Proteinurie: Wie schädlich ist zu viel Eiweiß im Urin?

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Eine erhöhte Eiweißkonzentration im Urin wird Proteinurie genannt. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von Stress und Sport über Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie bis zu einer Reihe von Nierenerkrankungen. Häufig ist eine zu hohe Eiweißkonzentration im Urin harmlos und als physiologisch zu betrachten.

Starker Stress und große Anstrengung zum Beispiel können dazu führen, dass die Filterfunktion der Nieren vorübergehend geschwächt ist. Erfahre hier alles rund um das Thema Proteinurie.

Was bedeutet Proteinurie?

Proteinurie bezeichnet die übermäßige Ausscheidung von Eiweiß über den Urin. Normalerweise sollten nicht mehr als 150mg Eiweiß pro Tag im Urin vorhanden sein. Ein erhöhter Eiweißspiegel im Urin kann harmlose Ursachen haben, aber auch auf schwerwiegendere Erkrankungen hindeuten.

Außerdem verursacht eine dauerhafte Proteinurie irgendwann eine Niereninsuffizienz. Eine Niereninsuffizienz wird auch chronisches Nierenversagen genannt. Wie der Name schon sagt, arbeiten dabei die Nieren nicht mehr ordnungsgemäß. Ursache dafür sind immer andere chronische Erkrankungen.

Das Tückische an einer Niereninsuffizienz ist die Irreversibilität. Das heißt, die Schäden an den Nieren können nicht mehr repariert werden. Eine Niereninsuffizienz entwickelt sich schleichend und läuft in vier Stadien ab. Im Frühstadium spüren die Betroffenen noch keinerlei Beschwerden, jedoch könnte es sein, dass sie bereits Anzeichen erkennen.

So bemerken sie etwa, dass ihr Urin schäumt oder grün verfärbt ist. Im nächsten Stadium, der kompensierten Retention, ist bei der Laboruntersuchung des Blutes das Kreatinin zu hoch, allerdings arbeiten die Nieren trotzdem noch ausreichend. Es kann vorkommen, dass Patienten schneller müde werden oder einen höheren Blutdruck haben.

Das dritte Stadium wird dekompensierte Retention genannt und geht bereits mit stärkeren Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Muskelkrämpfen und Schmerzen einher. Die Nieren arbeiten nicht mehr sonderlich gut und auch das Risiko für Infektionen steigt zunehmend.

Im vierten Stadium, der terminalen Niereninsuffizienz ist bereits das Leben des Betroffenen bedroht und kann nur durch Dialyse gerettet werden. Die einzige Chance auf Heilung besteht in einer Nierentransplantation, denn die Schäden an den Nieren können zu diesem Zeitpunkt nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wie arbeiten die Nieren eines gesunden Menschen?

Die Nieren sind grob gesagt für das Filtern des Blutes verantwortlich. Viele kleine Nierenkörperchen filtern Proteine einer bestimmten Größe aus dem Blutplasma und sorgen dafür, dass diese im Körper verbleiben, anstatt mit dem Urin ausgeschieden zu werden.

Auch die Ladung eines Proteinmoleküls entscheidet über seinen Verbleib – so werden etwa stark negativ geladene Moleküle normalerweise nicht ausgeschieden. Ein Beispiel dafür ist das Eiweiß Albumin, welches sehr stark negativ geladen ist und eine hohe Masse vorweist.

Die unterschiedlichen Arten von Proteinurie

Eine Proteinurie muss nicht gleich pathologisch sein. Es gibt Situationen, in denen eine leicht erhöhte Ausscheidung von Eiweißen als normal eingestuft wird. Diese sogenannten benignen (gutartigen) Proteinurien kommen nach körperlicher Ertüchtigung, Stress und längerem Aufenthalt in großer Kälte vor.

Auch bei Schwangeren kann ein erhöhter Eiweißspiegel im Urin normal sein, wenn die Werte eine bestimmte Obergrenze nicht übersteigen.

Proteinurie kann aufgrund ihrer Entstehung in verschiedene Formen eingeteilt werden:

Renale Proteinurie

Bei dieser Art ist die Ursache in der Niere selbst zu finden. Dabei ist die Urinbildung an sich gestört. Diese Form kann wiederum in glomeruläre und tubuläre Proteinurie unterteilt werden – je nachdem, ob es ein Problem in den Glomeruli (lat. „Knäuel“) oder in den Tubuli (lat. „Kanälchen) gibt.

Ein Grund für erhöhte Filterdurchlässigkeit kann beispielsweise eine Glomerunephritis, also eine Entzündung eines Glomerulus in der Niere, sein. Auch die Rückresorption von Eiweißen kann gestört sein und die Menge an Proteinen steigen lassen.

Prärenale und postrenale Proteinurie

Ist die Ursache prärenal, also wörtlich „vor der Niere“, gibt es zu viele Eiweiße und die Nieren werden ein Problem damit haben, alle zu filtern. Postrenal findet sich das Problem etwa in den ableitenden Harnwegen.

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung einer Proteinurie?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die im Zusammenspiel zu erhöhtem Eiweiß im Urin führen können. Ursächlich können beispielsweise eine ganze Reihe von Grunderkrankungen sein wie Diabetes mellitus, systemischer Lupus erythematodes, Amyloidose oder arterielle Hypertonie (Bluthochdruck).

Auch eine Nierentransplantation, bestimmte Medikamente, Giftstoffe und auch Viren können die Störung auslösen. Zu viel Eiweiß im Urin kann außerdem auf Komplikationen während der Schwangerschaft hindeuten.

Wie wird eine Proteinurie erkannt?

Die einfachste Methode, um eine Proteinurie zu diagnostizieren, ist die Teststreifenmethode. Dabei wird auf einen speziellen Teststreifen uriniert bzw. wird dieser in einen Becher mit Urin getaucht. Nach wenigen Minuten kommt es zu einer Verfärbung des Teststreifens.

Je nach Farbe und Ausprägung dieser Verfärbung liegt eine erhöhte Eiweißausscheidung vor oder eben nicht. Jedoch können Teststreifen nicht alle Proteinurien verlässlich erkennen. Daher sind sie vor allem als erste Indikatoren geeignet.

Für genauere Ergebnisse empfehlen sich allerdings labormedizinische Verfahren. Betroffene selbst können Hinweise im Urin selbst finden. Schäumender oder grüner Urin kann auf erhöhte Eiweißkonzentrationen hindeuten. Auch, wenn im Bluttest das Kreatinin zu hoch ist, ist das ein Hinweis.

Folgen einer Proteinurie

Findet sich dauerhaft sehr viel Eiweiß im Urin, so kann es nach einiger Zeit zu einem chronischen Nierenleiden bis hin zum völligen Verlust der physiologischen Nierenfunktion kommen. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit von anderen gefährlichen Komplikationen, zum Beispiel einem Herzinfarkt, denn die Nieren regulieren auch den Blutdruck.

Proteinurie in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist das Erkennen einer Proteinurie vor allem im Hinblick auf eine Präeklampsie oder eine Schwangerschaftsvergiftung wichtig. Die Präeklampsie ist eine schwerwiegende Komplikation während der Schwangerschaft.

Sie ist eine hypertensive Erkrankung, das bedeutet, sie geht mit Bluthochdruck einher. Neben dem Bluthochdruck und starken Wassereinlagerungen im Gewebe ist vermehrter Eiweiß im Urin ein weiteres Leitsymptom der Präeklampsie.

Die Präeklampsie ist eine sehr gefährliche Komplikation und Betroffene müssen sofort stationär aufgenommen werden. Zumeist ist eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft in Form einer Einleitung oder auch eines Kaiserschnitts notwendig, da es keine anderen therapeutischen Maßnahmen gibt, die hier fruchten.

Quellen

https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_eiweiss_im_harn_dt.htm#Wie%20erkennt

https://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/eiweiss-im-harn-ist-mein-baby-gefaehrdet-5124

https://flexikon.doccheck.com/de/Proteinurie

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