×
Gewalt und Missbrauch

Gefahren für Kinder durch Gewalt in den Medien

Fast alle Kinder verbringen täglich einige Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer. Die große Auswahl an Serien, Filmen und […]

Gefahren für Kinder durch Gewalt in den Medien

Gefahren für Kinder durch Gewalt in den Medien

Fast alle Kinder verbringen täglich einige Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer. Die große Auswahl an Serien, Filmen und Spielen sorgt dafür, dass dir nie langweilig wird. Besonders lustig ist es, gemeinsam mit Freunden zu spielen oder einen Film anzusehen.

Für Kinder gilt es dabei ein paar Dinge zu beachten. Denn auch während des Tages werden nicht nur Sendungen ausgestrahlt, die für Kinder geeignet sind. Viele Sendungen und Computerspiele machen Angst oder wirken seltsam auf Kinder. Heute erklären wir dir, warum das so ist.

Gewalt im Fernsehen – wie gefährlich ist das?

Im Vergleich zu älteren Filmen und Serien ist das, was man heute im Kino oder im Fernsehen anschauen kann, wesentlich gewalttätiger. Speziell die amerikanischen Hollywood-Filme zeigen heute sehr viele gewalttätige Szenen.

Verzichte lieber darauf, dir so etwas anzusehen. Wenn du einen solchen Film unbedingt sehen willst, dann tu das nur in Anwesenheit deiner Eltern.

Denn: es gibt kindgerechte Filme und solche, die eigentlich nur für Erwachsene gedacht sind. Das liegt daran, dass Erwachsene ganz anders auf solche Filme reagieren, wie Kinder. Sie können das, was sie sehen, besser verarbeiten. Es ist ganz normal, dass du bei Cowboy- oder Actionfilmen mitfieberst und dich regelrecht hinein steigern kannst. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch okay. Sobald du aber innerlich unruhig wirst, schlecht einschlafen kannst oder dich sehr aufregst, solltest du damit aufhören, solche Filme anzusehen.

Natürlich ist jeder von uns manchmal aggressiv. Das gehört zum Leben, wie das Essen und Trinken. Allerdings kommt es darauf an, wie man diese Aggressivität auslebt. Auch du hast bestimmt schon erkannt, dass du sowohl „gute“ als auch „böse“ Seiten an dir hast. Bei Erwachsenen ist das nicht anders. Sie versuchen, ihre Wut und aufgestauten Aggressionen zum Beispiel mit Sport abzubauen. Hobbys wie Malen oder das Spielen eines Instruments können dabei ebenfalls hilfreich sein.
Davon abgesehen, gilt nach wie vor: Das Lesen von Büchern ist ohnehin spannender, als immer nur Filme anzusehen. Wenn du etwas liest, kannst du auch leichter mit deinen Eltern über Szenen sprechen, die du nicht verstehst. Bei einem Film ist es nicht immer möglich, auf Pause zu drücken.

Die Abenteuer im Kopf, die beim Lesen entstehen, sehen so aus, wie du es möchtest, ohne dich zu ängstigen. Außerdem kannst du das Tempo selbst bestimmen. So fällt es wiederum leichter, den Inhalt gut zu verstehen.

Am besten du versuchst, eine gute Balance zu finden. Ab und zu einen Film anzusehen ist keine schlechte Sache. Vergiss dabei allerdings nicht darauf, dass auch Lesen, Tollen und Sport lustig sein können.

Was ist Gewalt eigentlich genau?

Wenn ein Mensch versucht, einem anderen Menschen seinen Willen aufzuzwingen, dann nennt man das Gewalt. Wenn man von Gewalt spricht, meint man meistens die körperliche Gewalt. Sie ist meistens sehr offensichtlich. Tritte oder Schläge sind zum Beispiel körperliche Gewalt. Meistens wird dadurch ein Schaden verursacht. Entweder wird der Körper einer Person geschädigt, oder ein Gegenstand. Aber nicht nur Körperverletzungen zählen zur körperlichen Gewalt. Wenn man einen Menschen einsperrt („Freiheitsberaubung“), dann ist man ebenfalls körperlich gewalttätig.

Die seelische Gewalt ist übrigens nicht weniger schlimm. Sie äußert sich in Liebesentzug oder der Verbreitung von Gerüchten über eine Person, die gar nicht wahr sind.

Gefährliche Jugendtrends

Wenn du regelmäßig im Internet surfst, bist du möglicherweise schon auf den einen oder anderen seltsamen Trend gestoßen. Jugendliche kommen immer wieder auf leichtsinnige Ideen. Sie machen Mutproben, filmen sich gegenseitig dabei und stellen das Video dann ins Internet. Nicht selten werden sie nachgeahmt, weil auch andere Jugendliche diese Mutprobe „cool“ finden. Viele dieser Mutproben haben mit Gewalt zu tun. Manche davon sind äußerst gefährlich oder schaden anderen Menschen.

Wir möchten an dieser Stelle nicht sämtliche Trends auflisten. Statt dessen solltest du diesen Abschnitt als Warnung und Aufklärung über solche Dinge verstehen.

Kennst du den brutalen Scherz „Happy Slapping“? Ins Deutsche übersetzt bedeutet das so viel wie „Fröhliches Schlagen“. Immer mehr Jugendliche machen sich einen Spaß daraus, wahllos fremde Menschen zu schlagen und das Ganze mit dem Handy auf Video aufzunehmen. So bekommen sie Aufmerksamkeit von anderen, die sich diese Videos im Internet ansehen. Nicht selten werden sie als Helden gefeiert. Heute geht dieser Trend so weit, dass Jugendliche versuchen, sich mit ihren Prügeleien gegenseitig zu übertrumpfen.

Sollte dich jemand dazu einladen, „Happy Slapping“ zu machen, dann verzichte lieber darauf. Denn: Ältere Menschen oder andere hilflose Straßenpassanten zu verprügeln ist wirklich nichts, auf das man stolz sein könnte. Davon abgesehen kann das schwere Folgen für die Täter selbst haben. Auch Jugendliche und junge Erwachsene können eine Vorstrafe wegen schwerer Körperverletzung kassieren. Darüber hinaus verletzt das Filmen dieser Menschen das Persönlichkeitsrecht. Happy Slapper haben mitunter einen schweren Start ins Leben, wenn sie die Konsequenzen ihrer „Scherze“ zu spüren bekommen.

Du siehst also: Happy Slapping ist nicht erlaubt. Und das ist auch gut so.

Happy Slapping ist nicht der einzige gefährliche Jugendtrend, der im Internet kursiert. Wann immer du auf Videos von leichtsinnigen Mutproben stößt, solltest du Abstand davon nehmen. Um deinen Mut zu beweisen musst du nicht bei Dummheiten wie dieser mit machen. Zeige deine Stärke lieber, indem du regelmäßig für deine Lieblingssportart trainierst oder deine Talente auslebst. Sollte dich jemand unter Druck setzen, eine Mutprobe zu absolvieren, so sprich bitte mit einem Außenstehenden darüber. Natürlich kannst du auch eine anonyme Anzeige bei der Polizei machen, indem du bei deinem örtlichen Polizeiposten anrufst. Du musst deinen Namen dabei nicht nennen.

Machen Computerspiele aggressiv?

Grundsätzlich sollten Kinder keine gewalttätigen Spiele wie zum Beispiel Ego-Shooter spielen. Meistens sind diese ohnehin erst ab 18 Jahren freigegeben.

Diese Killerspiele zeigen sehr viel Blut und Gewalt an Menschen oder Tieren. Kinder können solche Bilder noch nicht gut verarbeiten. Es kann passieren, dass du Albträume davon bekommst oder dich nachts fürchtest.

Ob man nun aggressiver wird, wenn man sich häufig mit Killerspielen beschäftigt, weiß man in der Wissenschaft noch nicht ganz genau. Momentan spricht aber einiges dafür, dass solche Computerspiele zu aggressivem Verhalten führen. Je mehr man spielt, umso eher kann man sich vorstellen, andere Personen zu schlagen oder anderweitig gewalttätig zu behandeln.

Darum solltest du nur zu Spielen greifen, die deinem Alter entsprechen. Sobald dich ein Computer- oder Konsolenspiel verängstigt oder unangenehme Gefühle in dir auslöst, solltest du es auf keinen Fall mehr alleine spielen. Vielleicht darfst du zusammen mit einem älteren Geschwisterchen spielen oder findest ein anderes, lustigeres Computerspiel.

Kann man von Computerspielen wirklich süchtig werden?

Solange du es damit nicht übertreibst, brauchst du dir darüber auch keine Gedanken zu machen. Wenn du allerdings gar keine Lust mehr hast, bei schönem Wetter draußen zu tollen, solltest du das Spielen und Fernsehen ein wenig zurück schrauben.

Denn vom Computerspielen (und auch vom Fernsehen) kann man tatsächlich süchtig werden. Das geht sogar recht schnell. Solltest du das Gefühl haben, nicht mehr ohne PC bzw. Fernseher leben zu können, ist unser Artikel über Computerspielsucht genau das richtige für dich. Dort findest du Tipps und Hinweise darüber, wo du Hilfe finden kannst.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.
Was bedeutet…

  • Gewalt
  • körperliche Gewalt
  • seelische Gewalt
  • Happy Slapping

2) Was hast du dir zum Thema „Gewalt im Fernsehen“ gemerkt? Schreibe und zeichne hier alles auf, was dir dazu einfällt.

3) Denk an den letzten Teil des Textes. Kann man vom Computerspielen wirklich süchtig werden? Schreibe hier deine Antwort auf.

Foto: krutikof / bigstockphoto.com

Bewertung:
Bewertungen: 437 Ihre Bewertung: {{rating}}

Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

Alle Beiträge anzeigen

Newsletter

Für jede Schwangerschaftswoche die passenden Informationen
kostenlos in Ihren Posteingang!