Schmelzflocken für Babies: Dickmacher oder wertvolle Nährstoffquelle?

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Zu den Quellangaben

Schmelzflocken kennt eigentlich fast jeder – haben wir sie selbst schließlich schon als Babies bekommen. In den Supermärkten und Drogerien gibt es mittlerweile unzählige Arten von Flocken, die zu Babybrei verarbeitet werden können.

Viele Mütter fühlen sich vom Überangebot erschlagen und machen einfach nach, was schon ihre Mütter und Großmütter gemacht haben und auch heute noch empfehlen. Jedoch sind Schmelzflocken für ein Baby lange nicht so gesund und gut, wie Mütter früher glaubten.

Viele Produkte enthalten zu viel Zucker und zu wenig wertvolle Nährstoffe. Zudem vertragen viele Babies die Flocken nicht aufgrund von nicht aufgeschlossener Stärke, die vom Babydarm noch nicht richtig verdaut werden kann.

Im Artikel erfährst Du alles über die Hintergründe der allseits bekannten Schmelzflocken und wie Du sie in die Ernährung Deines Kindes integrieren kannst.

Was sind eigentlich Schmelzflocken?

Definition

Schmelzflocken bezeichnen kleinste Getreideflocken aus Hafer, die speziell für Babies entwickelt wurden. Mit den Flocken und etwas Wasser oder Milch können Breie hergestellt werden.

Schmelzflocken sind deswegen praktisch für die erste Beikost im Leben eines Babys, weil sie sich in der Flüssigkeit vollständig auflösen und der Babybrei somit sämig und leicht zu essen ist.

Üblicherweise bekommen Babies, die mit Beikost beginnen, einen Milchbrei mit Getreideflocken pro Tag. Dieser wird gerne abends als Gute-Nacht-Brei angeboten und kann etwa mit Früchten verfeinert werden.

Schmelzflocken versus Instant-Flocken

Die beiden Begriffe werden im alltäglichen Sprachgebrauch gerne synonym verwendet, bedeuten aber keineswegs dasselbe. Das Wort „Schmelzflocken“ ist eigentlich ein geschützter Begriff der Firma Kölln, die bereits seit über 200 Jahren besteht und Haferprodukte erzeugt.

Die Schmelzflocken von Kölln werden speziell für Babies und Kleinkinder hergestellt und unterliegen daher der Diätverordnung. Das bedeutet mitunter, dass es strengere Vorschriften in puncto Herkunft, Lagerung und Verarbeitung der Rohstoffe gibt.

Diese Tatsache schlägt sich damit auch im Preis nieder. Schmelzflocken sind sogenannte Instant-Flocken, da sie sich innerhalb weniger Minuten auflösen. Instant-Flocken anderer Hersteller dürfen aufgrund des Begriffschutzes nicht Schmelzflocken genannt werden.

Die Herstellung von Schmelzflocken

Spezielles Verfahren bei der Firma Kölln

Die Firma Kölln begann vor über 200 Jahren, Hafer als Schiffsproviant für Seefahrer anzubieten. In den 1930er-Jahren stellte Kölln bereits Haferflocken in kleinen Portionen für Privathaushalte zur Verfügung.

Heute verkauft das Unternehmen neben den Schmelzflocken noch eine Vielzahl an Müslis, Instant-Flocken, Müsliriegel und Hafermilcherzeugnisse. Für die Herstellung von Schmelzflocken wird ausschließlich biologisch und ökologisch angebauter Hafer aus Norddeutschland verwendet.

In einem ersten Schritt wird der Bio-Hafer gereinigt. Dies geschieht durch verschiedene maschinelle Bauteile wie Magnet, Sieb, Steinausleser, Tarar oder Trieur. Dadurch können Verunreinigungen durch Unkraut, Steine, Sand, Erde oder anderes Getreide entfernt werden.

Danach durchläuft der Hafer eine etwa eineinhalb Stunden lange Wärmebehandlung, auch Darre genannt, bei etwa 100 Grad. Dieses schonende Verfahren dient der längeren Haltbarkeit des Hafers: Bei der Wärmebehandlung werden die enthaltenen Lipasen (Enzyme, die Fett aufspalten können) deaktiviert und der Verderb entschleunigt. Aber nicht nur das, die Darre führt auch zur teilweisen Aufspaltung der Stärke im Hafer, was ihn leichter verdaulich macht. Außerdem erhalten die Schmelzflocken dadurch ihr typisches Nussaroma.

Nach der Wärmebehandlung kommt der Hafer in die Schälmühle, wo er der Größe nach sortiert wird und danach mittels Fliehkraftschäler jeder Haferkern von seiner Spelze trennt. Die Spelze umgibt den Kern und dient seinem Schutz, ist allerdings für den Menschen nicht verdaulich. Durch die schonende Trennung der beiden Bestandteile bleibt der Kern mitsamt seines hochwertigen Keims verbunden und gelangt damit in das Endprodukt.

Im nächsten Schritt werden die übrig gebliebenen Haferkerne wieder der Größe nach sortiert und gelangen damit in verschiedene Endprodukte. Während die größeren Kerne zu Großblattflocken weiterverarbeitet werden, werden aus den kleineren Kleinblattflocken gemacht. Die ganz kleinen Kerne hingegen werden zu Hafervollkornmehl gemahlen und zu Schmelzflocken verarbeitet.

Die Herstellung von Instant-Flocken anderer Firmen erfolgt ähnlich. Jedoch wird das Hafervollkornmehl in Wasser aufgekocht und danach getrocknet. Dadurch wird die Stärke komplett aufgeschlossen, aber den Flocken fehlt das nussige Aroma.

Zubereitung der Schmelzflocken für das Baby

Damit die Schmelzflocken Bauchweh beim Baby vermeiden, sollten sie insbesondere im ersten Lebensjahr vor dem Verzehr aufgekocht werden. Dies liegt der Tatsache zugrunde, dass die enthaltene Stärke nur zum Teil aufgeschlossen wird.

Stärke ist ein Makromolekül, also ein großes Molekül mit vielen Einzelbausteinen, das zu den Kohlehydraten zählt und durch seine Komplexität und Größe von Babies nur schwer verdaut werden kann.

Instant-Flocken anderer Hersteller, deren Stärke vollkommen aufgeschlossen wurde, können hingegen direkt in die erwärmte Flüssigkeit, sei es Wasser oder Milch, eingerührt werden, da sie leichter verdaulich sind.

Kritik an der Verwendung von Schmelzflocken

Geschichtliches

Als Schmelzflocken das erste Mal angeboten wurden, wussten die Menschen noch nicht sonderlich viel über Ernährung. Auch über die Ernährung von Babies und Kindern wurden sich nur wenig Gedanken gemacht.

Die Mütter damals waren froh über die Schmelzflocken für das Baby, da die Zubereitung einfach und schnell vonstatten ging. Außerdem waren die Breie kalorienreich und sättigend. Es war damals auch üblich, Schmelzflocken dem Fläschchen zuzufügen.

Dies taten die Mütter aus dem Grund, dass es noch keine spezielle Babymilch gab und Kuhmilch für Babies eigentlich zu viel Eiweiß und zu wenig Kohlenhydrate enthält. Um den Kohlenhydratmangel auszugleichen, gaben die Mütter also noch Schmelzflocken in die Flaschenmilch. Viele Mütter behaupten zudem, ihre Kinder schlafen durch die Zugabe von Schmelzflocken in den Abendbrei oder ins Abendfläschchen besser.

Doch genau das ist heute auch der Nährboden für kritische Stimmen: Einerseits stimmt es keineswegs, dass Babies nach dem Genuss von Schmelzflocken besser schlafen, denn die Verdauung kann den Schlaf stören.

Gerade Schmelzflocken, die nicht aufgekocht wurden, sind schwerer verdaulich und sorgen für unruhige Nächte. Andererseits enthalten Schmelzflocken kaum wichtige Nährstoffe und bestehen hauptsächlich aus leeren, aber sättigenden Kalorien.

Außerdem wurde mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen, dass durch die Aufnahme von überflüssigen Kohlenhydraten bereits Babies Fettzellen anlegen, die später zu Übergewicht führen können.

Alternative Instant-Flocken

Als Alternative nennen Kritiker Instant-Flocken anderer Hersteller. Wichtig sei es, dass die Stärke bereits in der Herstellung ganz aufgeschlossen wurde, um die Verdaulichkeit zu optimieren. Außerdem werden heute viele verschiedene Getreidesorten zu Instant-Flocken verarbeitet.

So können Mütter variieren und ihren Babies sowohl verschiedene Geschmacksrichtungen als auch viele wertvolle Nährstoffe anbieten. Hirse etwa enthält sehr viel Eisen, welches ab dem 6. Lebensmonat häufig nur noch unzureichend in der Muttermilch vorhanden ist und von dem gerade bei beikostfaulen Babies schnell zu wenig aufgenommen wird.

Es wird empfohlen, Instant-Flocken sowie Schmelzflocken prinzipiell nur zu Brei zu verarbeiten, jedoch niemals der Fläschchenmilch hinzuzufügen. Dies rührt daher, dass Babies viel schneller trinken als essen und es daher bei angereicherter Fläschchenmilch schnell zu einer Überernährung und damit Übergewicht kommen kann.

Sind Schmelzflocken für ein Baby gut oder nicht?

Die goldene Mitte

Wie überall im Leben empfiehlt es sich, einen Mittelweg zu finden. Einerseits sind Instant-Flocken und auch Schmelzflocken für ein Baby sehr sättigend und schmeckt den meisten auch hervorragend.

Andererseits müssen Mütter aufpassen, ihr Baby keiner Über- oder Fehlernährung auszusetzen. Daher sollten alle Mütter darauf achten, die Ernährung ihres Kindes abwechslungsreich zu gestalten. So spricht sicherlich nichts dagegen, ab und an einmal einen Milchbrei mit Schmelzflocken anzubieten.

Auch Erwachsene gönnen sich zwischendurch auch einmal Gerichte, die sehr fett oder sehr zuckerhältig sind, wie etwa Braten oder Kuchen. In Maßen genossen ist das nicht schlimm und dasselbe gilt auch für Kinder. Natürlich sollten Mütter von Babies vorsichtiger sein. Aber es ist kein Drama, wenn du einmal pro Woche Schmelzflocken für das Baby kochst.

Achte stets auf hochwertige Produkte und wechsle die Getreidesorten ab, damit Dein Baby von allen Nährstoffen genügend zu sich nimmt. Instant-Flocken gibt es mittlerweile aus vielen Getreiden: Hafer, Hirse, Dinkel, Reis oder Weizen. Erkunde die Welt der Lebensmittel gemeinsam mit Deinem Baby!

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