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Familienprobleme

Vaterschaftstest

Vaterschaftstest Jemand mit Kinderwunsch erstrebt wohl auf eine Familie mit beiden Elternteilen. Aber was ist, wenn alles anders kommt und […]

Vaterschaftstest

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Vaterschaftstest

Jemand mit Kinderwunsch erstrebt wohl auf eine Familie mit beiden Elternteilen. Aber was ist, wenn alles anders kommt und durch einen One-Night-Stand, einem Seitensprung oder einer flüchtigen Affäre entstanden ist und der Mann abstreitet, der Vater zu sein?
Vielleicht streitet der Mann es ab, da er keine Ähnlichkeiten zwischen ihm und dem Kind feststellt, weil er kein Kind möchte oder weil er Angst vor den Väterlichen Pflichten hat. Oder was, wenn der Vater gerne für das Kind sorgen möchte, die Mutter aber die Vaterschaft abstreitet? Vielleicht weil sie ihn für ungeeignet hält.

In genau solchen Fällen können Mutter wie auch der Vater ihre Rechte auf Unterhalt und auch den Umgang mit dem Kind gerichtlich durchsetzen. Hierfür wird ein Vaterschaftstest benötigt, um die Vaterschaft beurkunden zu können.

Was ist ein Vaterschaftstest?

Der Vaterschaftstest ist ein Verfahren, bei dem festgestellt werden soll, zu welcher Wahrscheinlichkeit ein Mann der Vater eines Kindes ist. Offiziell wird dieses Verfahren Abstammungsgutachten genannt. Es allgemein zur Feststellung der Verwandtschaft zwischen zwei oder auch mehreren Personen angewandt.

Kosten des Vaterschaftstest

Wenn man in verschiedenen Vaterschaftstest-Laboren online guckt erhält man eine Preisspanne die von 150€-500€ geht. Den Kunden wird meistens ein Test-set zur Entnahme des Speichels kostenlos zugeschickt, welches sie anschließend in das Labor schicken müssen. Wenn man allerdings einen solchen Test in der Apotheke erwirbt muss man ca. 20 € bezahlen. Auch der Labor-Test in der Apotheke kostet dich bis in den dreistelligen Bereich.
Der Grundbreis der meisten Labore liegt bei etwa 149€. Er ist nur für den Vaterschaftstest für zwei Personen. Also Kind und potentiellen Vater. Wenn eine dritte Person dazu kommt wie zum Beispiel eine Mutter, wird das natürlich teurer.

Ebenfalls teuer wird der Vaterschaftstest, wenn das Testergebnis für ein Gerichtsverfahren verwendet werden soll. In diesem Fall muss die Probenentnahme unter Aufsicht stattfinden und mit einem Gutachten beglaubigt werden. Die Aufsicht kann hierbei ein Arzt, das Jugendamt oder das zuständige Labor führen.

Wie wird ein Vaterschaftstest durchgeführt?

Die DNA-Analyse bietet sich bei dem heutigen Stand der Technik am meisten für einen Vaterschaftstest an. Ein älteres Verfahren ist die Blutgruppenbestimmung. Hierbei untersucht man welche Blutgruppe des Kindes sich aus der Blutgruppe der Mutter und des potentiellen Vaters ergeben könnte. Hierdurch kann eine Vaterschaft ausgeschlossen, aber nicht bestätigt werden.

Beim gleichermaßen veralteten anthropologisch-erbbiologischen Gutachten wird (in professioneller Art und Weise und auf Basis von Wahrscheinlichkeitsrechnungen) prinzipiell nichts anderes gemacht, als das in jeder Familie übliche Abgleichen von optischen Merkmalen des Vaters mit denen des Kindes, beispielsweise Augenfarbe, Hautfarbe, Haarfarbe, aber auch Irisstruktur, Kopfform oder Körpergröße im höheren Alter.

Die DNA-Analyse

Von allen Laboren, die Abstammungsanalysen durchführen, wird heute eine DNA-Analyse gemacht. Für eine DNA-Analyse müssen zuerst proben der DNA entnommen werden. Diese DNA befindet sich in so gut wie allen Körpermaterialien. Diese Proben können Blutproben, Speichelproben oder Haare mit Haarwurzeln sein.

Die häufigste Form der Probeentnahme ist jedoch ein Speichelabstrich mit einem Wattestäbchen an der Mundschleimhaut. Wenn die Vaterschaft bestätigt wird, wird dies meist mit mehr als 99,9% bestätigt. Wird eine Vaterschaft ausgeschlossen, geschieht dies mit einer hundertprozentigen Sicherheit.

Einfach erklärt ist die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ein strickleiterförmiges Molekül, welches die Menschliche Erbinformation trägt. Diese Erbinformation ist für jeden Menschen außer Zwillinge einzigartig. In ihr befinden sich für jedes sichtbare Merkmal am Körper die Gene von Vater und Mutter. Sichtbare Merkmale sind zum Beispiel Augenfarbe, Haarfarbe, Nasenform oder die Ohrenform.
Für eine DNA-Analyse entschlüsselt ein Laborant diese DNA und vergleicht die Vater-DNA an mindestens 16 Genorten mit der DNA des Kindes. Je mehr Genorte im Labor untersucht werden, desto sicherer ist das Ergebnis des Vaterschaftstests und die Vaterschaft kann sicher bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Wenn neben der DNA-Probe des Kindes und des potentiellen Vaters auch die der Mutter vorliegt, wird eine DNA-Analyse erleichtert, da man die Gene der Mutter rausfiltern kann.
Bei dieser Analyse müssen die Laboranten darauf achten, dass sich neben der Gene der Eltern auch Mutationen in der DNA des Kindes befinden können.

Komplizierte statistische Auswertung

Vaterschaftstest

Vaterschaftstest

Ein Vaterschaftstest hat nur eine einzige hundertprozentige sichere Aussage: Eine Vaterschaft wird ausgeschlossen. Den eindeutigen Beweis, dass ein Mann der Vater eines Kindes ist, können diese Tests nicht bringen. Sie geben stattdessen nur statistische Werte, die bis zu einer 99,9999% Wahrscheinlichkeit reichen. Vor Gericht wird aber schon eine Wahrscheinlichkeit mit 99,9% als Beweis anerkannt.

Rechtliche Lage des Vaters

Biologische Vater: Der Biologische Vater ist die Männliche Person, die das Kind gezeugt hat.

Sozialer Vater: Der soziale Vater übernimmt die Vaterrolle des Kindes. Dies kann der Biologische Vater sein, wie auch in einer Patchwork-Familie der nicht biologische Vater.

Gesetzlicher Vater: Der gesetzliche Vater ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war, die Vaterschaft anerkannt hat oder deren Vaterschaft gerichtlich mit einem Vaterschaftstest festgestellt wurde. Der gesetzliche Vater muss nicht der leibliche Vater des Kindes sein

Vaterschaftsanerkennung

Eine Vaterschaftsanerkennung ist eine freiwillig abgegebene Erklärung des Vaters zur Vaterschaft eines unehelichen Kindes. Wenn beide Elternteile verheiratet sind wird die Vaterschaft automatisch dem Vater anerkannt. Hat der Mann jedoch den Verdacht, dass es nicht sein Kind ist, kann er die Vaterschaft gerichtlich anzweifeln. Auch die Mutter kann über das Gericht eine Feststellung der Vaterschaft erzwingen, wenn der biologische Vater die Vaterschaft abstreitet. In beiden Fällen wird ein Vaterschaftstest der beurkundet werden muss benötigt.

Vaterschaftsfeststellung

Wenn der potentielle biologische Vater des Kindes abstreitet der Vater zu sein, wird eine gerichtliche Vaterschaftsfeststellung benötigt. In diesem Fall wird ein Antrag von der Mutter oder dem Kind gegen den Vater gestellt. Falls das Kind noch minderjährig sein sollte, wird der Antrag durch das Jugendamt gestellt. Eine gerichtliche Vaterschaftsfeststellung ist auch dann nötig, wenn der biologische Vater von der Mutter nicht bestätigt wird. In diesem Fall wird der Antrag des potentiellen biologischen Vaters gegen das Kind gestellt. Das Familiengericht bearbeitet dann diesen Antrag.

Verwendung des Vaterschaftstest vor Gericht

Ein Vaterschaftstest hat nur dann vor Gericht eine Gültigkeit, wenn er einvernehmlich durchgeführt wurde. Das heißt, dass das Einverständnis des Kindes vorliegen muss oder durch das Gericht erzwungen wird. Wenn das Kind noch minderjährig ist entscheidet der Vormund über einen freiwilligen Vaterschaftstest. Wird eine Probe der DNA heimlich vom Kind entnommen, so stellt dies einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Kindes dar. Damit darf dieser Vaterschaftstest vor Gericht nicht verwendet werden. Wird die Vaterschaft des Mannes vom Gericht festgestellt, so gilt er ab sofort als biologischer Vater und muss ab sofort die damit verbundenen Rechte und Pflichten wahrnehmen.

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Über Kim Riehl

Kim ist 29 Jahre alt und wohnt mit ihrer einjährigen Tochter Mila in Mainz. Sie gehen regelmäßig gemeinsam zum Babyschwimmen oder bauen Sandburgen im Sandkasten. Wenn die Autorin nicht gerade für den Elternkompass schreibt, liebt sie es zu fotografieren.

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