Scheidenpilz – wo kommt er her und was kann ich dagegen tun?

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Scheidenpilz, auch Vaginalmykose, Vaginalpilz oder Soorkolpitis genannt, ist eine pilzliche Infektion der Scheide, die meist durch den Hefepilz Candida albicans hervorgerufen wird. Zu den typischen Symptomen zählen Juckreiz und Brennen der Scheide sowie ein bröckeliger Ausfluss.

Vaginale Pilzinfektionen werden mit so genannten Antimykotika behandelt. Das sind Medikamente, die gegen Pilze wirksam sind. Die lokal wirksamen Medikamente bekommst Du rezeptfrei in der Apotheke.

Hier findest Du die wichtigsten Informationen über Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen. Du erfährst auch, welche Untersuchungen Dein Frauenarzt durchführt, wenn Du mit dem Verdacht auf eine Candida-Infektion in die Sprechstunde kommst.

Welche Symptome treten bei einem Scheidenpilz auf?

Die meisten Frauen berichten bei einem Scheidenpilz von folgenden Symptomen:

  • Jucken und Brennen im Intimbereich: Die Infektion kündigt sich typischerweise durch ein starkes Jucken im Scheidenbereich an. Dazu kommt häufig auch ein Brennen.
  • Wundsein im Eingangsbereich der Vagina.
  • Leicht angeschwollene Schamlippen (Labia)
  • Krümelig-weißlicher Ausfluss

Ein weiteres charakteristisches Anzeichen ist ein krümelig-weißlicher Ausfluss, der sich deutlich von gesundem Ausfluss unterscheidet. Die „Krümel“ erinnern an Hüttenkäse. Normalerweise ist Ausfluss durchsichtig bis milchig.

Achte darauf, ob Dein Ausfluss Fischgeruch aufweist. In diesem Fall sind keine Pilze, sondern Bakterien die Ursache (bakterielle Vaginose). Bei einer bakteriellen Vaginose solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Häufig werden noch weitere Symptome genannt:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Eine Candida-Infektion macht sich auch durch einen schmerzhaften Geschlechtsverkehr bemerkbar.
  • Dickflüssiger Ausfluss
  • Weißer Belag auf den inneren Schamlippen
  • Stärkere Rötung und Schwellung der Schamlippen
  • Schmerzen beim Wasserlassen: Bei einer Ausbreitung der Pilze in der Harnröhre sind Schmerzen beim Wasserlassen die Folge.
  • Scheidenentzündung
  • Rissige Haut am Scheideneingang
  • Verstärkte Symptome vor der Menstruation

Welches sind die Ursachen für Scheidenpilz?

Hefepilze wie Candida albicans sind die häufigste Ursache von Scheidenpilz. Gelegentlich sind auch andere Pilzarten beteiligt wie Candida glabrata und Candida tropicalis. Wo leben diese Pilze?

Wie andere Pilze auch lieben sie eine warme und feuchte Umgebung. Unter ungünstigen Lebensbedingungen können die Candida-Arten Sporen bilden und dadurch lange überleben. Als Sporen lösen sie keine Infektionssymptome aus.

Meist leben diese Hefepilze im Gleichgewicht mit anderen Mikroorganismen und besiedeln die Scheidenschleimhaut, die Mundhöhle oder die Eichel. Dorthin können sie auch über den Magen-Darm-Trakt gelangen.

Die Scheide wird hauptsächlich von Milchsäurebakterien besiedelt. Die Milchsäurebakterien wandeln den Zucker der Scheidenzellen in Milchsäure um. Dadurch entsteht in der Scheide ein saures Milieus. Dieses hält bei intaktem Immunsystem die Hefepilze und andere krankmachenden Keime davon ab, sich stark zu vermehren.

Wie gerät das schützende Milieu der Scheide aus dem Gleichgewicht?

Verschiedene Ursachen führen dazu, dass das Scheidenmilieu nicht mehr intakt ist und sich Candida-Pilze vermehren können. Folgende Ursachen begünstigen das Auftreten einer Candida-Infektion:

Hormonelle Änderungen können sich auf die Scheidenflora auswirken, insbesondere eine erhöhte Östrogenkonzentration. Die Konzentration von Östrogen kann aufgrund natürlicher Schwankungen ansteigen, vor allem bei Ausfluss in der Schwangerschaft.

Bei einer Pilzinfektion in der Schwangerschaft können die Pilze bei der Geburt auf das Kind übertragen werden. Auch Östrogene in der Anti-Baby-Pille oder von Hormonersatzpräparaten können Wirkungen auf das Scheidenmilieu haben. Bei der Pille unterscheidet sich der Östrogengehalt je nach Präparat.

Pilzerkrankungen können durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus begünstigt sein. Krankheiten, die mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehen (z.B. Aids) begünstigen ebenfalls Pilzerkrankungen.

Zudem können Schilddrüsenerkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen. Arzneimittel, die das Immunsystem hemmen, sowie Kortison-Präparate können eine Pilzinfektion nach sich ziehen.

Das höchste Risiko für einen Vaginapilz besteht jedoch bei einer Antibiotika-Therapie. Antibiotika töten oft auch nützliche Bakterien ab, wie beispielsweise die Milchsäurebakterien. Pilze können sich dann leicht vermehren. Je länger die Antibiotika-Therapie dauert, desto größer ist die Gefahr einer Pilzinfektion.

Eine übertriebene Hygiene im Intimbereich kann das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora stören und damit das Wachstum von Pilzen begünstigen. Für die Intimpflege solltest Du keine aggressiven oder stark parfümierte Mittel verwenden, denn diese können den nützlichen Bakterien schaden.

Das Pilzwachstum kann auch durch ungeeignete Kleidung begünstigt sein. Du solltest keine zu enge Kleidung tragen und möglichst auch keine synthetischen Stoffe. Schwitzen und Wärmestau sind sonst die Folge, ideale Voraussetzungen für das Wachstum von Pilzen.

Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr können sich die Pilze weiter verbreiten.

Wie wird Scheidenpilz behandelt?

Zur Behandlung von Candida-Infektionen werden sogenannte Antimykotika eingesetzt, das sind spezielle Medikamente gegen Pilze. Antimykotika zur lokalen Behandlung von Vaginapilz erhältst Du ohne Rezept in der Apotheke.

Als wirksame Stoffe werden meist Imidazole oder Nystatin eingesetzt. Die üblichen Kombi-Packungen enthalten eine pilzhemmende Creme zur äußeren Anwendung im Bereich der Schamlippen und Scheidenzäpfchen oder Vaginaltabletten zum Einführen in die Vagina. Der Antipilz-Creme wird dünn auf die Schamlippen aufgetragen.

Manche Produkte enthalten auch nur eine pilzhemmende Creme und einen Applikator zur tiefen Einführung in die Scheide. Diese lokale Behandlung gibt es in folgenden Varianten: als einmalige Anwendung, Dreitageskur oder Sechstageskur.

Bei einer hartnäckigen Candida-Infektion oder ständig wiederkehrenden Infektion kommt eine innerliche (systemische) Behandlung mit Antimykotika inTablettenform infrage. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und enthalten sogenannte Triazole (beispielsweise Fluconazol).

Scheidenpilz-Behandlung mit Antiseptika

Candida-Infektionen der Scheide können auch mit sogenannten Antiseptika behandelt werden. Diese Mittel sind nicht speziell gegen Pilze wirksam, sondern wirken unspezifisch gegen eine Vielzahl von Krankheitserregern.

Die Wirksamkeit von Antiseptika bei der Behandlung von Scheidenpilz ist jedoch geringer als diejenige von Antimykotika. Antiseptika werden daher eher bei leichten Canidia-Infektionen oder in einem frühen Stadium der Infektion eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet von Antiseptika sind Mischinfektionen, also Infektionen, an denen verschiedene Krankheitserreger beteiligt sind.

Antiseptika enthalten als Wirkstoff Povidon-Iod und werden in den folgenden Formen lokal angewendet:

  • Als Salbe
  • Als Lösung
  • Als Zäpfchen

Bitte bei Schilddrüsenerkrankungen beachten: Povidon-Iod darf bei Schilddrüsenerkrankungen nicht angewendet werden! Beachte bitte den Beipackzettel!

Eignen sich Joghurt und andere Hausmittel gegen Scheidenpilz?

Häufig werden Joghurt, Essig oder Knoblauch als Hausmittel gegen Scheidenpilz empfohlen. Diese Mittel sind jedoch wenig ratsam und können der Scheidenflora eher schaden als nützen.

Joghurt sollte bei Scheidenpilz nicht eingesetzt werden, denn Joghurt enthält nicht nur die für ein gesundes Scheidenmilieu notwendigen Milchsäurebakterien, auch Bakterien mit potentiell schädlicher Wirkung auf die Scheidenflora. Zum Scheidenpilz kann sich daher auch noch eine Infektion durch Bakterien gesellen.

Kokosöl soll den Pilzerreger abtöten und die Hautregeneration beschleunigen. Oft wird empfohlen, die Schamlippen sowie den Eingangsbereich der Scheide mit Kokosöl einzureiben. Die Wirkung ist jedoch nicht medizinisch nachgewiesen. Das Auftragen von Johanniskrautöl auf die Schamlippen lindert den Juckreiz.

Das in vielen Intimwaschprodukten enthaltene Teebaumöl hemmt angeblich das Wachstum von Scheidenpilz. Diese Pflegeprodukte soll man auf die Schamlippen und den äußeren Vaginalbereich auftragen, um einer Pilzinfektion vorzubeugen. Oft werden diese Produkte noch mit Kokosöl gemischt.

Sitzbäder mit Kamille scheinen in manchen Fällen eine Linderung der Symptome zu bewirken. Von einer Scheidenspülung mit Essig ist abzuraten, denn dadurch kann die Scheidenflora stark aus dem Gleichgewicht geraten.

Oft wird auch eine zuckerfreie Anti-Pilz-Diät empfohlen, die dem Pilz die Nahrung entziehen soll. Die Wirksamkeit der Diät konnte jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

Wie verhalte ich mich richtig bei Scheidenpilz?

Kein Sex während der Infektion

Um Deinen Partner nicht anzustecken, solltest Du auf Geschlechtsverkehr verzichten. Nach erfolgreicher Behandlung solltest Du Kondome verwenden.

pH-neutrale Seife

Wasche Deinen Schambereich nur mit pH-neutralen Seifen oder am besten nur mit warmem Wasser. Fette die Haut regelmäßig ein.

Passende Kleidung

Deine Unterwäsche sollte luftdurchlässig sein. Sie sollte keinen hohen Anteil an Synthetikfasern enthalten. Deine Kleidung sollte auch nicht hauteng anliegen, damit Du im Schambereich nicht schwitzt und kein Wärmestau entsteht.

Kurzes Schamhaar: Kürze Deine Schamhaare, damit der Schambereich besser durchlüftet ist.

Wäsche- und Handtücher

Wechsle Deine Wäsche und Handtücher täglich. Du musst die Wäsche nicht kochen, 60 Grad sind ausreichend. Die Haut der Schamlippen solltest Du nicht aufkratzen, sonst können sich die Symptome verstärken.

Wie läuft die ärztliche Untersuchung ab?

Bei der Anamnese wird der Frauenarzt (Gynäkologe) Dich fragen, seit wann Du die Pilzinfektion hast, welche Beschwerden dabei auftreten, ob Du Medikamente (Antibiotika, Kortison) nimmst und ob Du beispielsweise an Diabetes oder HIV erkrankt bist. Er wird Dich auch fragen, ob Du schon früher eine Pilzinfektion hattest.

Die körperliche Untersuchung läuft so ab wie bei einer normalen gynäkologischen Untersuchung. Bei der Untersuchung der Scheidenschleimhaut zeigt sich der Pilz als weißlicher bis hellgrauer Belag. Gleichzeitig ist die Scheidenschleimhaut entzündlich gerötet.

Der Arzt nimmt einen Abstrich von der Scheidenschleimhaut, um diesen unter dem Mikroskop genauer zu untersuchen. Bei einer Pilzinfektion sind im Mikroskop fadenförmige Strukturen zu erkennen, die sogenannten Pilzhyphen.

Von dem Abstrich wird eine Erreger-Kultur auf einem geeigneten Nährboden angelegt. Der Keim lässt sich dadurch leicht identifizieren.

Was muss ich bei Scheidenpilz in der Schwangerschaft beachten?

Bei Scheidenpilz in der Schwangerschaft solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn Dein Baby könnte sich bei der Geburt mit den Pilzen infizieren. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können sie sich kaum gegen die Pilze wehren. Für Frühchen können Pilzinfektionen sogar lebensgefährlich sein.

Für die Behandlung werden lokale Antimykotika (z.B. Antipilz-Creme) verwendet. Diese sind während der gesamten Schwangerschaft ungefährlich für Dein Kind. Eine medikamentöse Scheidenpilz-Behandlung ist vor allem in den letzten Wochen vor dem Geburtstermin wichtig.

Wenn sich Dein Baby bei der Geburt ansteckt, kann Windelsoor („Windelpilz“) die Folge sein. Manche Ärzte empfehlen Schwangeren sogar eine vorbeugende Behandlung.

Als Schwangere musst Du sorgfältig darauf achten, Dich nicht mit Krankheitserregern zu infizieren. Diese könnten sich sonst auf Dein Kind übertragen. Das gilt nicht nur für Scheidenpilz, sondern bespielsweise auch für Windpocken und Ringelröteln.

Was kann ich zur Vorbeuge gegen Scheidenpilz tun?

Versuche, möglichst viele der folgenden Risikofaktoren zu vermeiden:

  • Trage keine synthetische Kleidung oder Kleidung, die im Schritt zu eng ist.
  • Verwende keine kunststoffbeschichteten Slipeinlagen oder Binden.
  • Bei empfindlichen Frauen kann Scheidenpilz durch die Verwendung von Tampons begünstigt sein, da sie die Scheidenschleimhaut austrocknen. Hier sind atmungsaktive Binden (Bio-Binden) die bessere Alternative.
  • Beim Toilettengang solltest Du darauf achten, dass keine Pilze aus dem Darm in die Vagina gelangen können. Dazu solltest Du Dich immer von vorne nach hinten abwischen.
  • Achte auf eine sorgfältige Intimhygiene. Lauwarmes Wasser ist völlig ausreichend. Du kannst auch eine pH-neutrale Seife oder leicht saure Pflegemittel (Syndets) nehmen. Intimsprays und Scheidenspülungen solltest Du nicht verwenden.
  • Eine medikamentöse Vorbeugung ist in bestimmten Fällen sinnvoll, beispielsweise bei Diabetes oder bei einer Antibiotika-Therapie .

Fazit

Zu einer Infektion mit Scheidenpilz kommt es, wenn das schützende Milieu der Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät. Die durch Juckreiz in der Vagina und im Intimbereich gekennzeichnete Infektion ist meist relativ einfach mit pilzhemmenden Medikamenten therapierbar.

Von der Verwendung von Hausmitteln gegen Scheidenpilz wird abgeraten. Durch vorbeugende Maßnahmen kannst du dazu beitragen, dass du nicht oder nur selten mit Scheidenpilz infiziert wirst.

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