Tübinger Schiene – Hüftdysplasie erfolgreich behandeln

Wenn die Babys krank sind, ist das für die Eltern erstmal ein großer Schock. Bei der Diagnose Hüftdysplasie stehen viele Eltern erstmal vor einem großen Rätsel. Eine erfolgversprechende Behandlungsmethode ist die Tübinger Schiene vorgeschlagen.

Viele Babys kommen mit einer Hüftdysplasie auf die Welt. Zur Behandlung wird die sogenannte Tübinger Schiene eingesetzt, doch was genau ist das eigentlich? Wir klären über das Thema Tübinger Schiene und Hüftdysplasie auf.

Die Tübinger Schiene – was ist das eigentlich?

Als Tübinger Schiene wird ein orthopädisches Hilfsmittel bezeichnet das bei Hüftdysplasie bei Kindern angewendet wird. In den 1980ern entwickelt der Orthopäde Professor Jürgen Harth aus Tübingen diese Schiene. Mittlerweile wird sie weltweit bei der behandlung von Hüftdysplasie eingesetzt.

Wie wirkt die Schiene?

Die Anfertigung der Tübinger Scheine erfolgt individuell. Die Schiene ist elastisch und sitzt fest am Oberschenkel und Gesäß des Kindes. Sie zwingt das Bein dabei, in einer bestimmten Position zu bleiben, damit die Hüfte richtig wachsen kann.

Während der Behandlung ist es wichtig, dass Dein Baby sich regelmäßig bewegt. Dadurch stärkt es zusätzlich seine Muskulatur. Auch physiotherapeutische Übungen können sehr hilfreich sein.

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Die Tübinger Schiene besteht aus zwei Halbschienen, die an der Vorder- und Rückseite des Oberschenkels angebracht werden. Die Schiene muss genau passen, dass sie den Oberschenkel in einer bestimmten Position hält. Diese Position soll die Hüfte in eine anatomisch korrekte Position bringen und so die Hüftdysplasie behandeln.

In Studien nachgewiesen ist, dass das die Methode die Hüfte in eine anatomisch korrekte Position bringt und so die Hüftdysplasie erfolgreich behandelt.

Die Behandlungsmethode ist sicher und wirksam bei einer Hüftdysplasie bei Kindern.

Was ist eine Hüftdysplasie bei Babys?

Eine Hüftdysplasie ist eine sogenannte angeborene Hüftgelenksfehlentwicklung, bei der das Hüftgelenk nicht richtig ausgebildet ist. Dies kann zu einer Fehlstellung des Oberschenkels führen. Die Hüftdysplasie ist die häufigste angeborene Fehlstellung des Skelett- und Gelenksystems.

Die Hüftdysplasie tritt am häufigsten bei weiblichen Säuglingen und Kleinkindern auf. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt im Alter zu. Die Hüftdysplasie ist in den Industrieländern weit verbreitet. In Deutschland wird die Hüftdysplasie bei jedem 100. bis 500. Neugeborenen diagnostiziert.

Die Hüftdysplasie kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Die leichteste Form ist eine Fehlstellung des Hüftgelenks. Bei dieser Form ist das Gelenk noch vollständig ausgebildet, aber es ist nicht richtig angelegt. Die Gelenkpfanne ist nicht tief genug und das Gelenk ist nicht richtig stabil. Die Hüfte kann aus der Gelenkpfanne herausrutschen (Subluxation) oder ganz herausfallen (Dislokation).

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Eine weitere Form der Hüftdysplasie ist die sogenannte Spreizhüfte. Bei dieser Fehlstellung ist die Gelenkpfanne des Hüftgelenks deutlich erweitert. Das Gelenk ist dabei meist noch stabil. Eine weitere, seltenere Form der Hüftdysplasie ist die sogenannte Kongenitale Hüftluxation. Bei dieser Fehlbildung ist das Gelenk bereits im Mutterleib nicht richtig entwickelt. Die Gelenkpfanne ist deutlich enger und das Gelenk ist nicht stabil. Die Hüfte kann aus der Gelenkpfanne herausfallen (Dislokation).

Die Hüftdysplasie wird meist im Rahmen einer Routineuntersuchung des Säuglings festgestellt. Die Diagnose wird anhand einer Untersuchung des Hüftgelenks, einer Röntgenaufnahme des Hüftgelenks oder einer Kernspintomographie (MRI) gestellt.

Die Behandlung der Hüftdysplasie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Die leichteste Form der Hüftdysplasie wird oft erst im Laufe des Lebens diagnostiziert und muss dann nicht behandelt werden.

Die mittlere und schwere Form der Hüftdysplasie muss in der Regel operativ behandelt werden. Dabei wird das Hüftgelenk so korrigiert, dass es stabil ist und richtig funktioniert. Die Nachbehandlung der operativ behandelten Hüftdysplasie erfolgt in der Regel in einer speziellen Reha-Klinik.

Wie wird die Schiene angewendet?

Üblicherweise sollte dein Kind die Schiene für einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten tragen. Am besten den ganzen Tag und auch in der Nacht. Dies ist aber abhängig von der Schwere der Erkrankung. Bei einer schweren Hüftdysplasie kann die Behandlung auch länger dauern.

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Wenn Dein Baby die passende Schiene besitzt, kann diese ganz einfach angelegt werden. Die Halterung führt unter dem Gesäß über die Hüfte und schließlich mittels eines kleinen Gurts über die Schulter Deines Babys. So kann die Schiene nicht verrutschen.

Die Tübinger Schiene – Vorteile und Nachteile

Vorteile

Ein Vorteil der Tübinger Schiene ist, dass durch die Anwendung in den meisten Fällen keine Operation notwendig ist. Zudem vertragen die Kinder die Schiene gut. Die meisten nehmen sie auch ohne Probleme an.

Die Zahlen sprechen außerdem für sich. Bisher haben mehr als 95% der behandelten Kinder nach der Behandlung mit der Schiene gute bis sehr gute Erfolge erzielt. Keines der Babys musste sich noch einem operativen Eingriff unterziehen.

Die Schiene ist außerdem sehr leicht und angenehm zu tragen, sodass die Babys diese oft gar nicht bemerken.

Nachteile

Die Behandlungsdauer erstreckt sich über einige Monate und nimmt viel Zeit in Anspruch. Es braucht einige Termine und Kontrollen, bis die Schiene optimal angefertigt ist. Auch für die Physiotherapie müssen Termine vereinbart werden und dies kostet Zeit.

Wenn die Schiene nicht genau an den Körper des Babys angepasst wird, kann es zu Reizungen und Druckstellen kommen. Das Baby sollte die Schiene daher nicht unterhalb der Kleidung tragen, sondern oberhalb.

Eine allergische Reaktion auf die Materialien der Schiene ist ebenfalls denkbar, kommt allerdings sehr selten vor.

Am Anfang empfinden die Babys das Tragen der Schiene oft als unangenehm und es dauert, bis sie sich daran gewöhnt haben. Hier brauchst Du vor allem in der Anfangszeit viel Geduld.

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Eltern sollte jedoch bewusst sein, dass die Vorteile der Tübinger Schiene in der Regel weit überwiegen.

Die Tübinger Schiene – für wen ist sie geeignet?

Die Tübinger Schiene kann bei Kindern mit leichter bis moderater Hüftdysplasie eingesetzt werden. Die Schiene ist jedoch kein Allheilmittel und kann die Hüftdysplasie nicht vollständig heilen. In schweren Fällen von Hüftdysplasie ist eine Operation oft die einzige Behandlungsmöglichkeit.

Fazit

Hüftdysplasie bei Deinem Baby und Kleinkindern solltest Du in jedem Fall behandeln lassen, damit Dein Kind im späteren Alter keine Probleme mehr damit hat. Mit der Schiene ist die Behandlung ziemlich unkompliziert und einfach. Die Erfolgsrate ist sehr hoch und meist kommen Kinder um eine Operation herum. Auch wenn die erste Zeit der Behandlung anstrengend ist – Dein Kind wird dir später dankbar sein, dass es unbeschwert leben kann.

Häufig gestellte Fragen zum Thema

Was ist die Tübinger Schiene?

Die Tübinger Schiene ist ein spezielles orthopädisches Hilfsmittel, das bei der Behandlung von Hüftluxationen und Hüftdysplasien Anwendung findet. Die Schiene bekommen normalerweise Säuglinge und Kleinkinder verordnet, die unter diesen Erkrankungen leiden.

Wie lange muss mein Baby die Tübinger Schiene tragen?

Die Schiene wird in der Regel bei Kindern im Alter von sechs bis zwölf Monaten eingesetzt und für mehrere Monate getragen.

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