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Rechte für Kinder

So schützt du deine Grenzen

Kinder und Teeanger haben es nicht immer leicht, wenn’s um ihre Rechte geht. Leider werden sie oft Opfer von häuslicher […]

So schützt du deine Grenzen

Kinder und Teeanger haben es nicht immer leicht, wenn’s um ihre Rechte geht. Leider werden sie oft Opfer von häuslicher oder schulischer Gewalt seitens Eltern, Gleichaltrigen und Lehrern. Manche Kids müssen sich unangenehme Dinge wie Einschüchterung, Erniedrigung oder sogar Drohungen gefallen lassen. Umso wichtiger ist es, diese alltäglichen Formen der Gewalt bekämpfen zu können.

Zuerst solltest du über deine Rechte als Kind Bescheid wissen. Genaueres dazu erfährst du in unserem entsprechenden Artikel oder unter hier, wenn du auf diesen Link klickst.

Außerdem ist es wichtig, dass du deine Grenzen selbstbewusst und selbstsicher verteidigen kannst. Wie das geht möchten wir dir nun näher bringen.

Selbstschutz – Was ist das genau?

Selbstschutz bedeutet nicht, dass man zurückschlagen muss. Denn Selbstschutz geht viel weiter. Grundsätzlich sollte man wissen, wie man brenzlige Situationen im Vorhinein vermeiden kann. Experten nennen diesen Bereich des Selbstschutzes auch Gewaltprävention. Dieser Begriff setzt sich aus den Wörtern Gewalt und Prävention zusammen. Prävention wiederum bedeutet nichts anderes als Vorbeugung.

Wie man als einzelnes Kind Gewaltsituationen vermeiden kann, lernst du in einem Selbstverteidigungskurs. Dort erklärt man dir ganz genau, wie man vorgehen muss, um keine körperliche Auseinandersetzung zu provozieren. Kennst du das Wort provozieren? Es bedeutet so viel wie herausfordern.

Obwohl du Fachwissen zum Thema Gewaltprävention im Kurs erhältst, möchten wir dir einige Grundsätze dazu näher bringen.

Damit’s erst gar nicht so weit kommt: Gewaltprävention

Natürlich bist du nicht alleine für die Vermeidung von Gewalt verantwortlich. Speziell in der Schulzeit ist es die Aufgabe des Lehrerkollegiums, Gewalt so gut wie möglich vorzubeugen. Die Schüler sollen keinen Frust entwickeln und in den Unterricht eingebunden werden. Misserfolgserlebnisse dürfen nicht zu schwer wiegen – Ablenkung ist speziell für gewaltbereite Kids sehr wichtig. In der Schule darf es nicht nur darum gehen, Wissen zu vermitteln. Denn deine Lehrer haben auch den Auftrag, dich und deine Mitschüler zu erziehen. Somit sollte auch das Thema Gewalt ausführlich behandelt werden. Kids sollen in der Schule lernen, wie sie mit ihrem Frust umgehen können. Sie sollen verstehen, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht.

Normalerweise funktioniert das soweit ganz gut. Trotzdem kann es zu einzelnen Streitereien kommen, die sich aufschaukeln. Nicht selten endet so etwas in einer Schlägerei oder Mobbing.

Die folgende Checkliste liefert dir Anhaltspunkte zum richtigen Verhalten, wenn sich eine Gewaltsituation anbahnt:

  • Erinnere dich immer wieder daran, dich nicht zu sehr auf Streitgespräche einzulassen. Nimm lieber Abstand, indem du das Gespräch beendest oder einfach gehst. Sobald du Angst bekommst, wende dich an einen deiner Lehrer.
  • Bleib‘ fair. Wenn man Lügen oder Gerüchte über andere verbreitet, können die Betroffenen sehr sauer werden. Das ist durchaus verständlich, führt aber mitunter zu Auseinandersetzungen. Das lässt sich vermeiden, indem man ehrlich bleibt und nicht über andere tratscht.
  • Manchmal ist es lustig, andere ein wenig zu necken. Normalerweise hat man ein Gespür dafür, wie weit man mit seinen Freunden gehen kann, ehe sie wirklich sauer werden. Die Grenze zwischen lustig und unangenehm ist allerdings auch recht leicht zu übersehen. Versuche, dich in dein Gegenüber hineinzuversetzen. Vermeide Sprüche, die wirklich verletzend sind.
  • Klug zu sein ist toll. Clevere Kids sind nicht selten stolz auf sich. Und das zu Recht! Allerdings sollte man nicht mit seinem Wissen prahlen. Es kann sehr nervig für andere sein, wenn man sie ständig verbessert oder sie nicht zu Wort kommen lässt, weil man sich für klüger hält.
  • Verschlechtere das Klassenklima nicht, indem du dich überall einmischt und alles besser weißt! Denn auch später im Erwachsenenleben sind vorlaute Leute selten beliebt.
  • Vermeide selbst körperliche Gewalt, um nicht irgendwann zum Opfer zu werden. Denn wer Schläge austeilt muss schlimmstenfalls irgendwann selbst einstecken.
  • Entwickle ein Gespür für brenzlige Situationen. Beobachte dein Gegenüber: Wirkt er angespannt, genervt oder gewaltbereit? Dann solltest du lieber locker lassen. Manche Streitigkeiten kann man besser lösen, wenn man etwas Gras über die Sache wachsen lässt. Sprecht etwas später noch einmal darüber. In der Zwischenzeit können sich die Gemüter abkühlen. Außerdem kann man in dieser Zeit noch einmal in Ruhe über alles nachdenken.
  • Solltest du in eine gewalttätige Auseinandersetzung verwickelt werden, versuche zu flüchten. Es ist besser, sich aus dem Staub zu machen, als zurückzuschlagen. Nur auf diese Weise kannst du rechtzeitig Hilfe holen um eventuell auch anderen unschuldig beteiligten aus der Patsche zu helfen.
  • Beachte die Hinweise zur Vermeidung von Mobbing und Cybermobbing auf unserer Internetseite. Besser gut informiert als schlecht behandelt.

Selbstbehauptung und Selbstverteidigung – Was ist was?

In Verbindung mit der Verteidigung deiner Grenzen wirst du auf einige Begriffe stoßen, die möglicherweise neu für dich sind. Die folgenden Begriffsbestimmungen sollen dir helfen, dich leichter zurechtzufinden und dich auf einen Selbstverteidigungskurs vorzubereiten.

Selbstbehauptung

Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein. Darüber hinaus macht man diese deutlich und verteidigt sie.

Nicht alle Menschen behaupten sich auf die gleiche Weise nach außen hin selbst. Manche sind schüchtern und zurückhaltend, andere treten sehr selbstsicher auf. Wenn du zu den selbstsicheren Typen gehörst, weißt du intuitiv (also von selbst), wie du deine Grenzen verteidigen kannst.

Unsichere, schüchterne oder ruhige Kids brauchen eventuelle etwas Unterstützung darin, anderen ihre Grenzen aufzuzeigen. Sie können bei einem Selbstverteidigungskurs „Nachhilfe“ in Sachen Selbstbehauptung bekommen. So ein Kurs ist übrigens trotzdem für alle Kids geeignet. Denn auch selbstsichere Kids sollten üben, wie man sich am besten verteidigt, wenn reden nichts mehr hilft.

Selbstbehauptung wird trainiert, indem man immer wieder grenzüberschreitende Situationen übt. In diesem Rollenspiel lernt man, Zeichen von Gewalt zu erkennen. Je nach Situation kommen unterschiedliche Selbstbehauptungstechniken zum Einsatz. Damit kann man körperliche Gewalt im besten Fall völlig vermeiden.

Selbstverteidigung

Hilft bloße Selbstbehauptung nicht mehr, weil man zum Beispiel bereits tätlich angegriffen wird, kommt die Selbstverteidigung zum Einsatz. Je nachdem, welche Art der Gewalt man erfährt, wendet man unterschiedliche Techniken, zum Beispiel zur Befreiung an. Ein Kind, das einen Selbstverteidigungskurs gemacht hat, kann sich beispielsweise recht leicht befreien, wenn es von einem stärkeren Kind oder Erwachsenen festgehalten wird. Im Ernstfall kann das lebensrettend wirken.

Man übt diese Techniken sehr oft, um auch im Stress des Ernstfalls zu wissen, was man tun muss. Deshalb sind Selbstverteidigungskurse besonders wertvoll. Wenn man sich bereits spielerisch mit gefährlichen Situationen auseinandergesetzt hat, bekommt man es im Ernstfall nicht mehr so leicht mit der Angst zu tun. Denn immerhin weiß man, was zu tun ist.

Dein Selbstverteidigungskurs vor Ort

Nun weißt du schon sehr viel darüber, wie du Gewalt verhindern kannst. Um Selbstverteidigungstechniken sicher und effektiv anwenden zu können, solltest du allerdings einen Selbstverteidigungskurs in deiner Stadt machen. Nur so kannst du üben, wie du dich in Ernstfällen zu verhalten hast. Neben praktisch orientierten Kursen, die auf Kampfsportarten aufbauen, gibt es auch Kurse, die dir einen allgemeinen Überblick über deine Handlungsmöglichkeiten in Gewaltsituationen geben. Wirf‘ einen Blick auf die beiden folgenden Links, um dich über deine örtlichen Möglichkeiten schlau zu machen:

http://www.sicher-stark-team.de/kursangebote.cfm

Die Initiative „Sicher und Stark“ hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder vor Gewalt und Missbrauch zu schützen. Selbstvertrauen stärken, Kommunikationsfähigkeit fördern – das sind die Prinzipien dieser Initiative. Dabei arbeitet das Expertenteam mit Grundschulen zusammen, hält Kurse und betreibt Forschungsprojekte in Sachen Gewalt und Medien. Neben Kursen in Grundschulen gibt es auch Kleingruppenkurse. Sprich‘ mit deinem Klassenlehrer darüber, falls du dich dafür interessierst.

http://www.dojoguide.org/search/

Egal, aus welchem Land du kommst: Hier findest du einen Überblick über einen Großteil der Kampfsport-Schulen. Dazu brauchst du die Suchmaske nur deinen Wünschen entsprechen anpassen. Und schon erhältst du eine Liste mit Kontaktdaten und Internetseiten der Schulen in deiner unmittelbaren Umgebung.

Tipp: Frage gemeinsam mit deinen Eltern bei der örtlichen Polizei nach, wenn du an einem reinen Selbstverteidigungskurs interessiert bist. Speziell geschulte Polizisten halten immer wieder Kurse für kleinere und größere Kids. So kannst du direkt von den Profis lernen, wie man sich selbst verteidigt, ohne gegen die Gesetze zu verstoßen.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.
Was bedeutet…

  • Gewaltprävention
  • jemanden provozieren

2) Rufe die Internetseite http://www.dojoguide.org/search/ auf dem Klassen-PC auf. Beachte die folgenden Suchkriterien:

  • Land: Hier wählst du dein Land aus
  • Region: Klicke auf die Region, in der du wohnst
  • Kampfstil: Klicke auf „alle“
  • Ortschaft/Postleitzahl: Gib entweder den Namen deines Heimatortes oder die Postleitzahl ein

Klicke dann auf „suchen“ (kleine graue Schaltfläche unten).

Sieh dir ein paar Einträge an, die interessant klingen. Welche Kampfsportart würdest du gerne machen? Besuche einige der aufgelisteten Internetseiten und entscheide dich für eine der Schulen. Schreibe hier auf, welches dich am ehesten interessieren würde und warum.

Foto: swisshippo / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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