Schwanger mit 50: Die Risiken und Chancen einer späten Schwangerschaft

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Manchmal passiert es unerwartet, manchmal stehen Wunsch und Planung dahinter: schwanger mit 50. Das Durchschnittsalter einer zum ersten Mal werdenden Mutter liegt bei 31 Jahren. Eine Schwangerschaft mit 50 Jahren ist selten der Fall, kommt aber durchaus vor.

Meist sind es Frauen, die erst spät einen Kinderwunsch verspüren oder ab Beginn der Wechseljahre glauben, nicht mehr befruchtungsfähig zu sein und deshalb keine Verhütung vornehmen.

Deshalb solltest Du Dich informieren, welche Unterschiede es zu Schwangerschaftssymptomen gibt und welche besonderen Risiken vorliegen, wenn Du schwanger mit 50 wirst.

Schwanger mit 50 oder Wechseljahre?

Um Deinen Körper besser zu verstehen, warum Du schwanger mit 50 trotz Wechseljahre werden kannst, eine kleine Reise in die frauliche Anatomie:

In einem Alter um die 50 Jahre beginnen bei den meisten Frauen die Wechseljahre – in manchen Fällen auch schon deutlich früher. Den spürbaren Start macht allerdings zuerst die sogenannte Menopause.

Hierbei kommt die monatliche Regelblutung unregelmäßig. Dies basiert auf der Hormonausschüttung. Vor allem das „weibliche“ Östrogen verringert sich, schwankt dann wieder, steigt wieder an, bis es letztendlich einen so niedrigen Wert erreicht hat, dass die Menstruation ganz ausbleibt.

Wenngleich auch schon die Menopause als Wechseljahre bezeichnet wird, beginnen diese aus medizinischer Sicht, tatsächlich erst, wenn Du über einen Zeitraum von zwölf Monaten (24 Monate unter 50 Jahre) keine Blutungen mehr hattest. Sobald sich in dieser Zeit eine Regelblutung einstellt, beginnt die 12-Monatsfrist erneut.

Viele Frauen glauben, in der Menopause sich nicht mehr schwanger werden zu können – ganz nach dem Motto: keine Regel, kein Eisprung, keine Befruchtung – folglich keine Schwangerschaft um die 50 nicht möglich.

Das ist falsch. Du kannst nicht voraussehen, wie Deine Hormonausschüttung heute, morgen, nächsten Monat oder in zwei Stunden sein wird. So ist es möglich, dass sich unbemerkt ein oder mehrere Eier bilden, die befruchtungsfähig sind.

Steigen Deine Schwangerschaftshormone nun, steht auch einer Einnistung in die Gebärmutter nichts im Wege und Du bist schwanger mit 50 plus/minus, trotz Wechseljahre beziehungsweise Menopause.

Schwangerschafts- oder Wechseljahre Symptome

Das Risiko von einem Abgang, einer Fehl- oder Frühgeburt ist verhältnismäßig hoch, wenn Du schwanger mit 40 oder 50 wirst. Das liegt vielfach daran, dass klassische Schwangerschaftssymptome mit Wechseljahre-Symptome verwechselt werden.

Fakt ist, dass in beiden Fällen Deine Hormone „verrückt“ spielen und es tatsächlich zu ähnlichen/gleichen Symptomen kommen kann. Bleibt es für Dich erst einmal unerkannt, dass Du schwanger mit 50 geworden bist, ist das Risiko für Entwicklungsstörungen des Embryos höher, als bei jüngeren Frauen.

Ab einem Alter von 35 Jahren setzt bereits der Alterungsprozess ein. Ab dann spricht der Gynäkologe von einer Risikoschwangerschaft. Sobald erste Symptome der Wechseljahre aufgetreten sind, spätestens ab einem Alter von 50 Jahren, wird von einer Höchstrisikoschwangerschaft gesprochen.

Normale Körperprozesse verlangsamen sich zunehmend. Durch einen meist verschlechterten Blutfluss, funktioniert die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen meist reduzierter. Das heißt.

Bist Du unwissend schwanger mit 50 plus/minus, kannst Du gegebenenfalls den Embryo nicht optimal versorgen, sodass Fehlentwicklungen vorkommen und der Körper die Schwangerschaft beendet, weil die Lebensfähigkeit nicht gegeben ist.

Deshalb ist es wichtig, dass Du die Symptome der Wechseljahre nicht mit denen einer Schwangerschaft verwechselst. Wenn Du schwanger mit 50 wirst, musst Du dazu allerdings genauer hinschauen und in „Dich hineinhören“, um die Schwangerschafts-Symptome von den Wechseljahre-Symptomen unterscheiden zu können.

Typische Wechseljahre Symptome der Frau

Folgend eine Auflistung über typische Wechseljahre Symptome, wie sie auch häufig bei einer Schwangerschaft auftreten können, aber manchmal durch Details voneinander zu unterscheiden sind:

  • Übelkeit: Wechseljahre: zu jedem Zeitpunkt möglich
  • Kopfschmerzen
  • Gespannte Brust
  • Ausbleiben der Regel
  • Blutungen: Wechseljahre: normal – Schwangerschaft: oftmals mit einem Ziehen im Unterleib verbunden (Bänder dehnen sich und verursachen vielfach leichte Blutungen, kann auch eine Einnistungsblutung sein
  • Bauchschmerzen: Wechseljahre: meist mittiger und Oberbauch – Schwangerschaft: mehr ein Ziehen und Zwicken im unteren Bereich
  • Müdigkeit
  • Scheidenausfluss: Wechseljahre: wenig – Schwangerschaft: vermehrt
  • Schwindelgefühl
  • Stimmungsschwankungen: Wechseljahre: meist leicht reizbar – Schwangerschaft: meist sehr emotional und weinerlich
  • Zunahme des Bauchumfangs: Wechseljahre: durch Fetteinlagerungen weich – Schwangerschaft: fühlt sich härter werdend an

Schwangerschaftstest mit 50 oder älter

Solltest Du Wechseljahre-Symptome verspüren, die aber durchaus auf eine Schwangerschaft hinweisen könnten, weil Du ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest, solltest Du zügig einen Schwangerschaftstest durchführen und/oder Deinen Gynäkologen zur Abklärung aufsuchen.

Bist Du schwanger mit 50 plus/minus, ist es wichtig, dass Du so früh wie möglich von einer Schwangerschaft erfährst, um dementsprechend handeln zu können, damit Du positiv auf eine gesunde Entwicklung des Embryos und auf Deine Gesundheit wirken kannst.

Für Dich und Deinen Körper bedeutet eine Schwangerschaft nun eine sehr viel höhere Belastung, wie es beispielsweise bei einer 24 jährigen Frau der Fall ist.

Schwanger mit 50 – erhöhtes Risiko

Schwanger mit 50 zu sein und ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen, ist heute zwar kein medizinisches Wunder, aber dennoch besteht ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburt, Behinderungen, Entwicklungsstörungen und Erkrankungen des Kindes. Auch für die Mutter stellt eine Spätschwangerschaft vor allem dann ein Risiko dar, wenn sie zu den Erstgebärenden zählt.

Schwanger ab 40: Ein Gendefekt möglich?

Statistisch betrachtet, steigt das Risiko von Fehlgeburt und Gendefekt des Ungeborenen stark an, wenn Du schwanger zwischen 40 und 50 Jahren wirst und die ersten Symptome der Wechseljahre nicht mehr weit entfernt oder bereits vorhanden sind.

Zu dem am häufigsten vorkommenden Gendefekt zählt die Trisomie 21, welche als Down-Syndrom benannt wird. Im Normalfall tritt das Chromosom 21 nur zweimal auf. Bei Spätgebärenden, also schwanger mit 50 plus/minus, besteht die Gefahr, dass es dreimal vorkommt und so für körperliche sowie kognitive Beeinträchtigungen des Kindes verantwortlich ist.

Bist Du schwanger und 50 Jahre alt oder älter, ist das Gendefekt-Risiko am höchsten. Das beruht darauf, dass das sogenannte Klebeprotein Cohesin in Deinen Eizellen, die Chromosomen nicht mehr vollständig stabilisiert, weil die Bindekraft in dem Alter stark abnimmt/abgenommen hat.

In der Folge können die Chromosomen auseinander fallen und es kommt zu einer unregelmäßigen Verteilung des Erbguts. Eine spezielle Blutuntersuchung ab der neunten Schwangerschaftswoche bringt Aufschluss, ob ein Gendefekt vorliegt.

Etwas unsicherer ist das Ergebnis eines Ersttrimesterscreening., das Du machen lassen kannst, wenn Du schwanger mit 50 geworden bist.

Ab 40 schwanger – steigendes Fehlgeburtsrisiko

Wenn mit zunehmendem Alter der Körper weniger Vitamine und Nährstoffe transportiert/verabreitet, der Bedarf aber durch eine Schwangerschaft steigt, können Mangelzustände zu einer Fehlgeburt führen.

Beispielsweise sind Vitamin B12, Magnesium und Zink unerlässlich für eine gesunde und störungsfreie Entwicklung des Ungeborenen. Wird vor allem im 1. Trimester nicht auf eine ideale Ernährung geachtet und Mangelerscheinungen vorgebeugt, sind Entwicklungsstörungen keine Seltenheit.

Die Natur übernimmt in dem Fall die Entscheidung anhand der Überlebensfähigkeitschance, ob der Körper die Schwangerschaft weiter fortführt oder abbricht (Fehlgeburt). Gleiches gilt, wenn ein Gendefekt vorliegt, der bei Frauen öfter vorkommt, wenn sie schwanger zwischen 40 und 50 oder noch älter werden.

Bist Du schwanger mit 50 besteht ein weiteres Risiko durch die langsam werdenden Zellbildung sowie die „wackelige“ und/oder reduzierte Hormonproduktion. Damit eine Einnistung erfolgreich ist, muss der Körper eine feste Gebärmutterschleimhaut bilden, die dem Embryo genug Halt bietet.

Wenn Du bereits Symptome der Wechseljahre aufweist und Deine Hormone „Karussell“ fahren, reicht die Hormon- und Zellbildung oft nicht mehr aus beziehungsweise ist zu langsam, um eine optimale Einnistung zu ermöglichen.

Die Folge: Deine Gebärmutter kann den Embryo nicht halten und es kommt zu einem Abgang. Die Einnahme von Progesteron kann helfen. Genaueres solltest Du mit Deinem Gynäkologen besprechen.

Fibromatose: Wechseljahre-Symptome mit Folgen für die Geburt

Zusätzlich können in der Zeit Deiner Wechseljahre Symptome einer Fibromatose auftreten. Dabei handelt es sich um gutartige Wucherungen, die sich häufig in der Menopause bilden. Liegen sie in der Gebärmutter, kann dadurch eine natürliche Geburt gefährlich und unmöglich werden.

Manche typischen Fibromatose-Symptome können auf die Wechseljahre hindeuten, wie zum Beispiel ein Druckgefühl. Folgende Auffälligkeiten und Symptome lassen die Wechseljahre davon unterscheiden:

  • Spüren von Knoten
  • Schmerzhafte Gebietsreizung

Wechseljahre-Symptome der Frau oder Schwangerschaftskomplikation?

Aus zahlreichen Untersuchungen geht hervor, dass schwangere Frauen ab 40 deutlich häufiger unter einer sogenannten Plazenta praevia leiden. Hierbei liegt die Plazenta sehr viel tiefer, als im Normalfall bei jüngeren Schwangeren.

Das kann zu vaginalen Blutungen während der Schwangerschaft führen, die manchmal auch als Wechseljahre-Symptome abgetan werden. Eine tiefliegende Plazenta ist ein ernstzunehmendes Problem, denn je nach Lage und Zustand, kann eine natürliche Geburt zu einer lebensbedrohlichen Situation von Mutter und Kind führen, wenn sie dem Baby den Durchgang versperrt.

Ein geplanter Kaiserschnitt wird deshalb in der Regel erforderlich und kommt oft vor, wenn Frauen schwanger mit 50 werden.

Weitere mögliche Risiken, die keine Symptome der Wechseljahre sind

  • Bluthochdruck
  • Umfangreiche Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Präeklampsie (Blutdruckerkrankung in der Schwangerschaft)
  • Verschlechterung der Leberwerte
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Zweiter Stichpunkt

Intensive Schwangerschaftskontrolle während der Wechseljahre und Symptome-Bildung

Wenn die Wechseljahre und Symptome der Frau zu schaffen machen und zusätzlich schwanger mit 50 plus/minus sind, stellt die Sorge um das Ungeborene eine zusätzliche körperliche sowie mentale Belastung dar.

Um sich im Notfall reagieren und sich gegebenenfalls auf eine unerwünschte Situation einstellen oder im Idealfall sich über die gesunde Entwicklung des Ungeborenen freuen zu können, ist eine intensive ärztliche Begleitung angeraten.

Gesetzlich stehen Dir schwanger mit 50 und entsprechender Risikoschwangerschaft automatisch zu den Vorsorgeterminen zusätzliche Ultraschalluntersuchungen im vierwöchigen Abstand zu.

Weitere Diagnostik-Maßnahmen werden bei Bedarf vorgenommen. Frauen, die schwanger und das 50. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben, erhalten zudem die Kostenübernahme von beispielsweise des Bluttests zur Feststellung, ob ein Gendefekt beim Embryo/Fötus vorliegt.

Auch ein Zweittrimester-Screening zählt zu den Untersuchungen, damit die Organentwicklung überprüft werden kann. Vor allem, wenn die Wechseljahre Symptome mit sich bringen und Dich zusätzlich nach dem Schwängern lassen belasten, ist eine intensive Arztbetreuung sinnvoll, damit mögliche Folgen und Schwangerschaftskomplikationen eingedämmt werden können.

Schwangerschaft genießen trotz Symptome der Wechseljahre

Keine werdende Mutter möchte mit Graus auf ihre Schwangerschaft zurückblicken. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Schwangerschaftszeit bestmöglich beeinflusst, damit Du sie trotz Wechseljahre-Symptome genießen kannst und Dich gern daran erinnerst.

Schalte einen Gang runter und lasse Dir vom Gynäkologen etwas gegen die Symptome der Wechseljahre verschreiben, wenn sie Dich stark einschränken. Ernähre Dich gesund und bewusst vitaminreich.

Gönne Dir Pausen, in denen Du Energie tankst. Aber vor allem, ärgere Dich nicht über negative Äußerungen, weil Du Dich hast mir 50 plus/minus schwängern lassen, denn wenn Du erst Dein Kind im Arm hältst, ist dieses Glück und kleine Wunder mehr wert, als alles andere auf der Welt.

Quellen

https://www.netdoktor.at/gesundheit/frauen/wechseljahre-5316

https://flexikon.doccheck.com/de/Fibromatose

https://www.leading-medicine-guide.de/Knochen-Gelenke-Wirbelsaeule/Fibromatose

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