Diagnose Zervixinsuffizienz: Was bedeutet das für Dich?

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Eine Zervixinsuffizienz muss so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Die Verkürzung des Gebärmutterhalses stellt vor dem errechneten Entbindungstermin eine schwerwiegende Gefährdung der Schwangerschaft dar.

Hier erfährst Du alles über die Zervix- und Muttermundschwäche und welche Therapien es dagegen gibt.

Was ist eine Zervixinsuffizienz?

Beim Zervix handelt es sich um den Gebärmutterhals. Während einer Schwangerschaft haben der Gebärmutterhals und der Gebärmutterhalskanal die Aufgabe, die Gebärmutter bis zum errechneten Geburtstermin geschlossen zu halten.

Bei unauffällig verlaufenden Schwangerschaften beträgt die Länge des Zervix etwa drei Zentimeter, wobei der Muttermund fest geschlossen ist. Wenn Du an einer Zervixinsuffizienz leidest, kann es allerdings durchaus vorkommen, dass dein Muttermund schon in der 15. SSW beginnt, sich zu öffnen.

Liegt eine Zervixinsuffizienz vor, kann der Körper den Verschluss durch den Zervix nicht mehr leisten. In diesem Fall öffnet sich der Muttermund schon vor dem errechneten Geburtstermin. Bei einer Zervixinsuffizienz ist der Gebärmutterhals kürzer als die üblichen drei Zentimeter. Auch der Zervixkanal selbst ist weich.

Unterschied zu vorzeitiger Wehentätigkeit

Der Muttermund kann bei einer Zervixinsuffizienz schon im zweiten Trimester zwischen zwei und drei Zentimeter weit geöffnet sein. Der große Unterschied zur zeitgerechten Zervixverkürzung und der Verkürzung am Gebärmutterhals ist, dass eine Zervixinsuffizienz ohne Wehentätigkeit eintritt.

Meistens tritt die Zervixinsuffizienz zwischen dem vierten und dem sechsen Schwangerschaftsmonat auf. In dieser Zeit ist Dein Baby nur unter größten Komplikationen lebensfähig und kann bei einer Frühgeburt bleibende Schäden davontragen. Aus diesen Gründen ist es so wichtig, die Zervixinsuffizienz so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

Welche Ursachen stecken hinter einer Zervixinsuffizienz?

Bei all den komplexen Abläufen, die Dein Körper während der Schwangerschaft zu meisten hat, sind auch die Ursachen für eine Zervixinsuffizienz ganz unterschiedlich. Nicht selten ist der Gebärmutterhals verkürzt, wenn mehrere dieser Faktoren aufeinandertreffen.

Infektionen

Während der Schwangerschaft ist Dein Körper mit dem Beherbergen und Entwickeln Deines Babys beschäftigt. Dein Immunsystem ist daher etwas schwächer als sonst, was das Auftreten von Infektionskrankheiten begünstigt. Deswegen ist es nicht nur wahrscheinlich, dass Du im Laufe Deiner Schwangerschaft eine Erkältung bekommst.

Auch andere Infektionen, wie beispielsweise eine bakterielle Scheidenentzündung oder eine Pilzinfektion sind aus diesem Grund während der Schwangerschaft wahrscheinlicher. Diese Infektionen können für eine Zervixinsuffizienz verantwortlich sein.

Denn schließlich steigen die Keime zum Muttermund auf und setzen dort Entzündungsbotenstoffe frei. Diese sorgen dann direkt vor Ort dafür, dass der Gebärmutterhals mit Verkürzung reagiert. Aus diesem Grund ist es während der Schwangerschaft so wichtig, Entzündungen und Infektionen möglichst schnell und zuverlässig behandeln zu lassen.

Besonders gefährlich sind dabei Chlamydien- und Gonokokkeninfektionen, aber auch eine Infektion mit Garnerella vaginalis.

Operationen

Wenn Du bereits eine oder mehrere Operationen am Muttermund hattest, ist eine Zervixinsffizienz während der Schwangerschaft wahrscheinlicher als bei anderen werdenden Müttern.

Hattest Du beispielsweise eine Konisation am Muttermund, muss dieser im Rahmen Deiner Vorsorgeuntersuchungen ganz genau angeschaut werden. Gerade bei sehr tiefen oder besonders umfangreichen Konisationen ist das Risiko einer Zervixinsuffizienz besonders groß.

Mehrlingsschwangerschaften

Wenn Du mehr als ein Baby erwartest, ist die Freude über die Schwangerschaft mindestens ebenfalls doppelt so groß. Dennoch kann einen Zwillings- oder gar Drillingsschangerschaft ein klarer Risikofaktor für eine im Verlauf der Schwangerschaft auftretende Zervixinsuffizienz sein.

Wo bei einer Einlingsschwangerschaft nur das einfache Gewicht vom Muttermund gehalten werden muss, ist der zu erwartende Druck bei Mehrlingsschwangerschaften doppelt so groß. Die in der Folge entstehende Belastung kann leicht eine zu hohe Belastung für den Gebärmutterhals bedeuten. Deswegen wird dieser bei Mehrlingsschwangerschaften auch sehr genau kontrolliert.

Weitere Gründe für eine Zervixinsuffizienz

Neben Infektionen oder Mehrlingsschwangerschaften können noch weitere Gründe für einen schwachen Gebärmutterhals vorliegen. Wenn Du beispielsweise bereits eine Fehl- oder Frühgeburt hattest, ist Dein Risiko für eine Zervixinsuffizienz erhöht.

Auch, wenn Du bereits bei einer früheren Schwangerschaft unter einer Gebärmutterhalsschwäche gelitten hast, ist diese auch bei Folgeschwangerschaften wahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich steckt dann eine Bindegewebsschwäche dahinter.

Wenn Du also bereits weißt, dass Du unter einer Bindegewebsschwäche leidest, solltest Du bereits bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen mit deinem Arzt darüber reden. Ebenfalls genau unter Beobachtung sollte Dein Gebärmutterhals dann stehen, wenn Du während der Schwangerschaft zu Blutungen neigst.

Neben zahlreichen weiteren Schwangerschaftskomplikationen kann auch das Rauchen zu einer Zervixinsuffizienz führen, denn die Schadstoffe behindern eine normale Bindegewebstätigkeit.

Wie bemerkt man eine Zervixinsuffizienz?

Unabhängig vom Schweregrad der Zervixinsuffizienz sind auch die Symptome, die Du möglicherweise verspürst, sehr unterschiedlich. Manche Frauen spüren von dem sich vorzeitig weitenden Muttermund überhaupt nichts.

Andere wiederum klagen über unangenehme Schmerzen, die am ehesten mit Regelschmerzen vergleichbar sind. Wieder andere berichten von einem Druck oder Ziehen in der Nähe des Schambeins. Einige werdenden Mütter beschreiben auch ziehende Schmerzen in der Leistengegend oder am Rücken.

Anhand der hier beschriebenen Symptome eine Zervixinsuffizienz zu diagnostizieren ist allerdings dennoch nicht möglich. Denn die beschriebenen Symptome unterscheiden sich nicht substanziell von vorzeitigen Wehen oder auch Übungswehen während der Schwangerschaft.

Sehr oft wird eine Zervixinsuffizienz erst dann erkannt, wenn eine Schwangere bereits Früh- oder Fehlgeburten hatte. Deswegen ist es so wichtig, auch bei Verdacht zu reagieren und sich beim Arzt oder im Krankenhaus vorzustellen.

Verdacht auf Zervixinsuffizienz? Ab zum Arzt!

Hast Du den Verdacht, dass Du unter einer Zervixinsuffizienz leidest, solltest Du umgehend einen Termin bei deinem Frauenarzt vereinbaren oder auch kurzfristig in der Praxis vorbeikommen. Dieser kann durch eine Untersuchung schnell und präzise feststellen, ob dieses Problem bei Dir vorliegt.

Dazu wird in den meisten Fällen eine vaginale Ultraschalluntersuchung gemacht, bei der die Länge des Gebärmutterhalses gemessen wird. Zugleich kann auf dem Ultraschallbild auch gesehen werden, ob der Muttermund bereits geöffnet ist und falls dies der Fall sein sollte, wie weit.

Falls eine tatsächliche Zervixinsuffizienz festgestellt wird, besteht ein hohes Frühgeburtsrisiko. Je nach Situation kann dann eine sofortige Weiterbehandlung im Krankenhaus angezeigt sein.

Diese Therapien gibt es bei Zervixinsuffizienz

Eine Zervixinsuffizienz muss nicht bedeuten, dass Du in den nächsten Stunden Mutter eines extremen Frühchen wirst. Heute gibt es zahlreiche Therapiemöglichkeiten, um die Geburt so weit wie möglich zu verzögern oder den Gebärmutterhals sogar wieder vollständig zu verschließen.

Bettruhe und Tokolyse im Krankenhaus

Ist Dein Gebärmutterhals verkürzt und der Muttermund unter Umständen bereits geöffnet? Dann wirst Du wahrscheinlich umgehend ins Krankenhaus aufgenommen und musst dort strikte Bettruhe halten. Körperliche Anstrengungen sind jetzt absolut tabu. Passivrauch solltest Du unbedingt vermeiden, da dieser Deinen Körper noch stärker unter Stress setzt.

Solltest Du Dich vor der 34. SSW befinden und bereits leichte Wehentätigkeit zusätzlich zur Zervixinsuffizienz zeigen, wird im Krankenhaus sehr wahrscheinlich auch eine Tokolyse durchgeführt.

Dabei werden Dir wehenhemmende Medikamente verabreicht, die ein Ausbremsen der Gebärmuttermuskulatur zum Ziel haben. Die entsprechenden Tokolytika werden Dir intravenös unter Bettruhe verabreicht. In kurzen Abständen wird ein CTG angefertigt, um die Wirkung der Tokolyse auf Deinen Körper, aber auch auf Dein Baby zu überwachen.

Infektionen bekämpfen

Nicht selten steckt ein unerkannter Infekt hinter der Zervixinsuffizienz. In diesem Fall wird im Krankenhaus zunächst der Erreger festgestellt und dann umgehend mit einer passenden Antibiose begonnen. Anhand der Blutwerte, die engmaschig kontrolliert werden, kann dann entschieden werden, wie weiterbehandelt wird.

Dies ist auch immer Abhängig von der Schwangerschaftswoche, in der Du Dich bereits befindest.

Cerclage: Operativer Verschluss des Muttermunds

Wenn bei Dir bereits im ersten oder zweiten Trimester Deiner Schwangerschaft eine Zervixinsuffizienz diagnostiziert wird, kann eine Cerclage das Mittel der Wahl sein, um eine gesunde, möglichst termingerechte Schwangerschaft zu erleben.

Sie wird meist dann gelegt, wenn der Muttermund mindestens zweieinhalb Zentimeter weit geöffnet ist. Es handelt sich dabei um den künstlichen Verschluss des geöffneten Muttermunds.

Dabei handelt es sich um ein Kunststoffband, das um den Zervix gelegt wird. Dieses soll den Gebärmutterhals stützen und verschlossen halten. Eine weitere Möglichkeit, diesen Eingriff vorzunehmen ist, den Muttermund mit einem Faden zu vernähen.

Dieser Zervixverschluss ist absolut vollständig und wird sehr häufig dazu eingesetzt, aufsteigenden Infektionen das Eindringen in die Gebärmutter zu verhindern.

Ist die Fruchtblase bereits durch den geöffneten Muttermund bis in die Scheide gefallen, kann eine sogenannte Notfallcerclage durchgeführt werden. Ein operativer Verschluss kann bereits im vierten Schwangerschaftsmonat durchgeführt werden.

Liegt bei Dir eine Mehrlingsschwangerschaft vor, kann der operative Verschluss bereits zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche angezeigt sein. Nur im Krankenhaus und unter Narkose ist es möglich, den Zervix entsprechend zu vernähen.

Wie lange bleibt die Cerlage an Ort und Stelle?

Die Cerclage verbleibt dann bis zu zwei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin am Muttermund. Üblicherweise wird dieser Eingriff nach der 24. Schwangerschaftswoche nicht mehr durchgeführt. Dann ist das Risiko zu groß, die Fruchtblase zu verletzen oder durch die Operation eine Frühgeburt zu verursachen.

Auch vorhandene Infektionen oder ungeklärte Blutungen gelten als Gegenanzeigen für einen operativen Verschluss des Muttermunds.

Neben dem Verschluss des Muttermunds durch eine Naht gibt es mittlerweile auch den Cerclage-Pessar. Dabei handelt es sich um einen weichen Gummiring, der über den Muttermund gezogen wird. Der Pessar kann ohne Narkose eingesetzt werden.

Wie geht es nach der Cerclage weiter?

Den Verschluss vorzunehmen ist ein sehr kleiner Routineeingriff, der Dich nicht über Gebühr belasten sollte. Tatsächlich solltest Du Dich von der Narkose dennoch gut erholen. Sobald Du aus dem Krankenhaus entlassen bist, ist dennoch Schonung angezeigt. Abhängig von deinem Beruf kann es notwendig sein, Dir Berufsverbot verordnen zu lassen.

Üblich sind direkt nach der Operation leichtere Schmierblutungen und Krämpfe, die durchaus auch beim Wasserlassen zu Schmerzen führen können. Sollten diese Beschwerden mehrere Tage anhalten oder sich zu starken Schmerzen oder Wehen verändern, musst Du umgehend einen Arzt aufsuchen. Nach der Operation wird Dich dein Arzt wahrscheinlich darauf hinweisen, bis zur Geburt auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Entfernung kurz vor ET

Du hast fast den errechneten Geburtstermin erreicht? Dann wird die Cerclage wieder entfernt, was meist ein bis zwei Wochen vor dem Termin geschieht. Eine vaginale Entbindung ist dennoch möglich. Die Entfernung wird unter lokaler Betäubung durchgeführt, was bei manchen Frauen bereits die Geburtswehen auslösen kann, aber keinesfalls muss.

Nach einer Cerclage ist während der Geburt meist eine verlängerte Eröffnungsphase zu beobachten, da der Zervix durch den festen Verschluss weniger dehnfähig ist.

Kann man einer Zervixinsuffizienz vorbeugen?

Wenn Du bereits während einer vorausgegangenen Schwangerschaft unter einer Zervixinsuffizienz gelitten hast, ist Dein Risiko für eine erneute Muttermund- und Gebärmutterhalsschwäche deutlich erhöht. Eine absolut zuverlässige Vorbeugung gegen die Zervixinsuffizienz gibt es bis heute nicht.

Es ist aber möglich, Risikofaktoren zu minimieren. Dazu gehört beispielsweise der vollständige Verzicht auf Nikotin. Über- oder Untergewicht sollte möglichst bereits vor der Schwangerschaft im Griff sein.

Gerade, wenn Du beruflich unter großem Druck stehst oder besonders stressige, auch körperlich belastende Tätigkeiten ausführst, kannst Du Dich während der Schwangerschaft um ein Beschäftigungsverbot bemühen.

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