Die Ernährung im Kindesalter und wie sie zu meistern ist

Schwierige Esser – gemeint sind damit Kinder, die am Familientisch ein abnormales Verhalten zeigen. Nicht jedes Kind, das sein Gemüse nicht isst oder sich phasenweise weigert, etwas anderes als Süßes zu essen, ist nicht gleich ein abnormaler Esser. Das kindliche Essverhalten wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Bevor Eltern ihre Kinder ermahnen oder zur Umstellung des Essverhaltens auffordern, ist es wichtig, dieses genauer zu verstehen. Denn nur dann ist es möglich, die Kommunikation mit dem Kind so anzupassen, dass sich die gewünschten Ergebnisse erzielen lassen.

Wenn die Rede schon bei den Ergebnissen ist, dann stellt sich natürlich die Frage, was die Eltern überhaupt mit einer Umstellung des Essverhaltens erreichen wollen? Nicht immer geht es um eine ausgewogene Ernährung, oftmals fühlen Elten, dass ihnen bei einem abnormalen Essverhalten die Kontrolle über das Kind entgleitet. Es bedarf also einer genauen Analyse und einem Vorgehen, dass die Bindung zwischen den Eltern stärkt und diese nicht unnötig belastet. In vielen Fällen kann das außergewöhnliche Essverhalten so gedeutet werden, dass das Kind selbst herausfindet, was ihm schmeckt oder nicht. Der Geschmack und die kulinarischen Vorlieben Erwachsener reichen weit in die Kindheit zurück. Bereits in jungen Jahren legen Kinder eine Datenbank verschiedener Gerüche und Geschmäcker an. Das ist von enormer Wichtigkeit, denn auch wenn ein Kind nicht wie erwartet auf ein bestimmtes Gericht reagiert, kann das Kennenlernen bedeutet, dass es sich später, als Erwachsener wieder diesem Geschmack näher und dieser sofort vertraut wirkt.

Vieles, was das Kind zu Tisch probiert, stellt eine erstmalige Erfahrung dar. Wahrscheinlich kann sich niemand daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, zum ersten Mal etwas Scharfes oder etwas Saures zu essen. Die Emotionen, die das Kind mit dem Essen verbindet, sind vollkommen anders als bei einem Erwachsenen. Wer also über Essverhalten im Kindesalter urteilen möchte, der muss sich erst in die Lage des Kindes versetzen. Wieso reagiert es auf eine bestimmte Art und Weise und weshalb kommt es manchmal zu Konfrontationen? Es gilt, aus der Sicht des Kindes zu argumentieren, denn nur dann ist es möglich, herauszufinden, was bestimmte Reaktionen hervorruft.

Klare Regeln zu Tisch

Von klaren Regeln zu Tisch profitiert das Kind ein Leben lang. Ein gutes Essverhalten bleibt einem für immer erhalten und es ist erwiesen, dass sich Kinder, die mit bestimmten Regeln konfrontiert wurden, auch später im Leben als Erwachsener gesünder und ausgewogener ernähren. Essen, wie es sich heute präsentiert, ist eine Verlockung, die ihresgleichen sucht. Alles ist im Überfluss und wer sich nicht sein eigenes Regelwerk schafft, der hat oftmals unter Übergewicht oder einer schlechten Gesundheit, aufgrund falscher Ernährung, zu leiden.

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Sobald Kinder zu laufen anfangen, wollen sie in der Regel auch darüber bestimmen, was sie essen. Das ist natürlich aus vielen Gründen nicht möglich. Die Eltern bestimmen, was es zu essen gibt und dabei darf es auch keine Ausnahmen geben. Wichtig ist allerdings, dass dem Kind nicht einfach etwas aufgezwungen wird. Vielmehr sollten sich die Eltern die Mühe machen und dem Kind die gesunde Nahrung, wie Gemüse, zu „verkaufen“. Das geht beispielsweise, indem Geschichten oder Bilderbücher gefunden werden, in denen Gemüsesorten vorkommen und genauer vorgestellt werden. Das Kind muss aufgeklärt werden, was es isst und weshalb eine bestimmte Zutat auf den Tisch kommt und eine andere dafür nicht. Je früher das Kind den Weg von der Ausgangszutat hin zum fertigen Gericht versteht, desto eher zeigt es sich bereit, das Essen wertzuschätzen. Haben die Eltern das Kind im Supermarkt dabei, so können sie dort schon auf das Essen hinweisen, dann es später zum Mittag- oder Abendessen gibt. Ist das Kind alt genug, so kann es selbst die Früchte oder das Gemüse aussuchen, das es anspricht.
Im nächsten Schritt soll das Kind ruhig beim Kochen und beim Zubereiten eines Gerichts zuschauen dürfen. Schließlich geht es beim Essen auch um die Wertschätzung, die man einem Gericht gegenüber zeigt. Wenn die Zeit dafür reicht, etwa am Wochenende, kann das Kochen so gestaltet werden, dass das Kind, soweit das geht, ins Kochen eingebunden wird. Dadurch stellt das Kleinkind wesentlich schneller emotionale Verbindungen mit den Zutaten und ihrer Zubereitung her. Hat das Kind selbst gesehen, was sich in seinem Essen befindet, so überwiegt oft die Neugierde und es ist wesentlich einfacher, dem Kind neue Zutaten schmackhaft zu machen.
Sollte diese Methode auch nicht auf Anhieb klappen, so muss wieder daran erinnert werden, dass die Erfahrung, die das Kind macht, wenn es eine Sache zum ersten Mal probiert, wesentlich stärker als bei einem Erwachsenen ist. Jede Nuance ist ungewohnt, weshalb neue Dinge lieber mit der nötigen Vorsicht genossen werden. Außerdem ist bewiesen, dass ein Kind eine Sache zwischen fünf- und zehnmal probieren muss, bevor es diese wiedererkennt. Es braucht also Zeit und Geduld, bis sich die Dinge so einpendeln, wie man sich das wünscht.

Das gemeinsame Essen am Tisch

Damit das Kind ein positives Verhältnis zum Essen und zur Ernährung im Generellen entwickelt, ist es wichtig, das richtige Umfeld dafür zu schaffen. Mindestens einmal am Tag sollte es möglich sein, mit der gesamten Familie gleichzeitig am selben Tisch zu essen. Das Essen wird am besten zu einem täglichen familiären Ritual, das bestmöglich immer zur gleichen Zeit abgehalten wird. Bei diesem Ritual stehen einzig und allein das Essen und das Beisammensein der Familie im Vordergrund. Die Probleme des Alltags bleiben fern vom Tisch, im Hintergrund läuft kein Fernseher und auch die Smartphones oder andere Geräte bleiben in der Tasche. Hier müssen ältere Geschwister und die Eltern eine Vorbildfunktion erfüllen.
Ein gesundes Kind hat auch einen gesunden Appetit und isst das, was man ihm vorsetzt gerne, auch wenn es zu Beginn noch unbekannt sein sollte. Isst das Kind nur einen Teil seiner Mahlzeit oder lässt es den Teller gänzlich unberührt zurück, so lässt man das am besten unkommentiert. Kommentiert man das Verhalten des Kindes, so fühlt sich dieses angegriffen und verletzt und reagiert darauf, indem es auch bei den nächsten Versuchen ein ähnliches Verhalten an den Tag legt. Wenn ein Kind eine Sache nicht isst, dann liegt das daran, sofern es zwischendurch nichts zum Naschen gab und die üblichen Zeiten eingehalten wurden, dass es einfach keinen Hunger hat, der groß genug wäre, um die eigenen Bedenken, was den Geschmack einer Mahlzeit angeht, auszublenden.

Kinder hören genauer hin, als die Eltern das manchmal glauben möchten. Deshalb ist es wichtig, dass dem Sohn oder Tochter bereits in jungen Jahren beigebracht wird, welche positiven Effekte eine bestimmte Zutat auf den Körper und den Geist hat. Dabei muss natürlich nicht ins Detail gegangen werden, so wiederholt man immer wieder, dass eine Karotte gut für das Sehen ist, dann prägt sich das mit der Zeit beim Kind ein. Wieder ist damit eine emotionale Verbindung zum Essen geknüpft worden.

Das Auge isst mit

Kinder sind wahre Gourmets, zumindest, wenn es um die Anordnung und die Präsentation von Mahlzeiten geht. Große Portionen, bei denen alles auf einem Haufen liegt, schrecken das Kind ab und es fühlt sich schnell überfordert. Es weiß nicht, wo es anfangen soll und kapituliert vor den vielen Eindrücken. Besser ist es, das Teller mit System zu füllen und dabei auf kleine Portionen zu setzen. Kann sich das Kind von einem Element zum nächsten vorarbeiten, so macht das nicht nur Spaß, sondern der Teller ist auch schneller leer. Nachschub ist immer möglich und wenn das Kind von selbst um einen Nachschlag bittet, so hat man alles richtig gemacht.
Auch, wenn es um das Spielzeug des Kindes geht, hat dieses bestimmte Vorlieben. Vielleicht mag es die Farbe eines Kuscheltiers oder den Stoff, der bei der Herstellung genutzt wurde. Eltern, die genau auf die Feinheiten achten, können diese zum eigenen Vorteil nutzen. Gibt es Muster, die sich wiederholen und die in der Vergangenheit zum Erfolg geführt haben, so wendet man diese auf unterschiedliche Speisen an.

Im richtigen Moment streng bleiben

Eltern dürfen zu Tisch auf genau eine bestimmte Form streng sein, aber nur dann, wenn sie selbst alles richtig gemacht haben. Streng sein zu Tisch, das bedeutet, dass das Kind keine Extrawürste bekommt. Auch wenn noch so tobt und schreit, dass es etwas anderes haben möchte, darf es keine Alternativen geben. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Angebot auf dem Tisch kindgerecht ist und zudem sämtliche Nährstoffgruppen enthält. Hat das Kind wirklich Hunger, so wird es zugreifen, auch wenn es sich nicht um das Lieblingsgericht handeln sollte. Um das Angebot kindgerecht zu gestalten, empfiehlt es sich, neues Essen mit bereits bekannten und geschätzten Gerichten zu ergänzen. So weiß das Kind, dass es etwas Gutes gibt und traut sich eher, zu etwas Neuem zu greifen.
Varianten gleicher Lebensmittel sind ebenfalls eine echte Möglichkeit, um Schritt für Schritt neue Lebensmittel zu integrieren. Hat das Kind das entsprechende Alter, so dürfen die Eltern gerne zu exotischen Gewürzen greifen oder nicht alltägliche Formen der Zubereitung wählen. Wer sich der Sache so nähert, der ist zumeist erstaunt, wenn sich das Kind über den Geschmack alltäglicher Dinge beschwert, aber bei exotischen Südfrüchten tüchtig zugreift. Experimentieren ist ausdrücklich erlaubt, aber nur dann, wenn die Gerichte kindgerecht und gesund sind.

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Zwischengerichte – ja, aber gesund

Kinder haben ihr Hungergefühl noch nicht im Griff. Das bedeutet, dass die Eltern allein planen müssen, wann es an der Zeit ist, etwas zu essen. Pausen sollte es bloß vor größeren Mahlzeiten, wie dem Mittagessen, geben. Ansonsten empfiehlt es sich, dem Kind etwa alle zwei bis drei Stunden einen kleinen Snack zu servieren. Dieser muss allerdings gesund sein und sollte zudem möglichst ohne Zucker auskommen. Fingerfood, also klein geschnittenes Gemüse, vielleicht mit einem Dip, kommt in der Regel gut an. Entscheidet sich das Kind bei einer größeren Mahlzeit einmal gegen das Essen, so sollte sie Eltern im Anschluss an einen Snack für das Kind verzichten. Das ist eine wichtige Lektion und zeigt dem Kind, wie wichtig gewisse Mahlzeiten im Laufe eines Tages sind. Bekommt das Kind nach dem verweigerten Abendessen noch routinemäßig auf Verlangen einen kleinen Snack, so wird sich das Essverhalten zu Tisch kaum bessern.

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Der Machtkampf am Tisch

Die Diskussion am Essenstisch wird sich niemals vermeiden lassen. Dabei geht es weniger um das Kulinarische als vielmehr um die Experimentierfreude des Kindes. Es will herausfinden, was es sich gegenüber den Eltern erlauben kann und da bietet sich die tägliche Essensaufnahme an. Der Machtkampf mit den Eltern gehört zur Persönlichkeitsentwicklung bei jedem Kind dazu und es ist wichtig, dass sich die Eltern mit der nötigen Geduld diesem Duell stellen. Dabei geht es aber darum, dass man die Oberhand behält und dem Kind auf logische Weise klarmacht, weshalb eine Sache gegessen werden soll. So schnell wie die Phase des Machtkampfes aufkommt, so schnell verschwindet diese in der Regel wieder. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das Essen kein relevantes Thema mehr und das Kind hat neue spannende Dinge für sich entdeckt.

Der Fokus liegt auf der Gesundheit

Die Gesundheit des Kindes ist trotz aller Regeln und Ratschläge das Wichtigste. Die Eltern sollten das Gewicht und die generelle Entwicklung des Kleinkindes immer genau im Auge behalten. Nicht immer ist der starke Willen des Kindes der Grund dafür, dass es nichts essen will.

Ein Indikator für gesundheitliche Probleme, eben einer langsamen Entwicklung oder einem Gewichtsverlust, können Mahlzeiten sein, die besonders lange dauern. Auch wenn das Kind noch nicht besonders koordiniert sein sollte, dauern Essensphasen normalerweise nicht länger als 20 Minuten oder eine halbe Stunde an. Werden die Essensphasen zunehmend länger, so lohnt es sich, einen Arzt zu konsultieren. Eventuell gibt es kleinere Probleme im Mund-Rachen-Raum oder der Kiefer hat eine Fehlstellung. In diesem Fall ist die Nahrungsaufnahme oder eben auch deren Verweigerung ein guter Indikator dafür, dass es einen Check-up braucht.
Wer sich über die Gewichtszunahme seines Kindes nicht sicher ist oder sogar befürchtet, dass es Gewicht verlieren könnte, der nutzt für eine grobe Einschätzung einen BMI-Rechner für Kinder. Dieser ist mit bestimmten Korrekturwerten ausgestattet, die sich auf die durchschnittliche Entwicklung des Kindes in einem bestimmten Alter beziehen. Dadurch lässt sich in der Regel schnell feststellen, ob das Kind nur in einer spannenden Phase des Testens und der Konfrontation ist, oder ob es tatsächlich einen Grund geben könnte, um einen Kinderarzt oder sogar einen Ernährungspsychologen zurate zu ziehen.

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