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Erziehungstipps

Mein Kind wird gemobbt – Diese Anzeichen zeigen, dass dein Kind Hilfe braucht

Ob auf dem Schulhof, im Klassenzimmer oder im Netz – Kinder können zueinander sehr verletzend sein. Häufig picken sich die […]

So können Eltern helfen, wenn ihr Kind gemobbt wird.

Mobbing unter Kindern kann sehr verletzend sein.

Ob auf dem Schulhof, im Klassenzimmer oder im Netz – Kinder können zueinander sehr verletzend sein. Häufig picken sich die stärkeren, selbstbewussteren Kinder einen einzelnen Gleichaltrigen oder eine einzelne Gleichaltrige heraus, die sie systematisch und über einen längeren Zeitraum angreifen. Man spricht dann von Mobbing. Solche Mobbingangriffe reichen von verbalen Verletzung über ausgeklügelten Psychoterror bis hin zu roher Gewalt.

Aber egal in welchem Umfang ein Kind gemobbt wird, feststeht: Ausgegrenzt und gezielt verletzt zu werden, tut weh und kann einen enormen Einfluss auf die Psyche haben. Das Selbstwertgefühl sinkt und somit auch die Kraft und Lust, sich gegen die Mobber zu wehren. Eltern bekommen deshalb selten direkt mit, wenn ihr Kind gemobbt wird. Erfahren sie von dem psychischen Druck, unter dem ihr Kind steht, sind sowohl Mutter als auch Vater meist überfordert. Besonders wenn die Kinder schon älter sind, können sie sich nicht einfach das mobbende Kind oder seine Eltern vorknöpfen. Häufig erscheint die Situation aussichtslos. Der erste Schritt ist jedoch schon getan, wenn Eltern die Situation ihrer Kinder erkennen und verstehen.

Du weißt, dass dein Kind gemobbt wird oder vermutest es? Wir erklären dir, woran du erkennen kannst, dass dein Kind Probleme mit Mobbing hat und wie du damit umgehst.

Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass dein Kind gemobbt wird

Die meisten Kinder, die mit Mobbing zu kämpfen haben, trauen sich nicht darüber zu sprechen. Sie schämen sich für ihre Situation oder haben gar Angst die Mobber zu verpetzen. Als einzige wirkungsvolle Lösung erscheint ihnen deshalb, sich in sich selbst zurückzuziehen. So fallen sie nicht auf und geben den Mobbern keinen Anlass, sich über sie lustig zu machen, denken die Kinder. Obwohl sich diese also eindeutig in der Opferrolle befinden, haben sie mit Schuld- und Schamgefühlen zu kämpfen. Sie fühlen sich häufig sogar verantwortlich für das Mobbing, welches ihrer Meinung nach durch ihr Fehlverhalten oder ihre „komische Art“ veranlasst wird. Wohingegen die Mobber sich durch ihre Aktionen stärker, selbstbewusster und sicherer fühlen. Umso mehr sie ihr Opfer schwächen können, umso mehr beweisen sie ihre Stärke.

Zögere nicht, dass Gespräch mit deinem Kind zu suchen, wenn eines der Anzeichen zutrifft oder dir das Verhalten deines Kindes komisch vorkommt. Umso schneller das Mobbing von dir oder jemand anderen erkannt wird, umso schneller kann geholfen. Außerdem zieht sich dein Kind ja mit der Zeit immer mehr zurück und gibt immer mehr auf. Desto mehr es seine Rolle als Mobbingopfer akzeptiert, desto schwerer ist es einen Draht, zu ihm aufzubauen. Sätze wie „Das hat ja sowieso keinen Sinn“ oder „es liegt ja an mir“ zeigen, dass dein Kind sich seinem Schicksal ergeben hat.

Dein Kind zieht sich stark zurück

Auf jeden Fall solltest du deshalb aufmerksam werden, wenn dein Kind immer stiller und schüchterner wird. Anzeichen hierfür ist meist auch eine räumliche Abgrenzung. Dein Kind sitzt nur noch in seinem Zimmer? Meidet möglicherweise sogar den Kontakt zu der Familie? Dieses Verhalten deutet daraufhin, dass dein Kind sich schämt und möglicherweise Angst hat, jemand könne auf seine Situation aufmerksam werden. Selbstverständlich kann das „Abkapseln“ zudem als Schutzinstinkt verstanden werden: Selbst Zuhause versucht dein Kind, sich vor den Mobbern zu verstecken.

Im schlimmsten Fall kann dieser Rückzug ins Innere zu einer Depression führen oder Anzeichen dafür sein. Wirkt dein Kind niedergeschlagen und depressiv, hat es sich seiner Rolle als Mobbingopfer wahrscheinlich schon ergeben. Solltest du dein Kind in dieser Situation gar nicht mehr erreichen, empfiehlt es sich, professionelle Hilfe zu holen.

Dein Kind meidet Zusammentreffen mit Gleichaltrigen

Deine Alarmglocken sollten angehen, wenn dein Kind sich nicht mehr mit seinen Freunden treffen möchte. Fühlen sich Kinder als Mobbingopfer, beginnen sie sich systematisch zurückzuziehen. Dazu gehört nicht nur die Mobber zu meiden, sondern auch andere Gleichaltrige und im nächsten Schritt sogar jeglichen sozialem Kontakt aus dem Weg zu gehen.

Wenn dein Kind vor der Schule plötzlich über Bauchschmerzen klagt und partout nicht mehr zum Fußball gehen möchte, auch wenn es früher liebend gerne dort war, solltest du misstrauisch werden. Dieses Verhalten kann von dem einen auf den anderen Tag auftreten. Für die Eltern scheint es dann so, als habe das Kind auf einmal grundlos keine Lust mehr auf die Schule.

Deinem Kind fehlen Sachen

Das deutlichste Anzeichen ist natürlich, wenn du die physischen Schäden des Mobbings bemerkst. Deinem Kind fehlt der Schulrucksack oder die neue Jacke wurde zerrissen und es möchte nicht erklären warum? Das ist jetzt schon das dritte Mal, dass dein Kind mit kaputten Sachen nach Hause kommt? Dann ist das ein starkes Indiz dafür, dass dein Kind von anderen tyrannisiert wird.

Auch sich wiederholende körperliche Verletzungen, über deren Herkunft dein Kind nur herumdruckst, können ein Anzeichen sein. Vertraue dabei auf dein Bauchgefühl. Oft schämen sich Kinder so sehr, dass sie sich Ausreden überlegen und sehr überzeugend lügen. Wenn es dir komisch vorkommt, dass der Sportbeutel deiner zuverlässigen Tochter zum vierten Mal verloren gegangen ist, such das Gespräch zu ihr. Sei aufmerksam und hinterfrage ihr gesamtes Verhalten.

Die Gesundheit deines Kindes verschlechtert sich

Aus der Psychologie wissen wir, dass Psyche und physisches Befinden enger zusammenhängen als man manchmal denkt. Auch bei Mobbingopfern machen sich gesundheitliche Beschwerden bemerkbar. Das können „seelische“ Krankheiten, wie Kopf- oder Bauchschmerzen, aber auch zunehmende Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen sein.

Die Leistungen deines Kindes sinken

Depressionen, ein mangelndes Selbstwertgefühl und innerlicher Rückzug – All diese Gefühle und Verhaltensweisen führen dazu, dass die Leistungen deines Kindes sinken. Besonders wenn die Schulnoten deines Kindes plötzlich deutlich schlechter werden – und das scheinbar ohne Grund – solltest du damit rechnen, dass dein Kind gemobbt wird.

Mein Kind wird gemobbt – Und jetzt?

Sollte sich dein Verdacht bestätigen, ist es Zeit zu handeln. Das heißt aber keinesfalls, den Täter oder dessen Eltern zur Rede zu stellen. Das würde die Situation deines Kindes nur noch verschlimmern.

Stärke dein Kind

Das Wichtigste ist, dass du dein Kind kräftigst. Mobber profitieren vor allem von der Unsicherheit und Wehrlosigkeit ihrer Opfer. Vermittle deinem Kind zuerst, dass es nicht alleine ist. Sprich mit ihm auf einer Ebene und zeige ihm, dass du es verstehst – ohne in Mitleid zu verfallen. Anschließend kannst du mit bestimmten Methoden sein Selbstbewusstsein stärken. Erkläre ihm, wie es sich verbal gegen die Mobbingangriffe wehren kann. Zeig ihm, wie viel Wirkung eine selbstbewusste Körperhaltung und eine starke Stimme auf das eigene Verhalten und Gefühl haben. Wichtig ist, dass du ihm niemals das Gefühl gibst, es wäre selbst Schuld an dem Mobbing.

Nimm Kontakt zur zugehörigen Institution auf

Mobbing findet meist an Schulen statt. Jeder dritte Schüler und jede dritte Schülerin in Deutschland wurde schon einmal in der Schule gemobbt. Die Schule dient in solchen Fällen als Ansprechpartner. Wenn dein Kind in der Klasse gemobbt wird, wende dich an den Lehrer oder Lehrerin. Geschulte Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen stehen extra für solche Fälle zur Verfügung. Sollte das nichts bezwecken, scheue dich nicht, höhere Institutionen, wie das Schulamt oder die Schulleitung einzuschalten.

Natürlich sollte dies alles im Vertrauen mit dem Lehrer oder der Lehrerin oder bei öffentlicher Aufmerksamkeit nur mit Einverständnis deines Kindes geschehen.

Suche eine psychologische Beratung auf

Sollte die Mobbingsituation die Psyche deines Kindes stark verletzt haben, empfiehlt es sich, professionelle Hilfe zu holen. Das kann ein Kinderarzt, ein Psychologe oder ein Jugendarbeiter sein. Natürlich kannst du dein Kind nicht zwingen, zu einer Beratungsstelle zu gehen. Eine Therapie oder Behandlung gegen den Willen deines Kindes würde keine Wirkung erzielen.

Wenn sich dein Kind weigert, Hilfe anzunehmen, kannst du dich alleine an eine Beratungsstelle wenden. Dort kannst du anonym die Situation deines Kindes schildern und dir Tipps für den Umgang mit ihm holen. Außerdem nimmt ein Mobbingfall dich als Elternteil meist auch sehr mit.

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