Magen-Darm-Infekt in der Schwangerschaft: Das ist jetzt zu tun

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Eine Infektion kann Beschwerden für einige Stunden aber auch mehrere Tage nach sich ziehen. Sind Schwangere von Magen-Darm betroffen, fragen sie sich häufig, ob die Erkrankung auch ihrem Baby schaden kann.

Diese und weitere Fragen zum Thema Infekt von Magen und Darm in der Schwangerschaft klären wir im folgenden Beitrag.

Was ist ein Magen-Darm-Infekt?

Eine Infektion von Magen und Darm ist auch als Gastroenteritis oder Magen-Darm-Grippe bekannt und gehört zu den häufigsten infektiösen Krankheiten. Fast jeden erwischt es in seinem Leben irgendwann einmal mit dem sogenannten Brechdurchfall. Magen-Darm-Infektionen werden einerseits durch Viren, andererseits aber auch durch Bakterien verursacht.

Für den Großteil der Magen und Darm betreffenden Infektionen sind Noroviren und Rotaviren verantwortlich. Unter den Bakterien sind es Salmonellen, Camoylobaxter und verschiedene Stämme der Escherichia coli, die Erbrechen und Durchfall auslösen können.

Wie werden Magen-Darm-Infekte übertragen?

Infektionen von Magen und Darm sind normalerweise hoch ansteckend, in Abhängigkeit vom Erreger. Man spricht hier von einer fäkal-oralen Infektion, bei der die Erreger als Kleinstspuren von Erbrochenem und Stuhlresten über die Hände in den Mund gelangen können. Aber auch Tröpfcheninfektionen sind denkbar.

Eine Übertragung kann demnach über verunreinigte Nahrungsmittel und Getränke, über kontaminierte Gegenstände wie Türgriffe oder Toilettenbrillen und über den Kontakt zu erkrankten Menschen erfolgen. Einige Magen-Darm-Erreger werden auch von Tieren übertragen, etwa die EHEC-Bakterien über Schafe und Ziegen oder Salmonellen über Geflügel.

Übrigens: Um Dich vor einer Ansteckung mit Salmonellen zu schützen, solltest Du keine Lebensmittel mit rohem Ei verzehren und Geflügel immer nur gut durchgegart genießen. Das gilt vor allem für die heiße Jahreszeit, denn Salmonellen gehören zu jenen Erregern, die sich bei Wärme in einem Lebensmittel rasend schnell vermehren können.

Wie äußern sich Magen-Darm-Symptome?

Beschwerden bei einer Infektion, sei es bei Magen-Darm in der Schwangerschaft, aber auch bei Nicht-Schwangeren, können sehr unterschiedlich ausfallen. Zwischen Ansteckung und dem ersten Auftreten von Symptomen können wenige Stunden, aber auch mehrere Tage vergehen – je nach Erreger.

Auch die eigene gesundheitliche Verfassung kann darüber mitentscheiden, wie heftig der Krankheitsverlauf wird. Erfolgt die Erkrankung von Magen und Darm in der Schwangerschaft, können Betroffene unter Umständen mehr leiden als andere Infizierte.

Eine Magen-Darm-Grippe beginnt meist mit Übelkeit und Bauchschmerzen und kann dann schnell in mehrmaliges Erbrechen und Durchfall übergehen. Erkrankte fühlen sich schlapp, in manchen Fällen kann auch Fieber auftreten.

Der krankheitsbedingte Flüssigkeitsverlust kann je nach Menge Kreislaufprobleme nach sich ziehen und Betroffene ans Bett fesseln. In der Regel geht es Erkrankten nach einer Magen-Darm-Grippe innerhalb einer Woche wieder besser.

Ist ein Magen-Darm-Infekt in der Schwangerschaft schädlich für das Baby?

Auch wenn es Dir bei einer Infektion von Magen und Darm in der Schwangerschaft sehr wahrscheinlich schlecht gehen wird – Dein Baby bekommt in den meisten Fällen vom Magen-Darm-Virus gar nichts mit.

Weil sich die Erreger lediglich auf den Verdauungstrakt auswirken, ist Dein Baby in der Fruchtblase gut geschützt. Ein Magen-Darm-Virus kann demnach nicht von Dir auf Dein ungeborenes Kind übergehen.

In sehr extremen Fällen von Magenkrämpfen und Durchfällen kann es vor allem 3. Trimester der Schwangerschaft zu vorzeitigen Wehen kommen. Hast Du während deiner Erkrankung sehr heftige Krämpfe und Schmerzen, ist ein Arztbesuch dringen angeraten.

Hausmittel und Tipps für Probleme mit Magen und Darm in der Schwangerschaft

Leidest Du an einem Infekt von Magen und Darm in der Schwangerschaft, kannst du normalerweise nicht viel tun. Selbst für nichtschwangere Menschen gibt es keine Medikamente, die etwa Noroviren eindämmen können. Damit es Dir bald besser geht und Du gut durch die Magen-Darm-Grippe kommst, kannst du aber einige Tipps beherzigen.

1. Wenn möglich, gönn Dir Bettruhe und versuche, Deinen Körper zu schonen. So kann er sich darauf konzentrieren, gesund zu werden.

2. Versuche, so viel Flüssigkeit wie möglich zu Dir zu nehmen. Gerade bei Magen-Darm in der Schwangerschaft ist das wichtig, weil Dein Körper ohnehin schon mit der Versorgung des Babys zu tun hat. Empfehlenswert sind stilles Wasser und Kräutertee in kleinen Schlucken.

Auch eine Brühe kann guttun und gleichzeitig den Verlust von Salzen ausgleichen. Verzichten solltest Du auf Fruchtsäfte, die nicht nur blähend wirken können, sondern auch durch ihre Säure den Magen unnötig reizen.

3. Beginne mit dem Essen, sobald Du Hunger verspürst. Die Mahlzeiten sollten dabei aber aus Schonkost bestehen und klein gehalten sein – Fett und kräftige Gewürze sind dabei zu meiden. Was Du bei Magen-Darm in der Schwangerschaft essen kannst? Hier einige Vorschläge:

  • Zwieback und Toast
  • Banane
  • Geriebener Apfel
  • Leichte Brühe
  • Gekochte Kartoffeln oder Möhren

Hygiene-Regeln bei Magen-Darm-Grippe

Hat Dich oder eine Person im Umfeld die Magen-Darm-Grippe erwischt, können bestimmte Hygiene-Regeln helfen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dazu gehören unter anderem:

1. Hände waschen: Mehrmals am Tag und gründlich. Unser Tipp: Singe beim Einseifen der Hände zweimal hintereinander „Happy Birthday“, dann kennst Du die Zeitspanne für eine gründliche Reinigung der Hände.

2. Erkrankte Personen von anderen fernhalten: Wer an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt ist, sollte den Kontakt zu anderen Menschen im Haushalt minimieren und auch keine Mahlzeiten für sie zubereiten – Stichwort: fäkal-orale Infektion.

3. Badezimmer desinfizieren: Im Falle einer Magen-Darm-Grippe lohnt es sich, Toilette und Toilettensitz, aber auch andere Gegenstände im Bad mindestens einmal täglich zu desinfizieren. Das gilt für alle Stellen und Oberflächen, die Erkrankte und Gesunde gleichermaßen berühren.

4. Handtücher nicht teilen: Handtücher und selbstverständlich auch Waschlappen sollten innerhalb eines Haushalts nicht von erkrankten und gesunden Menschen geteilt werden. Hat dich ein Infekt von Magen und Darm in der Schwangerschaft erwischt, wechsle zudem am besten täglich Dein Handtuch und wasche es bei mindestens 60 Grad.

Und wenn die Magen-Darm-Grippe kein Ende nimmt?

Halten Erbrechen und Durchfall mehr als 48 Stunden an besteht die Gefahr der Dehydration, solltest Du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen oder Deine Hebamme kontaktieren. Auch bei Fieber ist der Ganz zum Arzt zu empfehlen. Kannst Du nichts bei Dir behalten, wird der Körper unter Umständen so geschwächt, dass eine Infusion zur Stabilisierung ratsam ist.

Geben Durchfall und Übelkeit gibt es zwar Medikamente, doch zwei Punkte sprechen gegen die Einnahme während eines Infekts von Magen und Darm in der Schwangerschaft: Einerseits verhindern diese Mittel, dass alle Erreger vollständig ausgeschieden werden, andererseits sind nicht alle Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt.

Ob Du Infekte von Magen und Darm in der Schwangerschaft mit Arzneimitteln behandeln solltest, darüber gibt Dir Dein Arzt Auskunft. Schaffst Du es aus zeitlichen Gründen nicht zum Arzt, kann Dich ein Apotheker zu rezeptfreien Medikamenten beraten, die Du in der Schwangerschaft einnehmen darfst.

Empfehlenswert sind bei starkem Flüssigkeitsverlust durch Magen-Darm in der Schwangerschaft aber sogenannte Rehydratationslösungen, die als Pulver in Wasser eingerührt, den Körper mit Elektrolyten versorgen.

Gesund werden nach einer Magen-Darm-Grippe

Ist der schlimmste Teil eines Infekts von Magen und Darm in der Schwangerschaft überstanden, kann der Genesungsprozess beginnen. Um Magen und Darm in der Schwangerschaft nicht weiter überzustrapazieren, solltest Du die weiter oben genannte Schonkost noch für einige Tage zu Dir nehmen und nach und nach mit gängigen Lebensmitteln erweitern.

Auf Kaffee, Fruchtsäfte und saure oder scharfe Speisen hast Du vielleicht ohnehin gerade keinen Appetit. Ist die Darmflora gestört, kann der tägliche Verzehr von Naturjoghurt, Quark oder Buttermilch helfen, gute Bakterien wieder im Darm anzusammeln.

Auch über ballaststoffreiche Lebensmittel freut sich der Darm. Zusätzlich gibt es in der Apotheke Mittel für eine Darmsanierung – lass Dich dazu einfach vor Ort beraten.

Beschwerden in der Schwangerschaft, aber kein Magen-Darm-Virus?

Nicht alle Beschwerden von Magen und Darm in der Schwangerschaft sind auf eine Magen-Darm-Grippe zurückzuführen. Auch wenn sich die Magen-Darm-Symptome ähneln können, muss nicht immer ein Magen-Darm-Virus vorliegen. Rund drei Viertel aller Schwangeren leiden Experten zufolge unter Übelkeit, Durchfall aber auch Sodbrennen.

Diese Beschwerden können in der Regel gut behandelt werden, wobei nicht immer Medikamente zum Einsatz kommen müssen. Die Morgenübelkeit und der Durchfall, die viele Frauen betreffen, lassen sich etwa mit einer Umstellung der Ernährung, weg von drei großen, hin zu vielen kleinen Mahlzeiten, sowie einer ballaststoffreicheren Kost gut in den Griff bekommen.

Helfen die veränderten Ernährungsgewohnheiten nicht, können auch für das Baby im Bauch unbedenkliche Arzneimittel zum Einsatz kommen. Auch Sodbrennen lässt sich bei Bedarf gut behandeln, von der Einnahme sehr starker Säureblocker raten Mediziner jedoch ab. Empfohlen werden eher Mittel, welche die Säure im Magen bilden.

Wer ein chronisches Magen-Darm-Leiden hat, wird ohnehin in ärztlicher Behandlung sein. Hier muss abgewogen werden, welchen Nutzen die Gabe von Medikamenten hat im Vergleich zu möglichen Nachteilen für Mutter und Kind.

Schwangere mit Reizdarm, aber auch Betroffene, die kein Kind erwarten, können mit ihrer Ernährung viel zur Verbesserung der Magen-Darm-Symptome beitragen: Ballaststoffreiche Kost erleichtert den Toilettengang bei Verstopfungen. Wer unter Durchfall leidet, kann versuchen, Milch und Fett zu reduzieren.

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