Nierenstau in der Schwangerschaft – was kann ich tun?

Ein Nierenstau in der Schwangerschaft betrifft viele werdende Mamis. Was das genau ist und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du hier.

Ein Nierenstau in der Schwangerschaft kann völlig unbemerkt bleiben aber auch starke Schmerzen in der Nierengegend auslösen. Klar – eine Schwangerschaft ist etwas Wunderschönes, dennoch verlangt sie uns auch einiges ab. Zu den häufigsten Komplikationen gehört der sogenannte Nierenstau. In der Schwangerschaft tritt er bei bis zu 90 Prozent der Mütter auf – in leichter oder auch stärkerer Form.

Während manche Mamis den Nierenstau gar nicht bemerken, geht er bei anderen wiederum mit starken Rücken- und Flankenschmerzen oder auch Fieber einher. Nur in seltenen Fällen zieht der Nierenstau ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich. Ein leichter Nierenstau ist meist unbedenklich. Allerdings erhöht sich durch einen leichten Harnstau in der Schwangerschaft das Risiko für Harnwegsinfektionen sowie für einen gefährlichen Nierenstau, weshalb ein Nierenstau in der Schwangerschaft immer sofort behandelt werden sollte.

Woher kommt der Nierenstau in der Schwangerschaft?

Der weibliche Körper macht während der Schwangerschaft enorme Veränderungen durch. Davon ist auch das Harnsystem betroffen. Wenn Du schwanger bist, steigt die Menge an Wasser in Deinem Körper um ganze 40 Prozent an. Die Nieren, die für die Filterung im Körper zuständig sind, werden also viel mehr beansprucht.

Auch interessant:
Dehnungsstreifen einfach vorbeugen

Ab der zehnten Schwangerschaftswoche weiten sich Nierenkelche, Nierenbecken und die ableitenden Harnwege aus, um die vemehrte Flüssigkeitsmenge im Körper bewältigen zu können. Die Muskelbewegung zum Abtransport des Harns wird im Laufe der Schwangerschaft zudem immer träger. Der Harn fließt nun langsamer von den Nieren zur Blase – bereits jetzt kommt es zu einer leichten Form des Nierenstaus. Das Phänomen stellt jedoch keinen Grund zur Sorge dar: Von dieser unbedenklichen Form sind rund 90 Prozent der Schwangeren betroffen.

Zu einer stärkeren Form des Nierenstaus kann es kommen, wenn die Schwangerschaft bereits weiter fortgeschritten ist und das Wachstum des Kindes die Harnleiter abdrückt. Der Urin aus der Niere kann nicht mehr in die Blase abfließen. Der Nierenstau fällt umso stärker aus, je mehr der Harnabfluss gehemmt wird. Im Ultraschall lässt sich der Nierenstau an stark erweiterten Nierenkelchen, Nierenbecken und Harnwegen erkennen. Bei bis zu drei Prozent aller werdenden Mütter kommt es zu einer schweren Form des Nierstaus in der Schwangerschaft. Bist Du mit Zwillingen oder Drillingen schwanger, ist Dein Risiko für einen Harnstau in der Schwangerschaft etwas höher.

Die Symptome vom Nierenstau in der Schwangerschaft

In den meisten Fällen verläuft ein Nierenstau in der Schwangerschaft vollkommen schmerzfrei. Allerdings gibt es dennoch ein paar Symptome, die auf einen Harnstau hinweisen können:

  • starke Rücken- und Flankenschmerzen
  • verringerter Harnfluss, trotz des Gefühls auf die Toilette zu müssen
  • Nierenschmerzen
  • Gefühle von Schlappheit, Müdigkeit & starker Erschöpfung
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Harnwegsinfektion
  • Fieber

Da es bei einem Nierenstau zu einem verringerten Harnfluss kommt, werden die ableitenden Harnwege nicht mehr so gut durchgespült, weshalb ein Nierenstau auch zu einer Harnwegsinfektion führen kann.

Was kann ich tun um einen Harnstau in der Schwangerschaft vorzubeugen?

Um eine Schädigung des Nierenbeckens zu vermeiden, solltest Du auf jeden Fall versuchen, den Harnabfluss anzuregen. In der Schwangerschaft ist das häufig schwierig, weil sich der Stau erst dann löst, wenn das Kind zur Welt gekommen ist. Allerdings gibt es ein paar Hilfsmittel und Tipps, wie Du den Druck von den Harnleitern nehmen kannst. Eine gute Position, um den Druck zu verringern, ist der sogenannte Vierfüßlerstand, der auch aus dem Yoga bekannt ist. So funktioniert’s:

1. Hände senkrecht unter den Schultergelenken aufstellen. Ellbogen sind leicht gebeugt.
2. Knie direkt unter den Hüftgelenken ausrichten.
3. Die Wirbelsäule ist gestreckt und auch der Nacken ist lang.
4. Rücken gerade halten und die Füße entspannen.

Der Vierfüßlerstand hilft dabei, den Harnstau zu verringern und nimmt Druck von den Harnleitern. Der Urin kann wieder besser abfließen. Du kannst auch Akupunktur für eine Linderung der Symptome in Anspruch nehmen. Lass Dich hierzu jedoch am besten von Deiner Hebamme beraten. Achte zusätzlich noch darauf, dass Du genügend trinkst (2-3 Liter Wasser oder ungesüßte Tees), um eine Harnwegsinfektion zu vermeiden. Das Trinken von Cranberry-Saft ist ebenfalls hilfreich, um den Harn etwas anzusäuern – so können sich dort keine Keime vermehren.

Auch interessant:
Zuckertest in der Schwangerschaft

Ab wann muss ich zum Arzt?

Solltest Du starke Flanken- und Rückenschmerzen haben, Fieber bekommen, erbrechen müssen oder sogar Blut im Urin haben, dann musst Du dringend zum Arzt. Doch keine Sorge – meistens deutet sich ein Harnstau bereits früher an und in den Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt werden mögliche Alarmzeichen meist rechtzeitig erkannt. Der Nierenstau in der Schwangerschaft lässt sich gut behandeln.

Diagnose und Behandlung

Mittels Ultraschall diagnostiziert der Arzt die Symptome für einen Nierenstau in der Schwangerschaft. Darüber hinaus werden Urinproben und Bluttests gemacht. Solltest du bereits eine bakterielle Harnwegsinfektion haben, verschreibt Dir der Arzt Antibiotika, um spätere Komplikationen zu vermeiden. Ein entstandener Nierenstau in der Schwangerschaft kann sehr schmerzhaft sein. Um Mutter und in Kind zu schützen, bedarf es einer entsprechenden Behandlung.

Sollte der Nierenstau in der Schwangerschaft schon sehr stark ausgeprägt sein, wird eine sogenannte Nierenschiene bzw. Harnleiterschiene eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein dünnes Kunststoffröhrchen, das gerade einmal 3 bis 4 mm groß ist. Sie schützt das Baby und erhält die Nierenfunktion der werdenden Mutter. Wie lange die Nierenschiene im Körper verbleibt, entscheidet der behandelnde Arzt. Nach drei Monaten wird eine Nierenschiene in der Regel gewechselt. Zu den möglichen Komplikationen nach dem Eingriff zählen Verkrustungen der Nierenschiene.

Auch interessant:
CBD während der Schwangerschaft

Damit es zu keiner Infektion kommt, die für das Baby eventuell gefährlich werden könnten, muss die Behandlung so früh wie möglich erfolgen. In manchen Fällen verordnet der Arzt auch einen Katheter, der über die Haut in die Niere eingebracht wird, damit der Harn wieder ungehindert aus den Nieren abfließen kann. Zu den möglichen Komplikationen dieses Eingriffs zählt ein Verrutschen des Katheters.

Du bist in guten Händen

Als werdende Mami machst Du Dir natürlich um vieles Sorgen. Du fragst Dich vielleicht ob Du eine gute Mutter wirst oder ob Du in der Schwangerschaft alles richtig machst. Denk bitte daran: Du musst da nicht alleine durch! Dein Frauenarzt und Deine Hebamme helfen Dir bei allen Fragen rund um Dein Baby und die Schwangerschaft weiter. Mach Dir also nicht allzu viele Sorgen. Sollten Symptome auf einen Nierenstau in der Schwangerschaft hindeuten oder sollte es andere Komplikationen geben, wird das beim regelmäßigen Kontrollbesuch beim Frauenarzt abgeklärt. Der Arzt tut dann alles, um Dich und Dein Baby bestmöglich zu schützen. Natürlich gibt es auch einiges was Du selbst tun kannst, um einen Harnstau bzw. einer Harnwegsinfektion vorzubeugen, wie beispielsweise Übungen, ausreichend Wasser trinken oder Cranberrys essen. Zu diesem Thema kann Dich Deine Hebamme bestens beraten.

Die besten Produkte für dich und dein Baby.

Babyphone

Mit einem Babyphone kannst Du Deine Zeit flexibel nutzen, nachts beruhigt schlafen und weißt trotzdem jederzeit, dass es Deinem Baby gut geht.

Stillkissen

Ein gutes Stillkissen hat einige Vorteile, denn es hilft Dir nicht nur beim Stillen, sondern auch beim Einschlafen und eignet sich auch als Nestche.

Wickeltaschen

Eine Wickeltasche bietet Dir viel Stauraum, damit Du auch unterwegs alles Dabei hast, was Du für Dein Baby brauchst – von der Wickelauflage bis hin zum Fläschchen.

Pucksack

Ein Pucksack gibt Deinem Baby das Gefühl von Geborgenheit, wie im Mutterleib, und unterstützt so einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

Fahrradanhänger

Fahrradanhänger können in Kombination mit einer Babyschale schon kurze Zeit nach der Geburt benutzt werden. Sie sind nicht nur sicherer als Kindersitze sondern auch komfortabler.

Laufstall

Ein Laufgitter kann im Alltag sehr praktisch sein! Welches Modell passend zu Deinen Bedürfnissen ist, kannst Du in meinem Ratgeber nachlesen.

Babybett

Das erste Bett begleitet dein Kind Jahre lang. Zum Glück gibt es Betten, die mit deinem Kind mitwachsen. Ich habe mich für Dich auf die Suche nach den 5 besten Babybetten gemacht.

Kinderwagen

Ein Kinderwagen ist eine lohnenswerte Anschaffung. Doch gibt es die verschiedensten Modelle auf dem Markt. Finde heraus, welcher der richtig.

Heizstrahler

Heizstrahler spenden deinem Kind die nötige Wärme, wenn es beim Wickeln, oder nach dem Baden friert.

Beistellbett

Beistellbetten sind sehr praktisch und bieten sowohl Mutter als auch Baby jede Menge Vorteile, denn für Babys ist es vor allem in den ersten Lebensmonaten beruhigend neben den Eltern schlafen zu können.