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Familienprobleme

Die Probleme von Jungfamilien – und ihre Lösungen

Viele Jungfamilien und Paare, die sich Nachwuchs wünschen, stehen vor einer großen Menge an Herausforderungen welche schnell zu einer gewissen […]

Die Probleme von Jungfamilien – und ihre Lösungen 1

Wer eine Familie gründet steht plötzlich großen Herausforderungen gegenüber

Viele Jungfamilien und Paare, die sich Nachwuchs wünschen, stehen vor einer großen Menge an Herausforderungen welche schnell zu einer gewissen Überforderung führen können. Reicht die Mietwohnung noch oder wird es Zeit, Eigentum zu erwerben? Wie soll dieses finanziert werden? Braucht man ein neues Auto? Wie soll das Beziehungsleben weitergehen? Haben wir noch genügend Zeit für einander? Auf all diese Fragen wollen wir in diesem Artikel einmal eingehen. Wenn wir sie auch nicht abschließend beantworten können, so können wir doch einen Anstoß zum Nachdenken geben. 

 

Karriere und Erziehung

 

Die erste Frage die sich Paaren stellt, ist: Wie lassen sich Familie und Karriere vereinbaren?

 

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Wer eine Familie gründet steht plötzlich großen Herausforderungen gegenüber

 

Vor allem für Frauen bedeutet dies häufig einen schwierigen Spagat. Das beginnt bereits mit der Entscheidung, wann der ideale Moment für eigene Kinder gekommen ist. Während der Ausbildung beziehungsweise mitten im Studium? Zum Berufseinstieg? Während der fordernden Berufstätigkeit?

Zumindest kurzzeitig muss die eigene Karriere hintenangestellt werden, wenn sich der Kinderwunsch erfüllen soll. Den am besten geeigneten Moment muss jede Frau für sich selbst bestimmen.

 

Rein biologisch betrachtet liegt das ideale Alter für eine Mutterschaft zwischen 20 und 30. Tendenziell ist ein Trend zur späteren Schwangerschaft erkennbar. Zu verdanken ist dies teilweise den neuen medizinischen Möglichkeiten wie Hormontherapie, die Intrauteriner Insemination (IUI) und künstlicher Befruchtung.

 

Elternzeit für Väter? 

 

Ist Nachwuchs unterwegs, steht eine wichtige Entscheidung an: Wer soll die Kinderbetreuung übernehmen? Trotz Elterngeld wird die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen, nur selten von Männern genutzt. Zwar sind gesetzlich Auszeiten von bis zu drei Jahren während der ersten acht Lebensjahre des Kindes möglich.

Allerdings geht diese Babypause zu Lasten des Familieneinkommens. Frauen verdienen Studien zufolge bei gleicher Arbeitsleistung nach wie vor deutlich weniger als Männer. Selbst hochqualifiziert erreichen sie seltener die Führungsetagen. Dementsprechend bleiben Väter die Hauptverdiener. Das Elterngeld ersetzt aber nur bis zu 67 % des Nettoverdienstes.

 

Ein Baby bedeutet zusätzliche Ausgaben, denn zur Erstausstattung sind zahlreiche Neuanschaffungen nötig. Bei Inanspruchnahme der Elternzeit muss die junge Familie ihre ohnehin bestehenden Kosten und die neu hinzukommenden Belastungen für Windeln, Strampler & Co. mit deutlich weniger Einkommen decken. Langfristig ist dies kaum machbar.

Dementsprechend nimmt nur rund ein Drittel der Väter eine Babypause. Laut Statistischem Bundesamt versorgen sie durchschnittlich drei Monate lang den Nachwuchs und entlasten damit die Mütter. Die übrigen Männer verzichten auf ihr Recht. Diese Entscheidung basiert überwiegend auf finanziellen Erwägungen.

Schließlich möchten junge Eltern das Leben ein Stück weit genießen, Urlaubsreisen unternehmen und ihren Kindern etwas bieten können. Muss jeder Cent umgedreht werden, sind Frustration und Ärger vorprogrammiert.

 

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Auch Väter haben ein Recht auf Elternzeit

 

Großeltern als Unterstützung bei der Kinderbetreuung

 

Unterstützung von Großeltern zurückzugreifen. Voraussetzung dafür ist, dass diese nicht (mehr) selbst vollzeitberufstätig sind. Können sie sich eine Ganztagsbetreuung vorstellen, ist das Problem gelöst. Allerdings hat nicht jedes junge Paar die eigenen Eltern in räumlicher Nähe.

Und was, wenn sich die Erziehungs- und Bildungsvorstellungen nicht mit denen der älteren Generation decken? Möglicherweise ist das Verhältnis ohnehin angespannt. Oder die Großeltern sind gesundheitlich bedingt nicht in der Lage, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen.

 

Viele Paare greifen lieber auf die Dienste einer professionellen Kinderbetreuung zurück. Die Plätze in Kinderkrippen und Kindertagesstätten für Kinder von unter drei Jahren sind allerdings rar gesät. Das Angebot reicht nur in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg annähernd aus, um den bestehenden Bedarf zu decken.

Eine gute Alternative zu staatlichen Betreuungseinrichtungen sind Tagesmütter. Ab dem dritten Lebensjahr kann dann mit etwas Glück der Wechsel in eine Kindertagesstätte für ältere Kinder erfolgen.

 

Tagesmutter, Kinderkrippe und Kindertagesstätte

 

Der Schritt, das eigene Kind fremden Menschen anzuvertrauen, fällt einigen Müttern und Vätern nicht leicht. Ist es nicht egoistisch, die Kindererziehung zugunsten der Karriere zumindest teilweise aus der Hand zu geben? Nicht unbedingt. Ebenso ließe sich argumentieren, dass es egoistisch ist, den Kindern wichtige Lernerfahrungen vorzuenthalten.

 

Denn für das Kind ist der Aufenthalt in einer Kinderkrippe oder bei einer Tagesmutter durchaus positiv: Es findet dort Spielgefährten, wird altersgemäß gefördert und lernt ununterbrochen Neues dazu. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein. Auch die soziale Kompetenz nimmt eine rasante Entwicklung. Dadurch hat es einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung vor Kindern, die überwiegend mit Erwachsenen aufwachsen.

 

Abgesehen davon sind die Eltern mit einem erfüllten Berufsleben und finanziellen Reserven zufriedener und ausgeglichener. Sie meistern die Anforderungen des Alltags oft mit mehr Geduld und Humor. Das kommt auch dem Kind zugute.

Letztendlich hat die Entscheidung für eine professionelle Kinderbetreuung Vorteile für alle Beteiligten: Kompetente Fachkräfte kümmern sich um die liebevolle und altersentsprechende Versorgung des Kindes. Die Kleinen sind in guten Händen.

 

Als Problem könnten sich die Öffnungszeiten staatlicher Kitas erweisen. Diese sind nicht unbedingt mit den Arbeitszeiten der Eltern kompatibel. Mit Tagesmüttern können die Betreuungszeiten flexibel abgesprochen werden. In den frühen Morgen- oder späten Abendstunden sowie an den Wochenenden kümmern sie sich auf Wunsch genauso um die Kinder wie zu Standardarbeitszeiten unter der Woche.

 

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Bei einer Tagesmutter bekommt der Nachwuchs frühzeitig Kontakt zu anderen Kindern

 

Das ist ideal für Eltern, die im Schichtdienst tätig sind. Auch kleine Auszeiten sind so möglich. Schließlich brauchen berufstätige, stressgeplagte Eltern ab und an Zeit, um ihre Energiereserven wieder aufzufüllen. Diese Lösung ist allerdings nur sinnvoll für Jungfamilien, wenn der eigene Verdienst die Kosten für die Tagesmutter übersteigt.

Finanzielle Aspekte

 

Auch jenseits der Kinderbetreuung bleiben finanzielle Aspekte für werdende Eltern Thema Nummer Eins. Junge Paare wohnen möglicherweise noch nicht zusammen, sondern leben getrennt in einer Studentenwohnung, Wohngemeinschaft oder noch bei ihren eigenen Eltern.

Ist ein gemeinsames Appartement vorhanden, stellt sich die Frage: Reicht der Platz noch für uns alle, wenn unsere Familie größer wird? Schließlich braucht das Kind beziehungsweise jedes Kind ein eigenes Zimmer.

 

Während Arbeits- und Betreuungsmöglichkeiten in der Stadt in den meisten Fällen besser sind als auf dem Land, bietet das beschaulich-idyllische Dorfleben vor allem für jüngere Kinder Vorteile.

Neben besserer Luftqualität und geringerem Verkehrsaufkommen ist das Leben dort weniger anonym. Die Kinder können im Garten spielen und eigene Tiere halten. Zusätzlich locken geringere Kaufpreise für Wohnraum.

Wohnung oder Haus?

 

Die meisten jungen Familien träumen von einem Eigenheim. Ob es eine Eigentumswohnung oder ein Haus mit Garten wird, entscheidet das Budget. Was ist an Eigenkapital vorhanden? Wie viel frei verfügbares Einkommen steht monatlich zur Deckung des Hauskredits zur Verfügung?

Der Kauf einer Immobilie ist in den meisten Fällen die größte Anschaffung im Leben. Diese Entscheidung verdient eine umsichtige Planung. Ein Kredit wird nicht leichtfertig aufgenommen, vielmehr muss im Vorfeld die eigene Bonität geprüft und die verschiedenen Finanzierungsarten durchleuchtet werden.

 

Neben der persönlichen Beratung bei der Hausbank kann man sich mit Hilfe von Finanzierungsrechnern bereits einen ersten Eindruck über die nötigen Geldmittel verschaffen. Es liegt immer im Interesse der Bank, dass ein Darlehen auch zurückgezahlt werden kann. Wichtig ist, dass neben der schon allgemeinen Lebenserhaltungskosten keine zu hohe monatliche Zahlung für das Darlehen fällig wird.

Ein Haus wird in der Regel über 20 Jahre finanziert, in dieser Zeit will man natürlich nicht monatlich am Limit leben. In den meisten Fällen werden bei Größe und Lage der neuen Unterkunft Kompromisse unumgänglich sein. Sonst bleibt als Alternative nur, selbst zu bauen.

 

Im Idealfall sollten mindestens 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten für Apartment oder Haus über vorhandenes Kapital gedeckt werden. Nicht nur der reine Kaufpreis ist bei der Kalkulation zu berücksichtigen, sondern auch die Nebenkosten. Dafür sind rund zehn Prozent des Kaufpreises realistisch.

Dazu kommen ungefähr 1,5 Prozent für den Notar und die Grunderwerbssteuer. Diese ist mit 4,5 Prozent in Hamburg am günstigsten. In den anderen Bundesländern variiert sie zwischen 5,0 und 6,5 Prozent. Falls ein Makler involviert wurde, fällt die individuell vereinbarte Provision zusätzlich an.

 

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Bei vielen Familien steht das eigene Heim ganz oben auf der Wunschliste

 

Vor- und Nachteile einer Eigentumswohnung

 

Eine Eigentumswohnung ist meistens günstiger als ein Haus. Vorteilhaft kann sich im Alltag die zentralere Lage auswirken. Sind Arbeitsstelle, Einkaufszentren, Ärzte und Kinderbetreuung problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, kann möglicherweise auf ein Auto verzichtet werden. Auch die laufenden Kosten halten sich im Rahmen.

Allerdings ist eine Beteiligung an der Instandhaltungsrücklage der gesamten Wohneigentümergemeinschaft (WEG) Pflicht. Aus diesem Topf werden notwendige Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen am Haus bezahlt. Entscheidungen werden gemeinsam in Eigentümersitzungen getroffen.

 

Wohnungseigentümer sollten Kompromissbereitschaft und Anpassungsfähigkeit mitbringen. Die Nutzung von Garten, Keller und Parkplätzen ist in den meisten Fällen genau geregelt. Vor einem Kauf empfiehlt sich eine Besichtigung an einem Sonn- oder Feiertag oder in den frühen Abendstunden.

Wenn sich die meisten Menschen zu Hause aufhalten, lässt sich eine eventuelle Hellhörigkeit am besten feststellen. Zwar zeigt sich die Rechtsprechung oft außerordentlich eltern- und kinderfreundlich, wenn es um altersentsprechende Geräusche von Säuglingen und Kleinkindern geht. Aber wer möchte schon im Dauerstreit mit den direkten Nachbarn leben?

 

Vor- und Nachteile eines eigenen Hauses

 

Hauseigentümer tragen sämtliche Reparatur- und Unterhaltungskosten allein. Dafür muss bei anstehenden Entscheidungen und im Alltag keine Rücksicht genommen werden. Im Sommer können Grillfeste und Gartenpartys stattfinden, die Kinder dürfen ungehindert im Grünen spielen, toben und die Natur entdecken. Eventuell reicht der Platz sogar für ein Gewächshaus, einen Teich oder Pool. Das naturnahe Leben bringt viele Vorteile für die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden mit sich.

 

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Ein Eigenheim bietet genügend Platz und Freiraum

 

Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Grundstückspflege und Instandhaltung Geld und Zeit kostet. Wer über handwerkliches Geschick verfügt, wird viele Handgriffe schon aus Kostengründen selbst übernehmen. Abhängig vom Zustand des Eigenheims kann das einen Großteil der Freizeit beanspruchen.

Dafür ist das Gefühl von Raum und Freiheit im eigenen Haus enorm. Heimkinofans können ihre Surround-Anlage aufdrehen und müssen nicht notgedrungen bei Top-Blockbustern auf Kopfhörer zurückgreifen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Gestaltungsfreiheit: Junge Familien haben die Möglichkeit, ihr Haus unter Beachtung der baurechtlichen Vorschriften nach ihren Bedürfnissen umzubauen.

 

Entscheidet sich die Jungfamilie für das ländliche Leben, muss unter Umständen eine schlechtere Infrastruktur in Kauf genommen werden. Das öffentliche Verkehrsnetz ist längst nicht so gut ausgebaut wie in der Stadt. Bis die Kinder mit dem Rad fahren können, sind sie auf elterliche Transportdienste angewiesen.

 

Reicht das Auto?

 

Hier zeigt sich ein weiteres Problem von Jungfamilien: Was, wenn das Auto für die Familie nicht (mehr) ausreicht? Steht Nachwuchs an, erhöhen sich die Anforderungen an das Fahrzeug. Es sollte ausreichend Platz für alle bieten und vor allem durch einen hohen Sicherheitsstandard überzeugen. Nicht alle erhältlichen Assistenzsysteme sind ein Must-have im Familienauto.

Trotzdem ist vor allem beim Gebrauchtwagenkauf ein kritischer Blick auf die Sicherheit nicht verkehrt: Airbags, ABS und ESP sollten vorhanden sein. Ein Notbremsassistent mit Personenerkennung und autonomer Notbremsung sowie ein Gurterinnerer können Leben retten. Tempomat und Spurassistent bewähren sich, wenn mit der Familie weitere Fahrten auf Landstraßen oder Autobahnen unternommen werden.

 

Die Bequemlichkeit darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Sonst wird das Autofahren zur Tortur. Die Kleinen möchten in ihren Kindersitzen bequem aus dem Fenster schauen können. Genügend Beinfreiheit im Fußraum ist ohnehin für alle ein Muss. Der Kofferraum sollte ein wahres Raumwunder sein, so dass genug Platz für Großeinkäufe, das Familiengepäck oder den Familienhund verfügbar ist.

 

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Das Familienauto sollte vor allem Sicherheit bieten

 

Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, weiß, dass neben Proviant auch das Lieblingsplüschtier, Bilderbücher und Spiele zur Beschäftigung der Jüngsten nicht fehlen dürfen. Bei Polstern und Fußmatten eignet sich alles, was unempfindlich, pflegeleicht und reinigungsfreundlich ist. Laut Ferdinand Dudenhöffer, dem Leiter des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, sind Vans und SUVs wegen ihres hohen Platzangebots eine gute Wahl für Familien.

 

Stellt sich die Frage: Reicht das Budget für einen Neuwagen oder zumindest für einen guten gebrauchten? Neben den Anschaffungskosten sollten Paare die laufenden Kosten (Benzin, Versicherung, Kfz-Steuer) im Blick behalten, wenn sie sich für einen Kredit entscheiden.

 

Urlaub machen

 

Selbst in einem überaus geräumigen Wagen stellen weite Fahrten für kleine Kinder eine Strapaze dar. Aber sollten junge Familien deswegen auf die Urlaubsreise verzichten? Natürlich nicht! Ein Tapetenwechsel tut letztendlich Groß und Klein gut. Der Urlaubsort sollte jedoch mit Bedacht gewählt werden. Die Fahrtzeit sollte so kurz wie möglich sein. Außerdem ist unbedingt darauf zu achten, dass das Hotel, Feriendorf oder Urlaubsressort kinderfreundlich eingerichtet und auf Kinder eingestellt ist.

 

Dazu gehört eine minimale Möblierung mit Kinderbett, Wickelkommode und Kinderstuhl, sodass das Kind beim Essen mit am Tisch sitzen kann. Eine Babybadewanne ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Außerdem sollte die Unterkunft ausreichend groß sein, sodass ein Kinderwagen bequem abgestellt werden kann. Wichtig sind auch die Sicherheitsvorkehrungen: Steckdosen müssen kindersicher, Fenster und Balkontüren dürfen für Kinder nicht ohne Weiteres zu öffnen sein.

Gibt es am Urlaubsort eine Kinderbetreuung oder ein Kinderprogramm? Nur wenn sich die Kleinen wohlfühlen, beschäftigt sind und etwas zu entdecken haben, können sich die Eltern während des Urlaubs entspannen.

 

Das Beziehungsleben

 

Wenn aus Liebespaaren Eltern werden, hat das einschneidende Auswirkungen auf die Beziehung. Nach der Geburt verschwindet bei Frauen vorübergehend das Interesse an Sexualität. Die Versorgung des Nachwuchses bildet den Lebensmittelpunkt. Außerdem müssen Arbeit und Haushalt unter einen Hut gebracht werden. Das bedeutet wenig Schlaf, viel Organisation und Leben am Limit. Zeit für den Partner beziehungsweise die Partnerin, geschweige denn für den Freundeskreis oder eigene Freizeitaktivitäten bleibt kaum.

 

 

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Kleine Auszeiten halten die Beziehung lebendig

 

Nicht selten melden sich angesichts all der Entscheidungen, die zu Elternzeit, Umzug, Immobilienerwerb und Neuwagenkauf zu treffen sind, Selbstzweifel: Schaffen wir das? Der Stress setzt beiden Elternteilen zu. Oft liegen die Nerven blank und ein Wort gibt das andere.

 

Abends sinkt das Paar irgendwann von Streit und Sorgen erschöpft ins Bett. An Zweisamkeit und Intimität ist nicht mehr zu denken. So hatten sie sich das sicher nicht vorgestellt, als sie aufgeregte Pläne zur Familiengründung geschmiedet und von einem Leben als kleine Familie geträumt haben.

 

 

Doch der der Alltag mit Kindern ist ein Stresstest für die Beziehung. 80 Prozent der Eltern beobachten nach der Geburt eines Kindes eine deutliche Verschlechterung ihrer Beziehung. Wie kann es gelingen, nicht nur als Eltern, sondern auch als Paar zu bestehen? Die Eltern brauchen vor allem exklusive Zeit für sich. Eine Tagesmutter oder ein Babysitter verschaffen dafür ab und zu den nötigen Freiraum. Wenigstens ein Abend die Woche sollte für Gespräche, Intimität oder auch zum Ausgehen reserviert sein.

 

Zeitliche Planung und ihre Herausforderungen

 

Familie und Paarbeziehung unter einen Hut zu bringen, die Karriere nicht zu vernachlässigen, finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und trotz allem genug Raum für Erholung und Freizeitaktivitäten zu lassen, verlangt vor allem eins: Organisation. Es mag unromantisch klingen.

Aber je bewusster Paare Alltag und Auszeiten planen, desto zufriedener ist die gesamte Familie. Letztendlich ist es wie in einem Betrieb: Ohne kompetentes Management funktioniert es nicht.

 

Sind Kinder involviert, sollten generell großzügige Pufferzonen eingeplant werden. Beim Einkauf im Supermarkt, der Fahrt zum Kinderarzt oder dem Gang zum Spielplatz kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Kinder verlangen ein ruhigeres Tempo.

 

Eltern, die sich von dem Gedanken trennen, alles perfekt im Griff haben zu müssen, leben auf Dauer entspannter. Dann fällt es auch leichter Prioritäten zu setzen und beispielsweise die Hausa

rbeit hintenan zu stellen. Sie müssen niemandem etwas beweisen. Flexibilität und Humor sind Geheimwaffen, wenn es darum geht, den täglichen Herausforderungen zu begegnen.

 

Sind beide Eltern berufstätig, bleibt der Familie ohnehin wenig gemeinsame Zeit. Diese gilt es qualitativ zu füllen. Die Beschäftigung mit Kind und Partner sollte nicht aus Hetzerei von einer Aktivität zu nächsten bestehen oder als „Nebenbei-Aktivität“ zur Hausarbeit laufen. Achtsamkeit und echte Aufmerksamkeit sind gefragt.

 

 

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Mit guter Organisationen kann das Familienleben gemeinsam genossen werden

 

Fazit

 

Junge Familien stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Um das Einkommen der Familie langfristig zu sichern, darf die Karriere der Eltern nicht dauerhaft vernachlässigt werden. Damit es der Familie gut geht, ist ein sicheres finanzielles Fundament entscheidend.

Ob die Mutter oder der Vater in Elternzeit geht, bestimmt in der Regel das Einkommen. Möglicherweise fällt die Entscheidung aber auch zugunsten einer Kinderkrippe oder Tagesmutter aus. Kredite helfen dabei, Träume vom Eigenheim und Familienauto zu erfüllen. Allerdings müssen die monatlichen Raten bezahlbar und die Laufzeiten überschaubar bleiben.

 

Weitreichende Entscheidungen in Bezug auf die Wohnsituation und das weitere Leben sind zu treffen. Gegen Gefühle der Überforderung hilft letztlich nur eins: die Schwierigkeiten als Paar gemeinsam angehen. Ganz sicher ist das Leben mit Kindern nicht einfach. Trotzdem gibt es nichts Schöneres, als den eigenen Nachwuchs aufwachsen zu sehen.

 

 

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Über Wolfang Steinbrecher

Wolfgang wohnt mit seiner Familie seit 7 Jahren in Stuttgart. Der Autor hat bereits viele Erfahrungen im Vatersein gesammelt. Seine Tochter Sarah ist 22 Jahre alt und die Zwillinge Felix und Sophie sind 15. Wenn er nicht gerade Artikel für den Elternkompass schreibt, unternimmt er Fahrradtouren mit seinen Kindern, versucht sie im Monopoly zu schlagen oder liest in seinem blauen Ohrensessel.

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