Fruchtwasser Teststreifen – so funktioniert die Fruchtwasseruntersuchung für zu Hause

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Zu den Quellangaben

Der Fruchtwasser Teststreifen ist ein wichtiges Hilfsmittel für werdende Mütter, die aus unterschiedlichen Gründen bzw. um auf Nummer sicher zu gehen, eine Fruchtwasseruntersuchung „in Eigenregie“ durchführen möchten. So handelt es sich bei einem Fruchtwasser Teststreifen um einen Urin Teststreifen aus Lackmuspapier, der sich unter bestimmten Voraussetzungen verfärbt. Anhand des Verfärbungsgrades lassen sich relevante Erkenntnisse in Anlehnung an die Fruchtwasser-Qualität generieren.

Ein Fruchtwasser Teststreifen – der aussagekräftige Urin Teststreifen

Die Fruchtwasseruntersuchung, die Dein Frauenarzt im Bedarfsfall durchführt, wird Amniozentese genannt. Mit Hilfe der Fruchtwasseruntersuchung ist es möglich, etwaige vererbbare Erkrankungen sowie darüber hinaus Abweichungen im Erbgut des ungeborenen Babys zu eruieren. Sogar Fehlbildungen, Infektionen etc. lassen sich mit der Amniozentese feststellen. Obwohl eine Fruchtwasseruntersuchung recht komplex ist, gibt sie werdenden Mamis und Papis doch sehr viel Sicherheit.

Die Fruchtwasseruntersuchung in der gynäkologischen Praxis

Im Vergleich zur Anwendung der Fruchtwasser Teststreifen ist die gynäkologisch durchgeführte Amniozentese sehr komplex. Dabei entnimmt der Mediziner mit Hilfe einer Hohlnadel ein wenig Fruchtwasserflüssigkeit aus der Fruchtblase. Diese beinhaltet kindliche Zellen, welche sich gezielt isolieren und sodann in einer Zellkultur vermehren lassen. Eine solche Zellkultur ist wichtig, weil nur dann genügend genetisches Material zur Verfügung steht, um die erforderlichen medizinischen Untersuchungen durchführen zu können.

Wann eine Fruchtwasseruntersuchung erforderlich ist und wie Du den Fruchtwasser Teststreifen zu Hause richtig anwendest – das und mehr verrät Dir dieser Artikel.

Deshalb sind Fruchtwasser Teststreifen in bestimmten Situationen unverzichtbar

Die Fruchtblase enthält Fruchtwasser. Dieses wird jedoch im Laufe der Schwangerschaft nicht dieselbe Qualität bzw. Beschaffenheit aufweisen. Vielmehr unterliegt das Fruchtwasser einem natürlichen Kreislauf, welcher dafür sorgt, dass im Abstand von etwa zwei bis drei Stunden ein kompletter Austausch erfolgt. Das bedeutet, dass die Produktion sowie die Resorption der Flüssigkeit während einer Schwangerschaft stets im Gleichgewicht bleiben sollten. Um dies zu gewährleisten, kann eine Fruchtwasseruntersuchung hilfreich sein.

Gut zu wissen:

Das Baby trinkt das Fruchtwasser und nimmt so die darin enthaltenen Nährstoffe auf. Die Flüssigkeit wird über den Darm resorbiert. Später gelangt sie über die Plazenta in den Blutkreislauf der Mutter. Dort wird das Fruchtwasser über die Nieren wieder ausgeschieden. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Die Fruchtwasseruntersuchung

Im Rahmen einer Fruchtwasseruntersuchung ist es zum einen möglich, Erkrankungen oder Erbgutveränderungen zu eruieren. Andererseits gelingt es mit der Fruchtwasseruntersuchung, die Konzentrationen zweier relevanter Proteine im Fruchtwasser zu bestimmen. Diesbezüglich ist vom Alpha-Fetoprotein (AFP) sowie vom Acetycholinesterase Enzym (AChE) die Rede. Gesetzt den Fall, dass einer dieser Werte oder gar beide erhöht sind, deutet das meist auf eine Fehlbildung der Bauchwand oder der Wirbelsäule hin.

Wie ist es möglich, aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen?

Das Alpha-Fetoprotein wird in der Leber sowie im Dottersack des ungeborenen Kindes produziert. Ist der Embryo gesund, wird nur ein sehr geringer Anteil des AFP-Proteins über seinen Urin in das Fruchtwasser gelangen. Bei einem offenen Rücken oder anderen so genannten Neuralrohrdefekten sind die AFP-Werte teils drastisch erhöht. Das liegt daran, dass über die Hirn-Rückenmarksflüssigkeit größere Mengen davon in das Fruchtwasser abgegeben werden.

Mit Hilfe der Fruchtwasser Untersuchung ist es ebenfalls möglich, das Risiko des Down-Syndroms bzw. für Trisomie 21 zu ermitteln. Beim AChE-Protein handelt es sich um ein Enzym des Nervensystems. Falls ein Neuralrohrdefekt beim ungeborenen Baby vorliegt, ist der AChE-Wert ebenfalls deutlich erhöht.

Diese Erkrankungen können durch die Untersuchung bereits während der Schwangerschaft nachgewiesen werden:

– die Beschaffenheit der DNA bzw. des Erbmaterials
– Anzahl der Chromosomen und deren Struktur
– genetische Abweichungen wie das Down-Syndrom
– Trisomie 18 bzw. das Edwards-Syndrom
– Trisomie 13 bzw. das Pätau-Syndrom
– Stoffwechselstörungen
– Bauchwanddefekte
– offener Rücken bzw. Spina bifida
– Toxoplasmose
– eine mögliche Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind (diese kann erst ab der 30. Schwangerschaftswoche eruiert werden)
– Beschaffenheit der Lungen

Hinweis:

Unter bestimmten Voraussetzungen legen Gynäkologen werdenden Müttern ans Herz, eine Untersuchung des Fruchtwassers vornehmen zu lassen. Die wichtigsten Gründe für eine Amniozentese sind:

– die schwangere Frau ist älter als 35 Jahre
– Auffälligkeiten beim so genannten Erstsemester-Screening
– Auffälligkeiten bei vorangegangenen Ultraschall-Untersuchung
– wenn der Urin trüb ist
– sofern familiäre Erbkrankheiten vorliegen
– bei Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen mütterlicher- oder väterlicherseits
– sofern es bereits ein Geschwisterkind mit einer Chromosomenstörung gibt
– vorangegangene Früh- bzw. Fehlgeburten

Gut zu wissen:

Falls einer der vorgenannten Anhaltspunkte besteht, der eine Fruchtwasseruntersuchung erfordert, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die anfallenden Kosten.

Eine Untersuchung des Fruchtwassers wird sinnvollerweise zwischen der 14. und der 19. Woche der Schwangerschaft durchgeführt. Würde die Amniozentese zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt, könnte der Arzt keine exakten Befunde generieren. Darüber hinaus könnte eine frühzeitige Fruchtwasseruntersuchung eine Fehlgeburt auslösen.

So geht die Fruchtwasseruntersuchung vor sich:

Wenn das Fruchtwasser untersucht werden muss, führt der Gynäkologe zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch durch. Die dann folgende Untersuchung wird in der Regel ambulant durchgeführt. Wichtig ist, dass das Prozedere in einer entsprechend spezialisierten Praxis oder einem Fachklinikum durchgeführt wird.

– Bevor die Untersuchung überhaupt durchgeführt werden kann, erfolgt mit Hilfe modernster Ultraschalltechnologien eine Untersuchung der Kindslage im Mutterleib. Zugleich markiert der Facharzt die angedachte Einstichstelle auf dem Bauch.

– Die gekennzeichnete Stelle wird sorgfältig desinfiziert. Danach sticht der Arzt mit einer sehr feinen Hohlnadel durch die Bauchdecke sowie durch die Gebärmutterwand, bis er die Fruchtblase erreicht.

– Im dann folgenden Schritt punktiert er die Fruchtblase und zieht etwa 15 bis 20 ml Fruchtwasser auf.

– Die Hohlnadel wird wieder herausgezogen und die generierte Flüssigkeit sowie die darin enthaltenen Zellen werden im Labor aufbereitet.

Gut zu wissen:

Die Dauer einer Untersuchung des Fruchtwassers nimmt im Allgemeinen etwa fünf bis 15 Minuten in Anspruch. Wenngleich der Eingriff von den meisten Frauen nicht als schmerzhaft empfunden wird, so beklagen andere werdende Mütter einen teils erheblichen Druck. In den meisten Fällen erfolgt keine Lokalanästhesie.

– Auch noch nach der Untersuchung des Fruchtwassers bemerken viele Schwangere ein gewisses Druckgefühl in ihrem Bauch. Dieses wird jedoch wenige Minuten nach dem Prozedere abklingen.

Hinweis:

Noch am selben Tag darfst Du die Praxis bzw. die Klinik verlassen. Dein Arzt wird Dir aber sicherlich eine Bettruhe von etwa zwei bis drei Tagen empfehlen. Vermeide außerdem anstrengende körperliche Tätigkeiten und verzichte möglichst auf Geschlechtsverkehr. Nach der Ruhephase erfolgt eine Nachkontrolle beim Gynäkologen, und etwa zwei bis drei Wochen später wirst Du die Ergebnisse der Untersuchung erfahren.

Übrigens:

Gesetzt den Fall, dass heftige Schmerzen im Unterleib oder in der Bauchregion auftreten oder wenn es zu Blutungen kommt, solltest Du sofort den Gynäkologen aufsuchen.

Heute gilt eine Untersuchung des Fruchtwassers bereits als Routine-Eingriff. Dennoch kann es unter Umständen zu Komplikationen kommen. So kommt es in seltenen Fällen zu einer Fehlgeburt oder es könnte sich ein vorzeitiger Blasensprung ereignen. Kontraktionen der Gebärmutter, Blutungen oder Verletzungen des ungeborenen Babys sind gegebenenfalls möglich. Die Zahl der entsprechenden Fälle ist jedoch verschwindend gering.

Was, wenn die Untersuchung positiv verlief?

Natürlich hoffen werdende Eltern, dass die Ergebnisse der Untersuchung des Fruchtwassers negativ sind. Bei einem positiven Befund ist es mitunter erforderlich, die Schwangerschaft abzubrechen. Vor einem solchen Schritt wird die betroffene Schwangere jedoch ausführlich und sehr intensiv beraten.

Weil eine Untersuchung des Fruchtwassers erst in einem relativ späten Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden kann, ist es im Falle einer positiv verlaufenden Untersuchung nicht mehr möglich, eine Absaugung oder Ausschabung durchzuführen. Das bedeutet, dass eine künstliche Fehlgeburt eingeleitet werden muss. Dabei kommen Wehen fördernde Präparate zur Anwendung. Für die schwangere Frau ist eine solche Maßnahme sowohl seelisch, als auch körperlich äußerst belastend und kann mit schwerwiegenden psychologischen Folgen verbunden sein. Oft ist daher die Inanspruchnahme einer psychologischen oder psychotherapeutischen Behandlung sinnvoll.

Mit einem Urin Teststreifen Fruchtwasseruntersuchungen „in Eigenregie“ durchführen

Wenn die Fruchtblase platzt, wird das in Fachkreisen Blasensprung genannt. Dies passiert im Idealfall erst kurz vor der Geburt. Bei Risiko- bzw. Mehrlingsschwangerschaften sowie aus anderen Gründen ist es aber denkbar, dass sich weitaus früher ein Blasensprung ereignet. Ist die Fruchtblase geplatzt, geht meist ein wenig Flüssigkeit ab. Viele Frauen sind der Ansicht, dass es sich dabei um Urinflüssigkeit handelt.

Wenn der Urin trüb ist

Weil die Fruchtwasserflüssigkeit optisch der Urinflüssigkeit ähnelt, lässt sich aus Laiensicht meist schwerlich eruieren, ob die Fruchtblase geplatzt ist oder ob Urin abgegangen ist. Letzteres ist aufgrund einer zunehmenden Schwäche der Beckenbodenmuskulatur der Schwangeren nicht ungewöhnlich. Mit einem Fruchtwasser Teststreifen kannst Du zu Hause selbst untersuchen, ob sich ein Blasensprung ereignet hat oder ob es sich dabei um Urin handelt. Ist der Urin trüb, besteht durchaus eine erhöhte Verwechslungsgefahr mit der Flüssigkeit aus der Fruchtblase.

Der Fruchtwasser Teststreifen bestimmt den so genannten IGF1-Wert. Dabei handelt es sich um einen fetalen Eiweißwert, welcher durch die Verwendung von normalem Lackmuspapier eruiert werden kann. Zeigt der Fruchtwasser Teststreifen eine positive Veränderung an, ist das ein Indiz dafür, dass Fruchtwasserflüssigkeit ausgetreten sein muss. Die Fruchtblase ist folglich gesprungen oder zumindest ein Stückweit gerissen. Je nachdem, welches Ergebnis der Fruchtwasser Teststreifen liefert, ist eine unverzügliche Vorstellung beim Gynäkologen Deines Vertrauens unumgänglich. Denn jetzt steht gegebenenfalls die Geburt Deines Kindes unmittelbar bevor.

Tipp:

Fruchtwasser Teststreifen sind in jeder gut sortierten Apotheke erhältlich. Am besten, Du besorgst den Fruchtwasser Teststreifen bereits mehrere Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. So hast Du den Fruchtwasser Teststreifen „im Fall der Fälle“ sofort griffbereit und kannst auf Nummer sicher gehen.

Du solltest jedoch bedenken, dass die Ergebnisse, die ein Fruchtwasser Teststreifen liefert, nicht immer zu 100 Prozent zuverlässig sind. Denn die Menge an Flüssigkeit reicht mitunter nicht aus, um eine wirklich sichere Diagnose zu stellen. Suche deshalb im Zweifel sofort Deinen Gynäkologen auf und lasse Dich entsprechend untersuchen. Alternativ kannst Du Deine Hebamme um Rat fragen.

Fazit:

Eine Untersuchung des Fruchtwassers ist unter bestimmten Gegebenheiten von elementarer Bedeutung. Zugleich solltest Du aber bedenken, dass eine Amniozentese kein Garant für ein gesundes Baby ist. Generell empfiehlt sich eine Fruchtwasseruntersuchung für schwangere Frauen, die das 35. Lebensjahr überschritten haben. Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte, die eine Fruchtwasseruntersuchung unumgänglich machen. Mit einem Urin Teststreifen bzw. einem Fruchtwasser Teststreifen kannst Du daheim selbst herausfinden, ob Deine Fruchtblase geplatzt ist. Denn nicht immer ist Urin, der trüb ist, von der Fruchtwasserflüssigkeit zu unterschieden.

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