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Kinder im Kindergarten

Spielplatz statt Bildschirm – Tipps für das Kindergartenalter

Der erste Tag im Kindergarten ist eine Herausforderung für jedes Kind. Zum ersten Mal ist man von den Eltern getrennt […]

Spielplatz statt Bildschirm - Tipps für das Kindergartenalter

Der erste Tag im Kindergarten ist eine Herausforderung für jedes Kind. Zum ersten Mal ist man von den Eltern getrennt und muss sich in eine größere Gruppe in etwa gleichaltriger Kids einfinden. Zwar herrschen hier noch nicht die Ansprüche einer Schulklasse. Trotzdem ist es vorprogrammiert, dass die Kids immer wieder an ihre eigenen Grenzen stoßen.

Aber auch Zuhause kann vieles verändern, wenn die Kids das Kindergartenalter erreicht haben. So benötigen sie besonders viel Aufmerksamkeit und treten mit neuen Forderungen an ihre Eltern heran.

Dieser Artikel widmet sich Problemsituationen von Familien mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren.

Wenn Eltern diskutieren

Gerade mit Kleinkindern bzw. Kids im Kindergartenalter fällt es schwer, in Ruhe zu telefonieren oder Gespräche zu führen. Es scheint, als müsse man sich im Keller verstecken, um in Ruhe und ohne Unterbrechung zu diskutieren.

Kinder unterbrechen uns Erwachsene, weil sie unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchten. Dabei sind sie mehr oder weniger erfolgreich: Zumindest wird ihnen Aufmerksamkeit in Form von Schimpfen zuteil.

Haben Kinder im Alltag das Gefühl, dass sie nicht genügend positive Zuwendung (miteinander spielen, über den Kindergartenalltag sprechen etc.) bekommen, fordern sie negative Reaktionen heraus. Zum Beispiel, indem sie ihre Eltern im Gespräch unterbrechen.

Und hier liegt auch die Lösung des Problems. Im Interview für die Online Ausgabe der Süddeutschen, rät Trudi Kühn leidgeplagten Eltern folgendes:

  • Die Kinder im Alltag immer wieder mit einbeziehen

  • Jeden Tag ausreichend Zeit mit den Kids verbringen

  • Im Vorhinein klare Regeln für die Situation „Mama bzw. Papa unterhält sich gerade.“ aufstellen

  • Erklären, dass auch Erwachsene einander den Respekt entgegen bringen, sich nicht gegenseitig zu unterbrechen.

So verschwindet im Kind das Bedürfnis, sich auf negative Art und Weise bemerkbar zu machen. Der letzte Punkt in der oben genannten Liste betrifft insbesondere ältere Kinder. Das Verständnis für respektvollen Umgang hilft, das Feingefühl der Kids in dieser Sache zu verbessern.

Helfen diese Maßnahmen nichts, kann man, so Frau Kühn, auch folgendermaßen reagieren:

Wird man vom Kind unterbrochen, legt man ihm die Hand auf die Schulter und führt das Gespräch fort, ohne weiter mit dem Kind zu kommunizieren (auch nicht nonverbal!). So zeigt man dem Kind, dass man es wahr nimmt. Diese Form der Aufmerksamkeit reicht vielen Kids aus.

Insbesondere jüngere Kinder möchten auf dem Schoß sitzen und zuhören. Je nach Art des Gesprächs ist das eine Möglichkeit, relativ ungestört weiter zu reden. Wird es zu unruhig, so sollte man es vor die Wahl stellen:

  • Es darf im Raum bleiben, wenn es sich ruhig verhält.

  • Oder es spielt in einem anderen Raum, wenn ihm das ruhig sitzen schwer fällt.

Schwierig ist es, wenn man bereits wütend oder gereizt ist, weil das Kind keine Ruhe geben will. In dieser Situation sollte man besser nichts sagen, da ein respektvoller Umgang mit dem Kind dann kaum möglich ist. Es hilft, sich erst einmal selbst zu beruhigen und durchzuatmen. Danach kann man sich dem Kind zuwenden und erklären, warum man so in Rage ist. Dabei sollte man stets die eigenen Gefühle ausdrücken.

Babysitting durch ältere Geschwister – eine gute Idee?

Sobald die Kinder älter geworden sind, atmen viele Eltern auf. Denn nun können die älteren Kids aufpassen und man muss sich nicht ständig um einen Babysitter bemühen. Ob ein kleineres Kind von seinem Geschwisterchen beaufsichtigt werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich sollte der Babysitter mindestens zwölf Jahre alt sein, um auf ein anderes Kind im Kindergartenalter aufzupassen.

  • Das alleine reicht aber nicht aus. Das ältere Kind muss damit klar kommen, wenn das Geschwisterchen schreit, bockig ist oder gar weint.

  • Ist der Altersunterschied zu gering, so könnte es passieren, dass sich das jüngere Kind seinen Geschwistern nicht fügen möchte.

  • Zu Beginn die Kids unter Tags und nur für eine kurze Zeit alleine lassen. Die Dauer der Abwesenheit kann mit der Zeit ausgedehnt werden.

  • Eltern sollten sich zwischendurch bei den Kids melden. Außerdem sollte man den Kids in jedem Fall eine Telefonnummer für den Notfall hinterlassen. Geht das eigene Handy kaputt oder ist man aus anderen Gründen nicht erreichbar, sollten die Kids einen Nachbarn oder andere Familienmitglieder anrufen können.

Haustiere: Ab wann können Kinder Verantwortung tragen?

Grundsätzlich können Kids ab etwa 5 Jahren die Verantwortung für ein Haustier übernehmen.

Allerdings sollte man diese Entscheidung nicht allein vom Alter des Kindes abhängig machen. Entscheidend ist auch, ob Sie ein Haustier Zuhause haben möchten und mit den damit verbundenen Nachteilen leben können.

Ist die Entscheidung gefallen, so informiert man sich am besten gemeinsam mit den Kindern über:

  • Infragekommende Tierarten

  • Haltungsbedingungen (Käfig, Freilauf,…)

  • Anschaffungs- sowie laufende Kosten

  • Nötige Impfungen oder anderweitige Behandlungen

  • Anfälligkeit für spezielle Krankheiten

  • Täglicher Zeitaufwand

  • Besondere Bedürfnisse und artgerechte Haltung

  • Welche Rasse (z.B. beim Hund) ist besonders pflegeleicht und kinderlieb?

Kindern macht es meist großen Spaß, sich Spezialwissen über die gewünschte Haustierart anzueignen. Zudem bekommt es dabei ein klareres Bild über die Bedürfnisse des Tieres und den damit verbundenen Aufwand für das Kind selbst.

Beschäftigen Sie sich auch mit der Frage, ob man das Tier mit dem Kind alleine lassen kann. Der Meinungsaustausch mit erfahrenen Tierhaltern oder Züchtern hilft hier weiter.

Tiere wie Kaninchen oder Kätzchen laden dazu ein, sie ausgiebig zu streicheln. Das ist an sich in Ordnung. Allerdings sollte das Kind unbedingt lernen, die Grenzen des Tiers zu akzeptieren. In dieser Hinsicht ist es besser, eine ausgewachsene Katze anzuschaffen, welche diese Grenzen besser abstecken und sich besser ausdrücken kann. Gerade bei kleineren Kindern sollte man in Erwägung ziehen, ausschließlich ausgewachsene Tiere anzuschaffen, da sich diese bei übermäßiger „Liebe“ seitens des Kindes besser wehren kann.

Tipp: Das Tier sollte allen Familienmitgliedern „gehören“. Ansonsten kann es zu Rivalitäten zwischen Geschwistern kommen, die über die Haustiere ausgetragen werden.

Thema Hund: Trotz rassetypischer Verhaltensweisen, sollte man den Hund im Vorhinein besuchen. Das Kind sollte dabei Gelegenheit bekommen, den Hund zu streicheln und mit ihm zu spielen. Hier zeigt sich recht schnell, ob sich die beiden vertragen werden, oder nicht. Gerade ältere Tiere aus dem Tierheim können Kindern mit Argwohn und Feindseligkeit begegnen, wenn sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gesammelt haben.

Die anderen dürfen auch!

Im Kindergartenalter, spätestens jedoch nach Eintritt in die Grundschule, vergleichen Kids die eigene Familie mit denen anderer Kids. Dann kann es zu Beschwerden wie „Der Paul hat einen Fernseher im Zimmer. Warum darf ich keinen haben?“. Eltern sind hier herausgefordert, ihre Erziehungsentscheidungen durchzusetzen – auch wenn befreundete Familien es anders machen.

Versuchen Sie Ihrem Kind zu vermitteln, dass Sie das beste für es wollen und erklären Sie ihm, warum Sie ihm etwas bestimmtes verwehren. Erst, wenn das Kind Ihre Beweggründe versteht, kann es diese – vielleicht – akzeptieren. Wenn nicht, kann man sich – im Sinne demokratischer Erziehung – in der Mitte treffen und einen Kompromiss finden. Überlegen Sie sich möglichst im Vorhinein, wo Ihre Grenzen sind und was Sie dem Kind ohne schlechtes Gewissen zusichern können.

Durch Situationen wie diese lernt das Kind übrigens, die Meinung anderer Menschen zu berücksichtigen und Kompromisse zu schließen. Außerdem fühlt es sich wertgeschätzt, wenn es nicht einfach so übergangen wird. Es möchte verstehen, warum es bei ihm Zuhause anders zugeht, als woanders. Dann ist es auch bereit, einen Schritt auf Sie zuzugehen.

Reizwort Gutenachtgeschichte

Alle Kids haben eine Lieblingsgeschichte, die sie sich am liebsten immer wieder vorlesen lassen würden. Das kann für Erwachsene ziemlich langweilig und anstrengend werden.

Man kann es den Kleinen aber nicht verübeln, denn:

  • Kids entdecken mit jeder Wiederholung neue Aspekte

  • Sie verstehen die Geschichte als Ganzes oft erst, wenn sie mehrfach gelesen wurde

An dieser Stelle lege ich Ihnen ans Herz: Augen zu und durch! Es bereitet den Kindern viel Freude und stärkt die Eltern-Kind-Beziehung wenn wir ihnen den Gefallen tun, sie mit ihrer Lieblingsgeschichte bis zum Einschlafen zu begleiten.

Wenn Kinder im Auto quengeln

Kindergartenkids haben einen großen Bewegungsdrang. Es ist daher so gut wie unmöglich, ihnen das Quengeln im Auto abzugewöhnen. Folgende Maßnahmen können aber helfen, um die Autofahrt für alle Beteiligten angenehmer zu gestalten:

  • Regelmäßig Pausen einlegen

  • Auf Raststätten Spielplätze nutzen

  • Während der Fahrt für Ablenkung sorgen (Bilderbücher, Hörspiele,…)

Tipp: Im KFZ-Fachmarkt gibt es spezielle Aufbewahrungstaschen, die man an der Rückseite des Autositzes befestigen kann. Befüllen sie diese mit Malutensilien und Spielsachen, sodass Ihren Kindern während der Fahrt nicht langweilig wird. Kratzbilder, Maltafeln sowie andere spannende Kreativ-Spielsachen sorgen für die richtige Ablenkung und kommen bei allen Kids gut an.

Bedenken Sie auch, dass Kids insbesondere dann ruhig sind, wenn man sie mit neuen Spielsachen beschäftigt. Vor einer langen Autoreise kann es hilfreich sein, einige tolle Dinge im Spielwarenfachmarkt zu besorgen. Verteilen Sie diese Spielsachen erst kurz vor Antritt der Autofahrt!

Ältere Kids freuen sich über neue Comic-Ausgaben und Bücher.

Haben Sie zwischendurch Zeit, so könnten Sie ein Picknick veranstalten. So führen knurrende Mägen nicht zu schlechter Laune und jeder hat die Gelegenheit, kurz auf die Toilette zu gehen. Darüber hinaus macht ein Picknick an der frischen Luft Spaß und ist eine tolle Abwechslung zum Stillsitzen im Auto.

Machen Sie sich im Vorfeld schlau darüber, ob sich Sehenswürdigkeiten an der Strecke befinden, die für Kids interessant sein könnten. Legt man ein paar spannende Zwischenstationen ein, wird der Reisetag für Kids erträglicher.

Auch, wenn zwischendurch keine Aktivitäten geplant sind, sollte man mit Kindern immer möglichst früh losfahren. Nur so ist es möglich, immer wieder Pausen einzulegen, ohne zu spät am Ziel anzukommen. Bedenken Sie auch, dass man auf Reisen mit Kindern immer mit Verzögerungen rechnen muss.

Geschwister können miteinander Karten spielen. Auch das lenkt sie eine gewisse Zeit lang ab.

Tipp: Nutzen Sie Zwischenstopps, um die Kinder danach die Plätze wechseln zu lassen. Sitzt man im Auto nicht immer an derselben Stelle, kommt weniger schnell Langeweile auf.

Zoff mit den Naschkatzen

Ist etwas verboten, übt es eine besondere Anziehungskraft auf Kids aus. So sind viele Eltern frustriert, weil der Nachwuchs immer wieder an die Naschlade geht, ohne um Erlaubnis zu fragen.

Hier kann es helfen, sich eines Tricks des Laissez-faire Erziehungsstils zu bedienen. Gewähren Sie Ihren Kids einfach den freien Zugang zur Naschlade. Sie sollen sich nehmen dürfen, so viel und was sie möchten.

Zu Beginn kann das dazu führen, dass die Kids mittags keinen Appetit haben oder unter Bauchschmerzen leiden. Das wird auf Dauer auch den hartgesottensten Naschkatzen zu unangenehm, sodass sich die Nascherei in der Regel von selbst einpendelt. Dieser Weg kann nur funktionieren, wenn die Naschlade regelmäßig mit einem überschaubaren Vorrat befüllt wird. Es darf dabei nicht angehen, dass man immer mehr Süßigkeiten einkauft und die Kids nur noch auf dem „Zuckertrip“ sind.

Im Idealfall sprechen Sie sich mit Großeltern und Lehrern ab, sodass Mama’s bzw. Papa’s Naschlade als alleinige Süßigkeitenquelle für die Kids fungiert.

Was tun mit Linkshändern?

Kinder, die auf das Schuleintrittsalter zugehen, entwickeln eine ausgeprägte „Seitigkeit“. Das bedeutet, dass eine Körperhälfte bevorzugt wird. Intuitiv konzentriert sich das Kind auf diese Seite, wenn es spielt, bastelt oder bei der Gartenarbeit mithilft. So wird es zum Rechts- oder Linkshänder.

Diese Seitigkeit ist übrigens eine Grundvoraussetzung für viele Lernprozesse in der Schule, wie etwa das Schreibenlernen. Noch vor etwa 20 Jahren war es Gang und Gebe, Linkshänder zu Rechtshändern umzuerziehen. Sie wurden gezwungen, mit der „schönen“ Hand zu schreiben.

Heute wissen wir: Das ist keine gute Idee. Nimmt man Einfluss auf die Seitigkeit des Kindes, kann es in seinem Lernprozess enorm beeinträchtigt werden. Plötzlich fällt dem Kind alles schwer und es ist verwirrt.

Mittlerweile gibt es ohnedies keinen Anlass mehr, das Kind umzuschulen. Für nahezu alle Werkzeuge des Alltags gibt es mittlerweile auch Linkshänder-Varianten. Auch viele Musikinstrumente gibt’s in linker sowie rechter Ausführung.

Morgenstress

Nach dem Aufstehen trödeln Kids gerne. Kindergartenkinder müssen früh genug lernen, dass es am Morgen gewisse Routinetätigkeiten gibt, die eben sein müssen. Trainiert man diese bereits vor dem Schuleintritt, erspart man sich in der ungleich stressigeren Schulzeit unnötigen Stress.

Natürlich können Routinen wie das Anziehen der Jacke oder das Zähneputzen mit einem spaßigen Spiel oder einer Geschichte verbunden werden, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu bekommen. Dieses Spiel muss aber Grenzen haben, sodass der zeitliche Rahmen nicht gesprengt wird.

Hier eine Reihe von Tipps für einen stressfreien Morgen:

  • Jausenbrote und Frühstück am Vorabend vorbereiten und kalt stellen.

  • Am Vortag die Kleidung für den nächsten Tag heraus legen.

  • Einen Plan für den Morgen aufstellen: Wer zuerst raus muss, darf zuerst ins Bad.

  • Genügend Zeit für die Morgenroutine: Die Kids nicht zu lange dösen lassen, da die übrige Zeit sonst zu knapp werden könnte. Trotzdem Zeit zum morgendlichen Kuscheln nehmen – das verbessert die Laune.

  • Sanftes aufwachen: Radiowecker oder angenehmer Weckton statt nervenraubendem Gepiepse sorgen für einen angenehmen Start in den Tag.

  • Ein Zeitgefühl vermitteln: Nützen Sie Kinderlieder, um den Kids die richtige Zahnputz-Zeit (etwa 3 Minuten) zu veranschaulichen. Für das Anziehen und Frühstücken gibt es ebenfalls spezielle Kinderlieder. Lässt man morgens eine (angenehme) entsprechende Kinder CD laufen, wissen die Kinder mit der Zeit von selbst, was sie noch alles zu tun haben. So ist es nicht nötig, ihnen ständig im Nacken zu sitzen.

  • Wertschätzung und Liebe: Dieser Tipp hilft speziell an Tagen, die eine besondere Herausforderung bergen. Beim Kindergartenkind könnte das der erste Tag mit einer neuen Pädagogin sein. In diesem Fall hilft es, am Morgen die positiven Seiten des Tages hervorzuheben, indem man am Frühstückstisch beispielsweise über den geplanten Nachmittagsausflug oder den anstehenden Geburtstag des Kindes spricht. So kann es sich tagsüber trotz unangenehmer Umstände auf etwas Positives freuen.

  • Verabschiedung: ein Ritual. Man kann sich beispielsweise auch mit einer Runde Kuscheln voneinander verabschieden. In jedem Fall soll der Abschied mit etwas Positivem verbunden werden, sodass er den Kindern leichter fällt.

Mein Kind will ständig getragen werden

Kids im Kindergartenalter können normalerweise schon sicher gehen und sind in dieser Hinsicht bereits recht unabhängig geworden.

Manchmal kommt es aber vor, dass Kids gar nicht gehen wollen, obwohl sie es könnten. Dann quengeln sie ständig, man solle sie hochnehmen und tragen. Dahinter steckt in erster Linie eine gewisse Bequemlichkeit. Das Kind erinnert sich daran, dass es in der Vergangenheit von Ihnen getragen wurde und versucht weiterhin, diesen Komfort genießen zu dürfen.

Ist ein Kind vom Spazierengehen tatsächlich müde geworden, spricht natürlich nichts dagegen, es hochzunehmen. Ansonsten kann man sich mit Ablenkungen behelfen, die das Kind dazu motivieren, sich ganz von selbst und wie die „Großen“ zu bewegen. Puppen- oder Leiterwägen helfen dabei, dem Kind das selbständige Laufen schmackhaft zu machen.

Stillsitzen fällt schwer

Kids im Kindergartenalter haben meist Probleme damit, für lange Zeit still zu sitzen. Das ist in Ordnung und sollte von ihnen auch nicht eingefordert werden. Erst mit dem Eintritt in die Grundschule ist es nötig, sich ohne ständiges Tollen konzentrieren zu können. Hat Ihr Kind einen besonders hohen Bewegungsdrang, sollten Sie den Besuch der Vorschulklasse in Betracht ziehen. Dort liegt der Fokus auf Themen wie Konzentration, Aufmerksamkeit und eben auch still sitzen.

Im privaten Bereich ist Nach- und Rücksicht gefragt. Man sollte von Kindergartenkindern nicht erwarten, dass sie sich während eines langen Restaurantbesuches still verhalten. Zwar wissen sie leckeres Essen genauso zu schätzen, wie wir Erwachsenen. Vor und nach der Mahlzeit ist der Restaurantbesuch mit Erwachsenen allerdings eine regelrechte Qual für kleinere Kids.

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, ausschließlich Restaurants mit Spielplätzen oder -Ecken zu besuchen, sodass die Kids ganz sie selbst sein können.

Zappelei am Esstisch

Einem Kind Tischmanieren beizubringen nimmt viel Zeit in Anspruch. Trotz allem sollte das Essen ein Gemeinschaftserlebnis sein, das man genießen kann. Muss man die Kinder ständig ermahnen, fällt das allerdings nicht leicht.

Einerseits sollte man Kinder mit Erziehungsmaßnahmen nicht einengen. Andererseits ist es im Interesse der Kinder, soziale Gepflogenheiten zu erlernen und sich situationsgemäß verhalten zu können.

Das Problem ist, dass es bei Tisch häufig nur um die Fehltritte der Kids geht. In der Regel wird nicht gelobt, wenn Kids essen, ohne zu kleckern oder zu zappeln.

Eltern sollten als gute Vorbilder voran gehen. So bringen Ermahnungen wenig, wenn die Eltern selbst schmatzend am Tisch sitzen. An dieser Stelle möchten wir Ihnen folgende Tipps mitgeben:

  • Den Kindern erklären, dass andere möglicherweise nicht gerne mit ihnen essen werden, wenn sie sich so verhalten.

  • Gemeinsam Verhaltensregeln für das Essen bei Tisch aufstellen.

  • Kinder können Regeln ab und an vergessen. Reagieren Sie nicht über und vermeiden Sie Stress am Tisch.

  • Nicht immer alles todernst nehmen.

  • Benimmregeln mit kleinen Spielen lernen und üben.

Beispiel für den letzten Punkt: Wir spielen „Essen wie feine Leute“. Mit edlem Tischgedeck und entsprechenden Tischmanieren. Ein andermal wird dann völlig ohne Besteck und Tischmanieren gegessen, um den Unterschied zu verdeutlichen. Letzteres funktioniert natürlich nur mit Kids, die Grenzen respektieren und den Regeln ihrer Eltern folgen können. Sie müssen verstehen, dass die Eltern hier vorgeben, wann gespielt wird und wann nicht.

Im Alltag fällt es leichter, zu kleinen Gedankenspielen und Denkstützen zu greifen. So könnte man die Kinder anregen, sich vorzustellen, eine kleine Katze säße auf ihrem Schoß, die es zu schützen gilt. Wer auf der Tischkante lehnt, zerquetscht die kleine Katze. Andererseits sitzt hinter dem Kind ein Mäuschen auf der Sesselkante, das man nicht hinunter stupsen darf. Stofftiere helfen dabei, auf diese Weise eine gerade Sitzhaltung zu üben.

Spielplatz statt Bildschirm

Die meisten Kids sind im Alter von vier bis fünf Jahren bereits mit Spielkonsolen oder PCs in Berührung geraten. Die virtuelle Welt kann – je nach Persönlichkeit des Kindes – eine wahnsinnige Anziehungskraft ausüben. Ehemals bewegungsfreudige Kids können so zu echten Stubenhockern werden.

Verbringt ein Kind täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm, können Körper und Psyche mit der Zeit darunter leiden. Das Kind erhält zu wenig Bewegung, der Kreislauf wird geschwächt. Die für das Lernen so wichtigen Sinnesanregungen bleiben aus.

Deshalb sollten Eltern die PC- bzw. Konsolenzeit ihrer Kinder unbedingt einschränken. Kindergartenkinder sollten ohnehin lieber draußen spielen, als am PC zu sitzen. Grundschulkindern erlaubt man am besten eine tägliche PC-Zeit von maximal einer Stunde.

PC-freie Tage geben Gelegenheit, um draußen etwas zu unternehmen und die reale Welt nicht aus den Augen zu verlieren. Bringen Sie Ihrem Kind auf diesem Wege bei, dass man auch bei „schlechtem“ Wetter draußen toben kann. Ein Regentag muss nicht bedeuten, dass man den ganzen Nachmittag lang vor dem PC sitzen darf. Ein paar bunte Gummistiefel, eine gute Regenjacke und warme Kleidung sorgen für Spaß bei Regen, Wind und Wetter.

Neue Liebe, neues Leben – kindliche Eifersucht

Im späteren Kindergartenalter bis nach der Pubertät leiden Kinder besonders stark unter einem Partnerwechsel. Daher muss man Ihnen eine Menge Zeit einräumen, um den neuen Partner zu akzeptieren. Ob und wann das Kind ihn bzw. sie als Elternteil sieht, ist ganz unterschiedlich.

Zu Beginn ist es leichter für das Kind, wenn man sich vor seinen Augen mit Intimitäten wie Küssen zurückhält. Zudem ist es wichtig, dass der neue Partner sich selbst um das Vertrauen des Kindes bemüht. Allerdings nur soweit, wie es das Kind zulässt.

Will es gar nicht funktionieren, dann heißt es: locker lassen. Etwas Abstand und die Chance, die Veränderungen emotional zu verarbeiten, können Wunder wirken. Dabei sollte das Kind stets zu spüren bekommen, dass es seiner Mutter bzw. seinem Vater noch immer genauso wichtig ist, wie vorher.

Hilfe, Mein Kind ist ungeschickt!

Kindergartenmädels und -jungs unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Fähigkeiten stark voneinander. Nicht jedes Kind kommt sofort mit den Bastelarbeiten im Kindergarten klar.

Ein Mangel an feinmotorischem Geschick kann aber leicht ausgeglichen werden. Bindet man das Kind in den Haushalt mit ein, bekommt es reichlich Gelegenheit dazu. Schrecken Sie also nicht davor zurück, das Kind – unter Anleitung – Abwaschen, Abtrocknen und Obst schneiden zu lassen. Damit verbessert sich die Feinmotorik, die kleinen Finger werden geschickter.

Besuch im Ehebett

Kindergartenkids haben in der Regel sehr lebhafte Träume. Wenn sie während des Tages vielen neuen Situationen begegnet sind, äußern sich diese im Nachtschlaf nicht selten als angsteinflößende Alpträume. Damit werden die Ereignisse des Tages verarbeitet.

Wacht das Kind auf und kuschelt sich zu seinen Eltern ins Bett, fühlt es sich erstmal so behaglich, dass es nicht mehr zurück ins Kinderzimmer möchte.

Dennoch sollte man das Kind zurück in sein Bett bringen. Lassen Sie es dort nicht alleine, sondern kuscheln sie ein wenig mit ihm, erzählen Sie ihm eine Geschichte oder plaudern sie ein wenig. Die meisten Kids werden dann ganz schnell wieder müde und schlafen beruhigt ein. So lernen die Kids, sich trotz eines Alptraumes im eigenen Zimmer wohlzufühlen.

Natürlich sollten Sie Ihrem Kind auch für die Zukunft erlauben, Sie zu wecken, wenn es Angst hat.

Versprochen ist versprochen…

Kids versprechen viel, wenn der Tag lang ist. Wenig später fällt es schwer, sich auch daran zu halten. Eltern sind dann zu Recht enttäuscht von ihren Kindern.

Kleinere Kids sind manchmal damit überfordert, Versprechungen einzuhalten. Handelt es sich um langfristige Versprechen, fällt es noch schwerer. Daher empfiehlt es sich, dem Kind einen für es überschaubaren Rahmen für das Versprechen zu geben. Lange Zeiträume sollten vermieden werden. Ein Beispiel: statt: „Jede Woche den Kaninchenstall ausmisten.“ sollte man mit dem Kind vereinbaren, dass es bis zum Wochenende den Stall ausmistet. Beim nächsten Mal das Kind einfach wieder daran erinnern. Mit der Zeit wird es sich seine Aufgaben merken.

Hat es das Kind dann doch noch geschafft, sein Versprechen einzulösen, so hat es ausgiebiges Lob verdient.

Früh übt sich! Oder nicht?

Kids sollen möglichst früh ihre Talente entdecken und sie zu nutzen lernen. Daher versuchen viele Eltern, ihre Kinder bereits vor dem Schulalter für das Lernen eines Instruments oder andere Aktivitäten zu begeistern.

Was gut gemeint ist, kann massiven Stress beim Kind auslösen. Grundsätzlich sind Kids erst ab einem Alter von etwa sechs Jahren bereit, regelmäßig zu üben. Auch die nötige Feinmotorik, um ein Instrument zu lernen, stellt sich erst in diesem Alter ein.

Weil die Einschulung eine kritische, aufregende und zugleich herausfordernde Lebensphase darstellt, sollte man in dieser Zeit allerdings auf zusätzliche Belastungen verzichten.

Musikalische Früherziehung ist eine Option, wenn das Kind von sich aus den Wunsch äußert, daran teilzunehmen. Sie ist am Spaß der Kinder orientiert und entspricht ihnen eher, als herkömmlicher Musikunterricht mit Privatlehrer.

Die Puppe muss mit!

Gerade in der ersten Zeit macht es kleinen Kindern Angst, am Vormittag von ihren Eltern getrennt zu sein. Ein Stofftier, das sie von Zuhause kennen, kann helfen. Deshalb nehmen Kinder gerne Stofftiere und Spielzeuge wie Puppen mit in den Kindergarten.

Das gibt sich mit der Zeit. Sobald das Kind Freunde im Kindergarten gefunden und sich an seine neue Umgebung gewöhnt hat, können Puppe und Teddy wieder Zuhause bleiben.

Problem: Verweigerung

Verweigerer gibt es nicht nur in der Schule, sondern auch im Kindergarten. Normalerweise ist es so, dass Kids zu Beginn ungern die gewohnte Umgebung verlassen, um in den Kindergarten zu gehen. Manchmal ist es umgekehrt. Kids, die sich zu Beginn dort wohlzufühlen scheinen, möchten plötzlich nicht mehr in den Kindergarten gehen.

Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. In jedem Fall ist es wichtig, sich an diese Gründe heranzutasten. Ein offenes Gespräch mit viel Fingerspitzengefühl hilft weiter.

Manchmal überwiegt die Faszination zuerst den Trennungsschmerz. Nach einigen Wochen ist die Begeisterung jedoch vorüber und das Kind hat verstärkt Probleme damit, von seinen Eltern getrennt zu sein. Das Kind aus der Gruppe zu nehmen ist keine Lösung. Stattdessen sollte man sich morgens mit besonders viel Aufmerksamkeit vom Kind verabschieden. Eine Extrarunde Kuscheln wirkt Wunder und beruhigt.

In anderen Fällen liegt die Verweigerung nicht am morgendlichen Abschied. Dann kann es sein, dass das Kind sich vor bestimmten Situationen im Kindergarten ängstigt. Versuchen Sie herauszufinden, ob es eine Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen gab. Was ist passiert und wie kam es dazu? Vielen Kindern hilft bereits das Gefühl, mit der eigenen Angst nicht alleine dazustehen. Kam es aber tatsächlich zu einem Vorfall, lässt sich das meist in einem Treffen mit den Eltern des Kindes außerhalb des Kindergartens regeln. Hier muss man als Elternteil aber ganz behutsam vorgehen, um die Situation für das Kind nicht noch schlimmer zu machen.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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