Leistenbruch beim Baby: Wann ist eine OP nötig?

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Der Leistenbruch beim Baby ist angeboren. Diese Erkrankung ist erst einmal nicht lebensbedrohlich, muss aber operiert werden. Denn der Bruch wächst nicht von allein zu. Einen Leistenbruch beim Baby kannst Du an einer weichen Vorwölbung in der Leiste, der Schamgegend oder am Hodensack erkennen.

Jungen sind häufiger von einer Hernia betroffen als Mädchen. Sie kann eine Größe zwischen einer Murmel bis zu einem Ei besitzen. Erfahre alles rund um das Thema Leistenbruch.

Leistenbruch beim Baby – eine ernste Sache

Normalerweise rutscht der Darm wieder von allein in den Bauchraum zurück. Dann hat Dein Baby auch keine Schmerzen. Tritt der Darm aus, kann Dein Baby Schmerzen empfinden. Sollte Dein Baby unruhig werden, anhaltend weinen, Nahrung verweigern oder die Beule eine Färbung aufweisen, musst Du unbedingt ins Krankenhaus.

Dann kann es sein, dass der Darm verklemmt ist. Dadurch wird er nicht mehr richtig durchblutet. Es entsteht eine Entzündung, eventuell reißt der Darm und der Darminhalt fließt in den Bauchraum. Dann muss Dein Baby sofort operiert werden.

Normalerweise kannst Du die Operation des Leistenbruch beim Baby einige Wochen im Voraus planen. Die Leistenbruch OP ist ein Routineeingriff und komplikationsarm. Es gibt verschiedene Methoden, über die Dich der Artikel informiert.

Meistens wird Dein Baby unter Vollnarkose operiert. Viele Operationen erfolgen ambulant, Du musst also nicht ins Krankenhaus. Ist Dein Baby jünger als sechs Monate, kommt ihr ins Krankenhaus. Nach zwei bis drei Tagen kannst Du mit Deinem Baby wieder nach Hause.

Den Leistenbruch beim Baby entdeckst Du meistens beim Wickeln. Plötzlich ist da eine kleine Wölbung in der Leiste, die vorher nicht da war. Dein Baby strampelt munter weiter. Ist diese Beule beunruhigend?

Wann solltest du zum Arzt und wie geht es weiter, wenn Dein Baby wirklich einen Leistenbruch hat? Der Artikel beschreibt ausführlich das Aussehen und die Entstehung eines Leistenbruchs sowie die Behandlung der Leistenhernie.

Ist der Leistenbruch beim Baby gefährlich?

Wenn Du einen Leistenbruch beim Baby entdeckst, musst Du Dir erst einmal keine großen Sorgen machen. Solange die Beule wieder verschwindet, ist alles in gut. Im Endeffekt musst Du Dein Baby bei einer Hernia operieren lassen. Die Öffnungen schließen sich nicht von allein.

Wenn Dein Baby einen Leistenbruch hat, solltest Du Dein Baby beim Kinderarzt vorstellen. Er wird mit Dir das weitere Vorgehen besprechen und Dir Tipps im Umgang mit einem Leistenbruch beim Baby geben.

Wie sieht ein Leistenbruch aus?

Der Leistenbruch beim Baby trifft etwa fünf Prozent aller Neugeborenen. Häufig erkennen Eltern beim Wickeln oder Baden ihres Babys eine kleine Schwellung in der Leistengegend. Bei Jungen können sich die Wölbungen auch am Hodensack zeigen. Bei Mädchen kann sich der Leistenbruch beim Baby von der Leiste bis zu den Schamlippen erstrecken.

Wie groß die Beule ist, spielt keine Rolle. Es gibt kleine Leistenbrüche beim Baby, die nur Ausstülpungen von der Größe einer Murmel zeigen. Andere rufen Beulen, die so groß wie ein Ei sind, hervor. Du solltest nicht versuchen, die Beule wegzudrücken. Damit könntest Du Dein Baby zusätzlich verletzen.

Die Wölbung kann genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen ist. Sie entsteht nur bei körperlicher Anstrengung, Niesen, Husten, starkem Pressen beim Stuhlgang oder Druck auf dem Bauch.

Der angeborene Leistenbruch tritt bei etwa der Hälfte der Babys im ersten Lebensjahr auf. Bei anderen bleibt die Hernia viele Jahre unentdeckt. Denn ein Leistenbruch beim Baby verursacht nicht immer Schmerzen.

Wobei es sehr schwer zu beurteilen ist, ob ein Baby Schmerzen hat oder nicht. Erwachsene berichten, dass ein Leistenbruch ein unbestimmtes Druckgefühl oder Ziehen hervorruft. Da der Leistenbruch beim Baby meist nur phasenweise auftritt, hat Dein Baby eventuell Schmerzen, wenn die Beule da ist.

Wenn die Beule nicht zu sehen ist, ist Dein Baby schmerzfrei. Sind Teile des Darms eingeklemmt oder kann der Darminhalt diese Stelle nur noch schwer passieren, werden die Schmerzen größer.

Wo besteht erhöhtes Risiko für eine Leistenhernie?

  • Frühchen
  • Genetische Konstitution (wenn Mutter oder Vater als Baby einen Leistenbruch hatten)
  • Kinder mit urologischen Problemen (wie Hodenhochstand)

Trifft ein Leistenbruch Jungen und Mädchen?

Ja, sowohl Jungen als auch Mädchen können unter einem Leistenbruch als Baby leiden. Jungen sind jedoch viermal häufiger betroffen als Mädchen. Das hängt damit zusammen, dass die Hernia bei Babys nicht im eigentlichen Sinne ein Bruch ist wie bei Erwachsenen.

Der Leistenbruch beim Baby ist eher ein Offenbleiben von Gängen, die sich während der embryonalen Entwicklung nicht richtig verschließen. Bei Jungen wandern die Hoden im siebten Schwangerschaftsmonat aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack.

Dabei ziehen sie etwas Bauchfell (die Innenauskleidung der Bauchdecke) in den Kanal. Dieser Kanal verschließt sich in der Regel kurz nach der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres von selbst.

Dann verödet der Schlauch und der Hodensack ist von der Bauchhöhle abgetrennt. Wenn das nicht passiert, entsteht ein sogenannter Bruchsack. Diese Stelle bleibt offen. Durch den Bruchsack kann ein Stück Darm rutschen, der sich außen als weiche Beule zeigt.

Auch bei Mädchen bildet sich ein Schlauch aus Bauchfell als Leistenkanal. Er enthält ein Gebärmutterband. Dieser verschließt sich allerdings viel früher als bei Jungen. Deshalb haben Frühchen ein besonders hohes Risiko an einer Hernia zu leiden.

Rund 25 Prozent der Frühchen kommen mit einer Hernia auf die Welt. Bei Mädchen kann neben Darm auch ein Eierstock in den Bruchsack rutschen.

Entsteht der Leistenbruch durch Schreien?

Nein. Schreien führt oft dazu, dass sich innere Organe in den Leistenbruch schieben. Das kann so wirken, als ob der Bruch durch angestrengtes Schreien entsteht. Der Bruch ist aber schon vorhanden.

Neben dem echten Leistenbruch, bei dem sich innere Organe nach außen schieben, gibt es auch den Wasserbruch (medizinisch: Hydrozele). Dort sammelt sich lediglich Flüssigkeit um den Hoden oder den Samenstrang. Ein Wasserbruch verwächst ähnlich wie ein Nabelbruch oft von selbst. Er muss nicht dringend operiert werden.

Die Behandlung der Hernia

Der Leistenbruch beim Baby muss zeitnah operiert werden, um weitere Komplikationen zu verhindern.

Solange Dein Baby keine Schmerzen hat, ist alles gut. Merkst Du, dass Dein Baby Schmerzen hat und eine Beule entstanden ist, kannst Du den Darm vorsichtig ausmelken. Dein Kinderarzt sollte Dir vorher zeigen, wie Du das richtig machst. Dieses Vorgehen verlangt gute Nerven von Dir.

Schließlich schreit Dein Baby und Du weißt nicht wirklich, ob Du ihr/ ihm noch mehr weh tust. Sehr oft hilft Auto fahren. Durch die ruckelnde Bewegung und die Sitzhaltung entspannt sich die Bauchdecke und der Darm gleitet von allein zurück. Schlechte Straßen haben in diesem Fall etwas Gutes.

Du merkst dann meistens, wenn Dein Baby ruhiger wird und nicht mehr schreit. Das ist auch der Grund, weshalb aufgeregte Eltern mit einem frisch entdeckten Leistenbruch zum Kinderarzt fahren und dann erstaunt feststellen, dass die Beule nicht mehr da ist.

Die Operation des Leistenbruch beim Baby

Normalerweise kannst Du die Leistenbruch OP planen. Wann die Operation erfolgt, hängt von einigen Faktoren ab:

  • Ist Dein Baby gesund oder hat es beispielsweise Neugeborenengelbsucht?
  • Hat Dein Baby Normalgewicht oder Untergewicht?
  • Stimmen die Blutwerte Deines Babys?

Wenn Dein Baby völlig gesund ist, solltest Du die Leistenbruch OP bald durchführen lassen. Das minimiert das Risiko, dass Dein Baby zum Notfall wird. Lass Dich vom Kinderarzt und den Ärzten im Krankenhaus beraten.

Bei vielen Babys kann die Leistenbruch OP ambulant durchgeführt werden. Du und Dein Baby werden nicht stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Ist Dein Baby jünger als sechs Monate, erfolgt die Operation stationär. Damit ist Dein Baby bestens versorgt und überwacht.

Die Operation ist der häufigste Eingriff, der an Babys und Kindern bis 15 Jahren durchgeführt wird. Der Eingriff dauert circa 20 bis 30 Minuten. Komplikationen kommen selten vor. Jedes 10. Kind erleidet nach der OP allerdings an derselben Stelle wieder eine Leistenhernie.

Bei der Operation verschließen die Ärzte die Durchtrittsstelle der Eingeweide. Bei Jungen wird der Bruchsack vom Samenleiter und bei Mädchen vom Gebärmutterband gelöst. Dann wird er abgetragen und mit einer Naht verschlossen. Der Eingriff ist risikoarm.

Bei Babys wird in der Regel kein Netz zu Stabilisierung des Gewebes verwendet, wie es bei Erwachsenen genutzt wird. Bei Kindern sollte keine Fremdkörper eingebracht werden, der das Wachstum später behindern könnten.

Ist der Leistenbruch vom Baby nicht groß, wenden einige Ärzte eine Bauchdeckenspiegelung Laparoskopie an. Dabei reichen mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke, um eine Kamera und das Operationsbesteck in die Bauchhöhle zu führen.

Falls der Leistenbruch beidseitig ist, können mit dieser minimalinvasiven Methode beide Brüche auf einmal operiert werden.
Andere Ärzte argumentieren, dass die Vorteile der Laparoskopie bei den kleinen Patienten die erhöhte Komplikationsrate nicht übertrifft.

Sie operieren herkömmlich mit einem offenen Zugang zum Bauchraum über einen Hautschnitt in der Bauchdecke. Der Schnitt erfolgt in der Falte der Bauchdecke, so dass die Narbe später nicht sehr auffällt. Bei einem beidseitigen Leistenbruch vom Baby muss auf beiden Seiten operiert werden.

Das erfolgt in einer Sitzung. Welche Methode die sinnvollste ist, entscheidet der operierende Arzt.

Narkose

Bei beiden Methoden steht Dein Baby unter Vollnarkose. Nur selten wird eine Spinalanästhesie, also eine lokale Betäubung, durchgeführt. Vor der Narkose muss Dein Baby nüchtern sein. Die meisten Krankenhäuser geben an, dass Dein Baby sechs Stunden vor der Leistenbruch OP nüchtern sein muss.

Das kann für Säuglinge und für Dich ziemlich hart sein, falls Dein Baby häufig trinkt. Auch wenn Dein Baby schreit, halte die Nüchternzeit unbedingt ein. Es ist ein Schutz für Dein Baby. Wenn Du stillst, kann es helfen, wenn der Papa das Baby nimmt und tröstet. Dann riecht Dein Baby die Muttermilch nicht und lässt sich leichter beruhigen.

Notfall – Leistenbruch OP

Hat Dein Baby Schmerzen, schreit es ununterbrochen, erbricht oder ist sehr unruhig und der Darm rutscht nicht wieder in den Bauch, musst Du ins Krankenhaus. Auch wenn sich die Hernia deutlich verfärbt (lila, rot oder blau) oder Dein Baby Nahrung verweigert, musst Du dringend ins Krankenhaus.

Dann kann es sein, dass der Darm verklemmt ist. Dadurch wird er eventuell nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und kann absterben. Diese Situation ist lebensgefährlich. Dein Baby muss innerhalb von sechs Stunden operiert werden. Du solltest Dich in diesem Fall sofort ins nächste Krankenhaus begeben.

Wie lange bleibt Dein Baby im Krankenhaus?

Normalerweise sind Babys ein paar Stunden nach der Bauchspiegelung wieder fit. Bei einer ambulanten Operation kannst Du mit Deinem Baby dann wieder nach Hause. Du darfst Dein Baby für 24 Stunden nicht allein lassen.

Wenn Dein Baby eine größere Leistenbruch OP hinter sich hat oder stationär im Krankenhaus aufgenommen wurde, kann es mitunter schon am nächsten Tag das Krankenhaus verlassen.

Ein Aufenthalt von zwei bis drei Tagen nach der Operation stellt aber den Ausschluss von Nachblutungen und den Überhang von Medikamentennachwirkungen sicher. Im Zweifelsfalls solltest Du mit Deinem Baby lieber etwas länger im Krankenhaus bleiben.

Babys und besonders Kinder sollten sich zehn Tage ausruhen und möglichst zwei Wochen keinen Sport machen. Wenn Dein Baby Fieber bekommt, sich die Narbe deutlich rötet oder anschwillt, solltest Du einen Arzt aufsuchen.

Die Wunden in der Haut heilen je nach Größe zwischen einigen Tagen und zwei Wochen ab. Den Wundverband solltest Du den Angaben des Arztes entsprechend wechseln. Eventuell müssen nach einigen Tagen die Fäden gezogen werden.

Bis zur Heilung der Wunden solltest Du Dein Baby nicht baden. Wahrscheinlich wirst Du nach der Operation feststellen, dass sich Dein Baby wie gewohnt verhält. Es strampelt und bewegt sich dem Alter entsprechend.

Quellen

https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/leistenbruch-inguinalhernie-lat-hernia-inguinalis/

https://www.netdoktor.de/krankheiten/leistenbruch/

https://www.windeln.de/magazin/kleinkind/kinderkrankheiten/leistenbruch-bei-babys-und-kleinkindern.html

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