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Entwicklung und Förderung des Kleinkinds

Heimwerken mit Kindern: Nützlicher Lernspaß hoch drei

Kinder mit schwerem, gar scharfem Werkzeug? Oh ja, denn das ist mitnichten gefährlich, sondern sehr lehrreich. Die meisten Eltern dürften […]

Heimwerken mit Kindern

Heimwerken mit Kindern

Kinder mit schwerem, gar scharfem Werkzeug? Oh ja, denn das ist mitnichten gefährlich, sondern sehr lehrreich.

Die meisten Eltern dürften einen der größten Kinderserienhelden bestens kennen: Bob der Baumeister. Bei vielen jedoch bleibt es trotz dessen großer Inspiration beim Anschauen, vielleicht dem Kauf von Kinderwerkzeug ohne echte Funktion.

Dabei können Kindergartenkids oder Grundschüler durchaus Hammer und Säge schwingen und dabei nicht nur fürs Leben lernen, sondern gemeinsam mit Papa und Mama Projekte erstellen, an denen sie noch lange Spaß haben.

Der folgende Ratgeber zeigt nicht nur, welche Lerneffekte kleine Baumeister mitnehmen, sondern auch, wie man es mit der Sicherheit halten muss. Die passenden Projekte gibt es mit einer Anleitung gleich dazu.

1. Ein vielfacher Lerneffekt

Was lernen Kids durch heimwerkende Tätigkeiten? Tatsächlich eine ganze Menge und das längst nicht nur mit Hinsicht auf das spätere Berufsleben.

Die meisten Eltern dürften wissen, dass es oft gar nicht so einfach ist, Hand und Augen miteinander zu koordinieren. Etwa, um einen Nagel per Hammer in die Wand zu treiben, ohne danebenzuschlagen. Tatsächlich ist Heimwerken eine sehr gute Motorik-Schule und in diesem Fall auch noch in einem Alter, in dem ein Mensch so gut lernt wie niemals später mehr.

Denn alle Werkzeuge benötigen genau artikulierte Bewegungen, um bestimmungsgemäß zu funktionieren. Gleichsam wollen diese Bewegungen fein justiert sein, um nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Bei Kindern geht es dabei um die Feinmotorik. Dies schon deshalb, weil sie nicht die Kräfte haben, die es braucht, um schwerere Werkzeuge einzusetzen. Kein Nachteil, diesen Part übernehmen Papa und Mama. Für den Nachwuchs zählt zunächst, dass er es beispielsweise schafft, entlang einer Linie zu sägen oder Schrauben einzudrehen.

Geschulte Motorik bei Kindern

Beim Sägen, Schrauben und Hämmern verbessern Kinder ihre Motorik.

Dadurch wird das Heimwerkeln zu einer Erweiterung des Spielens, welches ebenfalls die Motorik trainiert.

Angewandte Naturwissenschaft

Spätestens in der Grundschule wird ein Kind erstmalig mit Dingen konfrontiert, die aus seiner Sicht abstrakt wirken können, weil sie in seiner Welt (noch) keinen konkreten Nutzen haben. Mit ein Grund dafür, warum Mathematik bei vielen Kids ungeliebt ist.

Heimwerken ist dagegen die praktische Komponente des theoretischen Schulwissens, die zeigt, dass alles einen Nutzen hat, wenn man es nur konkret anwendet:

  • Abmessen, addieren und subtrahieren von Zahlen (z.B. beim Bestimmen von Distanzen)
  • Mischungsverhältnisse von Zutaten (z.B. Anrühren von Zweikomponentenkleber)
  • Das Zusammenspiel von Kräften und Gewichten
  • Das Lesen von Zeichnungen (z.B. Bauanleitungen) und das Übertragen auf Bauteile

Damit wird das Selbermachen zu einer wirksamen Erweiterung des Unterrichts.

Heimwerken mit Kindern

Beim Heimwerken erwerben Kinder naturwissenschaftliche Kentnisse.

Tipp: Eltern können sich über aktuelle Themen in den naturwissenschaftlichen Fächern ihrer Kids auf dem Laufenden halten und dafür sorgen, dass sie in Selbermacher-Projekten praktische Anwendung finden.

Kreativität und Selbstständigkeit

Den meisten Eltern dürfte viel daran gelegen sein, ihren Sprössling zu einem selbstständigen Charakter zu erziehen. Tatsächlich brilliert Heimwerken hierbei sogar als sehr guter Lernhelfer. Denn nichts vermittelt besser, welchen Effekt es haben kann, sich selbst zu helfen, als etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.

Es zeigt, dass man, wenn man nur die richtigen Werkzeuge hat und zu nutzen weiß, fast alles, was man sich erträumt, selbst erschaffen kann. Dass man dazu niemand anderen benötigt.

Das hat sowohl primäre wie sekundäre Auswirkungen auf ein Kind:

  • Primär lernt es, dass seine eigenen Fähigkeiten (und das Vertrauen in sie) alles sind, das es braucht, um seine Träume zu erfüllen und dass man diese Fähigkeiten erlernen kann.
  • Sekundär wird das Selbstvertrauen enorm gestärkt. Das Kind verinnerlicht eine Selbermacher-Mentalität, die weit über das Handwerkliche hinausgeht. Am Ende steht mit etwas Glück ein Erwachsener, der sich in keiner Sparte auf andere verlassen muss, niemals hilflos ist, sondern sich selbst zu helfen weiß.

Vor allem letzteres kann man gar nicht genügend wertschätzen: Ein solcher Mensch wartet nicht darauf, dass andere etwas für ihn erledigen, sondern ergreift selbst die Initiative. Er ist ungleich weniger anfällig für Dinge, die an ihn herangetragen werden, wie etwa Manipulations- und Steuerungsversuche. Ein selbstständiger Mensch im allerbesten Sinn.

2. Sicherheit geht vor

Werkzeug kann in fähigen Händen wunderbare Dinge erschaffen. Ebenso kann es jedoch bei falscher Benutzung Verletzungen hervorrufen. Jedes familiäre Heimwerkerprojekt sollte daher mit primärem Fokus auf Sicherheit angegangen werden.

Respekt, keine Angst

Die wichtigste Grundlage, die Eltern ihrem Nachwuchs dabei vermitteln sollten, ist folgendes:

Man sollte vor jedem Werkzeug Respekt haben, aber niemals Angst

Kein Werkzeug ist inhärent gefährlich. Es kommt immer nur darauf an, wie man es nutzt.

Schlecht wäre es, einem Kind zu vermitteln, dass ein bestimmtes Werkzeug „gefährlich“ sei. Das würde falsche Assoziationen hervorrufen, würde das Kind glauben lassen, dass seine Unversehrtheit nicht nur auf seinem sicheren Umgang mit diesem Werkzeug fußt.

Viel zielgerichteter ist es, zu vermitteln, dass es mangelnder Respekt vor den potenziellen Auswirkungen falscher Benutzung ist, der Verletzungen hervorruft oder auch eine noch nicht vorhandene körperliche Leistungsfähigkeit.

Damit erschließt sich für Kinder, warum es Werkzeuge gibt, die sie schlicht noch nicht benutzen dürfen und führt uns zum nächsten Punkt:

Werkzeug – Was ist geeignet, was nicht?

Mit welchen Werkzeugen können bereits Kinder gut hantieren und welche sind noch nicht wirklich geeignet? Hier kann ganz gut eine einfache Leitlinie helfen:

Benutzen kann das Kind alles, für das es ausreichende
Körperkraft und motorischen Fähigkeiten besitzt.

Würde man einem Erstklässler eine elektrische Stichsäge aushändigen, ohne dass die elterliche Hand führt? Nein, das wäre riskant. Gleichsam kann jedoch bereits ein Kindergartenkind durchaus mit einer Laubsäge oder einem Akkuschrauber arbeiten.

Sicherheit steht beim Heimwerken mit Kindern im Vordergrund

Sicherheit steht beim Heimwerken mit Kindern im Vordergrund

Bringt man seinem Kind zudem noch bei, dass es alle Werkzeuge grundsätzlich beidhändig festhalten soll, gibt es nichts, was man befürchten muss.

Eine Sache des Alters

Einfaches Basteln ist etwas, das man mit seinem Kind schon im Alter von ein bis zwei Jahren machen kann: Etwa das Herstellen von bunten Ostereiern oder auch das Anpinseln von anderen Dingen. Was allerdings „echtes“ Heimwerken anbelangt, sollte man nicht vor drei Jahren loslegen. Dann sind die motorischen Grundfähigkeiten vorhanden und ein Kind versteht auch Regeln, die man erklärt.

Tatsächlich kann man die kommenden drei Jahre mit kleinen Arbeiten (etwa unseren Holz-Igeln und den Frühstücksbrettchen) sehr gut füllen und das Kind somit auf größere Projekte vorbereiten.

Kommt es dann in die Grundschule, kann wirklich losgelegt werden. Dann ist auch der Zeitpunkt gekommen, an dem Eltern sich einfach mal zurücklehnen und „machen lassen“ können. Hat man den notwendigen Respekt vor Werkzeug vermittelt und die Grundlagen beigebracht, ist das kein Problem.

3. Projekte für große und kleine Selbermacher

Werkzeuge sind vorhanden? Die Lust, sofort in die heimische Werkstatt zu gehen, ist groß? Dann liefern wir jetzt Projekte sowohl fürs Kindergarten- wie Grundschulalter, mit denen das heimwerkende Eltern-Kind-Team gleich starten kann.

So planen Eltern vor

Allerdings zuvor noch ein Hinweis: Heimwerken soll vor allem Spaß machen. Aus diesem Grund ist es auch jenseits der Sicherheit notwendig, geplant vorzugehen:

  1. Nicht ins Blaue arbeiten, sondern einen Plan haben. Vorlagen und Anregungen finden sich im Netz zuhauf.
  2. Alle benötigten Materialien vor Projektbeginn zusammentragen. Es frustet immens, wenn mitten im größten Bastelspaß abgebrochen werden muss, weil etwas fehlt.
  3. Lieber ein Projekt in mehrere kindgerechte Einzelschritte unterteilen, als alles in einem Zug machen und so dem Nachwuchs womöglich den Spaß verderben.
  4. Das Kind bestimmt bei seinen eigenen Projekten, was wie aussieht. Das gilt sowohl für Formen wie Farbauswahl usw.
  5. Kein zu großer Perfektionismus. Je jünger das Kind, desto mehr sollte man ihm kleine Ungenauigkeiten verzeihen. Ständiges Korrigieren frustet nur und verwässert den Lerneffekt der Selbstständigkeit.

Wenn das garantiert ist, kann es jedoch wirklich losgehen.

Der Spaß steht bei der handwerklichen Arbeit mit Kindern natürlich im Vordergrund.

Der Spaß steht bei der handwerklichen Arbeit mit Kindern natürlich im Vordergrund.

Projekt Klettergerüst

Es gehört mit Sicherheit zu den Kinderklassikern der Outdoor-Spielgeräte und ist auch noch verblüffend einfach zu bewerkstelligen, das Klettergerüst.

Die Eltern übernehmen dabei die Grundlagenarbeit sowie die „schweren Jobs“. Darunter fällt die Standortwahl, die idealerweise halbschattig sein sollte. Weitere Aufgaben:

  • Das Herausfinden der Abmessungen anhand des zur Verfügung stehenden Platzes und der Körpermaße des Kindes (Tipp: Beim nächsten Spielplatzbesuch Handykamera, Maßband, Notizblock mitnehmen und einfach abmessen)
  • Das Abschleifen der Holzteile per Exzenterschleifer (kann auch von Grundschulkids übernommen werden)
  • Das Graben der notwendigen Löcher
  • Das Anmischen des Betons für die Bodenanker
  • Das Absägen der großen Holz- sowie der Metallteile
  • Das Vorbohren der Löcher, in denen später die waagerechten Bauteile befestigt werden

Das Kind kann dabei auch von Anfang an mitmachen und viele Aufgaben übernehmen:

  • Das Füllen der Löcher mit Kiesschicht sowie frischem Beton (unbedingt Gummihandschuhe anziehen), inklusive anschließendem Glätten
  • Das Festschrauben der (von Elternhand gehaltenen) Querbalken, Sprossen und Podestbretter
  • Das Anstreichen in einer wetterschützenden, unbedenklichen Farbe

Tipp: Clevere Eltern orientierten sich nicht nur an der Größe ihrer Kids und nehmen ansonsten freie Abmessungen, sondern kombinieren die Gerüst-Abmessungen mit zugekauften Elementen, etwa einer Rutsche.

Projekt Holz-Igel

Das Klettergerüst ist schon eine große Teamleistung. Viel niederkomplexer sind jedoch die Holz-Igel. Possierliche Tierchen aus simplen Formen, die aus einem Stück Holz ausgesägt werden, im einfachsten Fall aus einem Quadrat mit einer spitz zulaufenden Seite.

Dort hinein werden Nägel als Stacheln geschlagen. Das gute Stück kann dann im Natur-Look verbleiben oder mit Sprüh- und Pinselfarbe eingefärbt werden.

Die Eltern übernehmen hier nur Grundlagenarbeiten. Je nach Kindesalter gehört dazu:

  • Das Aufzeichnen der Umrisse
  • Das Fixieren des Werkstücks durch Schraubzwingen oder im Schraubstock

Das Kind kümmert sich um den weitaus größeren Part:

  • Das Aussägen der Form. Bei flachen Brettern per Laubsäge. Größeren Kids und können für dreidimensionale Tiere auch Feinsägen/Fuchsschwänze verwenden
  • Das Abschleifen mit Sandpapier (zur Vermeidung von Splittern Lederhandschuhe anziehen)
  • Das Einschlagen der Nägel (bei kleineren Kids halten Eltern diese mittels Kamm, Haarnadel oder dünner Pappe fest – nicht mit den eigenen Fingern)
  • Das Aufmalen von Augen und Nase per Filzstift sowie das Lackieren/Anpinseln mit Farbe

Natürlich sind Igel hier nur ein Beispiel. Möglich ist es natürlich auch, „Fell“ durch kleine, dünne Nägel darzustellen oder andere Materialien einzusetzen und so viele andere Tiere anzufertigen.

Projekt personalisierte Frühstücksbrettchen

Wie klingt das: Jeden Morgen stolz auf das blicken, was man selbst erschaffen hat? Das klingt nicht nur für erwachsene Heimwerker mit Großprojekten gut, sondern auch für deren Nachwuchs. In Form geschnittene und dekorierte Holzbrettchen sind ein einfaches aber eindrucksvolles Projekt.

Experten schwören auf Bretter aus Ahorn, Birke, Esche oder Olive, weil diese keinen Geschmack abgeben (problematisch bei harzigen Nadelhölzern), nicht verleimt sind und sich auch bei längerer Benutzung nicht verziehen.

Die Eltern kümmern sich abermals nur um die Grundlagen:

  • Das Anzeichnen der Form (gerne auch über ein vom Kind erstelltes Design)
  • Das Fixieren des Werkstücks
  • Das Verzieren mit Hitze. Dazu gehört das Malen/Beschriften mit einem elektrischen Lötkolben oder das Erhitzen von metallischen Ausstech-Förmchen mittels Gas-Lötkolben. Diese werden zum Glühen gebracht und dann aufs Holz gedrückt, wodurch sie sich einbrennen.

Das Kind übernimmt den Mammutpart unter Aufsicht:

  • Das Entwerfen von Designs, entweder für die Grundform des Brettchens oder die Verzierungen
  • Das Aussägen der Form per Laubsäge
  • Das Abschleifen der Kanten mit Sandpapier (zur Vermeidung von Splittern Lederhandschuhe anziehen)
  • Je nach Alter und motorischen Fähigkeiten dürfen sie sich unter Anleitung und Aufsicht selbst im Umgang mit dem Lötkolben üben

Wir empfehlen, das Holz natürlich zu belassen. Handelsübliche Lacke sind selten lebensmittelecht, bergen zudem das Risiko, durch Schneidarbeiten zu splittern.

Wenn Farbe ins Spiel kommen sollte, dann nur in Form lebensmittelechter Lasuren, die ins Holz einziehen. Da dürfen natürlich kleine Heimwerker wieder den Pinsel schwingen.

Natürlich kann das Kind eine Aufgabe auch selbst in die Hand nehmen - aber nur unter Aufsicht der Eltern.

Natürlich kann das Kind eine Aufgabe auch selbst in die Hand nehmen – aber nur unter Aufsicht der Eltern.

Projekt Gartenhäuschen

Für viele Eltern ist ein Wochenendhäuschen ein lebenslang unerfüllter Traum. Für den Nachwuchs hingegen sind es sechs rechteckige und zwei dreieckige Holzbretter, dazu Schrauben, Metallwinkel, etwas Dachpappe und Farbe.

Mehr braucht dieses hölzerne Gartenhäuschen nicht. Als Grundmaterial empfehlen sich MDF-Platten. Allerdings sollte man auf solche setzen, bei denen der Kleber auf Urea bzw. Phenol basiert – die sogenannte MDF-E1-Platte.

Die Eltern haben bei diesem Projekt abermals einen etwas größeren Part:

  • Das Ausmessen der Plattengröße anhand der Abmessungen des Kindes
  • Das Zurechtsägen der Platten mittels Handkreissäge (siehe Grafik)
  • Das Aussägen der Öffnungen für Fenster und Tür
  • Das Abschleifen per Exzenterschleifer
  • Das Vorbohren der Löcher, wo später Winkel für die Wände bzw. die Dachplatten auf der Giebelschräge festgeschraubt werden
  • Das Annageln bzw. Festkleben der Dachpappe

Das Kind übernimmt hier kleinere, aber für den Endausbau entscheidende Aufgaben:

  • Das Zusammenschrauben der Wände mit den Stahlwinkeln
  • Das Festschrauben der Dachschrägen auf den Giebeln
  • Das Besprühen der Dachschrägen mit Sprühkleber (ab ca. Grundschulalter)
  • Der Innen- und Außenanstrich des Hauses, entweder mit Pinsel, Rolle oder bei älteren Kids auch Sprühlacken (Schutzmaske und -brille tragen)

Ganz wichtig: Beim Farbdesign sollte der Nachwuchs das letzte Wort haben, er wird ja auch die allermeiste Zeit in diesem Häuschen „wohnen“.

Diese Teile benötigt ihr für den Bau eines Gartenhäuschens.

Diese Teile benötigt ihr für den Bau eines Gartenhäuschens.

Projekt Sommerwippe

Wippen finden sich auf den meisten Spielplätzen und sind immer eine ziemlich aufwendige, verankerte Konstruktion. Es geht jedoch viel einfacher, tauglich für jeden Hof oder für größere Balkone.

Dazu braucht es nur einen 150 bis 200 Zentimeter langen, stabilen Balken, eine mindestens 20 Zentimeter durchmessende Massivholztrommel (kann im Zweifelsfall ein Schreiner aus einem Baumstamm-Abschnitt drechseln), MDF-Holz für die Sitze und U-förmige Metallgriffe (Tipp: Im Baumarkt bei den Schubladengriffen suchen).

Die Eltern übernehmen hauptsächlich den Präzisions-Part:

  • Das Abmessen der Länge des Wippenbalkens
  • Das Herausfinden der exakten Balkenmitte, indem die jeweils gegenüberliegenden Ecken via Bleistiftstrich verbunden werden. Wo sie sich kreuzen, ist die Mitte, dort muss die Holztrommel befestigt werden
  • Das Abschleifen per Exzenterschleifer
  • Das Vorbohren der Löcher für die Balken-Trommel-Verbindung sowie der Sitze
  • Das Anzeichnen der Sitzform (einfach einen Fahrradsattel als Vorbild nehmen)

Das Kind kümmert sich als großer Baumeister um die abschließenden Arbeiten:

  • Das Festschrauben der Sitzsättel
  • Das Festschrauben der Trommel
  • Das Festschrauben der Handgriffe
  • Das Anstreichen/Lackieren der Konstruktion

Bei den Sitzen sollten Eltern vor dem Anstrich die Schrauben nachziehen, damit sie ganz im Holz versenkt werden.

Eine Sommerwippe selbst zu bauen, ist gar nicht so schwer.

Eine Sommerwippe selbst zu bauen, ist gar nicht so schwer.

Projekt Vogelhäuschen

Allen bisherigen Anregungen war gemein, dass der Nachwuchs sie nach Fertigstellung nutzen konnte. Das ist beim Vogelhäuschen zwar nicht der Fall, dafür aber kommt hier neben Technik auch eine weitere Komponente hinzu, bei der ein Kind eindrücklich lernt, wie leicht man durch eigene Handlungen zum Naturschutz beitragen kann.

Die Eltern übernehmen bei diesem Projekt die Grundlagen, indem sie die richtigen Maße zusammentragen und sie auf die Materialien (grobe Bretter aus Eiche oder Lärche) übertragen:

  • Das Einzeichnen der Abmessungen auf die Bretter
  • Das spätere Aufhängen (dazu muss man auf einer Leiter stehen)

Die Kinder können sich um den größten Teil kümmern:

  • Das Aussägen der Teile (vielleicht ist das die Gelegenheit, Grundschülern die Stichsäge, natürlich geführt durch die elterliche Hand, näherzubringen. Für Laubsägen sind diese Bretter nämlich zu dick)
  • Das Bohren des Einfluglochs im zum Bewohner passenden Durchmesser
  • Das Bohren der Schraubenlöcher in die Bretter-Stirnseiten
  • Das Bohren der Ablauflöcher in das Bodenbrett
  • Das Zusammenschrauben zu einem Gesamtbild

Schließlich sollte das Häuschen dort aufgehängt werden, wo die Familie es täglich gut beobachten kann.

Fazit

Selbermachen ist eine häufig unterschätzte Tätigkeit für den Nachwuchs. Die Lerneffekte sind beachtlich. Hinzukommt, dass vor allem Schulkids praktische Anwendungen aus Mathematik- und Sachkundestunden vorgeführt bekommen. Dazu gehört natürlich noch das Wichtigste: Eine gute Eltern-Kind-Zeit und vielleicht die Wurzel für eine lebenslange Gemeinsamkeit.

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