Die Top 10 der häufigsten Erziehungsfehler

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Eltern machen Fehler. Immerhin sind sie auch nur Menschen, nicht wahr? […]

Eltern machen Fehler. Immerhin sind sie auch nur Menschen, nicht wahr? Und als solche sind sie sich ihrer Fehler nicht immer bewusst. Um erfahrene wie frischgebackene Eltern gleichermaßen an ihre schlechten Angewohnheiten zu erinnern, haben wir hier die Top 10 der häufigsten Erziehungsfehler für Sie zusammen gestellt. Diese Auflistung soll Sie zum Nachdenken bringen und die eine oder andere problematische Alltagssituation unter einem neuen Licht beleuchten.

1. Das Kind als Mittelpunkt der Welt

Manche Eltern jubeln über jedes Wort aus dem Mund des kleinen Prinzen bzw. der kleinen Prinzessin. Das ist an sich noch kein Erziehungsfehler, sondern durchaus verständlich und normal.

Schwierig wird’s etwas später, wenn das Kind sich aufgrund des Erziehungsstils seiner Eltern als Mittelpunkt der Erde fühlen darf. Natürlich ist das eigene Kind immer das hübscheste und klügste auf der Welt. Trotzdem ist es wichtig, dass die Kleinen ihre tatsächlichen Stärken und Schwächen entdecken. Irgendwann muss das Kind schließlich lernen, sich selbst richtig einzuschätzen.

Auch in unserem Artikel über Jan Uwe Rogge’s Erziehungsansätze findet sich die folgende Erkenntnis wieder: Alles dreht sich heute um das Kind. Das liegt mitunter auch an den schrumpfenden Familien. Vor nicht allzu langer Zeit verstanden sich Kids in einer zehnköpfigen Großfamilie als TEIL der Familie. Heute scheint die durchschnittlich dreiköpfige Familie ausschließlich aus dem Kind zu bestehen. Klar: Kleinere Kids brauchen viel Aufmerksamkeit und genießen den Halt einer liebevollen Familie. Überschätzt es seine Fähigkeiten, wird das Kind später aber zu hohe Risiken eingehen.

Traut es sich nichts zu, dann kann es sich als Erwachsener nicht richtig entfalten. Talente bleiben dann ungenutzt, weil der mittlerweile erwachsen gewordene Sprössling Angst vor dem Versagen hat. Und auch das kommt häufig vor. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

2. Emotionale Gewalt und Unterdrückung

Im Gegensatz zu den verhätschelten Kindern, den kleinen Prinzessinnen und Prinzen, leiden vernachlässigte Kinder unter einem Mangel an Selbstbewusstsein.

Manche Eltern fühlen sich mit alltäglichen Erziehungssituationen überfordert und setzen ihr Kind mit Aussagen wie „Dein Gejammer ist schuld, dass ich jetzt Kopfschmerzen habe.“ unter Druck. Emotionale Gewalt, versteckte Erpressungen und Unterdrückung sorgen dafür, dass das Kind sich als Erwachsener selbst nicht leiden kann. Kein Wunder, sind sie doch ein stetiger Angriff auf das Selbstbewusstsein des kleinen Menschen.

3. Ich bin mein Kind

Über die eigenen Kinder erfüllen sich Erwachsene den einen oder anderen Lebenstraum, zu dessen Umsetzung sie selbst nicht imstande waren. Sie definieren sich dann über ihr Kind.

Dieses Dilemma beginnt bereits im Babyalter, wenn es heißt: „Wir bekommen unseren ersten Zahn.“ Klar haben die Eltern in ihrem Leben selbst bereits Zähne bekommen. Dennoch zeigt dieses Beispiel, dass die Eltern einen großen Teil ihres Selbstbewusstseins über ihr Kind definieren.

Es versteht sich von selbst, dass Kinder unter dem großen Druck leiden, der ihnen damit auferlegt wird. Schließlich sind diese Kinder nicht auf der Welt, um aufzuwachsen und ein eigenes Leben zu führen. Vielmehr sollen sie ihre Eltern zufrieden stellen und ihnen gefallen.

4. Mami = ABF

Insbesondere die Mamis unter Ihnen kennen bestimmt das Gefühl, den eigenen Kids möglichst nahe stehen zu wollen. Wird man von der Tochter als „allerbeste Freundin (ABF)“ bezeichnet, fühlt man sich momentan geschmeichelt.

Im Unterschied zu einer Mutter, muss sich eine allerbeste Freundin aber nicht den Herausforderungen stellen, die der Erziehungsalltag mit sich bringt. Mütter müssen manchmal hart sein und Grenzen setzen. Sie sind bemüht, eine gute Balance zwischen Nähe und Respekt zu finden, die sie vom Kind einfordern.

Entwickelt sich ein Jugendlicher in eine Richtung, die ihm dauerhaft schaden könnte, müssen Mütter ganz ehrlich und mit ernstem Unterton mit ihm darüber sprechen. Sie müssen dann auch Tränen, Streit und langwierigen Diskussionen standhalten, ohne sich aus dem Staub zu machen. Es sind dies Anforderungen, die eine beste oder sogar allerbeste Freundin nicht erfüllen muss.

Deshalb ist es zwar nett, wenn Kids ihre Eltern als beste Freunde ansehen. Zweifellos gehören Nähe, Offenheit und Wertschätzung zu den wichtigsten Qualitäten guter Eltern. Das alleine reicht aber nicht aus, weshalb Eltern einfach mehr sind, als gute Freunde.

5. Die Realität aus den Augen verlieren

Manche Eltern begehen den Fehler, das Kind zu erziehen, das sie gerne hätten. Stattdessen sollten sie sich lieber dem Kind widmen, das sie tatsächlich haben. Dieser Erziehungsfehler ist eng mit dem oben geschilderten Problem „Ich bin mein Kind“ verknüpft.

Jede Mutter erhofft sich bereits während der Schwangerschaft, dass das Kind später ein Abbild seiner Eltern sein wird. Umso weniger möchten wir die Realität akzeptieren, wenn das Kind beginnt, dieses Idealbild auf den Kopf zu stellen. Wir beginnen dann damit, ihm unsere Träume aufzuzwingen und es zu dem Menschen erziehen zu wollen, den wir gerne hätten.

An diesem Punkt sollte Ihnen bewusst werden, dass Erziehung nichts damit zu tun hat, Menschen zu einem gewünschten Endprodukt heranzuformen, das uns selbst bestmöglich entspricht.

Erst, wenn wir das Wesen des Kindes (an-)erkennen, kann sinnvolle Erziehung funktionieren.

6. Andere Familien sind schlechter, als wir

Eltern haben unterschiedliche Erziehungsmaßnahmen. Unabhängig davon, ob man mit der Einstellung anderer Elternpaare konform geht, sollte man sich mit (Vor-) Urteilen zurückhalten. Eltern, die sich weigern, sich selbst infrage zu stellen, können nicht mit der Zeit gehen. Dabei ist das Erziehen selbst eine ständige Entwicklung, in der wir Erwachsenen niemals auslernen.

In Momenten, in denen Sie sich über die Erziehungsmethoden anderer Leute ärgern, sollten Sie sich in Erinnerung rufen, dass jede Methode ihre Vorzüge und Nachteile hat. Keine ist von Grund auf ausschließlich schlecht.

Vergessen Sie auch nicht, dass alle Eltern im selben Boot sitzen. Sie alle machen schwierige Zeiten durch und leiden darunter, wenn sich Kids nicht so entwickeln wie gewünscht.

Versuchen Sie Ihre Mitmenschen zu verstehen und gehen Sie nicht zu hart mit ihnen ins Gericht, insbesondere wenn sie von einer Methode überzeugt sind, über die Sie selbst noch so gut wie nichts wissen.

Manchmal lohnt es sich, neue Ideen auf sich wirken zu lassen. So kann es sein, dass man sich doch noch das eine oder andere abguckt, obwohl man zu Beginn mit innerer Ablehnung reagierte.

7. Wettstreit der ambitionierten Eltern

Dieser Punkt hat ein wenig mit dem vorangegangenen Abschnitt zu tun. Viele Eltern sind ehrgeizig, wenn es um die Erziehung geht.

Geraten Familien in eine Art Wettstreit, dann geht das meistens auf Kosten der Kids. Denn damit erziehen wir ihnen an, dass man um jeden Preis und ohne Rücksicht gewinnen muss. Es gilt, die eigene Meinung durchzubringen und gegen jedwede Anfechtung zu verteidigen. Eine solche Fehde kann nicht ausgetragen werden, ohne dass die Kids etwas davon mitbekommen würden.

Damit signalisieren wir nichts Geringeres als dass es in Ordnung ist, „über Leichen zu gehen“.

8. Kinder ohne Kindheit

Leider vergisst man im stressigen Erziehungsalltag oft, die Kinder einfach Kinder sein zu lassen. Diese intensive Zeit mit Ihren Kids wird ohnehin zu schnell vorüber gehen. Halten Sie also einmal inne, wenn Sie sich darüber ärgern, dass Ihr Kind sich wieder einmal bekleckert hat oder das Gegenteil von dem tut, was Sie sich wünschen. Erinnern Sie sich daran, dass Ihr Sprössling ein Kind ist. Er bzw. sie darf kleckern. Das Kind kann und wird seine Grenzen austesten. Mit der Zeit wird es seine Rolle erkennen und sich nach und nach zu einem charakterstarken Erwachsenen entwickeln.

Diese Entwicklung wird es auch dann durchlaufen, wenn es momentan bockig oder tollpatschig erscheint. Verlieren Sie nicht die Hoffnung und lassen Sie wieder etwas mehr Gelassenheit in Ihr Leben einkehren, wenn Sie der Erziehungsalltag allzu sehr zu stressen beginnt.

9. Gewalt und Co-Abhängigkeit in der Familie

Beide Begriffe, nämlich Gewalt und Co-Abhängigkeit, bezeichnen völlig unterschiedliche Problematiken in der Erziehung. Weil beide aber ähnlich dramatische Auswirkungen auf die psychische Gesundheit des Kindes haben, möchten wir sie hier gemeinsam beschreiben.

Körperliche Gewalt in Form eines „Klaps auf den Po“ einer „Schelle“ oder einem Schlag auf die Finger kommt leider immer noch sehr häufig vor. Gerade die eben genannten, „milderen“ gewalttätigen Handlungen werden oft als „nicht so schlimm“ entschuldigt.

Aber auch diese Methoden sind gesetzlich verboten – zu Recht! Trotzdem stehen sie vielerorts an der Tagesordnung. Meistens kommt es dazu, wenn Eltern sich überfordert fühlen und sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Gewalt gegen Kinder ist also nichts anderes als ein Akt der hilflosen Verzweiflung.

Co-Abhängigkeiten entstehen oft in Familien mit alleinerziehenden Eltern. Hat dieser ein Problem wie eine Sucht oder eine psychische Erkrankung, müssen Kids frühzeitig „erwachsen werden“. Sie kümmern sich dann um ihre Eltern und fühlen sich für sie verantwortlich. Ihre Gedanken kreisen um das Wohl des Elternteils, die eigene (vor allem soziale) Entwicklung verläuft problematisch.

Viele Eltern in Co-Abhängigkeit sind der Meinung, ihre Kinder würden das ja gar nicht richtig mitbekommen. Ihnen ist nicht klar, dass der herrschende Zustand immense Schäden und seelischen Schmerz beim Kind anrichtet.

Besonders schlimm ist, dass betroffene Kids kaum eine Chance haben, mit jemandem über ihre Sorgen zu reden. Einerseits sehen sie sich in einem Loyalitätsproblem – man möchte die Eltern nicht verraten oder bei anderen Erwachsenen anschwärzen. Andererseits sind Gleichaltrige meist damit überfordert, wenn ein solches Kind von seinen Sorgen zu erzählen beginnt.

Bekommt man als Erwachsener von einer solchen, gestörten Beziehung etwas mit, sollte man also unbedingt versuchen, helfend einzugreifen. Ein Gespräch mit dem Kind dient als Ausgangspunkt für das Finden geeigneter Hilfsangebote und Anlaufstellen.

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