ein Kind bei seiner Geburt.

Mit einem Baby von etwa 3.500 Gramm wäre er hoffnungslos überfordert. Allerdings ist die Gewichtszunahme bei einem Baby immer unterschiedlich.

Abgesehen davon fragen wir uns, wie schwangere Mütter den älteren Geschwistern ihren unaufhaltsam wachsenden Bauch erklärt haben.

Ab dem zweiten Trimester  lässt er sich kaum noch verbergen – und das Baby befindet sich noch mindestens 5 Monate lang darin.

Individuell und einzigartig – Jeder Storchenbiss ist anders

Doch ganz gleich, wie sich die Frauen damals herausgeredet haben: Die Bezeichnung „Storchenbiss“ ist in die Medizingeschichte eingegangen und wird heute noch verwendet.

Sie meint den oben beschriebenen Fleck, der schon bei der Geburt von Deinem Baby zu erkennen ist und von einem Baby zum anderen stark variiert.

Seine Ausdehnung und Färbung folgen keiner Regel. Sie sind von Kind zu Kind verschieden und machen jeden Storchenbiss einzigartig.

Er kann wenige Millimeter messen, aber auch deutlich größer ausfallen und eine Fläche von mehreren Zentimetern einnehmen. Bei manchen Babys sitzt der Storchenbiss direkt in der Nackenfalte und ist kaum zu sehen.

Bei anderen verläuft er über den gesamten Hinterkopf oder ragt bis in den Schulterbereich hinein.

Die farblichen Unterschiede sind ebenfalls beachtlich: Bei einigen Säuglingen erscheint der Storchenbiss als blassrosa Fleck, bei anderen schimmert er in Pink-Nuancen oder einem kräftigen Rot-Ton.

Gelegentlich ist das Mal auch bläulich verfärbt.

Häufig, aber vergänglich – der Storchenbiss als temporärer Begleiter

Doch Du musst Dir keine Sorgen machen, wenn Dein Kleines nach der Geburt ein solches Mal zeigt. Die Zeichnung tritt bei beinahe jedem Baby auf.

Sagenhafte 60-70 Prozent aller Kinder kommen mit einem Storchenbiss zur Welt. Vielleicht warst Du als Säugling ebenfalls betroffen und hast das Mal auf gleiche Weise verloren wie jede/-r andere: durch natürliche Regeneration.

Der Storchenbiss verschwindet im Laufe der ersten beiden Lebensjahre von ganz allein. Er markiert Dein Baby für 5 Monate recht intensiv, verblasst dann aber zusehends und ist um den zweiten Geburtstag herum vollständig verschwunden.

Großeltern und sonstige Verwandte kennen den Storchenbiss meist von ihren eigenen Kindern und können Dir aus persönlicher Erfahrung darüber berichten.

Oft helfen solche Lebensreportagen mehr als wissenschaftliche Exkurse. Sie geben Dir die Gewissheit, dass der Storchenbiss ein meist harmloses Phänomen ist, das sich sehr häufig komplett zurückentwickelt und nur in seltenen Fällen dauerhaft besteht.

Auch, wenn es Dein Baby mehr als 5 Monate oder sogar über die Kleinkind-Phase hinaus begleitet, stellt es in der Regel keine Gefahr dar.

Faktencheck – der Storchenbiss im Fokus der Wissenschaft

Ist der Storchenbiss vielleicht doch nicht so harmlos wie beschrieben, sondern so besorgniserregend, wie er bei großer Ausdehnung und dunkler Färbung wirkt?

Mit diesen und anderen Fragen haben sich Forscher erst relativ spät befasst. Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Storchenbiss datieren von 1894 – dem Jahr, in dem Paul Gerson Unna sein Werk „Die Histopathologie der Hautkrankheiten“ veröffentlichte.

Darin beschrieb er neben dermatologischen Problemen auch den altbekannten Storchenbiss.

Er bezeichnete ihn als Nävus – als gutartige Veränderung, die sich durch auffallende Färbung bemerkbar macht. Als Ursache benannte Unna eine Fehlbildung der Gefäße und ordnete den Storchenbiss als Feuermal ein.

Wie falsch und zugleich richtig er damit lag, beweist die folgende Gegenüberstellung.

Storchenbiss vs. Feuermal – Von Gemeinsamkeiten und Unterschieden

Beiden Zeichnungen gemeinsam ist eine grundlegende Funktionsstörung der Vasomotoren, der Gefäßnerven. Unter normalen Umständen regulieren sie die Weite der Blutgefäße bis in die feinste Kapillar-Leitung.

Bei einem vorliegenden Defekt können sie dieser Aufgabe nicht oder nur unzureichend nachkommen. In Folge dessen besteht ein dauerhaft erhöhter Blut-Durchfluss, der mehr oder weniger stark durch die Haut schimmert.

Doch während ein echtes Feuermal im Laufe des Lebens größer und dunkler wird, verändert sich ein Storchenbiss kaum. Er behält die Ausdehnung und Farbgebung bei, die er zum Zeitpunkt der Geburt hatte.

Wenn das Baby schreit, weil es hungrig ist oder Bauchschmerzen hat, kann sich die Intensität des Farbtones steigern und von einer hellen Nuance in eine dunklere umschlagen.

Diese Veränderung gibt es beim Feuermal nicht, weswegen sie ein weiteres Kriterium darstellt, um den Storchenbiss zweifelsfrei von seiner Verwandtschaft zu unterscheiden.

Auf längere Sicht kommt das Verschwinden dazu. Nachdem der Storchenbiss Dein Baby 5 Monate lang geprägt hat, wird er allmählich blasser. Ein Feuermal aber bleibt als lebenslanger Begleiter und individuelles Merkmal bestehen.

Wenn der Storch daneben greift – Storchenbisse an anderen Körperstellen

Neben all diesen spannenden Fakten wollen Dir nicht verschweigen, dass ein Storchenbiss auch problematisch sein kann. An diesen Körperstellen kann das Feuermal auch auftreten:

Am häufigsten tritt diese Ausnahmeerscheinung hier auf:

  • über der Nasenwurzel
  • im Umfeld der Augen und
  • im Bereich des Kreuzbeins

Hier ist der Storchenbiss nicht zwingend gefährlich für Dein Baby, sollte jedoch in 5 Monate dringend vom Feuermal abgegrenzt werden.

In bestimmten Regionen begünstigt eine Gefäßschädigung das Auftreten von Folgeerkrankungen.

Strochenbiss am Rücken

Ist eine Hautstelle über der Wirbelsäule betroffen, kann ein Storchenbiss fehlerhaft ausgebildete Wirbelbögen oder Schäden am Rückenmark anzeigen. Dann sollte Dein Baby weit bevor es 5 Monate alt wird auf die verschiedenen Formen von Spina bifida untersucht werden.

Storchenbiss an Armen oder Beinen

Bei einer Platzierung am Arm oder Bein zeigt die Verfärbung möglicherweise das Klippel-Trénaunay-Syndrom an.

Diese weltweit äußerst seltene Erkrankung beeinträchtigt die Funktion der Venenklappen, was zu Krampfadern und Lymphbahn-Verengungen führen kann – die ihrerseits einen Riesenwuchs der betroffenen Gliedmaße verursachen.

Storchenbiss im Gesicht

Auch im Bereich der Augen oder an der Nasenwurzel kann die Rötung Probleme avisieren. Hier besteht die Gefahr des Sturge-Weber-Syndroms – einer kombinierten Erkrankung der Netz- und Hirnhaut.

Akzeptieren und lieben lernen – Der beste Umgang mit einem Storchenbiss

Können die Ärzte ein Feuermal ausschließen bzw. haben sie festgestellt, dass von der Zeichnung keine Gefahr ausgeht, solltest Du Dich freuen – denn es bedeutet, dass Dein Baby prinzipiell gesund ist.

Wir können aber nachvollziehen, dass Dich der Storchenbiss an einer so prädestinierten Stelle wie der Stirn oder der Nasenwurzel stört.

Dann halte Dir bitte vor Augen, dass es keine perfekten Kinder gibt. Dein Kleines möchte so angenommen und geliebt werden wie es ist.

Je öfter Du Dein Baby die 5 Monate über anschaust, desto selbstverständlicher wird Dir das charismatische Mal erscheinen und schließlich zu einem liebenswerten Teil der kleinen Persönlichkeit werden.

Darüber hinaus existiert für die auffällige Zeichnung: Im Volksmund wird ein Storchenbiss auf der Stirn oder dem Lid-Deckel als Engelskuss bezeichnet.

Dieser zauberhafte Begriff verweist auf eine glückliche Fügung: Dein Baby steht für mindestens 5 Monate unter ganz besonderem Schutz  und liefert Dir damit den besten Grund, seinen Storchenbiss als individuelles Merkmal zu akzeptieren.

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