Mundsoor – der schmerzhafte Pilz im Mundbereich

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Zu den Quellangaben

Mundsoor gilt als äußerst schmerzhafte Erkrankung im Mund- und Rachenbereich. Hervorgerufen wird der Soor durch eine Pilzinfektion. In den meisten Fällen handelt es sich um den Hefepilz Candida albicans.

Daneben kommen weitere Pilze in Frage. Ein Befall ist am und im Mund möglich. Häufig beginnt die Erkrankung an den Innenseiten der Wangen und/oder an den Lippen. Ferner kann sich der Mundsoor auf den Rachen, den Gaumen und der Zungen ausbreiten.

Erfahre hier, was es mit der Pilzinfektion auf sich hat.

Hautpilz und Mundsoor durch Candida albicans

Eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans verursacht in der Regel nicht nur einen schmerzhaften Mundsoor, sondern kann ebenso einen Hautpilz auslösen. Infektionen sind ferner im Genitalbereich möglich. Außerdem können die Bindehäute, die Ohren, Hautfalten, die Nagelfalz und viele weitere Bereiche betroffen sein.

Daran erkennst Du Mundsoor

Charakteristisch für einen Mundsoor sind die stark rot gefärbten Schleimhäute im Mundbereich. Des Weiteren befinden sich auf den Schleimhäuten, etwa auf den Innenseiten der Wangen, weiße, fleckenartige Stippchen.

Zu Beginn der Erkrankung sehen die Flecken aus wie kleine Sprenkel. Sie können sich auch auf der Zungenspitze, am Gaumen und an den Innenseiten der Lippen befinden. Die jeweiligen Flecken lassen sich relativ leicht abwischen.

Darunter erscheint eine stark rote, glänzende Fläche. Bei Nichtbehandlung der Erkrankung vermehren sich die kleinen Stippchen und schließen sich zu großflächigen, weißen Flecken zusammen. Löst man diese großen Flecken ab, kann eine leicht blutende Stelle entstehen.

In bestimmten Fällen breitet sich der Mundsoor bis in den Rachen und die Speiseröhre aus. Neben diesem typisch-klassischen Aussehen, kennzeichnet sich der Mundsoor durch weitere Symptome:

  • Starker Mundgeruch
  • Ein ausgeprägtes Durstgefühl
  • Störungen des Geschmacks (häufig metallisch)
  • Ein pelziges Gefühl im Mundbereich
  • Mundtrockenheit
  • Brennende Schmerzen

Befindet sich der Mundsoor im Anfangsstadium, treten die meisten spürbaren Symptome nicht auf. Diese setzen zumeist erst mit einem weiteren Verlauf der Erkrankung ein. Besonders unangenehm ist eine Infektion für Babys.

Eltern können eine Erkrankung unter anderem an der Trinkunlust der Kinder erkennen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, das Trinkverhalten genaustens zu beobachten. Wieviel ein Baby trinken sollte, haben wir für Dich zusammengefasst. Breitet sich der Pilz weiter aus, finden sich auch beim Baby weiße Beläge im Bereich der Mundschleimhäute.

Chronische Formen von Mundsoor und mehr

Mundsoor muss nicht immer wie beschrieben auftreten. Es gibt auch weitere Formen der Erkrankung. So kann ein Soor auch ohne weiße Beläge vorliegen. In selten Fällen kommt es unter anderem zur akuten, erythematosen Kandidose.

Diese Form entwickelt sich insbesondere während einer Antibiotika-Therapie oder bei Vorliegen einer HIV-Infektion. In diesem Fall charakterisiert sich die Infektion durch eine starke Schleimhautrötung und ein heftiges Brennen im Mundbereich.

Eine weitere Form ist die chronische hyperplastische Candidose. Bei dieser Art befinden sich an den Schleimhäuten und auf der Zunge festhaftende weiße Beläge. Um diese Beläge bildet sich ein roter Rand. Häufig tritt diese Mundsoor-Form bei Personen mit Immunschwäche auf. Die Infektion kann dabei über mehrere Monate bis Jahre bestehen bleiben.

Ursachen für einen Mundsoor – das solltest Du wissen

In den meisten Fällen wird Mundsoor durch eine Besiedelung mit dem Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Bei Candida handelt es sich generell um einen sehr weit verbreiteten Pilz. Bei circa 50 Prozent aller Menschen lässt sich ein Befall innerhalb der Mundhöhle nachweisen, doch nur bei den Wenigsten bricht die Erkrankung wirklich aus.

Ausschlaggebend für einen Krankheitsausbruch ist ein geschwächtes Immunsystem. Gemeint sind hiermit keine angeborenen oder erworbenen Immunschwächen, sondern laufende Erkrankungen oder auch Rissen in der Schleimhaut.

Besonders häufig tritt der Mundsoor bei Neugeborenen und Babys auf. Grund hierfür ist die bis dato noch nicht ausreichende Immunabwehr. Ältere Kinder und Erwachsene entwickeln einen Soor meist, wenn die eigene Abwehr durch Medikamente unterdrückt wird oder wenn der Körper aufgrund einer Erkrankung, zum Beispiel einer Grippe während der Schwangerschaft, generell geschwächt ist.

Gefährdet sind ferner ältere Menschen, denen Zähne fehlen, oder die eine Zahnprothese besitzen. Abschließend sei an dieser Stelle festzuhalten, dass Mundsoor nicht nur durch Candida albicans, sondern ebenso durch Candida tropicalis oder Candida stelltoidea ausgelöst werden kann.

Meist wirken diese Pilze jedoch eher auf der Haut und lösen dementsprechend einen Hautpilz aus.

Mütter stecken Babys häufig mit Mundsoor an

In den meisten Fällen infizieren sich Neugeborene bereits während der Geburt bei der Mutter mit Soor. Ursächlich ist in der Regel ein unentdeckter Hautpilz im Genitalbereich. Kommt es zu einer solchen Ansteckung, tritt der Mundpilz bereits während der ersten Lebenstage des Kindes auf.

Bis zu fünf Prozent aller Säuglinge sind betroffen. Ältere Babys können sich dagegen über den Speichel der Bezugsperson anstecken. Festzuhalten sei, dass sich fast alle Menschen mindestens einmal im Leben mit Mundsoor infizieren. Die Krankheit selbst muss dabei aber nicht immer ausbrechen, sodass auch eine stumme Infektion möglich ist.

Risikofaktoren für eine Infektion mit Mundsoor

Prinzipiell sind aber nicht nur Neugeborene und Babys massiv risikogefährdet, auch weitere Personenkreise haben ein erhöhtes Risiko, an Mundsoor zu erkranken. Beispielsweise Menschen in einem hohen Alter.

Nachfolgend eine Auflistung möglicher Risikofaktoren für eine Infektion mit Hautpilz und Soor:

  • Erkrankung mit AIDS
  • HIV-Infektionen
  • Akute Infektionskrankheiten wie zum Beispiel eine Lungenentzündung
  • Krebserkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika, Chemotherapeutika, Asthma-Sprays mit Kortison
  • Ein Mangel an diversen Nährstoffen (z.B. Vitamin B oder Eisenmangel)
  • Der Konsum von Nikotin
  • Eine verminderte Produktion von Speichel
  • Zahnprothesen und Gebisse

Mundsoor von Mundfäule und Co. unterscheiden

Nicht selten werden Krankheiten wie Mundsoor und zum Beispiel Mundfäule verwechselt, beziehungsweise gleichgestellt. Doch vor allem im Bezug auf eine adäquate Behandlung sind die Unterschiede gravierend.

So handelt es sich beispielsweise bei der Mundfäule um keine Pilzinfektion, sondern ein Herpesvirus. Beide Erkrankungen bedürfen einer anderen Behandlung. Um Mundsoor eindeutig zu identifizieren, ist eine entsprechende Diagnose durch den behandelnden Arzt erforderlich.

Ein wichtiger Indikator ist dabei das klinische Bild. Erfahrene Ärzte erkennen Mundsoor zumeist auf dem ersten Blick. Unter Umständen kann jedoch auch hier die Gefahr einer Verwechslung bestehen.

Nicht nur mit der Mundfäule, sondern ebenso mit einer Leukoplakie, welche als Vorstufe von einer Tumorbildung gilt. Ärzte greifen aus diesem Grund oftmals zu einem Holzspatel, mit welchem sie den Belag auf den Schleimhäuten sanft abkratzen. Im Anschluss überprüft der Arzt die Schleimhaut unter den Stippchen. Mundsoor lässt sich auf diese Weise recht einfach identifizieren.

Bei einem untypischen Bild von Mundsoor, kann es allerdings notwendig sein, die Diagnose durch Abstriche zu sichern. Unter einem Mikroskop können auf diese Weise Erreger entlarvt werden. Obwohl ein Mundsoor keine Blutuntersuchung erfordert, sei der Vollständigkeit halber zu erwähnen, dass ein Bluttest bei Infektion Antikörper gegen Candida aufweist.

Mundsoor adäquat behandeln und Schmerzen schnell lindern

Für die Behandlung von einem Mundsoor kommen unterschiedliche Antipilzmedikamente in Betracht. Hierbei ist auch von Antimykotika die Rede. Die jeweiligen Mittel müssen für den Mund- und Rachenbereich geeignet sein.

Wirkstoffbeispiele sind unter anderem Nystatin und Amphotericin B. Die Gabe der Medikamente erfolgt als Lutschtabletten, Mundgel, Suspension oder Lösung. Für Betroffene ist wichtig, dass die Behandlung solange erfolgt, wie vorgegeben.

Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung sollte stets vermieden werden. Darüber hinaus sollte während der Mundsoor-Behandlung zwingend auf eine sorgfältige Hygiene im Mundbereich geachtet werden.

Leidet ein Baby an Mundsoor, ist der Wechsel von Schnullern, Flaschen und Saugern angeraten. Alternativ empfiehlt sich die gründliche Sterilisation.

Mundsoor vorbeugen: So schützt Du Dich und Deine Liebsten

Mittlerweile sind unterschiedliche Möglichkeiten bekannt, mit denen man einen Mundsoor weitgehend vorbeugen kann. Ein 100 %-iger Schutz besteht allerdings nicht. Vor allem bei Babys und Kleinkindern nimmt die Hygiene einen wichtigen Stellenwert ein.

Sauger, Schnuller, Beißspielzeuge sollten regelmäßig gereinigt werden. Eltern sollten stets darauf verzichten, zum Beispiel den heruntergefallenen Schnuller mit dem eigenen Speichel zu „reinigen“.

Für ältere Menschen, die eine Zahnprothese oder ein Gebiss tragen gilt, stets auf einen optimalen Sitz zu achten. Der Mundbereich sollte nach den Mahlzeiten gründlich gereinigt werden. Prinzipiell steht eine gründliche Hygiene im Fokus.

Mundsoor Prognose

Bei Mundsoor gilt das selbe wie bei einem Hautpilz: Wird die Infektion konsequent behandelt, klingt sie relativ schnell ab. In sehr seltenen Fällen hält sich der Mundsoor jedoch über einen längeren Zeitraum oder tritt immer wieder auf.

Sofern dies der Fall ist, ist eine dringende Absprache mit dem behandelnden Arzt angeraten. Oftmals verschreibt dieser ein stärkeres Antipilzmittel. Dieses wirkt dann nicht nur oberflächlich, sondern ebenso im Verdauungstrakt.

10 FAQs zum Thema Mundsoor

1. Warum haben bereits Neugeborene Mundsoor?

Neugeborene infizieren sie zumeist direkt während der Geburt mit Candida albicans, dem Mundsoor auslösenden Pilz. Grund hierfür ist zumeist eine Infektion der Mutter im Genitalbereich. Vor der Geburt empfiehlt sich eine prophylaktische Pilzbehandlung der Mutter. Besprich dies am Besten mit Deinem Arzt.

2. Was kann man gegen Mundsoor machen?

Verzichte vor allem bei Babys und Kleinkindern auf die Behandlung des Mundsoors durch selbsterworbene Mittel. Laien können den Soor mit ähnlichen Infektionen anderer Ursache verwechseln. Daher solltest Du stets den behandelnden Arzt konsultieren. Dieser verordnet ein entsprechendes Medikament, mit dem die Pilzinfektion rasch abklingt.

3. Wie wird Mundsoor übertragen?

Die Mundsoor auslösenden Candida-Pilze besiedeln vorrangig die Schleimhäute, können sich aber auch in Form von einem Candida-Hautpilz äußern. Eine Übertragung ist durch entsprechenden Schleimhaut- oder Speichelkontakt möglich. Zum Beispiel bei der Geburt über den Genitalbereich oder beim Küssen über den Mund.

5. Welcher Arzt ist bei Mundsoor zu kontaktieren?

Mundsoor kann von jedem Haus- und Kinderarzt erkannt und behandelt werden. Alternativ empfiehlt sich der Hautarzt.

6. Wie lange dauert die Heilung von Mundsoor?

Die Dauer der Heilung ist prinzipiell von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Umso früher die Behandlung des Soors beginnt, desto schneller heilt die Pilzinfektion ab.

7. Wie ansteckend ist Mundsoor?

Ähnlich wie Infektionen mit einem Hautpilz ist auch der Mundpilz hochansteckend. Bei Kontakt mit den Erregern kommt es zu einer Infektion. Ob die Krankheit jedoch ausbricht, ist individuell.

8. Wie sieht Mundsoor aus?

Mundsoor ist an weißen Sprenkeln an den Schleimhäuten im Mund- und Rachenbereich erkennbar. Die Beläge lassen sich recht einfach wegwischen. Unter den Belegen sorgen die Candida-Pilze für eine deutliche Rötung der Haut, die durch ihre glänzende Oberfläche auffällt. Bei Nichtbehandlung laufen die weißen Sprenkel zu größeren Flecken zusammen.

9. Sind Mundsoor und Mundfäule das gleiche?

Nein. Während Soor, ebenso wie verschiedene Arten von Hautpilz, durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst wird, handelt es sich bei Mundfäule um eine Herpesinfektion.

10. Was sollte man bei Verdacht auf Mundsoor unternehmen?

Sofern Du den Verdacht hast, dass Du oder Dein Kind an Mundsoor leidet, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Erkrankung sehr schnell erkennen und entsprechende Medikamente verordnen.

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