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Langzeitstillen: Wenn Mütter über das erste Lebensjahr hinaus noch stillen

Das Stillen von Kleinkindern, stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis und Vorurteile. Als Langzeitstillende werden Sie sich fühlen, wenn Sie […]

Langzeitstillen: Wenn Mütter über das erste Lebensjahr hinaus noch stillen

Langzeitstillen: Wenn Mütter über das erste Lebensjahr hinaus noch stillen

Das Stillen von Kleinkindern, stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis und Vorurteile. Als Langzeitstillende werden Sie sich fühlen, wenn Sie die einzige in Ihrer Umgebung sind, die Ihr Kind noch stillt und immer wieder die Frage aufkommt, wie lange Sie das denn noch machen wollen.

Die Länge der Stillzeit – wie lang ist „normal“?

Eins vorweg: Eine Empfehlung für die Länge der Stillzeit, gibt es nicht. Je nach der Gesellschaft, in der Sie leben, empfinden Sie eine bestimmte Stilldauer als „normal“.

Stillzeit ist kulturell beeinflusst

Wenn Kinder selber entscheiden dürften, würden Sie sich in der Regel erst im Alter von zwei bis vier Jahren abstillen. In den allermeisten Kulturen wird lange gestillt – weit länger, als wir dies in den westlichen Ländern gewohnt sind. Hier sind wir es gewohnt, dass Mutter und Kind beide möglichst beide schnell autonom werden. Der Weg dahin ist unteranderem eine zeitlich begrenzte Stillbeziehung.

Warum ist die Stilldauer so variabel?

Die Antwort ergibt sich von selbst. Stillt eine Tiermutter ihr Kind ab, bevor es in der Lage ist, sich selber zu versorgen, ist es dem Tode geweiht. Beim Menschen ist das anders: Ein Baby kann nicht nur durch die Muttermilch überleben. Es gibt ausreichend Nahrungsersatz.

Soziale Abstillentscheidungen

Wenn die Frau wieder arbeiten gehen will, oder das Kind in die Krippe kommt, entscheiden sich viele dafür, früher abzustillen.

Einfluss der Väter

Stillen ist oft eine Gefühlsfrage. Wie wohl fühle ich mich dabei? Was sagt mein Partner dazu? Der Einfluss des Vaters auf die Stilldauer wird hierbei in vielen Kulturen beobachtet.

Welche Vorteile hat das Langzeitstillen?

Langes Stillen bedeutet immer auch eine besonders intensive, körperliche Bindung zwischen Mutter und Kind. Es bringt zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich.
Ihr Kind wird optimal mit Nährstoffen versorgt. Auch nach dem ersten Lebensjahr, unterstützt die Muttermilch das Immunsystem Ihres Kindes.

Im zweiten Stilljahr enthält sie sogar höhere Konzentrationen an bestimmten Antikörpern. Abwehrstoffe, welche die Mutter bereits gegen Infektionen gebildet hat, kommen dem Kind zugute. Darüber hinaus sind Kinder, die länger gestillt werden, seltener krank.
Das Risiko für Allergien, Infektionen und Übergewicht, wird reduziert.

Gibt es Nachteile?

Langzeitstillen bringt kaum Nachteile mit sich. Die meisten Argumente gegen langes Stillen, beruhen auf diversen Vorurteilen. Gegner einer langen Stillzeit, führen oft an, dass dies zu kräftezehrend für die Mutter wäre. Dies spielt jedoch keine Rolle, solange sich diese ausgewogen ernährt.

Hat die Muttermilch noch genug Nährstoffe?

Viele Menschen fürchten, dass die Muttermilch ab einem bestimmten Lebensalter, nicht mehr genügend Nährstoffe enthält. Dieser Gedanke ist jedoch falsch, da sich die Muttermilch auch bei langem Stillen, immer wieder den Bedürfnissen des Kindes anpasst. Natürlich ist ab dem zweiten Lebensjahr auch Beikost notwendig.

Vorurteile gegen Langzeitstillen

Mütter, die Ihre Kinder lange stillen, sind oft Vorurteilen ausgesetzt. Viele Außenstehende finden, dass man durch das Langzeitstillen sein Kind zu sehr verwöhnen würde. Auch das Stillen in der Öffentlichkeit wird als nicht angemessen betrachtet.
Reagieren Sie auf Kritik einfach selbstbewusst.

Die psychische Seite des Langzeitstillens

Die ganzen herrschenden Vorurteile, können einen enormen Druck auf eine Mutter ausüben. Viele sind plötzlich besorgt, ob das lange Stillen, nicht der Entwicklung ihres Kindes schaden könnte.

Dies muss jedoch hinterfragt werden. Noch niemand hat vom Stillen Schäden davongetragen. Auch die Nationale Stillkommission betont, dass die Beikosteinführung nicht mit Abstillen gleichzusetzen ist. Der Zeitpunkt des Abstillens sei immer noch eine individuelle Entscheidung.

Fazit

Einerseits wird in unserer Gesellschaft Muttermilch als das Beste für das Kind angepriesen und andererseits werden manche nicht müde, Stillen mit Argwohn zu betrachten – das Baby könnte vielleicht durch den freien Zugang zur Brust, zu sehr verwöhnt werden.

Fakt ist, Langzeitstillen ist nicht schädlich. Nachteile sind nicht anzunehmen, solange die Kinder auch schrittweise auch an andere Kost herangeführt werden. Eine zeitliche Obergrenze gibt es beim Stillen nicht.

Im Hinblick auf die Stilldauer, müssen Mutter und Kind ihrem eigenem Rythmus folgen.

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