Mit Kindern über Rassismus sprechen

Das Gespräch über Rassismus ist ein entscheidender Weg, ihn aus der Welt zu schaffen – und der bereits im Kindesalter begangen werden kann.

Da Kinder von Natur aus über ein Gerechtigkeitsgefühl verfügen, ist es angebracht und wichtig, auch mit ihnen in altersgerechter Form über Diskriminierung zu sprechen. Wie Du das tun kannst, ohne Dein Kind zu überfordern sowie viele hilfreiche Informationen zu dem Thema, erfährst Du hier. 

Begrifflichkeiten

Vorab klären wir zwei wichtige Begrifflichkeiten, die dir helfen, wenn Du Dich über Rassismus informierst. 

Der aus dem Englischen stammende Begriff BIPoC ist eine Selbstbezeichnung von bzw. für Menschen, die Rassismus erfahren. Die Abkürzung steht für Black (Schwarze Menschen), Indigenous und People of Colour. Die Selbstbezeichnung hat emanzipatorische Relevanz für BIPoC, da nach Jahrhunderten der Unterdrückung keine Charakterisierung durch den Unterdrücker, sondern durch sie selbst erfolgt.

Konträr dazu bezeichnet Weißsein nicht die reelle Hautfarbe einer Person, sondern das Vorhandensein von Privilegien in der weißen Mehrheitsgesellschaft.

Rassismus in unserer Gesellschaft

Über das Apartheid System in Südafrika, die Rassentrennung in den USA oder den Nationalsozialismus in Deutschland wird schon in der Schule, meist in höheren Klassen, gelehrt. Diese Systeme, die weniger als hundert Jahre zurückliegen, beruhten auf rassistischen Ideologien, mit welchen diskriminierende und menschenverachtende Gesetze begründet wurden. 

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Doch Rassismus hört nicht in der Geschichte auf.

Wenngleich Artikel 3 unseres Grundgesetzes die „Ungleichberechtigung aufgrund verschiedener Kriterien wie Herkunft, Glauben, Geschlecht, etc. verbietet“, begegnen BIPoC in Institutionen oder im Alltag Diskriminierung und Benachteiligung. 

In einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gaben mehr als zwei Drittel aller Befragten mit Migrationshintergrund an, bei der Wohnungssuche benachteiligt zu werden. Auch in anderen Bereichen, wie dem Arbeitsmarkt oder öffentlichen Institutionen begegnen Nicht-Weiße Menschen Rassismus.

Was kann ich tun, um Vorurteilen entgegenzuwirken?

Vorurteile und rassistisches Gedankengut sind nicht angeboren, sondern werden erlernt. Genauso können sie aber auch verlernt werden. Um Solidarität mit Betroffenen zu vermitteln und Vorurteilen entgegenzuwirken, kannst Du einiges tun. Wir stellen Dir einige Tipps vor, die Du direkt umsetzen kannst. 

Offen über Erfahrungen sprechen

Es ist wichtig, dass der Alltagsrassismus, mit dem auch schon Kinder konfrontiert werden können, sichtbar gemacht wird. Egal, ob Dein Kind oder die Freunde Deines Kindes Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben – vermittle Deinem Kind, dass es richtig ist, darüber zu sprechen. Häufig kann ein Kind nicht einschätzen, wo Rassismus beginnt und wo er aufhört, zum Beispiel bei Witzen auf Kosten anderer.

Betroffene sollten niemals dazu gedrängt werden, von rassistischen Anfeindungen o.Ä. zu berichten, doch es sollte ein sicherer Rahmen geschaffen werden, in dem Menschen mit Rassismuserfahrungen angehört und ernst genommen werden.

Bildung

Antirassistische Bildung in altersgerechter Form ist für jedes Kind geeignet. In Schulen gibt es teilweise Programme zu diesem Thema, doch auch als Eltern kann man einiges für die Weiterbildung tun. 

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Zunächst ist es ratsam, sich selbst über Rassismus und den historischen Hintergrund zu informieren. Mit Kindern kann man gemeinsam altersgerechte Videos schauen, empfehlenswert ist der Infofilm zu Rassismus von der Bundeszentrale für politische Bildung. 

In dem Buch „Das Buch vom Anti-Rassismus“ von Tiffany Jewell wird Rassismus, seine Geschichte und, was man dagegen tun kann, thematisiert. Das Buch eignet sich aufgrund der veranschaulichenden und ansprechenden Illustrationen sowie der altersgerechten Sprache besonders für (Schul-)Kinder. Sowohl Kinder, die schon Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben, als auch Kinder, die selbst nicht von Rassismus betroffen sind, können dieses Buch nutzen, um zu dazuzulernen.

Für Ältere empfiehlt sich die Lektüre „The Hate U Give“ von Angie Thomas. In dem Buch bzw. dem gleichnamigen Film wird das Thema Polizeigewalt in den USA sichtbar gemacht und anhand einer fiktiven Geschichte, die stellvertretend für reale Gegebenheiten gesehen werden kann, erzählt.

Fragen beantworten

Große mediale Aufmerksamkeit erlangte im letzten Jahr die Ermordung George Floyds, die durch einen Polizisten verübt wurde. Das Video der Tat ging viral und hatte zur Folge, dass Menschen sich auf der ganzen Welt solidarisierten und gegen Polizeigewalt sowie institutionalisierten Rassismus protestierten.

Von solchen Nachrichten kriegen Kinder selbstverständlich auch schon mit. Wichtig ist, dass Du Deinem Kind die Fragen, die es vielleicht stellt, beantwortest und erklärst, was die Hintergründe hinter solchen Taten sind, ohne es zu überfordern.

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Beispielsweise kannst Du erklären, dass es sehr schwierig ist, Menschen von Vorurteilen und rassistischem Denken zu befreien. Vermittle, dass ein solches Denken falsch ist, und, dass es wichtig ist, unterdrückten Menschen zu helfen.

Identität und Vielfalt 

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland leben und Migrationshintergrund haben, stellt sich früher oder später häufig die Frage nach der eigenen Identität und wo bzw. wem man sich zugehörig fühlt. Das sieht für jeden anders aus, manche stellen sich diese Frage möglicherweise gar nicht oder nur für sich, andere haben konkrete Fragen, die sie offen stellen.

Sprich mit Deinem Kind über Eure Herkunft oder erzähle von Erfahrungen, wenn es Fragen stellt.

Integration sowie gleiche Werte und Normen als Basis sind wichtig für das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Genauso wichtig ist es jedoch auch, Sprache oder Traditionen der eigenen Herkunft fortzuführen und nicht zu vergessen. Eine vielfältige Gesellschaft profitiert von gemeinsamen Werten, aber auch unterschiedlichen Kulturen. 

Vielfalt und Diversität sind eine große Bereicherung für die Gesellschaft und sollten daher in Medien und im Umfeld repräsentiert werden. 

Die Macht der Sprache 

Sprache verändert sich. Jeder, der Änderungen in der Sprache oder Rechtschreibung bewusst erlebt hat, weiß, wie schwierig es ist, etwas zu verlernen. Es ist schwieriger, bestimmte Begriffe oder Gedanken zu verlernen, als sie zu erlernen. Daher ist es wichtig, dass du mit gutem Beispiel voran gehst und von Anfang an darauf achtest, keine diskriminierende Sprache zu reproduzieren, damit Deine Kinder von Dir lernen können.   

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Begriffe wie das N-Wort sollten tabuisiert werden, da hiermit die Sprache des Unterdrückers reproduziert wird und BIPoC traumatische Erfahrungen mit dieser Bezeichnung gemacht haben.

Auch Redewendungen und andere Bezeichnungen, die auf den ersten Blick nicht rassistisch gemeint sind, können vermieden werden. Bspw. assoziieren die meisten wohl mit dem Stift „Hautfarbe“ den Stift mit beiger Farbe. Diese Bezeichnung und Assoziierung implizieren, dass helle Hautfarbe die „normale“ Hautfarbe ist und alles davon Abweichende nicht. Statt Mohrenkopf kannst Du das Wort Schokokuss verwenden.  

Bestimmte Begriffe zu vermeiden kann zunächst ungewohnt sein, doch es ist wichtig, damit Veränderung stattfinden kann.

Fazit: Ally sein

Ally bedeutet Verbündete*r – genau das kannst Du sein und Deinem Kind in dieser Hinsicht ein Vorbild sein.

Das heißt, dass Du Dich mit Menschen, die von Rassismus betroffen sind, solidarisierst und aktiv über Rassismus informierst. Wenn Du mitbekommst, dass jemand unfair behandelt wird, stehe hinter dieser Person und fordere andere auf, dies auch zu tun. 

Hilfreich sind Bücher und Infovideos zu dem Thema, die Du Dir gemeinsam mit Deinem Kind anschauen kannst. Darüber kannst Du darauf achten, diskriminierungsfreie Sprache zu verwenden, damit Dein Kind von Anfang an lernt, antirassistisch zu denken und handeln.

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