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Gesundheit des Babys

Neurodermitis beim Baby: Was hilft?

Neurodermitis beim Baby ist eine häufige Hauterkrankung. Der Grund: Dermatitis ist vorwiegend in den frühesten Lebensmonaten ein Problem. Wenn nässende, […]

Neurodermitis Baby

"Neurodermitis beim Baby ist eine häufige Hauterkrankung. Der Grund: Dermatitis ist vorwiegend in den frühesten Lebensmonaten ein Problem.

Wenn nässende, juckende Ekzeme Deinen Nachwuchs plagen, können Cremes, die richtige Kleidung und sogar Deine Ernährung als Mutter Abhilfe schaffen.

Neurodermitis beim Baby: Was hilft gegen schuppende und juckende Hautstellen?

Wenn Dein Baby von Neurodermitis betroffen ist, mag das erst einmal ein Schock für Dich als Mutter sein.

Doch besteht noch kein Grund zur Panik: Die Symptome wie Juckreiz, gerötete Hautstellen und Milchschorf verwachsen sich in den meisten Fällen wieder.

Trotzdem kannst Du jetzt etwas tun, um die Symptome Deines Babys sanft zu behandeln und vor allem den für den Nachwuchs lästigen Juckreiz lindern.

Neurodermitis beim Baby: Erste Infos kompakt erklärt

Neurodermitis, Dermatitis oder atopisches Ekzem: Es gibt viele Begriffe für die Hauterkrankung, die in vielen Fällen schon im Säuglingsalter beginnt. Dahinter verbirgt sich eine entzündliche Krankheit, die zwischen beschwerdefreien Phasen und Phasen mit Symptomen wechselt.

Die akuten Phasen mit Symptomen wie Juckreiz und nässenden Hautekzemen werden von so genannten Triggern ausgelöst.

Zu typischen Triggern gehören Allergene, aber auch Stress und Probleme des Immunsystems.

Atopische Dermatitis: Der Name rührt nicht von ungefähr

Neurodermitis ist eine Krankheit, die in die Kategorie der atopischen Erkrankungen fällt. Daher wird die Hautkrankheit auch als atopische Dermatitis bezeichnet. Atopische Erkrankungen umschreiben Abwehrreaktionen des Körpers, die von eigentlich harmlosen Umweltreizen ausgelöst werden.

Es handelt sich also schlichtweg um eine Form der Allergie. Wie Asthma und Heuschnupfen zählt auch Neurodermitis zu diesen Krankheitsbildern.

Über die Hälfte der Betroffenen von einer Dermatitis befindet sich in den ersten Lebensmonaten oder Jahren, insgesamt ist etwa jedes 6. bis 12. Kind unter sechs Jahren betroffen.

Bei einem Drittel der Erkrankten nimmt die Intensität der Neurodermitis mit zunehmendem Lebensalter ab, viele Kinder sind ab dem Grundschulalter beschwerdefrei.

Woher kommt die Dermatitis?

Leider sind die genauen Ursachen von Neurodermitis beim Baby und auch beim Erwachsenen nicht eindeutig geklärt.

Es gibt Theorien, die eine Veranlagung einbeziehen. Kinder mit einem betroffenen Elternteil haben ein 20- bis 40-prozentiges Risiko für die atopische Dermatitis. Bei Kindern mit beiden betroffenen Eltern liegt sogar ein Risiko von bis zu 80 Prozent vor.

Es besteht außerdem ein Zusammenhang zwischen einer Dermatitis und anderen atopischen Erkrankungen.

Hast Du beispielsweise als Mutter Asthma, das ebenfalls zu den atopischen Krankheiten zählt, könnte Dein Nachwuchs von Neurodermitis betroffen sein.

Und wenn auch Dein Partner Asthma, Heuschnupfen oder ein atopisches Ekzem hat, steigt das Risiko für Neurodermitis bei eurem Baby.

Umwelteinflüsse begünstigen Neurodermitis-Schübe

Es sind aber nicht nur Erbfaktoren, die bei Dermatitis eine Rolle spielen. Umwelteinflüsse können ebenfalls ihren Schaden anrichten. Durch Allergene in der Umwelt können mit lästigen Symptomen verbundene Schübe ausgelöst werden.

Die Umweltreize zählen zu den üblichen Triggern. Typische Allergene, die in Verbindung mit einer Dermatitis stehen können, sind:

  • Hausstaub
  • Pollen
  • Tierhaare
  • Milben
  • Kosmetische Inhaltsstoffe

Noch mehr Risiken bei Dermatitis

Auch Stress, Infekte oder Chemikalien sowie die falsche oder zu enge Kleidung gelten als Trigger. Weiterhin gibt es Auslöser für das atopische Ekzem, die mit derDarmflora Deines Babys zusammenhängen.

Kann eine geschädigte Darmflora keine oder nur wenige Abwehrsubstanzen gegen Krankheitserreger herstellen, haben äußere Neurodermitis-Reize leichtes Spiel.

Die Darmflora kann bei älteren Kindern durch Antibiotika, aber auch durch Stress leiden.

Babys Symptome bei Neurodermitis

Woran bemerkst Du die Neurodermitis beim Baby? Typische Symptome sind:

  • Milchschorf
  • Hautveränderungen (rot oder heller/ dunkler als gewöhnlich)
  • nässende Ekzeme
  • schuppige Hautstellen
  • Juckreiz

Erstes Indiz ist der so genannte Milchschorf. Dieser kurios wirkende Name hat aber weder etwas mit dem Stillen noch mit einer Laktoseintoleranz zu tun. Es handelt sich um ein Hautbild, das für eine Dermatitis sprechen kann.

Milchschorf ist eine weiß-gelbe, oftmals nässende Kruste auf der Haut, die in einzelnen Bereichen oder flächenartig auftritt. Besonders oft ist das Gesicht von Babys betroffen.

Milchschorf kann aber auch auf den Streckseiten der Beine und Arme auftreten. Nicht zu verwechseln ist der Milchschorf mit nur leicht gelblicher, fettiger Kopfhaut, die manchmal bei Deinem Baby vorkommen kann.

Auch ist Milchschorf allein noch kein eindeutiges Anzeichen einer Dermatitis.

Fun Fact: Der Name des Symptoms Milchschorf rührt von der ähnlichen Optik zu verbrannter Milch.

Ein weiteres Symptom ist die allgemein gerötete oder farblich veränderte Haut. Wirken einige Hautbereiche Deines Säuglings deutlich heller oder dunkler als gewöhnlich, könnte das für eine Neurodermitis beim Baby stehen.

Charakteristisch ist der starke Juckreiz. Dieser rührt von schuppigen, später auch nässenden Ekzemen, die im Gesicht, an den Ohren oder Hinterkopf des Babys auftreten können. Durch Juckreiz leidet der Schlaf des Kindes und sein allgemeines Wohlbefinden.

Weiterhin gibt es ein Risiko: Kann Dein Baby nicht vom Jucken abgehalten werden, können Viren oder Bakterien in die Haut eintreten. Das kann zu Hautinfektionen führen.

Durch spezielle Fäustlinge für Babys werden die Folgen des Kratzens abgemildert.

Wann spricht gerötete Haut nicht für Neurodermitis beim Baby?

Keine Panik bei Hautveränderungen des Babys: Nicht immer ist eine Hautreizung automatisch ein Indiz für das atopische Ekzem.

Gewisse Hautveränderungen können auch durch Allergien auf Pflegecremes oder Kleidung sowie äußere Reize auftreten.

Hast Du den Verdacht, Dein Baby könnte Neurodermitis haben? Dann solltest Du die Hautveränderungen eine Weile beobachten. Jucken die betroffenen Hautstellen stark oder treten immer wieder neu und in unterschiedlichen Bereichen auf, könnte das für die atopische Dermatitis stehen.

Ebenfalls charakteristisch sind die schuppenden Hautekzeme. Gerade bei Babys mit Vorbelastung durch genetische Faktoren solltest Du aufmerksam sein.

Dermatitis: Sind schlimme Folgen möglich?

Zunächst sind es die Symptome, die bei Neurodermitis Dein Baby quälen. Langfristig können durch das Kratzen Hautinfektionen begünstigt werden, da die Krankheitserreger leichtes Spiel haben.

Weiterhin ist es möglich, dass Neurodermitis beim Baby letztlich in einer Erkrankung wie Asthma oder Heuschnupfen resultiert. Zwar mag der Nachwuchs in Hinblick auf Hautekzeme dann beschwerdefrei sein, Atemnot oder juckende Augen sind aber ebenfalls unangenehme Symptome.

Zwar kannst Du nichts gegen die Neurodermitis beim Baby an sich tun; die Symptome lassen sich aber lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen absenken.

Du musst also bei der hoffentlich nur vorübergehenden Erkrankung Deines Babys natürlich nicht tatenlos zusehen.

Schnelle Linderung: Eine Creme bei Dermatitis?

In erster Linie werden sanfte Cremes für die Behandlung von Neurodermitis beim Baby empfohlen. Du solltest darauf achten, dass Du Dein Baby täglich eincremst, nässende und schuppende Stellen behandelst und insbesondere nach dem Baden auf eine reichhaltige Hautpflege setzt.

Rückfettende Cremes sind besonders gut geeignet, um sehr trockene Haut und Schübe der Neurodermitis zu vermeiden.

Doch Vorsicht: Nicht jede Creme ist für Dein Baby geeignet!

Du solltest Produkte wählen, die auf unnötige Zusatzstoffe verzichten. Parfümstoffe wie Eugenol, Zimtaldehyd und Hydroxycitronellal stehen in Verdacht, dass sie Allergien auslösen können. Und das ist natürlich das letzte, das Dein Baby jetzt gebrauchen kann!

Auch bei harnstoffhaltigen Cremes mit dem Wirkstoff Urea ist Vorsicht geboten. Dieser Wirkmechanismus wird zwar Erwachsenen mit atopischer Dermatitis oft empfohlen.

Babys sollten jedoch aufgrund des brennenden Gefühls, das Urea auf der Haut hinterlassen kann, nicht mit diesen Cremes behandelt werden.

So vorsichtig und aufmerksam Du auch bist: Leider lassen sich nicht alle Parfüm- und Konservierungsstoffe in Babycremes vermeiden. Im Zweifelsfall musst Du vielleicht einige Präparate ausprobieren oder einen Hautarzt zu Rate ziehen, um das individuell zu Deinem Baby passende Produkt zu finden.

Atopisches Ekzem: Mit abgestimmter Pflege die Heilung unterstützen

Durch die richtige Creme kannst Du Deinem Baby dabei helfen, die Symptome der Hauterkrankung zu lindern und weitere Schübe vorbeugen. Hinzu kommt die passende Pflege und Hygiene. Sicher hast Du schon oft gehört, dass Neurodermitis-Betroffene nicht baden, sondern lieber duschen sollten.

Bei Babys ist das natürlich schwierig. Doch keine Sorge: Ein kurzes, lauwarmes Bad schadet Deinem Kind auch mit der Hauterkrankung nicht. Heiße Bäder, die bei Babys sowieso tabu sind, können hingegen die Haut bei atopischer Dermatitis unnötig austrocknen und die Beschwerden verstärken.

Nach dem lauwarmen Bad Deines Babys solltest Du es vorsichtig abtrocknen. Tupfe die Haut langsam trocken und reibe oder rubble nicht. So vermeidest Du unnötige Hautreizungen.

Setze außerdem auf ein möglichst weiches Handtuch und greife anschließend zu einer rückfettenden Babycreme.

Weitere Tipps bei Neurodermitis

Auch im Alltag kannst Du der Neurodermitis beim Baby den Kampf ansagen und Schübe vermeiden. Du solltest neue Babykleidung mehrmals gründlich waschen, bevor Du Dein Baby damit anziehst. Außerdem solltest Du besser auf große Babykleidungsgrößen setzen: Ist die Kleidung zu eng, kann sie die trockene und gereizte Haut zusätzlich strapazieren.

Achte weiterhin beim Kleidungskauf auf angenehme Materialien, die auf Kunstfasern oder Seide verzichten. Zwar spendet Wollkleidung im Winter wohlige Wärme, sollte bei atopischer Dermatitis aber gemieden werden.

Sie ist schnell kratzig und sorgt so für vermehrten Juckreiz. Besser sind reine Baumwoll- oder Leinenprodukte für Dein Baby geeignet. Schwitzen tut Deinem Baby bei Neurodermitis ohnehin nicht gut, da es den Juckreiz ebenfalls verstärken kann!

Auch bei Handtüchern gilt: Weiche Materialien helfen bei der sanften Pflege nach dem Bad.

Atopisches Ekzem: Schnell zum Arzt?

Der erste Impuls als Mama, wenn Du Hautrötungen beim Baby entdeckst, ist wahrscheinlich der Besuch beim Kinderarzt. Um abzuklären, ob Dein Baby das atopische Ekzem hat, ist das auch empfehlenswert. Juckende Hautstellen solltest Du ärztlich überprüfen lassen.

Immerhin können sie auch für andere Erkrankungen sprechen. Eine frühzeitige Behandlung lindert die Symptome der Neurodermitis beim Baby und hilft, starken Schüben vorzubeugen. Leider kann aber auch der Arzt nichts gegen die ursächliche Erkrankung unternehmen.

Er wird Dich aber gern beraten, wie Du Dein Baby bei Neurodermitis bestmöglich unterstützt.

Vorbeugung: So könnte Dein Baby von Neurodermitis verschont bleiben

Gewisse Vorsorgemaßnahmen sind von Anfang an ratsam, um Neurodermitis beim Baby zu vermeiden. Gehörst Du oder Dein Partner zu Betroffenen von atopischen Erkrankungen oder gibt es diese in der Familie gehäuft? Dann solltest Du besonders auf vorbeugende Maßnahmen achten, da das Risiko für die Hauterkrankung bei eurem Nachwuchs erhöht ist.

Stillen

Experten empfehlen, in den ersten vier Lebensmonaten Deines Babys ausschließlich zu stillen. Zwar musst Du nicht unbedingt zum Langzeitstillen übergehen, es beugt aber nachweislich Infektionen und Allergien vor. In vielen Kulturen ist es außerdem üblich, bis zum vierten Lebensjahr zu stillen.

Wenn Du Deinem Baby Beikost füttern möchtest, solltest Du dies ebenfalls nicht vor Ende des vierten Lebensmonats tun.

Ausgewogen ernähren

Kannst Du nicht stillen oder musst aufgrund der zu geringen Milchproduktion früher beifüttern, gibt es hypoallergene Säuglingsnahrung. Zwar ist Vorsicht besser als Nachsicht, ohne familiäres Risiko musst Du aber nicht zwingend auf diese Produkte setzen.

Empfehlenswert ist eine ausgewogene Ernährung mit Fischgerichten.

Fisch soll Neurodermitis beim Baby vorbeugen können, wenn es bei der Mutter auf dem Speiseplan steht.

Vorbeugend cremen

Leidet Dein Kind an trockener Haut, solltest Du besonders auf die tägliche Pflege mit Babycremes achten. Aber auch, wenn Dein Baby scheinbar normale Haut hat, kann das Cremen bei der Vorbeugung von Hautkrankheiten helfen. Lass Dich bezüglich der richtigen Pflege am besten von einem Kinderarzt beraten.

Schon in der Schwangerschaft Risiko für Neurodermitis beim Baby senken

Bereits in der Schwangerschaft kannst Du dabei helfen, das Risiko für Neurodermitis beim Baby zu senken. Rauchen gilt als ein möglicher Auslöser von verschiedenen Erkrankungen, zu denen auch das atopische Ekzem gehört.

Du solltest der Gesundheit Deines Babys zuliebe also während der Schwangerschaft auf die Zigarette verzichten.

Weiterhin sorgt ein nach der Geburt rauchfreies Zuhause für ein gesundes Kind.

Die Tipps für stillende Mütter bezüglich der Ernährung gelten ebenfalls für Schwangere: Viel Fisch auf dem Speiseplan und eine gesunde, vitaminhaltige und vielseitige Ernährung kann dabei helfen, die Immunabwehr des Kindes zu fördern.

Und das bedeutet auch einen Schutz vor Neurodermitis.

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Über Marie Kulmen

Marie Kulmen ist nicht nur Autorin für den Elternkompass, sondern auch Vollblutmama. Die 35-Jährige macht am liebsten mit ihren Kindern Leo und Josefine, sowie dem Pudel Karl, Ausflüge in den schönen Park von Sanssouci. Sie liebt es außerdem zu backen – vor allem Weihnachtsplätzchen.

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