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Gewalt und Missbrauch

Mit Zivilcourage gegen Gewalt vorgehen

Gewalt an Schulen, auf den Straßen und Zuhause steht für viele Kinder an der Tagesordnung. Kinder werden gehänselt, geschlagen oder […]

Super Mario hat Geburtstag

Gewalt an Schulen, auf den Straßen und Zuhause steht für viele Kinder an der Tagesordnung. Kinder werden gehänselt, geschlagen oder vernachlässigt. Manchmal leiden sie sehr lange unter solchen Gewaltakten – für manche scheint der Alptraum niemals aufzuhören. Wenn man Zeuge von Gewalt gegen ein Kind wird, darf man nicht wegsehen. Tut man nichts dagegen, so gibt man dem Täter indirekt Recht. Noch schlimmer: eigentlich macht man mit, indem man dem Opfer nicht hilft.

Zivilcourage bedeutet, dass man in solchen Fällen ins Geschehen eingreift oder Hilfe holt. Du als Kind solltest dich niemals direkt in die Auseinandersetzung einmischen. Denn damit würdest du dich nur selbst in Gefahr bringen. Du möchtest wissen, wie du dennoch Zivilcourage zeigen und einem Gewaltopfer helfen kannst? Lies weiter, um zu erfahren, wie’s geht!

Zivilcourage ist wichtig, weil…

…die Übergriffe immer schlimmer werden, wenn niemand etwas dagegen tut.
…sich der Täter möglicherweise noch weitere Opfer sucht.
…du möglicherweise als nächstes dran bist.
…man sich als Teil einer sozialen Gesellschaft gegenseitig unterstützen sollte.
…Gewalt niemals akzeptiert oder toleriert werden darf.
…man zum Mittäter wird, wenn man nichts gegen die Gewalt tut.

Du siehst also: Gewalt geht uns alle etwas an. Es ist leicht, wegzusehen. Schwierig ist es dagegen, mutig zu sein. Keinem fällt es leicht, sich bei einem gewalttätigen Menschen unbeliebt zu machen. Die Angst, selbst zum Opfer zu werden, ist normal. Trotzdem können Mobbing und gewalttätige Übergriffe meist nur dann beendet werden, wenn das Opfer Unterstützung erhält.

Denke immer daran, dass du vielleicht selbst einmal in einer Lage sein wirst, in der du auf Hilfe angewiesen bist. Dann würdest du auch nicht wollen, dass dir niemand hilft, oder?

Das kannst du in Gewaltsituationen tun

Nun weißt du also, warum Zivilcourage in unserer Gesellschaft so wichtig ist. Bestimmt stellst du dir nun selbst die Frage, wie du helfen kannst, wenn du doch nicht direkt ins Geschehen eingreifen sollst. Die folgenden Tipps sollen dir mögliche Verhaltensweisen in Gewaltsituationen zeigen.

Experten zu Hilfe rufen

Je nach Art des Gewaltaktes, ist es erforderlich, dass man Fachkräfte hinzuzieht. Es ist in jedem Fall richtig, die Polizei zu rufen, wenn massive körperliche Gewalt ausgeübt wird. Sollte es zu Verletzungen gekommen sein, musst du darüber hinaus die Rettung verständigen.

Speziell dann, wenn die Lage recht brenzlig wirkt und du dich selbst in Gefahr befindest, rufe bitte ohne Bedenken die Polizei an.

Das Opfer versorgen

Sofern du dich dadurch nicht selbst in Gefahr begibst, kannst und sollst du erste Hilfe leisten. Hat der Täter den Schauplatz verlassen, nähere ich dem Opfer. Überprüfe, ob es bei Bewusstsein ist und noch atmet. Frage, wie es ihm geht und ob ihm etwas wehtut. Checke die Lage und überlege, ob man die Rettung anrufen sollte.

Wenn du Erste-Hilfe-Techniken beherrscht, so wende sie an, wenn es erforderlich ist. Achte immer darauf, mit dem Opfer zu sprechen und beruhigend auf es einzureden. Versichere ihm, dass Hilfe auf dem Weg ist, sobald du den Notruf getätigt hast.

Als Zeuge aussagen

Du kannst dabei helfen, zukünftige Gewaltakte dieser Art zu vermeiden, indem du zur Wahrheitsfindung beiträgst. Gibt es keine Zeugen, weil die anwesenden „wegschauen“, so steht das Wort des Opfers gegen das des Täters. Dann hat es das Opfer mitunter schwer, seine Anschuldigungen zu beweisen.

Darum hilft es ungemein, wenn du dich als Zeuge zur Verfügung stellst. Wenn du die Polizei angerufen hast und am Tatort bist, wirst du wahrscheinlich ohnehin zum Vorfall befragt werden. Vergiss nicht, dass du dabei stets die Wahrheit sagen musst. Kommt es zur Zeugenaussage, so nimm einen Erwachsenen mit, der dich dabei unterstützt. So kann man ganz entspannt zur Polizei gehen, weil man ja nicht alleine ist.

Als Zeuge auszusagen kostet zwar ein wenig Zeit, ist aber kein großer Aufwand. Umso mehr hilfst du dem Opfer dabei, zu seinem Recht zu kommen. Auch hier gilt: Vielleicht bist nächstes Mal du derjenige, der Hilfe braucht. Darum solltest du den kleinen Aufwand der Zeugenaussage in Kauf nehmen und damit Zivilcourage zeigen.

Andere zur Mithilfe auffordern

Es bringt nichts, sich ganz alleine in eine gefährliche Situation zu begeben. Wenn Erwachsene oder größere Kinder in deiner Nähe sind, dann erzähle ihnen vom Geschehen. Fordere sie dazu auf, dir zu helfen. Gemeinsam seid ihr stärker. So kann sich einer um das Opfer kümmern, während der andere einen Notruf absetzt. Ein dritter hat sich vielleicht gemerkt, wie der Täter genau aussah und kann der Polizei darüber Auskunft geben.

Beobachten und das Geschehen einprägen

Um als Zeuge aussagen zu können, muss man sich gut an den Tathergang erinnern können. Der Tathergang ist die Art, wie der Gewaltakt passiert ist. Wer war beteiligt? Was passierte zuerst? Und was kam dann? Wie konnte es zu diesem Konflikt kommen?

Beobachte das Geschehen und präge dir das Aussehen der Täter ein. Mache dir zum Beispiel auch Notizen vom Auto-Nummernschild des Täters. Während du beobachtest und notierst, kannst du den Notruf absetzen oder andere Leute zu Hilfe rufen.

Auch, wenn du zu ängstlich bist, um anderweitig zu helfen, kannst du unterstützend wirken, indem du beobachtest. Mische dich nicht ins Geschehen ein, bleibe im Hintergrund und hilf dem Opfer, indem du später als Zeuge für es aussagst.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.
Was bedeutet…
Zivilcourage
Tathergang

2) Erkläre, warum Zivilcourage so wichtig ist. Warum sollen auch Kinder Zivilcourage zeigen?

3) Wenn man einen Gewaltakt beobachtet, sollte man sich nicht direkt ins Geschehen einmischen. Wie kann man dem Opfer dennoch hilfreich zur Seite stehen?

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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