Kneten mit Kindern – spielerisch die Welt entdecken

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Ton oder Pappmache, Salzteig, Fimo oder Knete: Mit Knetmassen können sich Kinder kreativ austoben, ihrer Fantasie freien Lauf lassen und richtig viel Spaß haben. Allerdings hat Ökotest 2017 festgestellt, dass viele Knetmassen nicht wirklich kindertauglich sind, sondern bisweilen gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten.

Welche Kneten sind gut für Kinder? Und wie kann man Knete selber machen?

Knete selber machen, Salzteig selber machen oder doch eine Alternative kaufen?

Bunte Figuren, Essen für die Puppenküche oder einfach ein bisschen jahreszeitliche Dekoration: Aus Knete können Kinder viel machen. Die weichen Kneten im Handel fördern die Entwicklung von räumlichem Denken, dreidimensionalem Vorstellungsvermögen und die Motorik.

Kein wunder, dass Kinderknete als pädagogisch wertvolles Spielzeug gilt. Aber Ökotest warnt: Viele Produkte enthalten Schadstoffe, die krebserregend sind oder das Erbgut verändern können. Vor allem Kleinkinder sollten diese Kneten nicht nutzen, da sie auch beim Arbeiten mit der Knetmasse häufig die Finger in den Mund stecken.

Knete kannst Du selber machen. Bei selbstgerechter Knete kannst Du Dir sicher sein, dass sie für Dein Kind gesundheitlich unbedenklich ist. Aber wie genau kannst Du die weiche Masse selber machen? Und was hat es mit dem Salzteig auf sich, von dem die ältere Generation immer so schwärmt?

Was hat das Verbrauchermagazin Ökotest festgestellt?

ÖKOTEST hat schon 2017 15 handelsübliche Knetmassen für Kinder in Laboren auf Schadstoffe untersucht. In nahezu allen Produkten wurden Stoffe gefunden, die stark umstritten oder als bedenklich bekannt sind.

MOAH-Verbindungen, sogenannte aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, sind schon in kleinsten Mengen krebserregend oder verändern das Erbgut. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (kurz BfR) warnt vor diesen Chemikalien. Warum sind die ausgerechnet in Kinderknete enthalten?

Nicht nur Kleinkinder sind gefährdet. Denn auch im Kindergarten- und Grundschulalter wird Dein Kind beim Kneten hin und wieder mit den Händen durch das Gesicht fahren, sich die Augen wischen oder nachdenklich seinen Mund berühren.

Genau das darf aber nicht passieren, denn damit gelangt die Knetmasse in kleinen Mengen in den Körper. Nur drei der untersuchten Kneten fand ÖKOTEST frei von bedenklichen und umstrittenen Stoffen.

Drei Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet, ein weiteres mit „ungenügend“. Die Testergebnisse kannst Du im Einzelartikel bei ÖKOTEST nachlesen. Allerdings ist der komplette Tes nur kostenpflichtig einsehbar. Knete aus dem Ökosegment wie beispielsweise von Nawaro wurde übrigens mit der Note „sehr gut“ bewertet.

Neben den enthaltenen MOAH bemängelte ÖKOTEST bei vielen Kneten, dass sie zu bunt sind. Aromatische Amine werden genutzt, um die Knete einzufärben. Diese Stoffe sind bisweilen etwas schwer nachzuweisen.

Allerdings hat ÖKOTEST in einigen Kneten krebsverdächtige Farbstoffbausteine gefunden. Anilin ist ein solcher Stoff. es gibt keine gesetzlichen Grenzwerte für diese umstrittenen Chemikalien. Trotzdem sollten die Amine nicht in Kinderspielzeug enthalten sein.

Besonders hart wurde Hasbro für Play-Do Schulknete kritisiert, denn in diesen Knetmassen ist immer noch Formaldehyd/-abspalter enthalten. Da der Hersteller schon in zwei vergangenen Tests dafür abgemahnt wurde und die Rezeptur der Knete offenbar nicht verändert hat, fiel die Bewertung entsprechend schlecht aus.

Bunte Kinderknete aus Lebensmitteln selber machen

Eigentlich hast Du einmal gelernt, dass man mit Essen nicht spielen soll. Aber was, wenn für Dein Kind Essen und Spielen dasselbe ist? Völlig normal ist das bei Kindern! Denn sie entdecken die Welt im Spiel, interessieren sich für dieses und jenes und lernen genau dabei eine ganze Menge.

Wenn Du Dein Kleinkind motorisch fördern willst, ihm viel Spaß bei der Entdeckung seiner Kreativität zugestehst, dann ist Kinderknete mit Sicherheit das richtige Spielzeug für Euch beide.

Also solltest Du dafür sorgen, dass Dein Kind die mit Knetmasse verschmierten Finger auch mal in den Mund stecken kann, ohne dass Du gleich an Krebserkrankungen, Unfruchtbarkeit oder andere Übel denken musst. Entspanntes Spielen mit Deinem Kind ist wichtiger. Weil wir das wissen, haben wir für Dich ein Rezept für Kinderfeste recherchiert, das völlig unbedenklich ist.

Zugegeben: Besonders lecker ist die Knete zum selber machen nicht. Aber Du willst mit Deinem Kind modellieren, nicht schlemmen. Du mischst in einer großen Schüssel

  • 400 g Mehl
  • 200 g Salz
  • 2 EL Zitronensäure oder 2 TL Weinsteinsäure
  • 500 ml kochendes Wasser
  • 3 EL Speiseöl
  • Lebensmittelfarbe.

Das Wasser muss wirklich kochend sein. Daher ist es sicherer, wenn Du die Knetmasse ohne Hilfe Deines Kindes, dafür aber mit einem Handrührgerät, herstellst. Sind die Zutaten alle gut verrührt und etwas abgekühlt, kannst Du sie mit der Hand weiter verkneten.

Am Ende sollte die Masse etwa die Konsistenz von Plätzchenteig haben. Gibst Du die Lebensmittelfarbe direkt mit den anderen Zutaten in den Teig, hast Du eine große Menge Knetmasse in nur einer Farbe.

Du kannst aber auch die Knete selber machen, ohne gleich Farbe dazuzugeben. Dann hast Du die Möglichkeit, die fertige Masse in mehrere Teile zu trennen und jedes einzeln einzufärben. Lebensmittelfarbe in flüssiger Form oder als Gel lassen sich gut einarbeiten.

Wichtig: Trage dabei Handschuhe. Denn Deine Haut nimmt die Farbe ebenfalls an, und die lässt sich nicht so einfach wieder auswaschen. Die selbstgemachte Knete hält sich im Kühlschrank einige Wochen, dafür sorgt das eingearbeitete Salz.

Geknetete Kunstwerke aufheben?

Dein Kind will die Kunstwerke, die es aus den bunten Kneten hergestellt hat, gerne behalten. Du selbst hast natürlich auch geknetet, hast vielleicht eine schöne Schale, eine jahreszeitliche Dekoration oder ein Set kleine Tassen für die Puppenküche geformt.

Wie kannst Du die Sachen behalten? Bei gekauften Knetmassen wie beispielsweise Fimo ist das einfach: Die Modelliermasse wird im Ofen gebacken, dann ist fest und hart. Fimo ist aber aufgrund der Inhaltsstoffe für Kinder nicht so gut geeignet, außerdem sind die kleinen Päckchen in den wirklich zahlreichen Farbnuancen nicht ganz billig. Deine selbstgemachte Knete kannst Du auch backen.

Deine selbstgemachte Knetmasse besteht, abgesehen vom Salz, nur aus Zutaten, die Du auch beim Backen verwendest. Daher kannst Du die gekneteten Kunstwerke Deines Kindes sogar konservieren.

Dazu trocknest Du die Figuren, Schalen, Dekorationen oder was auch immer Dein Kind hergestellt hat, für etwa eine Woche. Das passiert idealerweise direkt auf der Heizung. Anschließend solltest Du sie bei 150° C (Umluft) etwa 30 Minuten bis 60 Minuten im Backofen backen.

Tust Du das nicht, wird die Masse nach dem Trocknen Luftfeuchtigkeit ziehen und nicht haltbar sein. Die Backzeit variiert: Je dicker die Figuren sind, desto länger dauert es.

Gibt es noch andere Rezepte?

Knete selber machen ist keine ganz neue Idee: Schon Oma hat mit uns früher so etwas gemacht. Salzteig selber machen und aus den Lebensmittel haltbare Modelliermasse zum Formen von allerlei Gegenständen herstellen, das war noch in den 1970er und 1980er Jahren normal.

Die meisten Rezepte zum Knete selber machen basieren auch heute noch auf den Rezepten zum Salzteig selber machen. Unser nächstes Rezept ist eines, bei dem Dein Kind gerne mithelfen darf. Und das brauchst Du:

  • 1/2 Tasse handwarmes Wasser
  • 1/4 Tasse Salz
  • 1 EL Öl
  • 2 Tassen Mehl

Beim Kneten dieser Masse kann Dir schon Dein zweijähriges Kind helfen. Beim Einfüllen und Abmessen sollten aber erst Kinder ab etwa 4 Jahren mit anpacken. Du mischst in einer Schüssel Wasser, Salz und Öl. Anschließend knetest Du das Mehl langsam unter.

Die geschmeidige Masse kannst Du anschließend ganz oder teilweise mit Lebensmittelfarbe oder Ostereierfarbe einfärben. Auch hier sorgt das Salz für längere Haltbarkeit. Das Öl sollte in die Knetmasse gegeben werden, damit sie geschmeidig bleibt und die Haut beim Kneten nicht austrocknet.

Im Kühlschrank hält sich auch diese Knetmasse mehrere Monate, und sie kann im Backofen dauerhaft haltbar gemacht werden.

Sandknete selber machen

Eine Knetmasse, die nach einigen Tagen an der Luft von selbst trocknet, sich körnig fühl und mit weniger Lebensmitteln auskommt, ist Sandknete. Dafür benötigst Du:

  • 1 Tasse Stärkemehl
  • 2 Tassen feiner Sand (beispielsweise Vogelsand
  • 1 Tasse Wasser
  • Eventuell Lebensmittelfarbe

Bei der Herstellung darf Dir Dein Kind selbstverständlich helfen. Ihr mischt das Stärkemehl und den Sand in einem Topf. Langsam gebt Ihr das Wasser dazu und mischt die Farbe ein. Dabei solltet Ihr immer gründlich rühren, damit sich in der Masse keine Klumpen bilden.

Die masse wird nun auf dem Herd langsam erhitzt. Dabei müsst Ihr immer kräftig rühren. Aufkochen darf die Mischung jedoch nicht. Sowie die Masse eingedickt ist, lasst Ihr sie abkühlen. Und dann könnt Ihr sie auch schon verwenden.

Sandknete hat den Vorteil, dass sie sich im Vergleich mit anderen Knetmassen ganz wunderbar anfühlt und sehr gut formen lässt. Allerdings trocknen die hergestellten Figuren an der Luft schon in wenigen Tagen. Du solltest daher immer nur so viel Knete herstellen, wie Du auch wirklich sofort mit Deinem Kind verbrauchst.

Das besondere Rezept: Knetseife

Kinder stellen nicht nur gerne Dinge selber her, sondern verschenken diese kleinen Kunstwerke auch gerne. Aber immer nur kneten, und dann stehen da Dutzende Figuren herum? Die meisten Eltern, Großeltern, Nachbarn und Klavierlehrer haben davon schnell genug.

Wie wäre es also mit einer Knetmasse mit „Mehrwert“? Knetseife kann selbst hergestellt werden, lässt sich gut kneten und hat als Seife beim Händewaschen auch noch einen Nutzen. Das ist doch eigentlich das perfekte Geschenk. Das brauchst Du für die Herstellung:

  • 1 EL Duschgel Deiner Wahl
  • 1 EL Speisestärke
  • Etwas Sonnenblumenöl
  • Lebensmittelfarbe

Bei der Herstellung ist außerdem ein Paar Einweghandschuhe ganz nützlich, denn Lebensmittelfarbe färbt auch Hände. Du brauchst außerdem eine Schüssel und eine luftdicht schließende Dose.

Die Knetseife kann von Kindern ab einem Alter von drei Jahren hergestellt und verwendet werden. Du verknetest die Zutaten alle zusammen in einer Schüssel. Dabei solltest Du die Handschuhe tragen.

Die Konsistenz wird grundsätzlich vom Verhältnis der Speisestärke zu Öl und Duschgel bestimmt. Mehr Speisestärke und mehr Öl machen, dass die Knetseife nicht zu sehr klebt. Die fertige Masse sollte sich wie richtige Knete anfühlen.

In luftdichten Dosen ist die Seife länger haltbar. Ihr könnt sie zum Baden oder beim Händewaschen benutzen. Allerdings sollten die Figuren gründlich trocknen, bevor Ihr die Seife verschenkt – sonst ist sie beim ersten Händewaschen schon weg!

Kreative Ideen: Das kannst Du kneten

Was kneten Kinder? Altersabhängig werden sie sich mal mehr für Baufahrzeuge, Dinos und Einhörner interessieren, oder vielleicht für Feen, Elfen, Matschmonster oder Rennautos. Dein Kind entwickelt sich, und das, was es knetet, entwickelt sich auch.

Wenn Du mit Deinem Kind zusammen kreativ tätig bist, könnt Ihr größere Projekte angehen. Solche Projekte sollten immer mit dem Alltag Deines Kindes zu tun haben und Themen aufgreifen, die Dein Kind ohnehin gerade interessieren. Hier sind ein paar Ideen:

Der Kaufmannsladen

Kinder lieben es in einem bestimmten Alter, Einkaufen zu spielen. Du kannst aus Salzteig oder Knetmasse mit Deinem Kind kleine Waren für den Kaufmannsladen herstellen und den Laden nach Eurem Geschmack einrichten.

Das Puppenhaus

Ein Puppenhaus ist recht schnell aus Sperrholz oder einem alten Karton gebastelt. Die Einrichtung aus Bett, Tisch, Stühlen, Schrank und Truhe stellst Du mit Deinem Kind aus Kneten oder Salzteig her. Mach die Kneten im Backofen haltbar, dann hat Dein Kind lange Spaß an dem Puppenhaus. Dein Kind kann so eigene Kinderzimmermöbel im Puppenhaus gestalten.

Modelllandschaft

Spielt Dein Kind gerne mit Autos und Fahrzeugen, kannst Du die dreidimensionale Ausstattung für den Spielteppich aus Knete herstellen. Vom Verkehrsschild über kleine Bäume und Parkbänke bis hin zu Feuerwache, Polizeirevier, Schule und Wohnhaus ist alles möglich.

Der Weihnachtsbaum

Bunte Sterne, Kugeln, kleine Engel, Schneeflocken und mehr – stellt den Baumschmuck doch einfach mal selbst her und geht der Frage, warum man eigentlich Weihnachten feiert auf den Grund.

Die besten Produkte für dich und dein Baby.

Babyphone

Mit einem Babyphone kannst Du Deine Zeit flexibel nutzen, nachts beruhigt schlafen und weißt trotzdem jederzeit, dass es Deinem Baby gut geht.

Stillkissen

Ein gutes Stillkissen hat einige Vorteile, denn es hilft Dir nicht nur beim Stillen, sondern auch beim Einschlafen und eignet sich auch als Nestche.

Wickeltaschen

Eine Wickeltasche bietet Dir viel Stauraum, damit Du auch unterwegs alles Dabei hast, was Du für Dein Baby brauchst – von der Wickelauflage bis hin zum Fläschchen.

Pucksack

Ein Pucksack gibt Deinem Baby das Gefühl von Geborgenheit, wie im Mutterleib, und unterstützt so einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

Fahrradanhänger

Fahrradanhänger können in Kombination mit einer Babyschale schon kurze Zeit nach der Geburt benutzt werden. Sie sind nicht nur sicherer als Kindersitze sondern auch komfortabler.

Laufstall

Ein Laufgitter kann im Alltag sehr praktisch sein! Welches Modell passend zu Deinen Bedürfnissen ist, kannst Du in meinem Ratgeber nachlesen.

Babybett

Das erste Bett begleitet dein Kind Jahre lang. Zum Glück gibt es Betten, die mit deinem Kind mitwachsen. Ich habe mich für Dich auf die Suche nach den 5 besten Babybetten gemacht.

Kinderwagen

Ein Kinderwagen ist eine lohnenswerte Anschaffung. Doch gibt es die verschiedensten Modelle auf dem Markt. Finde heraus, welcher der richtig.

Heizstrahler

Heizstrahler spenden deinem Kind die nötige Wärme, wenn es beim Wickeln, oder nach dem Baden friert.

Beistellbett

Beistellbetten sind sehr praktisch und bieten sowohl Mutter als auch Baby jede Menge Vorteile, denn für Babys ist es vor allem in den ersten Lebensmonaten beruhigend neben den Eltern schlafen zu können.

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