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Untersuchungen in der Schwangerschaft

Fruchtwasseruntersuchung: Risiken und Kosten

Mit der Fruchtwasseruntersuchung auch Amniozentese genannt, kann bereits während der Schwangerschaft festgestellt [...]

Fruchtwasseruntersuchung-Risiken-und-Kosten

Mit der Fruchtwasseruntersuchung auch Amniozentese genannt, kann bereits während der Schwangerschaft festgestellt werden, ob beim Ungeborenen Erkrankungen vorliegen. Die Fruchtwasseruntersuchung stellt eine wichtige Maßnahme zur pränatalen Diagnostik dar und kann bereits ab der 10. SSW erfolgen. In den meisten Fällen wird sie allerdings erst ab der 13. bis zur 17. SSW durchgeführt. Doch ist eine Fruchtwasseruntersuchung nicht in jeder Schwangerschaft nötig. Die Kosten dafür werden bei medizinischer Notwendigkeit von der Krankenkasse getragen.

Ermittlung einer Chromosomenstörung mit einer Fruchtwasseruntersuchung

Erkrankungen entstehen oftmals durch Schäden am menschlichen Erbgut. Träger dieses Erbguts sind die Chromosomen. Die Gene, in denen die Informationen zum Erbgut enthalten sind, sind dort enthalten. Durch eine Fruchtwasseruntersuchung können Schäden am Erbgut festgestellt werden. Das Ergebnis ist zu 99,9 Prozent zuverlässig und kann Störungen, wie das Down-Syndrom feststellen. Auch kann durch die Fruchtwasseruntersuchung das Geschlecht eines Babys bestimmt werden und so mittels dieses Verfahrens ermittelt werden, ob geschlechtsbestimmte Erbkrankheiten beim Baby vorliegen. Das Risiko einer Chromosomenstörung steigt mit dem Alter der Frau. Je älter sie ist, umso höher ist das Risiko, dass das Baby eine Störung hat.

Ablauf einer Fruchtwasseruntersuchung

Zur Untersuchung des Fruchtwassers wird durch die Bauchdecke der Schwangeren etwas Fruchtwasser aus der Fruchtwasserhöhle entnommen. Hierbei spricht man auch von der Fruchtwasserpunktion. Im Labor wird anschließend das Fruchtwasser mit mehreren Tests untersucht. Ein Testergebnis liegt etwa nach zwei Wochen vor und ist sehr zuverlässig. Eine Behandlung bei einem positiven Ergebnis ist nicht möglich. So hat die Schwangere die Möglichkeit die Schwangerschaft abzubrechen oder sich auf die Behinderung ihres Babys einzustellen. Bei einem Abbruch ist allerdings keine Abtreibung durch Absaugung oder Ausschabung möglich, da die Schwangerschaft schon sehr weit fortgeschritten ist. Das Baby wird in dem Fall auf natürlichen Weg auf die Welt gebracht. Hierbei werden künstlich Wehen eingeleitet.

Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung

Das es nach einer Fruchtwasseruntersuchung zu einer Fehlgeburt kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden liegt zwischen 0,5 bis 1 %. Größere Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung stellen vaginale Blutungen oder eine Infektion in Folge der Untersuchung dar. Auch kann es zu einem vorübergehenden Fruchtwasserverlust kommen. Bewegt sich das Baby während der Untersuchung plötzlich oder wird die Nadel falsch gesetzt, kann der Fötus während des Eingriffs verletzt werden. Wird der Eingriff von einem erfahrenen Arzt durchgeführt, ist das Risiko sehr gering, dass dies wirklich passiert. Jede Frau sollte die Notwendigkeit der Untersuchung für sich selbst abschätzen und die Entscheidung fällen. Denn das Ergebnis der Untersuchung kann den ganzen Schwangerschaftsverlauf ändern.

Kosten für eine Fruchtwasseruntersuchung

Eine Fruchtwasseruntersuchung ist nicht Teil der regulären Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft. Daher werden die Kosten nur unter bestimmten Umständen von der Krankenkasse getragen. Die Kosten werden übernommen, wenn die Schwangere bereits über 35 Jahre alt ist. Denn mit zunehmenden Alter der Frau steigt auch das Risiko auf Fehlentwicklungen während der Schwangerschaft. Gibt es in der Familie Erbkrankheiten, kann dies mittels der Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden. Auch in einem solchen Fall werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen und der Frauenarzt wird zu einer Amniozentese raten. Gab es bei frühren Schwangerschaften schon Komplikationen oder bestehen Risiken in der aktuellen Schwangerschaft, kann eine Fruchtwasseruntersuchung medizinisch notwendig sein. Auch im Falle, dass ein ärztlicher Befund eine Fruchtwasseruntersuchung notwendig macht, werden die Kosten übernommen. Möchte eine Schwangere ohne einen hinsichtlichen Grund eine Untersuchung am Fruchtwasser vornehmen lassen, um zum Beispiel mögliche Erbkrankheiten festzustellen, wird sie die Kosten für die Untersuchung selbst tragen müssen. Über die genauen Kosten informiert Sie Ihr Frauenarzt.

Foto: borke / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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