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Familie & Erziehung

Keine Zeit für Sport? So integrierst du dein Hobby in den Familienalltag

Der Alltag mit Kind bietet in den meisten Familien ein straffes Programm. Ist der Nachwuchs noch sehr klein, werden Mama […]

Sport in den Familienalltag integrieren

Sport in den Familienalltag integrieren

Der Alltag mit Kind bietet in den meisten Familien ein straffes Programm. Ist der Nachwuchs noch sehr klein, werden Mama und Papa nahezu ständig gebraucht. Windeln wechseln, füttern, spielen und neue Meilensteine erreichen. Wenn die Kinder älter werden, werden sie meist eigenständiger, dafür ist ihr Terminplan oft gut gefüllt. Neben Schule, Hausaufgaben und Lernen gibt es zahlreiche Freizeitaktivitäten wie Sport- oder Kreativangebote, die auch im elterlichen Terminplan einkalkuliert werden möchten. Neben Beruf und Haushalt bleibt da wenig Zeit für andere Dinge. An eigene Hobbys wie ein regelmäßiges Sportprogramm ist für viele Eltern gar nicht zu denken. Dabei täte es vor allem im Alltag stark eingebundenen Müttern und Vätern sehr gut, einen sportlichen Ausgleich zu haben.

Zugegeben, an Aktivität mangelt es engagierten Eltern in den meisten Fällen nicht. Gemeinsam mit den lieben Kleinen von Termin zu Termin zu hetzen und in der Krabbelgruppe oder auf dem Spielplatz wirklich alles zu geben, ist aber nicht unbedingt ein adäquater Ersatz für ein persönliches Sportprogramm. Es kann wahnsinnig viel Spaße machen, den Alltag mit Kindern aktiv zu gestalten. Freizeitsport ist aber so viel mehr. Vor allem für Eltern, die vor dem Familienzuwachs sportlich sehr aktiv waren, kann es einen harten Einschnitt bedeuten, wenn im Babyalltag plötzlich kein Platz mehr für das geliebte Hobby zu sein scheint. So kann trotz Familienleben wieder mehr Bewegung in den Alltag kommen.

Sich gegenseitig Freiräume schaffen

Idealerweise gelingt es Eltern, sich gegenseitig die Freiräume zu schaffen, um ein- oder zweimal pro Woche der Lieblingssportart nachzugehen. Tatsächlich entwickelt der Sport als Ausgleich zum stressigen Alltag nur dann sein volles Potenzial, wenn ein wenig Raum da ist, um ihn bewusst zu erleben. Für Eltern bedeutet das, dass sie sich bewusst für ein oder zwei Stunden aus dem Familienalltag herausziehen sollten, um sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun.

Sport ist hervorragend dazu geeignet, den Kopf frei zu kriegen, die Gedanken schweifen zu lassen und vom Alltag abzuschalten. Wer regelmäßig eine Sportart betreibt, die ihm Freude macht, wird schnell feststellen, dass das Sportprogramm nicht nur der körperlichen Fitness guttut, sondern auch dabei hilft, effektiv Stress abzubauen und wieder einmal im Hier und Jetzt anzukommen. Eine 2012 durchgeführte Studie des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg zeigte, dass die regelmäßige Teilnahme an einem Sportprogramm über mehrere Wochen physiologische Stressreaktionen nachweislich verringert und außerdem eine positive Wirkung auf die Gesundheit und die psychosozialen Ressourcen hat.

Das geht natürlich nur, wenn Sie sich den Luxus gönnen können, tatsächlich eine kleine Auszeit zu nehmen und in Ruhe zu trainieren. Alleine oder mit Freunden eine Runde durch die freie Natur laufen, ungestört im Schwimmbad ein paar Bahnen ziehen, mit der besten Freundin beim Zumba-Kurs so richtig Dampf ablassen, die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die individuellen Vorstellungen vom perfekten Sportprogramm. Wichtig ist allerdings der Freiraum, um diese kleine Auszeit auch bewusst genießen zu können.

Darüber hinaus kann ein gezieltes Sportprogramm auch dem Rücken aus der Patsche helfen. Der wird nämlich durch Kinder sehr stark belastet. Tragen, Heben, Ablegen, Toben, oft vielleicht auch nachts auf sehr engem Raum und wenig entspannt im Familienbett liegen, ein Elternrücken ist vielfältigen Belastungen ausgesetzt und äußert dies nicht selten durch akute oder chronische Beschwerden. Sport kann wesentlich dazu beitragen, diese Belastung auszugleichen und die Muskulatur und insbesondere den Rücken stark zu machen für seine Aufgaben im Familienalltag. Das bedeutet, dass Sie aus einem regelmäßigen Sportprogramm die physische und psychische Kraft schöpfen können, die Sie im anspruchsvollen Familienalltag dringend benötigen. Das hilft auch schon kurze Zeit nach der Geburt. Deshalb findest Du hier noch tolle Tipps, wie Du nach der Schwangerschaft wieder fit wirst.

Eltern tun deshalb gut daran, sich gegenseitig die Freiräume zu schaffen, um regelmäßig Sport zu treiben. Es bringt schon viel, wenn jedes Elternteil an einem Abend in der Woche einen Sportkurs besuchen, mit Freunden Sport treiben, ins Fitnessstudio gehen oder einfach ein paar Runden durch den Park drehen kann. Noch positiver ist der Effekt, wenn jeder sich mehr als einmal pro Woche die eine oder andere Stunde für ein bisschen sportliche Aktivität freinehmen darf. Vielleicht funktioniert es für Sie gut, wenn Sie abends abwechselnd die Kinder ins Bett bringen und der Partner sich diese Zeit für sein persönliches Training gönnen darf. So darf ein Elternteil ein bisschen ganz intensive Exklusivzeit mit den Kindern verbringen und der andere Teil hat etwas Zeit für sich. Eine echte Win-Win-Situation, auch für die Kinder, denn sie werden ihre exklusive Mama- oder Papa-Zeit genießen und dürfen sich außerdem über ausgeglichenere und zufriedenere Eltern freuen.

Vor allem beruflich stark eingebundene Eltern wissen natürlich, dass dies zwar eine schöne aber nur schwer umzusetzende Anregung ist. Schichtdienst, Überstunden und andere Unwägbarkeiten machen es oft schwierig, dem Sport im Alltag einen regelmäßigen Platz einzuräumen. In diesem Fall müssen andere Strategien her, um dem Bedürfnis nach Ausgleich nachkommen zu können.

Das Fitnessstudio in den eigenen vier Wänden

Vor allem mit Baby oder sehr kleinen Kindern ist es gar nicht so einfach, regelmäßig das Haus zu verlassen. Wenn der Besuch im Fitnessstudio oder im Sportkurs einfach zu utopisch erscheint, ist vielleicht ein Fitnessraum in den eigenen vier Wänden eine Lösung. Hier können Sie jederzeit trainieren, wenn sich zwischendurch ein wenig Freizeit ergibt. Wenn das Baby schläft oder die Kleinen gerade harmonisch spielen, können Sie im heimischen Fitnessraum auch ganz spontan eine kleine Auszeit genießen.

Vielleicht lässt sich ein Teil des Kellers oder ein nicht genutzter Raum umgestalten. Oft reicht aber auch schon ein kleiner Bereich im Schlafzimmer oder im Wohnraum. Es müssen schließlich nicht gleich die ganz großen Geräte fürs Krafttraining sein. Eine Sportmatte, ein paar Hanteln verschiedener Gewichtsklassen, ein Theraband oder ein Gymnastikball können schon ein breites Spektrum an Trainingsmöglichkeiten für den ganzen Körper abdecken. Im Fachhandel gibt es inzwischen auch Bauch- und Rückentrainer oder Stepper für den heimischen Einsatz, die einfach in der Handhabung sind und vielfältige Trainingsoptionen bieten.

Gute Musik darf beim Training natürlich nicht fehlen. Wenn im heimischen Trainingsbereich kein Platz mehr für eine kleine Musikanlage ist, kann auch das Smartphone mit ein paar Mikroboxen für die richtige Begleitung suchen. Über hochwertige Streamingdienste kann übrigens auch Entspannungsmusik für ein paar relaxende Yogaübungen abgespielt werden oder geführte Trainingssitzungen. Wer gerne per Video trainiert, kann es sich auch mit der Sportmatte vor dem Fernseher gemütlich machen und dort ein kleines Workout einbauen.
Kinder finden es übrigens häufig ziemlich spannend, was Mama und Papa da mit dem Gymnastikball und der Turnmatte veranstalten. Wenn dann noch gute Musik gespielt wird, lässt sich oft sogar eine gemeinsame Trainingssession einbauen, an der alle viel Spaß haben können

Sportkurse mit Kinderbetreuung

Wenn Sie trotzdem lieber die Vielfalt an Geräten und Kursen in einem Fitnessstudio nutzen möchten, gibt es in vielen Einrichtungen die Möglichkeit, eine Kinderbetreuung zu nutzen. Viele Fitnessstudios haben die Zeichen der Zeit längst erkannt und möchten Eltern die Chance geben, ihr Angebot trotz Familienzuwachs weiter zu nutzen. Vielfach können Eltern deshalb ihre Kinder stundenweise in einem Betreuungsraum abgeben, in dem geschultes Personal mit den Kleinen spielt und sich liebevoll um sie kümmert, während Mama und Papa an den Geräten trainieren, ein paar Bahnen in der Schwimmhalle ziehen oder an ihrem Lieblingskurs teilnehmen.

Je nach ausgewähltem Kurs ist es auch möglich, die Kinder mit zum Sport zu nehmen. Es gibt verschiedene Eltern-Kind-Kurse, die das elterliche Fitnessprogramm in eine kindgerechte Form bringen und es so ermöglichen, dass die ganze Familie zusammen trainiert. Vor allem für Eltern mit Babys gibt es viele interessante Fitnessangebote, bei denen der kleine Liebling herzlich willkommen ist.

Allerdings sind solche Kurse heiß begehrt und sollten möglichst früh gebucht werden. Oft gibt es lange Wartelisten und es braucht Geduld, bis Sie tatsächlich gemeinsam sportlich durchstarten können. Um die Wartezeit zu überbrücken, gibt es aber auch tolle Home-Videos mit Trainingsprogrammen, die sich auch auf der heimischen Trainingsmatte gemeinsam mit dem Nachwuchs absolvieren lassen.

 

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Über Charlotte Menke

Neben ihrer Arbeit für den Elternkompass, wird die 34-Jährige von ihrem sechsjährigen Sohn Emil auf Trapp gehalten. Die beiden freuen sich schon darauf im Herbst Drachen steigen zu lassen. Die Autorin und Mutter liebt es zu zeichnen oder durch ihre Heimatstadt Leipzig zu spazieren.

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