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Schwangerschaftskalender

Beckenendlage: Tipps, dass sich das Baby dreht

Mit der 31. SSW wird der Platz in Mamas Bauch sehr knapp und einige Babys nehmen schon jetzt die optimale […]

Mit der 31. SSW wird der Platz in Mamas Bauch sehr knapp und einige Babys nehmen schon jetzt die optimale Geburtsposition ein – mit dem Kopf nach unten, auch Schädellage genannt. Andere sitzen mit verschränkten Armen vor der Brust und zusammengezogenen Beinen zusammengerollt in Mamas Bauch und befinden sich in der Beckenendlage. Noch ist bis zur Geburt etwas Zeit und unterstützt durch die Übungswehen kann sich Ihr Baby noch in die Schädellage drehen, doch was ist, wenn es sich ab der 31. SSW nicht aus der Beckenendlage dreht? Muss dann zwangsläufig das Kind mit Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden?

31. SSW: Wenn das Kind in der Beckenendlange liegt

Liegt ein Baby nach der 36. SSW noch in der Beckenendlage (Steißlage) und kann es von Außen nicht gewendet werden oder wünscht das die Mutter nicht, steht für die meisten Frauenärzte fest, dass das Kind per Kaiserschnitt geholt wird. Dabei war vor einigen Jahrzehnten eine Geburt in Beckenendlage noch völlig normal. Nach einer Studie (Hannah-Studie), hat sich das allerdings verändert. Die Studie hatte weltweit mehr als 2000 schwangere Frauen in ihrer Schwangerschaft begleitet. Bei allen Frauen befand sich das Baby in der Beckenendlage. Ein Teil der Gruppe ließen ihr Baby per Kaiserschnitt holen, der andere auf natürliche Weise. Es gab dabei viele Komplikationen und sogar einige Todesfälle. Seit dieser Studie wird daher von den meisten Medizinern bei einer Beckenendlage ein Kaiserschnitt empfohlen. Was auch zur Folge hatte, dass die meisten Ärzte nicht mehr für eine natürliche Geburt in der Beckenendlage ausgebildet wurde.

Einige Jahre später stellte man aber fest, dass es bei der Hannah-Studie einige Fehler gab. Die Probleme und Todesfälle, hatten in den meisten Fällen nichts mit der Geburt selbst zu tun. Im Grunde ist es für das Kind egal, ob es mit dem Kopf oder erst mit den Beinen zur Welt kommt. Doch noch immer glauben viele Mediziner an die Hannah-Studie und raten zu einem Kaiserschnitt. In vielen Fällen ist ein Kaiserschnitt bei einer Beckenendlage aber auch empfehlenswert. Um ein Kind in der Beckenendlage natürlich zur Welt zu bringen, benötigt es nicht nur erfahrenes medizinisches Personal, dass sich mit einer solchen Geburt auskennt, sondern auch eine gründliche Voruntersuchung. Hierbei wird festgestellt, ob das Kind überhaupt auf diese Weise natürlich zur Welt kommen kann. Ist zum Beispiel der Kopf des Kindes sehr groß oder die Nabelschnur im Weg oder Anderes, kann das Baby nicht natürlich durch die Beckenendlage auf die Welt kommen. Hier bleibt nur dem Kind zuliebe der Kaiserschnitt übrig.

31. SSW: Äußere Wendung bei der Beckenlage

Befindet sich das Kind ab der 31. SSW noch in der Beckenendlage, wird Ihr Frauenarzt oder Hebamme bis zur 36. SSW abwarten. Noch kann das Kind sich in den verbleibenden Wochen eigenständig drehen. Ab der 36. SSW wird Ihr Frauenarzt oder Hebamme versuchen Ihr Baby in die Schädellage zu drehen. Entweder wird versucht, das Kind kurz vor der Geburt noch in die Schädellage von Außen zu drehen, oder Sie versuchen schon selbst oder mit Ihrer Hebamme vorzeitig, das Kind zum Drehen zu animieren. Mit der „indischen Brücke“ können Sie eigenständig versuchen, Ihr Kind in die optimale Geburtslage zu drehen. Hierzu legen Sie sich mit dem Rücken bequem auf den Boden.

Legen Sie die Beine auf einen Stuhl. Achten Sie darauf, dass die Unterschenkel waagrecht liegen. Zusätzlich legen Sie eine Decke oder ein Kissen unter Ihr Becken, damit dieses auch erhöht liegt. Machen Sie diese Übung bis zu zwei Mal am Tag für etwa 15 Minuten. Atmen Sie dabei ruhig und brechen Sie ab, wenn Sie sich nicht gut fühlen. Lassen Sie sich hier auch von Ihrer Hebamme anleiten. Die Moxibustion wird von einer Hebamme vorgenommen und ist eine Art der Akupunktur. Dabei wird eine Kräuterzigarre, bestehend aus Beifuß, über einer Akupunkturnadel, die am kleinen Zeh sitzt, abgebrannt. Durch die Wärme bewegt sich Ihr Kind wesentlich mehr und kann sich hier spontan in die Schädellage drehen. Fragen Sie hier bei Ihrer Hebamme nach. Die äußere Wendung wird im Krankenhaus von der Hebamme oder vom Frauenarzt unternommen. Dabei wird das Baby aus dem Becken gehoben und versucht zu drehen. Dabei sind die Ärzte allerdings auch auf einen Kaiserschnitt vorbereitet und können das Kind per Kaiserschnitt holen, wenn es sich nicht dreht. Oftmals drehen sich viele Kinder auch erst einige Minuten vor der Geburt in die Schädellage.
Sprechen Sie hier mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme. Diese werden Sie ausführlich beraten und Ihnen auch Tipps mit auf den Weg gehen. Versuchen Sie keine Wendungen selbst vorzunehmen, denn eine äußere Wendung kann auch Komplikationen verursachen.

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Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

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