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Gesundheit und Ernährung

Diabetes bei Kindern

Wenn man von Diabetes spricht, handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein […]

Diabetes bei Kindern

Diabetes bei Kindern

Wenn man von Diabetes spricht, handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin produziert. Umgangssprachlich nennt man Diabetes auch Zuckerkrankheit.
In Deutschland gibt es derzeit 7 Millionen Menschen mit Diabetes.
Die häufigste Form von Diabetes bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen ist der Diabetes Typ 1. Derzeit leiden etwa 30.000 bis 32.000 Minderjährige unter dieser Krankheit. Circa 2.300 Neuerkrankungen kommen jährlich dazu.

Menschen mit dem Diabetes Typ 1 müssen ihrem Körper lebenslang das Blutzuckerhemmende Hormon Insulin zuführen.
Immer häufiger werden bei Kindern und Jugendlichen auch der Diabetes Typ 2 festgestellt. Sonst tritt dieser oft erst nach dem 40. Lebensjahr auf.
Das typische Risikoprofil weisen heutzutage viel Kinder und Jugendliche auf. Dazu gehört Bewegungsmangel, Übergewicht und eine sehr fett – und zuckerhaltige Ernährung. Schätzungsweise erkranken pro Jahr 200 Kinder zwischen 12 und 19 Jahren an dem Diabetes Typ 2.

Symptome

Bei Kindern mit Typ-1-Diabetes zeigen sich die ersten Symptome oftmals erst, wenn schon mehr als 80% der Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört sind. Davor reicht die Insulin- Restmenge aus, um eine völlige Entgleisung des Zuckerstoffwechsels zu verhindern.
Allerdings können sich innerhalb weniger Wochen die Beschwerden des Diabetes Typ 1 bei Kindern entwickeln und zeigen.
Zu den Symptomen und Beschwerden gehören:
Große Urinmengen, Einnässen oder nächtliches Wasserlassen.
Extremes Durstgefühl und Trinkmengen von mehreren Litern pro Tag
Leistungsschwäche und Mattheit
Gewichtsverlust obwohl ständiger Heißhunger besteht. Kinder mit Diabetes Typ 1 sind meist sehr schlank oder haben sogar Untergewicht.
Starke Bauchschmerzen
Im fortgeschrittenen Stadium entsteht ein typischer Azetongeruch (Nagellackentferner) beim Ausatmen.
Der Diabetes Typ 2, der viel seltener bei Kindern und Jugendlichen auftritt, entwickelt sich sehr langsam. Die Symptome und Beschwerden sind ähnlich wie beim Diabetes Typ 1, allerdings haben diese Kinder meist ein sehr deutliches Übergewicht.

Ursache und Risikofaktoren

Bei Kindern und Erwachsenen hängt die Ursachen von der Form des Diabetes ab.

Diabetes Typ 1

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Antikörper greifen die Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstören diese. Dadurch ist es dem Körper nicht mehr möglich, Insulin zu produzieren.
Es sind mittlerweile verschiedene solcher Antikörper bekannt, die bei dem Diabetes Typ 1 vorkommen. Dazu gehören auch beispielsweise Autoantikörper die gegen zytoplasmatische Inselzellbestandteile (ICA) und gegen Insulin (IAA) sind.
Es ist bislang unklar, warum das Immunsystem gegen das eigene Gewebe vorgeht. Es scheinen dabei genetisch Faktoren eine Rolle zu spielen, da Diabetes Typ 1 manchmal bei mehreren Familienmitgliedern auftritt. Von Forschern wurden mittlerweile mehrere Genveränderungen identifiziert, die offenbar im Zusammenhang mit Diabetes Typ 1 stehen.
Auch andere Faktoren stehen im Verdacht, an der Entstehung der autoimmunbedingten Form von Diabetes beteiligt zu sein. Dazu zählen Beispielsweise Infektionen wie Mumps, Masern und Röteln.

Diabetes Typ 2

Diese Form der Zuckerkrankheit entwickelt sich über Jahre, wobei die Körperzellen zunehmend unempfindlicher auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin reagieren. Damit führt diese Insulinresistenz zu einem relativen Insulinmangel: Zunächst wird noch von dem Körper der Patienten ausreichen Insulin produziert, dessen Wirksamkeit aber an den Zellen nicht abgegeben wird. Als Ausgleich wird von der Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion gesteigert. Nach einiger zeit ist sie jedoch erschöpft, da eine Überbelastung stattgefunden hat und die Insulinproduktion nimmt ab.
Von dem Diabetes Typ 2 sind die genauen Ursachen bislang noch unbekannt. Jedoch kann sowohl bei Kindern, als auch Erwachsenen ein ungesunder Lebensstil wie Bewegungsmangel und Übergewicht eine Insolinresistenz fördern. Aber auch genetische Faktoren können bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen.

Untersuchung und Diagnose

Bei einem Verdacht auf Diabetes bei Kindern, ist der richtige Ansprechpartner ein Facharzt für Kinderheilkunde oder ein Facharzt für innere Medizin und Endokrinologie. Im ersten Gespräch werden dir möglicherweise folgende Fragen gestellt:

  • Ist Ihr Kind in letzter Zeit oftmals auffallend müde?
  • Nässt es nachts ein oder muss es häufig Wasser lassen?
  • Trinkt es vermehrt oder klagt oft über Durst?
  • Klagt es über Bauchschmerzen ?
  • Ist ihnen ein Geruch des Atems aufgefallen, der Nagellack ähnlich ist?
  • Ist ein anderes Familienmitglied an Diabetes erkrankt?

Körperliche Untersuchung und Nüchtern-Blutzucker

Der Arzt wird dein Kind anschließend untersuchen und einen weiteren Termin zur morgendlichen Blutentnahme mit dir vereinbaren. Für diese Blutentnahme muss dein Kind nüchtern sein, das heißt es darf 8 Stunden vor der Blutentnahme nichts mehr gegessen und keine zuckerhaltigen Getränke zu sich genommen haben. Nur so kann der Nüchtern-Blutzuckerwert zuverlässig bestimmt werden. Damit Messfehler und Schwankungen ausgeschlossen werden können, reicht eine Untersuchung des Blutzuckers nicht aus. Es sind mindestens 2 Messungen nötig um die Diagnose Diabetes bei Kindern geben zu können.

Antikörper-Suchtest

Ein Antikörper-Suchtest bringt Klarheit, wenn bei Kindern nicht eindeutig der Diabetes Typ 1 festgestellt werden kann. Dabei wird das Blut deines Kindes auf Antikörper untersucht, die für den Diabetes Typ 1 typisch sind. Bei Diabetes Typ 2 lassen sich diese Autoantiköper nicht feststellen.
Durch einen Antikörper-Suchtest kann eine sehr frühe Diagnose von Diabetes Typ 1 gegeben werden. Die Autoantikörper sind schon Jahre vor dem Ausbruch der Erkrankung im Blut zu finden.

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Über Kim Riehl

Kim ist 29 Jahre alt und wohnt mit ihrer einjährigen Tochter Mila in Mainz. Sie gehen regelmäßig gemeinsam zum Babyschwimmen oder bauen Sandburgen im Sandkasten. Wenn die Autorin nicht gerade für den Elternkompass schreibt, liebt sie es zu fotografieren.

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