So kannst Du die taktile Wahrnehmung Deines Babys fördern

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Was ist heiß? Was ist kalt? Von welchen Oberflächen gehen Gefahren aus? Die taktile Wahrnehmung ist für das Empfinden von Berührungen und potenziellen Gefahren wie Hitze elementar. Ganz allgemein handelt es sich bei der taktilen Wahrnehmung um ein lebenswichtiges Sinnessystem, das über die Haut und dortige Rezeptoren gesteuert wird.

Mithilfe dieses Systems können wir potenzielle Gefahren spüren. Mittlerweile sind diverse Wahrnehmungsstörungen bekannt, die auch diesen Bereich signifikant beeinflussen können. Mit einer ansprechenden Förderung wird die taktile Wahrnehmung bereits bei Kindern effektiv gefördert. Erfahre hier, wie Du das machen kannst.

Taktile Wahrnehmung – was ist das eigentlich?

Der Begriff taktile Wahrnehmung ist äußerst umfassend und beschreibt im Grunde alles, was der Mensch über die Haut wahrnimmt. Diesbezüglich verfügt die Haut über mehrere Rezeptoren mit unterschiedlichen Funktionen. Über die Schmerzrezeptoren wird das Empfinden gegenüber Schmerzen gesteuert.

Über die Thermorezeptoren können wir Temperaturreize wahrnehmen. Die Mechanorezeptoren sind dagegen für die Wahrnehmung von Berührungen, Vibrationen oder Druck verantwortlich. Die Weiterleitung der wahrgenommenen Reize erfolgt direkt von den Rezeptoren, über Nervenfasern, in das zentrale Nervensystem.

Hohe Rezeptorendichte für die taktile Wahrnehmung

Damit der Tastsinn – wie die taktile Wahrnehmung auch genannt wird – funktioniert, verfügt die Haut über eine enorme Rezeptorendichte.

Ein Quadratzentimeter Haut ist mit circa zwei Punkten für das Wärmeempfinden, mit durchschnittlich 13 Punkten für das Kälteempfinden, mit durchschnittlich 25 weiteren Punkten für das Druckempfinden und mit durchschnittlich 200 Schmerzpunkten ausgestattet. Die einzelnen Punkte sind somit minimal klein.

Die Schmerzrezeptoren im Detail

Die einzelnen Schmerzrezeptoren befinden sich innerhalb der Epithelschicht, welche an der Oberfläche der Haut vorzufinden ist. Dabei handelt es sich um freie Enden besonders sensibler Nerven. Sobald diese Nerven einen Reiz erfahren, leiten sie das Schmerzgefühl an das Zentralnervensystem weiter.

Auch Juckreize werden von den Schmerzrezeptoren wahrgenommen. Bei Juckreiz handelt es sich allerdings um ein unterschwelliges Schmerzempfinden.

Die Thermorezeptoren im Detail

Innerhalb der Unter- und Lederhaut befinden sich die Thermorezeptoren. Hierbei handelt es sich um Nervenendigungen und Nervenendkörperchen, die entsprechende Reize wahrnehmen. Sie reagieren auf Temperaturen und Temperaturänderungen. Bis zu einer Temperatur von 43 Grad können die Thermorezeptoren entsprechend ihrer Bestimmung reagieren.

Bei Temperaturen über 43 Grad wandelt sich der Wärmereiz in einen schmerzenden Hitzereiz um. Hierbei werden die Schmerzrezeptoren aktiviert.

Mechanorezeptoren

Ähnlich wie bei den Thermo- und Schmerzrezeptoren handelt es sich auch bei den Mechanorezeptoren um Nervenendkörpchen. Dabei reagieren diese Rezeptoren jedoch besonders auf mechanische Reize wie Druck oder Berührung. Mechanorezeptoren werden in weitere Unterkategorien aufgeteilt, wobei sie alle für sich eine eigenständige Funktion haben.

Tastrezeptoren

Bei den Tastrezeptoren handelt es sich um die sogenannten Meissner-Körperchen und Merkel-Zellen. Sie kommen in der unbehaarten Haut vor. An den Fingerspitzen, den Brustwarzen, auf der Zunge sowie den Lippen und den äußeren Geschlechtsorganen sind sie besonders dicht angesiedelt. Ganz allgemein werden sie auch als Druckrezeptoren beschrieben.

Dehnungsrezeptoren

Bei den Dehnungsrezeptoren handelt es sich um die Ruffini-Körperchen. Die kleinen Körperchen nehmen Hautdehnungen wahr. Sie befinden sich in der Lederhaut.

Die Notwendigkeit der taktilen Wahrnehmungen

Mit Hilfe der taktilen Wahrnehmung können wir die Umwelt erkunden und erfassen. Über diese Wahrnehmungsform können wir Informationen über Gegenstände, über die Umwelt und vieles mehr sammeln. Die taktile Wahrnehmung erfolgt im Gegensatz zur haptischen Wahrnehmung stets passiv.

Erklärung: Die Begriffe haptisch und taktil stehen beide für „den Tastsinn betreffend“. Haptisch beschreibt dabei stets die aktive Erkundung, während taktil die passive Erkundung meint. Haptisch beruht dabei auf dem Begriff Haptik, welcher auf den deutschen Psychologen Max Dessoir zurückzuführen ist.

Mit diesem Begriff wollte er 1892 das Tastsinnenssystem, angelehnt an die Begriffe Optik und Akustik, benennen.

Taktile Wahrnehmung kann vor Gefahren schützen

Die taktile Wahrnehmung kann uns vor erheblichen Schäden bewahren. Durch die direkte Weiterleitung von Reizen an das zentrale Nervensystem können wir unmittelbar auf Gefahren wie Hitze, übermäßigen Druck und mehr reagieren.

Schmerzreize werden wahrgenommen, sodass wir in der Regel zu einer reflexartigen Handlung gezwungen sind. Kommen wir beispielsweise versehentlich beim Backen an den heißen Ofen, ziehen wir unsere Hand unwillkürlich aus der Gefahrenzone.

Mögliche Probleme bei eingeschränkter taktiler Wahrnehmung

Unter Umständen ist die taktile Wahrnehmung eingeschränkt. Dies kann beispielsweise bei einer Nervenschädigung der Fall sein. Eine Schädigung kann einerseits eine gesteigerte Wahrnehmung von Reizen nach sich ziehen, andererseits aber auch eine verminderte Wahrnehmung.

Ferner sind diverse Missempfindungen möglich. Infolge von Wahrnehmungsstörungen kann es außerdem zu Sensibilitätsstörungen, Juckreiz oder zu Schmerzen kommen.

Psychische Störungen können die taktile Wahrnehmung beeinflussen

Störungen der Wahrnehmung können angeboren und erworben sein. Oftmals handelt es sich um Entwicklungsstörungen oder psychische Störungen und Erkrankungen.

So können beispielsweise Menschen mit einer Erkrankung aus dem Autismus-Spektrum oder auch Kinder mit Trisomie 21 erhebliche Einschränkungen in der taktilen Wahrnehmung zeigen. Dies betrifft sowohl den haptisch wie auch den taktil geprägten Bereich.

Die taktile Wahrnehmung bei Kindern fördern

Nicht wenige Kinder haben erhebliche Schwierigkeiten mit der taktilen Wahrnehmung. In diesem Kontext kann es sinnvoll sein, diese aktiv zu fördern. Du selbst hast die Möglichkeit, Dein Kind entsprechen zu unterstützen. Wenn es um die haptisch ausgeprägte, taktile Wahrnehmung geht, könntest du beispielsweise ein Fühlmemory mit Deinem Kind spielen.

Hierfür nimmst du zwei blickdichte Säckchen und füllst in jedes jeweils einmal das selbst Material. Du könntest beispielsweise in jedes Säckchen einen Tannenzapfen, ein Laubblatt, einen Stein, eine Murmel oder weitere Materialien füllen. Dein Kind muss nun, ohne zu gucken, die passenden Teile aus jedem Säckchen herausholen.

Kinder sollten viel erkunden

Für die taktile Wahrnehmung ist es zwingend notwendig, dass Kinder möglichst viel „auf eigene Faust“ erkunden. Vor allem in der Natur finden sich zahlreiche unterschiedliche Materialien und Gegenstände, die sich ganz individuell anfühlen.

So zum Beispiel der Kies auf dem Schotterweg, der Sand auf dem Spielplatz, das Laub oder Gras unter den Füßen. Alle diese Dinge lösen ein anderes Gefühl aus, das sich taktil wahrnehmen lässt.

Auch Wasser sollte in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigt werden. Wasser ist prinzipiell eine hervorragende Möglichkeit, den Kindern nicht nur das Gefühl von Nässe, sondern ebenso Temperaturunterschiede zu vermitteln.

Bohnenbad, Kastanien, Eicheln und Co.

Die Spielzeugindustrie bietet mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, die taktile Wahrnehmung von Kindern spielerisch zu fördern. Allerdings müssen es nicht immer teure Spielwaren sein. Der DIY Trend kann auch in diesem Zusammenhang optimal umgesetzt werden.

Du kannst zum Beispiel eine große Kiste nehmen, die ausreichend Platz bietet, damit Dein Kind sich hineinsetzen kann. Die Kiste kannst du mit unterschiedlichen Materialien wie Bohnen, Kastanien, Eicheln und mehr füllen. Dein Kind kann sich anschließend in die Kiste setzen und mit dem ganzen Körper fühlen.

Taktile Wahrnehmung therapeutisch fördern

Verschiedene Therapien bieten die Möglichkeit, Wahrnehmungen im Bereich haptisch und taktil zu fördern. Beispielsweise kann eine Ergotherapie hervorragende Ansätze auswählen, um das fühlende Erleben von Kindern zu verbessern. Auch Motopäden kennen unterschiedliche Lösungen.

Für den Fall, dass Einschränkungen in der taktilen Wahrnehmung auf einer Entwicklungsverzögerung oder einer allgemeinen Erkrankung beruhen, können Frühfördereinrichtungen einen erheblichen Teil zur Verbesserung des Tastsinns beitragen.

Solltest Du das Gefühl haben, dass Dein Kind Schwierigkeiten mit der taktilen Wahrnehmung hat, empfiehlt sich zuerst der Weg zum Kinderarzt. Dieser wird passende Lösungen vorschlagen und unter Umständen eine Verordnung ausstellen.

FAQ´s zum Thema taktile Wahrnehmung

1. Warum ist die taktile Wahrnehmung wichtig?
Die taktile Wahrnehmung ist notwendig, um die Umwelt vollständig wahrnehmen zu können. Ferner schützt sie uns vor potenziellen Schäden wie extremer Hitze oder Kälte.

2. Gibt es Spiele zur Förderung der taktilen Wahrnehmung?
Im Handel ist eine Vielzahl unterschiedlicher Spiele für die Förderung der Wahrnehmung im Bereich taktil und haptisch erhältlich. Beispielsweise Fühlmemorys.

3. Was fördert die taktile Wahrnehmung?
Für die Förderung der taktilen Wahrnehmung sind möglichst viele Berührungen unterschiedlicher Dinge sinnvoll. Besonders viele Reize gibt es in der Natur. Hier haben Kinder die Möglichkeit, taktil Erfahrungen zu sammeln, in dem sie die unterschiedlichsten Dinge wie Gras, Sand, Kiesel und mehr berühren.

4. Wie entwickelt sich die taktile Wahrnehmung?
Während sich die notwendigen Rezeptoren für die taktile Wahrnehmung bereits im zweiten Schwangerschaftsmonat, beziehungsweise ab der 5. Schwangerschaftswoche entwickeln, entwickelt sich die Wahrnehmung selbst besonders intensiv durch erleben.

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