Plazentainsuffizienz – wenn die Plazenta nicht richtig arbeitet

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Die Plazentainsuffizienz ist ein Phänomen, das vielen Schwangeren Angst macht. Die Plazenta bildet sich zu Beginn der Schwangerschaft und versorgt den Fötus über die Nabelschnur neun Monate lang mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Wenn die Plazenta also nicht richtig arbeitet, kann das für das ungeborene Baby unter Umständen lebensgefährlich werden. Bei der Plazentainsuffizienz unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Form.

Die gute Nachricht jedoch ist: Sie ist selten und kann bei frühzeitiger Erkennung gut behandelt werden. Doch was genau ist eigentlich eine Plazentainsuffizienz?

Die Plazenta – ein faszinierendes Organ

Das Wunder des Lebens ist mehr als nur ein Sprichwort für werdende Eltern. Es gleicht tatsächlich einem Wunder, wenn in nur neun Monaten aus einer einfachen befruchteten Eizelle ein lebensfähiger kleiner Mensch heranwächst. Ohne die Plazenta wäre all das nicht möglich. Die Plazenta entsteht, sobald sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet.

Sie bildet sich sowohl aus Zellen des Fötus, als auch aus mütterlichen Zellen, und ist in der Schwangerschaft die wichtigste Schutz- und Versorgungsstruktur für das Baby. Das Organ arbeitet ununterbrochen und stellt so die gesunde Entwicklung des Kindes sicher.

Die Plazenta versorgt den Fötus über die Nabelschnur mit Nährstoffen und Sauerstoff und hält gleichzeitig über die sogenannte Plazentaschranke Schadstoffe vom Kind fern. Die Plazentaschranke sorgt dafür, dass sich Dein Blut und das Blut Deines Babys nicht miteinander vermischen, um es vor Viren und Keimen zu schützen.

Trotzdem kann sie das Kind nicht vor allen Schäden beschützen. Bestimmte Substanzen wie Alkohol und Nikotin sowie einige Erreger, darunter Windpocken und Röteln, können die Plazentaschranke überwinden.

Dadurch können sie das ungeborene Kind in seiner Entwicklung schädigen. Es ist daher wichtig, sich in der Schwangerschaft gesundheitsbewusst zu ernähren und sich vor Risiken aus der Umwelt zu schützen.

Neben der Versorgung des Fötus übernimmt die Plazenta eine Reihe weiterer Aufgaben. Dazu zählt zum Beispiel die Produktion von Hormonen. Diese halten die Schwangerschaft aufrecht und passen den mütterlichen Organismus an die Schwangerschaft an.

Zu den wichtigsten Hormonen gehören Progesteron, Östrogen und HCG. Wenn das Kind geboren ist, hat die Plazenta ausgedient und wird etwa 10 bis 15 Minuten später ausgeschieden. Das bezeichnet man auch als Nachgeburt.

Formen von Plazentainsuffizienz: Akut oder chronisch?

Wenn die Plazenta nicht richtig arbeitet, kann das schwere Konsequenzen für das ungeborene Kind haben. Es ist jedoch wichtig, zwischen der akuten und der chronischen Plazentainsuffizienz zu unterscheiden.

Während es sich bei der akuten Form um eine plötzlich auftretende und für das Baby lebensbedrohliche Notfallsituation handelt, ist die chronische Plazentainsuffizienz eine chronische Kondition.

Sie kann einen über die ganze Schwangerschaft begleiten und den Embryo in seiner Entwicklung behindern. Die Ursachen für eine Plazentainsuffizienz können sehr verschieden sein und reichen von schädlichen Verhaltensweisen der Mutter über Erkrankungen bis hin zu Insertio Velamentosa.

Bei der Insertio Velamentosa handelt es sich um eine Nabelschnuranomalie. Tückisch ist eine Plazentainsuffizienz deshalb, weil meist keine äußeren sichtbaren Symptome auftreten. Daher ist es besonders wichtig, die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen, um eventuelle Komplikationen frühzeitig feststellen zu können. Wie entstehen die Plazentainsuffizienzen und wie lassen sie sich behandeln?

Akute Plazentainsuffizienz:

Bei der akuten Plazentainsuffizienz handelt es sich um eine akute Notsituation, in der sofort gehandelt werden muss. Die Plazenta oder die Nabelschnur werden plötzlich nicht mehr richtig durchblutet, was früher oder später dazu führt, dass der Fötus nicht mehr genügend Sauerstoff erhält.

Wenn sich zum Beispiel die Nabelschnur stark verknotet hat, kann das ungeborene Kind innerhalb weniger Minuten ersticken.

Die akute Plazentainsuffizienz kann sich binnen kürzester Zeit, das heißt in Minuten bis Stunden, entwickeln. Es gibt keine eindeutigen Symptome, an denen Du eine akute Plazentainsuffizienz erkennen könntest.

Daher ist es besonders wichtig, Auffälligkeiten wie Blutungen oder Schmerzen besondere Beachtung zu schenken. Es gilt: Lieber ein mal zu viel den Gynäkologen kontaktieren.

Wie kommt es zu einer akuten Plazentainsuffizienz?

Die möglichen Ursachen für akute Plazentainsuffizient können vielfältig sein. Vena-Cava-Kompressionssyndrom, Wehensturm, frühzeitige Plazentaablösung oder Insertio Velamentosa. Was all diese Begriffe bedeuten, fragst Du Dich? Das wird Dir im Folgenden erklärt.

Vena-Cava-Kompressionssyndrom

Beim Vena-Cava-Kompressionssyndrom handelt es sich um eine Kreislaufstörung, die durch starken Blutdruckabfall bis hin zur Bewusstlosigkeit charakterisiert ist. Das Syndrom entsteht, wenn die Gebärmutter auf die untere Hohlvene drückt, woraufhin der Blutfluss zum Herzen unterbrochen wird.

Wehensturm

Als Wehensturm wird eine hyperaktive Wehentätigkeit bezeichnet. Das meint, dass zu starke oder zu kurz aufeinanderfolgende Wehen auftreten, die mit starken Unterleibsschmerzen einhergehen. Diese stellen eine Bedrohung für die Sauerstoffversorgung des Fötus dar. Darüber hinaus kann es zur Uterusruptur kommen.

Frühzeitige Plazentaablösung

Normalerweise löst sich die Plazenta 10-15 Minuten nach der Geburt von der Gebärmutterwand ab und wird ausgestoßen. Das bezeichnet man auch als Nachgeburt. Wenn sich die Plazenta jedoch schon vor der Geburt des Kindes ablöst, kann die Versorgung des Fötus nicht mehr sichergestellt werden.

Es kann außerdem zu starken Blutungen kommen, die sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine lebensbedrohliche Situation bedeuten. In dieser Situation muss daher sofort gehandelt werden.

Nabelschnurvorfall

Nach dem Blasensprung kann es passieren, dass die Nabelschnur abgeklemmt wird, da sie sich so verlagert, dass sie zwischen dem Kind und dem Geburtskanal liegt. Da der Fötus über die Nabelschnur von der Plazenta mit Sauerstoff versorgt wird, kann ein Nabelschnurvorfall sehr gefährlich für das Kind werden.

Insertio Velamentosa

Die Insertio Velamentosa bezeichnet eine Nabelschnuranomalie, bei der die Gefäße der Nabelschnur frei über die Eihäute verlaufen. Es kann zu Kompressionen von Gefäßen und damit zu einer reduzierten Blutzufuhr kommen, die beim Fötus Fehlbildungen und Fehlentwicklungen verursachen können.

Die Wahrscheinlichkeit für Insertio Velamentosa steigt bei Mehrlingsschwangerschaften an. Die Verletzung eines Nabelschnurgefäßes bei Insertio Velamentosa ist jederzeit möglich.

Wie wird eine akute Plazentainsuffizienz behandelt?

Je nach Ursache kann eine akute Plazentainsuffizienz behandelt werden. Während eine Nabelschnuranomalie wie die Insertio Velamentosa nur schwer behandelbar ist, lässt sich ein Wehensturm beispielsweise durch entsprechende Medikamente hemmen. Trotzdem wird von einer kausalen Therapie – also der Behebung der Ursachen – in den meisten Fällen abgesehen.

Bei der akuten Plazentainsuffizienz handelt es sich um eine dringende Notfallsituation, die unter Umständen in kürzester Zeit tödlich für das Baby enden kann. Daher wird in der Regel versucht, das Kind schnellstmöglich auf die Welt zu bringen. Wenn die Sauerstoffversorgung komplett unterbrochen ist, muss sofort ein Not-Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Bei lebensbedrohlichen Situationen für Mutter und Kind werden auch die Risiken einer Frühgeburt in Kauf genommen. Dank der modernen Medizin haben Babys schon ab der 25. Schwangerschaftswochen Überlebenschancen. Es kann aber auch während der Geburt zu einer akuten Plazentainsuffizienz kommen.

In diesem Fall wird die Geburt oft mithilfe einer Geburtszange oder einer Saugglocke beschleunigt. Mithilfe dieser Instrumente kann das Kind schnell aus dem Geburtskanal gezogen werden. Tatsächlich ereignen sich die meisten Fälle von akuter Plazentainsuffizienz während der Geburt.

Du solltest Dir daher keine Sorgen machen. Wenn es bei der Geburt zu irgendwelchen Komplikationen kommt, wissen die behandelnden Ärzte sofort was zu tun ist.

Chronische Plazentainsuffizienz

Eine chronische Plazentainsuffizienz entwickelt sich, wie der Name bereits vermuten lässt, über einen längeren Zeitraum hinweg. Im Gegensatz zur akuten Plazentainsuffizienz ist sie für das Baby meist nicht lebensbedrohlich, kann jedoch trotzdem schwere Konsequenzen für dessen Entwicklung haben.

Äußerlich gibt es keine sichtbaren Symptome, an denen Du eine chronische Plazentainsuffizienz erkennen könntest. Wenn Du jedoch regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen gehst, wird Dein Gynäkologe feststellen, ob sich Dein Baby richtig entwickelt und entsprechende Therapieschritte einleiten, falls das nicht der Fall sein sollte.

Es gibt viele Ursachen für eine chronische Plazentainsuffizienz, sowohl auf der Verhaltensebene, als auch auf körperlicher Ebene. Oft sind jedoch mehrere Faktoren an der Entstehung beteiligt. Hier ein Überblick über die möglichen Ursachen:

Allgemeinerkrankungen der Mutter

  • Diabetes Mellitus
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Anämie (Blutarmut)

Schädliche Verhaltensweisen

  • Rauchen
  • Drogenkonsum
  • Alkoholkonsum

Schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen

Chronische Plazentainsuffizienz – was nun?

Eine chronische Plazentainsuffizienz kann sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel entwickeln. Eine sofortige Entbindung des Kindes ist daher selbstverständlich keine Option. Stattdessen muss eine kausale Therapie erfolgen.

Wenn eine chronische Plazentainsuffizienz bei Dir festgestellt wurde, wird Dein Gynäkologe Dich häufiger sehen wollen, um regelmäßig sicherzustellen, dass es Deinem Kind gut geht.

Darüber hinaus wird er versuchen, die Ursache(n) für die Plazentainsuffizienz zu beheben. So können zum Beispiel bestehende Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck medikamentös behandelt werden.

Wenn schädliche Verhaltensweisen wie Rauchen in der Schwangerschaft die Ursache für die Insuffizienz sind, ist es ganz wichtig, diese sofort einzustellen.

Auch bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft solltest Du selbstverständlich nicht rauchen. Werden die Ursachen der Plazentainsuffizienz nicht behoben, kann es im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu einer ungenügenden Sauerstoffversorgung des Kindes kommen.

Ein Sauerstoffmangel schädigt alle Organe und kann schwere Entwicklungsstörungen bis hin zu Lähmungen und Behinderungen verursachen. Dein Gynäkologe wird alles tun, um eine Frühgeburt vor der 37. SSW zu verhindern.

Wenn es jedoch zu einer starken Verschlechterung der Plazentainsuffizienz kommt, wird das Kind, in der Regel per Kaiserschnitt, auf die Welt gebracht.

Plazentainsuffizienz verhindern – geht das?

Die Plazentainsuffizienz ist eine gefürchtete Komplikation in der Schwangerschaft. Du fragst Dich jetzt vielleicht, ob Du selbst etwas tun kannst, damit es erst gar nicht dazu kommt. Die Antwortet lautet: Jein. Ob es zu einer akuten Plazentainsuffizienz kommt, liegt nicht in Deinen Händen.

Bei jeder Geburt besteht ein Risiko, dass sich die Nabelschnur verknotet, sich die Plazenta frühzeitig ablöst oder es zu einer Insertio Velamentosa kommt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Du trotzdem Einiges tun kannst, um einer chronischen Plazentainsuffizienz vorzubeugen.

Wenn Du beispielsweise aufgrund von Bluthochdruck oder Diabetes ein höheres Risiko aufweist, sind regelmäßige Untersuchungen beim Gynäkologen besonders wichtig. So kann eine mögliche Funktionsstörung der Plazenta frühzeitig erkannt werden.

Darüber hinaus solltest Du von schädlichen Verhaltensweisen wie Tabak- oder Alkoholkonsum in der Schwangerschaft absehen. Wenn Du Dich gesund ernährst und regelmäßig untersuchen lässt, hat dein Kind die besten Chancen, gesund und munter auf die Welt zu kommen.

Plazentainsuffizienz auch beim 2. Kind möglich?

Viele Mütter, die in einer früheren Schwangerschaft an einer Plazentainsuffizienz gelitten haben, fragen sich, ob dasselbe auch bei den nächsten Kindern passieren wird. Eine Wiederholungswahrscheinlichkeit für eine Plazentainsuffizienz kann nicht benannt werden.

Wenn Du jedoch eine Vorgeschichte von Plazentainsuffizienz hast, insbesondere von der chronischen Form, ist es in späteren Schwangerschaften wichtig, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen.

So kann die Plazenta engmaschig überwacht werden und etwaige Veränderungen werden früh erkannt. Also keine Angst: Die Ärzte sind heute so gut ausgebildet, dass sie solche Komplikationen sicher meistern können.

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