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Erziehungstipps

Kinder richtig erziehen

Der Grundtenor moderner Erziehungsansätze ist eindeutig: Wir sollen liebevoll mit unseren Kindern umgehen. Dabei berufen sich Pädagogen auf Erkenntnisse, die […]

Der Grundtenor moderner Erziehungsansätze ist eindeutig: Wir sollen liebevoll mit unseren Kindern umgehen. Dabei berufen sich Pädagogen auf Erkenntnisse, die den positiven Effekt einer feinfühligen Erziehung belegen. Naheliegend ist dennoch die Frage: Wie machbar und realistisch ist es in der Praxis für Eltern, ihre Kinder ohne autoritäre Erziehungsanteile und Bestrafungen zu erziehen?

Diese Problematik ist wohl jene, die vielen Eltern am meisten zu schaffen macht. Der Schlüssel liegt in einem flexiblen Erziehungsstil, der Extreme ausschließt. Dort, wo es nötig ist, bekommt das Kind seine Grenzen zu spüren. Immer jedoch vor dem Hintergrund gegenseitiger Wertschätzung und elterlichem Wohlwollens.

Wie man sich diesen Ansatz im Detail vorstellen kann und was ihn von anderen Erziehungsstilen unterscheidet, möchten wir ihnen heute näher bringen.

Die moderne Erziehung

Zu aller erst sollte man sich über die Dynamik des ständigen Wertewandels bewusst werden. Menschen neigen dazu, extrem zu handeln. Eine strikte Handlungsweise, die bestimmten Werten folgt, gibt uns Sicherheit. Besser ist es aber auf lange Sicht, das eigene Handeln immer wieder zu überdenken. So ist Disziplin manchmal durchaus erforderlich. Andererseits gibt es Situationen, in denen das Kind seine Freiheit ausleben sollte.

Oberstes Ziel ist es, Kinder zu selbstbewussten und glücklichen Individuen zu erziehen. Sie sollen sich während ihrer Kindheit möglichst viele Eigenschaften und Fähigkeiten aneignen, die ihnen das Erwachsenenleben erleichtern.

Die „richtige“ Erziehung ist seit eh und je ein Streitthema. In erster Linie sind wir selbst durch die Erziehungsmethoden unserer Eltern geprägt. Je nachdem, was wir selbst erfahren und gelernt haben, gehen wir mehr oder weniger vorsichtig mit Kindern um. Manche Eltern sind geduldig, andere kontrollsüchtig und wieder andere werden von ständiger Angst um ihr Kind beherrscht. Die meisten Erwachsenen möchten es besser machen als ihre eigenen Eltern. So verändert sich das Bild der richtigen Erziehung von Generation zu Generation.

Individualität und Flexibilität als Grundprinzipien

Das eine, ideale Erziehungsrezept gibt es nicht. Was immer Gültigkeit hat ist die Regel, sich selbst und die eigenen Methoden immer wieder kritisch zu hinterfragen, Rückmeldungen von anderen einzuholen und das Wohl des Kindes als oberste Priorität anzusehen.

Der richtige Erziehungsstil ist ein individueller, persönlicher Mix bekannter Erziehungsstile. Je nach Situation ist ein mehr oder weniger strenges Vorgehen erforderlich. Das Kind sollte von der Erziehung profitieren und keine Schäden davon tragen. Daher sollte man von extremen Erziehungsmethoden Abstand nehmen.

Die bessere Alternative ist es, flexibel zu bleiben, ohne dogmatisch einem Weg zu folgen. Ebenso wie Kinder, unterliegen auch wir Erwachsenen (hoffentlich) einer stetigen Entwicklung. Werte wandeln sich, ebenso wie wir unsere Meinung in Erziehungsdingen mit zunehmender Erfahrung ändern können. Deshalb sollten wir uns eingestehen, Ratschläge, neue Konzepte und Ideen anzunehmen, ohne dem Kind gegenüber inkonsequent zu werden.

Situationsabhängigkeit

Je nach Situation kann ein autoritäres oder anti-autoritäres Handeln sinnvoller sein. Manchmal braucht es zur Sicherheit des Kindes klare Grenzen und Regeln. Andererseits gibt es viele Alltagssituationen, in denen man Handlungsmöglichkeiten besprechen und demokratisch entscheiden kann. Grundsätzlich ist es nicht immer sinnvoll, das Kind in wichtige Entscheidungen einzubinden. Hier muss man berücksichtigen, dass Kinder nicht über die Erfahrung und das Wissen eines Erwachsenen verfügen. Zwar sind sie gleichwertige Individuen, deren Menschenrechte gewahrt werden müssen. In manchen Situationen können Kinder aber deshalb nicht Entscheidungsträger sein, weil sie nicht über die nötige Erfahrung verfügen und obendrein überfordert wären.

Beim flexiblen Erziehungsstil kann der Erzieher je nach Situation handeln. Dabei ist er am Kindeswohl interessiert und versucht, dem Kind genügend Freiraum für die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Kreativität zu geben.

Streitthema Disziplin

Disziplin ist heute ein recht negativ behaftetes Wort geworden. Wir alle wissen, dass Disziplin notwendig ist, um bestimmte Ziele im Leben zu erreichen. Disziplin muss außerdem erlernt werden und fällt uns in der Regel nicht leicht. Mit den veränderten Wertvorstellungen der 60er Jahre traten Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und Eigenverantwortung als oberste Kompetenzen junger Menschen in den Vordergrund.

Auch hier gilt: Finden Sie ein vernünftiges Mittelmaß und schalten Sie Ihr Bauch- und Fingerspitzengefühl ein. Meistens ist es richtig, gemäß der eigenen Intuition sowie dem „Hausverstand“ entsprechend zu handeln.

Disziplin hat in der Erziehung ebenso ihren Platz wie Wärme und Zuneigung.

Optimale Entwicklungschancen

Die modernen Erziehungswissenschaften beruhen auf der Erkenntnis, dass Kinder in demokratisch geprägten Umfeldern die besten Entwicklungschancen haben. Sie sind besonders reif, selbstbewusst und zufrieden.

Weil diese Kids weder vernachlässigt, noch übermäßig diszipliniert oder unterdrückt werden, haben sie in der Regel überaus gute Chancen, später zu glücklichen Erwachsenen zu werden. Sie haben gelernt, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Respekt und Wertschätzung ist Teil ihres Umfelds und damit ihrer eigenen Persönlichkeit.

So sieht moderne Kindererziehung aus

Kurz zusammengefasst weist die ideale Erziehung nach modernen Erkenntnissen folgende Merkmale auf:

  • Situationsabhängige, flexible Erziehung

  • Demokratisches Umfeld und respektvoller Umgang

  • Gegenseitige Wertschätzung zwischen Eltern und Kind

  • Klare Regeln trotz demokratischer Erziehung

  • Nachvollziehbare Konsequenzen bei Fehlverhalten führen zu einem Lerneffekt

  • Keine Vorwürfe, sondern Ich-Botschaften

  • Eltern ermutigen ihre Kinder, richtige Entscheidungen zu treffen

  • Lob und Wertschätzung sind vorherrschend

  • Emotionen dürfen und sollen offen gelebt und besprochen werden

  • Berücksichtigung der Stärken und Talente des Kindes

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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