Dopplersonographie : Eine aussagekräftige Untersuchung während der Schwangerschaft

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Schwangere Frauen kennen den Ultraschall ganz genau – ist es schließlich die bildgebende Methode der Wahl im regelrechten Untersuchungsmarathon während der Schwangerschaft. Ein Spezialverfahren im Ultraschall stellt die Dopplersonographie dar.

Mittels dieser Methode können die Durchblutung der Plazenta sowie die Blutversorgung des ungeborenen Kindes verlässlich kontrolliert werden. Die Untersuchung wird auch Dopplersonographie genannt und wird vor allem ab der 38. SSW angewandt, da es gegen Ende der Schwangerschaft vermehrt zu Durchblutungsstörungen und damit zu Versorgungsengpässen des Fötus kommen kann.

Wie genau die Dopplersonographie funktioniert und welche konkreten Anwendungsgebiete es gibt, erfährst Du im Artikel.

Was bedeutet Dopplersonographie?

Die Dopplersonographie ist die Darstellung von Blutgefäßen im Ultraschall. Dabei ist es möglich, die Lage und Durchgängigkeit von Blutgefäßen sowie die Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses farblich darzustellen.

Aufgrunddessen wird diese Untersuchung auch farbkodierte Dopplersonographie genannt. Weitere gängige Ausdrücke für diese Untersuchung sind Dopplersonographie, Doppler-Ultraschall oder ganz einfach Doppler.

In der medizinischen Umgangssprache werden Dopplersonographie und Dopplersonographie oft synonym verwendet. Es gibt jedoch einen feinen Unterschied:

Der Begriff Duplexsonographie lässt sich aus dem lateinischen Wort „duplex“ ableiten, welches „doppelt“ bedeutet. Mit dieser Bezeichnung wird auf die Tatsache hingewiesen, dass mit der Dopplersonographie zwei sonographische Verfahren vermischt werden.

Einerseits wird das sogenannte B-Bild dargestellt, also ein ganz normales schwarz-weiß-graues Ultraschallbild ohne Farbkodierung. Andererseits zeigen sich auch die farbkodierten Informationen über den Blutfluss. Beide Bilder werden in Echtzeit übereinander gelegt und erlauben somit eine Vielzahl an Aussagen.

Der Begriff Dopplersonographie hingegen bezieht sich auf den österreichischen Physiker Christian Doppler, der im Jahre 1842 den nach ihm benannten Dopplereffekt entdeckte, welcher die Grundlage für die farbkodierte sonographische Untersuchung des Blutes ist.

Streng genommen bezeichnet die Dopplersonographie also nur die farblichen Bildausschnitte, jedoch ohne Gewebeinformationen. Das physikalische Phänomen des Dopplereffekts bezeichnet die Stauchung und Dehnung eines akustischen oder visuellen Signals bei Distanzveränderungen zwischen Signalsender und Signalempfänger.

Es tritt beispielsweise dann auf, wenn ein Rettungsauto mit eingeschalteter Sirene an Dir vorbeifährt. Dir ist sicherlich bereits aufgefallen, dass die Sirene höher klingt, wenn der Rettungswagen auf Dich zukommt und plötzlich tiefer wird, sobald es vorbeigefahren ist. Physikalisch lässt sich diese Tatsache so erklären: Kommt das Rettungsauto auf dich zu, so „schiebt“ dieses die Töne in Deine Richtung.

Die dadurch verringerte Wellenlänge bedeutet eine höhere Frequenz und somit einen höheren Ton. Umgekehrt verlängert sich die Wellenlänge, sobald der Rettungswagen an Dir vorbei ist und sich wieder von Dir entfernt. Damit werden auch Frequenz und Tonhöhe niedriger.

Wie funktioniert die Dopplersonographie?

Mediziner machen sich dabei den soeben beschriebenen Dopplereffekt zunutze. Dabei erkennt das Ultraschallgerät, ob das Blut gerade auf den Ultraschallkopf zufließt oder sich entfernt, da sich die zugehörigen Wellenlängen und Frequenzen unterscheiden.

Dementsprechend gibt es Farbunterschiede und der Arzt kann am Bildschirm erkennen, in welche Richtung das Blut an der gerade untersuchten Stelle fließt. Dies dient beispielsweise zur Unterscheidung von Arterien und Venen oder zum Erkennen von Flussstörungen.

Üblicherweise wird auf den Schallkopf zufließendes Blut rot und vom Schallkopf wegfließendes Blut blau dargestellt. Dies ist ein standardisiertes Vorgehen, um Vergleiche möglich zu machen sowies Verwirrungen zu vermeiden.

Außerdem wird der Blutfluss ebenso auditiv, also mit Tönen, dargestellt. Dein Arzt kann so den Blutfluss, die Flussrichtung und die Herzfrequenz noch präziser beurteilen.

Wie läuft die Untersuchung mittels Dopplersonographie ab?

Die Dopplersonographie unterscheidet sich nur physikalisch und technisch von anderen Ultraschalluntersuchungen. Für Dich als Patientin läuft er jedoch genauso ab wie jede andere Ultraschalluntersuchung.

Der Arzt wird Dir hierfür ein glitschiges Gel auf die zu untersuchende Stelle schmieren und mit einem kleinen Detektor, der Schallkopf genannt wird, darüber gleiten. Dabei muss er mehr oder weniger Druck ausüben, um ein schönes Ultraschallbild zu erhalten. Eine Untersuchung mittels Dopplersonographie dauert etwa 10 Minuten.

Wann wird die Dopplersonographie angewandt?

Generell wird der Doppler-Ultraschall immer dann in Betracht gezogen, wenn es um fragliche Durchblutungsstörungen oder Herzfunktionsstörungen geht. Klassische Fragestellungen sind:

  • Funktion der Herzklappen und Zustand der Vorhöfe und Kammern des Herzens
  • Fragliche Verengungen oder Verschlüsse der Arteria carotis (Halsgefäß)
  • Fragliche TVT (Thrombose einer tiefen Beinvene)
  • Widerstandsindex in den Nierengefäßen (bei Bluthochdruck)

Auch in der Geburtshilfe findet der Doppler-Ultraschall Anwendung. Gerade in späteren Abschnitten der Schwangerschaft wird mittels Dopplersonographie die ordnungsgemäße Durchblutung der Plazenta sowie die Funktion des kindlichen Blutkreislaufs kontrolliert.

Insbesondere gegen Ende des dritten Trimesters, etwa ab der 38. SSW, erfolgen diese Kontrollen engmaschiger, da es bereits zu einer reduzierten Plazentafunktion und damit einhergehend zu einer Unterversorgung des Ungeborenen gekommen sein kann. Auch zur Beurteilung des Risikos einer Präeklampsie oder eines HELLP-Syndroms wird die Dopplersonographie herangezogen.

Spezialfunktionen in der Dopplersonographie

Die Dopplersonographie wurde mit der Zeit immer weiter entwickelt und um neue Funktionen erweitert. So sind moderne Ultraschallgeräte mit den Zusatzfunktionen CW-Doppler (Continuous Wave Doppler oder Gewebe-Doppler) und PW-Doppler (Power-Doppler) ausgestattet, um eine Vielzahl an Informationen zu bekommen.

CW Doppler

Mit dem Continuous Wave Doppler wird nicht nur der Blutfluss dargestellt, sondern auch die Bewegungen des Gewebes. Allerdings kann mit dem CW Doppler keine Tiefeninformation gewonnen werden.

PW Doppler

Der Power-Doppler zeigt nicht nur Geschwindigkeit und Flussrichtung an, sondern lässt auch Aussagen über die Bewegungsenergie zu. Das Besondere hierbei ist, dass der Ort der Bildgebung im Gewebe ausgewählt wird. Dieser Ort wird in der radiologischen Fachsprache auch „Gate“ genannt. Die Messungen finden nur in der so bestimmten Tiefe statt.

Die Vor- und Nachteile der Dopplersonographie

Ein entscheidender Vorteil, insbesondere für Schwangere, ist die Risikoarmut der Sonographie. Der Ultraschall arbeitet mit Schallwellen, die im Gegensatz zur Strahlung bei Röntgen oder Computertomographie, nicht radioaktiv sind. Es gibt also keine zellschädigende Wirkung durch Röntgenstrahlung. Dieser Fakt macht die Sonographie zum bildgebenden Verfahren der Wahl für Schwangere.

Ein Nachteil der Untersuchung ist, dass sie zwar präzise Informationen zu bestimmten Fragestellungen liefern kann, jedoch bei der detailierten Darstellung von Gewebe versagt. Du hast sicherlich bereits bemerkt, dass ein Ultraschallbild sehr unscharf ist und es einem Laien kaum möglich ist, irgendetwas darauf zu erkennen.

Ein weiterer Nachteil ist die Gefahr einer Überhitzung im untersuchten Gewebe – dies kann aber im Regelfall nur dann passieren, wenn die Untersuchungsperioden zeitlich sehr ausgedehnt werden, beispielsweise durch einen unerfahrenen Arzt.

Durch den Temperaturanstieg kann es zu Schäden im zerebralen Bereich, also im Hirn oder im peripheren Nervensystem des Kindes, kommen. Jedoch musst Du dir generell keine Sorgen machen, denn solche Zwischenfälle passieren äußerst selten und sind bei normalen Untersuchungsbedingungen und auch bei engmaschigeren Kontrollen so gut wie ausgeschlossen.

Sollten weitere Informationen benötigt werden, die mittels Ultraschall nicht gewonnen werden können, so gibt es zahlreiche alternative oder ergänzende Untersuchungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann durch eine Feinnadelbiopsie Gewebe entnommen und labortechnisch näher untersucht werden.

Eine weitere Untersuchung, die ohne radioaktive Strahlung auskommt, ist die Magnetresonanztomographie, kurz MRT genannt. Dieses Verfahren arbeitet mit magnetischer Strahlung, die als nicht zellschädigend eingestuft wird. Auch Röntgenuntersuchungen sind bei entsprechender Indikation denkbar, werden jedoch aufgrund der radioaktiven Strahlung weitgehend vermieden.

Quellen

http://www.pränatal-info.at/de/methoden-der-praenatalen-diagnostik/doppler-ultraschall.html

https://www.dr-fruehmann.at/schwangerschaft-geburt/doppler-ultraschall/

https://www.netdoktor.at/untersuchung/dopplersonographie-8259

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